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	<title>01/26 Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>01/26 Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22256/radiofrequency-echographic-multi-spectrometry-rems-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christian Schneider&nbsp;,&nbsp;PD Dr. med. Anna Schreiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 12:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Die REMS-Technologie (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) ist ein innovatives, ultraschallbasiertes Verfahren zur Beurteilung der Knochenmineraldichte und der Knochenstruktur, das zum Screening von Knochengesundheit sowie unterstützend zur Diagnose und Verlaufskontrolle von [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die REMS-Technologie (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) ist ein innovatives, ultraschallbasiertes Verfahren zur Beurteilung der Knochenmineraldichte und der Knochenstruktur, das zum Screening von Knochengesundheit sowie unterstützend zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Osteopenie und Osteoporose eingesetzt werden kann [1]. Anders als bei der herkömmlichen DXA-Messung (Dual Energy X-ray Absorptiometry), die bislang als Goldstandard in der Osteoporosediagnostik gilt, basiert REMS auf der Analyse ungefilterter Ultraschalldaten, die mithilfe spezieller Algorithmen spektralanalytisch ausgewertet werden, wodurch nicht nur die Knochendichte (BMD), sondern auch die strukturelle Qualität des Knochens beurteilt werden kann [1, 2].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Pro Scanlinie werden aus diesen spektralen Signaturen Spektren erzeugt, die wiederum mit Referenzdaten von gesunden als auch osteoporotischen Knochen verglichen werden [1]. Anschließend erfolgte eine Übertragung der daraus berechneten BMD-Werte (in g /cm<sup>2</sup>) mittels linearer Transformationen in T- und Z-Scores [1]. Herkömmlichen Ultraschallverfahren im Vergleich dazu beruhen in der Regel nur auf reinen Bildinformationen (B-Mode) [1].<span class="Apple-converted-space">  </span>Die auf dieser Technologie basierenden Geräte, wie etwa die von Firma Echolight entwickelten Modelle, ermöglichen eine präzise, schnelle und reproduzierbare Messung direkt am Lendenwirbelbereich (L1–L4) und am Schenkelhals – analog den DXA-Regionen. Dabei wird eine kleine Ultraschallsonde auf der Haut platziert, die Messung dauert ca. 10 Minuten und ist schmerz- und strahlungsfrei. Zusätzlich zum klassischen T- und Z-Score bzw. BMD-Wert kann das System auch Informationen zur mikrostrukturellen Knochenqualität /-­Integrität über den so genannten Fragility Score – ein Parameter, der das individuelle Risiko für osteoporotische Frakturen besser abbilden soll – sowie ergänzend noch BIA-ähnliche Body Composition Daten liefern [1 – 4].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese Geräte kommen inzwischen in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz: in spezialisierten Facharztpraxen (z. B. Orthopädie, Endokrinologie, ­Gynäkologie), Kliniken, Gesundheitszentren sowie zunehmend auch in Apotheken oder im Rahmen mobiler Screening-Angebote. Aufgrund ihrer Mobilität und einfachen Handhabung eignen sie sich besonders gut für Prävention und Früherkennung, etwa bei Frauen nach der Menopause oder bei Patienten mit Risikofaktoren für Knochenschwund, aber auch Athleten z. B. zur Trainingssteuerung bei Überlastungsschäden trotz (scheinbar) guter Knochendichte/-gesundheit oder zum präventiven Erkennen eines ossären Defizites mit weiterem Abklärungsbedarf [5, 6]. Auch in der Forschung sowie für Verlaufskontrollen – beispielsweise bei medikamentöser Osteoporose Therapie – gewinnt REMS zunehmend an Bedeutung.</p>
<h2><b>Vorteile</b></h2>
<p>Im Vergleich zur klassischen DXA bietet REMS folgende Vorteile: Die Untersuchung ist strahlungsfrei, mobil und wiederholt einsetzbar, zeitsparend, ohne Bedenken auch zum Monitoring geeignet und liefert zusätzliche Informationen zur Knochenarchitektur und Frakturgefährdung. Damit stellt die REMS-Technologie eine vielversprechende Alternative bzw. Ergänzung zur etablierten Knochendichtemessung dar und erweitert die Möglichkeiten in der modernen Osteoporose-Diagnostik erheblich [1, 7, 8]. Studien belegen eine hohe diagnostische Übereinstimmung zwischen beiden Verfahren und zeigen, dass REMS eine zuverlässige Alternative zur DXA in der Osteoporose-Diagnostik darstellen kann [1]. Es fehlt jedoch noch die Etablierung im Sinne einer Gleichwertigkeit zum Goldstandard. Des Weiteren ist die Validität bei Patienten mit Endoprothesen, Skoliosen oder Adipositas per magna (BMI &gt; 40) eingeschränkt und die klinische Anwendung erfordert durchaus ein gewisses Training.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In UK ist die REMS-Technologie ein fester Bestandteil der Initiative „Screen my Bones“ <a href="https://www.screenmybones.com" target="_blank" rel="noopener">(www.screenmybones.com/)</a>. In Deutschland setzt sich v. a. Prof. Kurth, Frankfurt, wissenschaftlich mit der Methode auseinander [1, 8].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bisher ist die Technologie in Deutschland erst in wenigen Praxen verfügbar – z. B. im Orthopädiezentrum Theresie in München (Dr. C. Schneider) (Abb. 1), in Montabaur (Hr. M. Hötzel) bzw. auch als Screening-Tool an einigen Biogena-Standorten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22088" aria-describedby="caption-attachment-22088" style="width: 277px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-22088" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg" alt="" width="277" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg 277w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-944x1024.jpg 944w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-768x833.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1416x1536.jpg 1416w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-150x163.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-450x488.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1200x1302.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /><figcaption id="caption-attachment-22088" class="wp-caption-text">Abb. 1 REMS-Gerät bei Dr. Christian Schneider im Orthopädiezentrum Theresie, München</figcaption></figure>
<h2><b>Fälle aus der Praxis</b></h2>
<p><strong>45-jährige Profi-Tennisspielerin</strong> mit aktivierter Gonarthrose inkl. Knochenmarködem medialer Femurkondylus. Kein Trauma und bisher keine Abklärung ihrer Knochengesundheit, da sie noch nicht in der Menopause ist. Bisher erfolgte auch keine Supplementierung mit Vitamin D. Neben der Knietherapie erfolgte daher ergänzend orientierend ein Knochengesundheitsscreening mittels REMS. Hier zeigte sich eine Osteopenie (T – 1,3) femoral gemessen bei einem T-Score von – 0,6 im Bereich der LWS. Neben einer Trainingsanpassung erfolgt nun auch eine Vitamin-D-Sub­stitution nach Leitlinie. Verlaufskontrolle mittels REMS in einem Jahr geplant und bei Bedarf entsprechend eine erweiterte Diagnostik.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>22-jährige Profi-Eistänzerin</strong> mit diversen, rezidivierenden muskuloskelettalen Beschwerden; aktuell führend waren die LWS-Beschwerden bei einem Knochenmarködem / Stressfraktur im Wirbelbogen LWK 5 bds. inkl. Umgebungsreaktion. Ein Teil der Diagnostik umfasste auch die Ultraschall basierte Knochendichtemessung. Hier zeigte sich eine normwertige LWS jedoch ein T-Score von – 2,3 femoral mit einem erhöhten 5-Jahres-Hüftfrakturrisiko im Fracture Risk Assessment. Es erfolgte insgesamt die Empfehlung zum Core- und Stabi­litätstraining mit partiellem Orthesensupport lumbal, Kinesiotaping und Wärme- / Kältetherapie, Fortsetzen des exzentrischen Trainings (betr. der Kniebeschwerden) sowie eine selektive periradikuläre Injektion im Bereich der LWS, Kernspinresonanz-Therapie (MBST®) der Wirbelsäule sowie die Verabreichung von 100.000 I.E. Vitamin D3 i.m. (alle drei Monate). Verlaufskontrolle mittels REMS nach sechs Monaten geplant und bei Bedarf entsprechend eine erweiterte Diagnostik und Trainingsanpassung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>79-jährige Patientin</strong> mit Klopf- und Druckschmerz im Bereich der oberen LWS ohne Trauma oder anamnestisch bekannter Osteoporose. In der Bildgebung (Röntgen Becken und LWS sowie MRT LWS) zeigte sich der Z. n. symphy­sen­naher Schambeinastfraktur, eine insg. degenerativ, teils aktiviert veränderte Wirbelsäule sowie frische Deckplatteneinbrüche LWK 1+2. Die Osteodensitometrie mit REMS ergab einen T-Score von – 3.0 (LWS) und – 2,9 (Femur) mit einem deutlich erhöhten Frakturrisiko bei einer normwertigen Body Composition (Abb. 2). Es erfolgte die Verabreichung von Denosumab und Festsetzung einer festen Vitamin-D-Substitution. Die Patientin ist in regelmäßiger physiotherapeutischer Behandlung, im Alltag gut mobil und beschwerdefrei. Neuerliche Kontrolle in sechs Monate mittels REMS geplant und ggf. DXA im Verlauf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22087" aria-describedby="caption-attachment-22087" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22087" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg" alt="" width="755" height="830" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg 931w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-273x300.jpg 273w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-768x844.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1397x1536.jpg 1397w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-150x165.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-450x495.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1200x1319.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22087" class="wp-caption-text">Abb. 2 Darstellung von BMD und T- / Z-Score in der REMS-Messung (Schenkelhals und LWS) sowie Frakturrisiko-Bewertung (Bem.: Der Fragilitäts-Score ist ein Indikator für die Qualität der<br />Knochenstruktur, unabhängig von der Knochendichte (BMD)).</figcaption></figure>
<p>Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kurth A, Kocijan R. Ultraschallbasierte REMS-Technologie in der Diagnostik der Osteoporose und der Beurteilung des Frakturrisikos. Osteologie 2025; 34: 184–191. Doi 10.1055/a-2650-1677</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Messina C, Fusco S, Gazzotti S, et al. DXA beyond bone mineral density and the REMS technique: new insights for current radiologists practice. <em>Radiol Med</em>. 2024;129(8):1224-1240. doi:10.1007/s11547-024-01843-6</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Pisani P, Conversano F, Muratore M, et al. Fragility Score: a REMS-based indicator for the prediction of incident fragility fractures at 5 years. <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2023;35(4):763-773. doi:10.1007/s40520-023-02358-2</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Diez-Perez A, Brandi ML, Al-Daghri N, et al. Radiofrequency echographic multi-spectrometry for the in-vivo assessment of bone strength: state of the art-outcomes of an expert consensus meeting organized by the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO). <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2019;31(10):1375-1389. doi:10.1007/s40520-019-01294-4</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Bischoff E, Popova-Belova S, Bischoff F, Kirilov N. Physical Performance of Geriatric Women and Its Impact on Fracture Risk and Bone Mineral Density Assessed with Radiofrequency Echographic Multispectrometry (REMS). <em>Life (Basel)</em>. 2024;14(12):1579. Published 2024 Dec 1. doi:10.3390/life14121579</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Bobelyak M, Vaculik J, Stepan JJ. Bone mineral density assessment using radiofrequency echographic multispectrometry (REMS) in patients before and after total hip replacement. <em>Osteoporos Int</em>. Published online September 10, 2025. doi:10.1007/s00198-025-07685-w</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Borsoi L, Armeni P, Brandi ML. Cost-minimization analysis to support the HTA of Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS) in the diagnosis of osteoporosis. <em>Glob Reg Health Technol Assess</em>. 2023;10:1-11. Published 2023 Feb 6. doi:10.33393/grhta.2023.2492</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Kurth A, Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fragilitätsfrakturen: Die Rolle von REMS in Tertiären Präventionsprogrammen (z.B. FLS). Osteologie 2025; 34(02): 137-138. doi:  10.1055/s-0045-1804956</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Nagel im Sport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22033/der-nagel-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Susanne Greve]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2026 08:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Nagelverletzungen und eingewachsene Nägel (Unguis incarnatus) sind im Leistungs- und Profisport häufige Ursachen für Entzündungen, Schmerzen und daraus resultierende Trainingsausfälle. Obwohl operative Verfahren etabliert sind, empfiehlt die aktuelle AWMF-Leitlinie (2025) [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Nagelverletzungen und eingewachsene Nägel (Unguis incarnatus) sind im Leistungs- und Profisport häufige Ursachen für Entzündungen, Schmerzen und daraus resultierende Trainingsausfälle. Obwohl operative Verfahren etabliert sind, empfiehlt die aktuelle AWMF-Leitlinie (2025) insbesondere in frühen Stadien primär konservative Therapieoptionen [1]. Vorgestellt wird der Fall eines Profisportlers mit traumatischer Nagelverletzung der Großzehe und sekundärer bakterieller Entzündung, bei dem trotz ausgeprägter klinischer Symptomatik zunächst ein leitliniengerechtes konservatives Therapieregime durchgeführt wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Bereits innerhalb weniger Tage zeigte sich eine deutliche Rückbildung der Entzündungszeichen mit rascher Wiederaufnahme der sportlichen Belastung, sodass ein operativer Eingriff vermieden werden konnte. Der Fall unterstreicht die Bedeutung eines frühzeitig eingeleiteten konservativen Vorgehens im Sinne des Prinzips „konservativ vor operativ“, insbesondere im Leistungssport.</p>
<h2><b>Einleitung</b></h2>
<p>Nagelverletzungen zählen im Sport zu den häufig unterschätzten Verletzungen, sie können jedoch erhebliche funktionelle Einschränkungen verursachen. Mechanische Traumata, repetitive Druckbelastungen durch Sportschuhe sowie fehlerhafte Nagelpflege führen häufig zur Entwicklung eines Unguis incarnatus oder einer periungualen Entzündung. Mit der im Juli 2025 veröffentlichten AWMF-Leitlinie zum Unguis incarnatus liegt eine aktuelle, systematisch erarbeitete Handlungsempfehlung vor, die die Bedeutung eines stufenweisen, primär konservativen Vorgehens klar hervorhebt und operative Maßnahmen gezielt auf fortgeschrittene bzw. therapieresistente Verläufe begrenzt. In einem vorangegangen Artikel wurde bereits auf die Wichtigkeit der konservativen Therapie und Prävention als erfolgreiches Therapiemanagement im klinischen Alltag hingewiesen [2]. Die aktuelle Leitlinie bestätigt damit nicht nur die klinische Relevanz dieses Ansatzes, sondern liefert zugleich einen aktuellen evidenzbasierten Rahmen, um das bewährte Vorgehen insbesondere im sportmedizinischen Kontext strukturiert und nachvollziehbar umzusetzen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dieser Artikel beschreibt die Thematik anhand eines aktuellen Falls aus dem klinischen Alltag in der Betreuung von Leistungssportlern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Pathophysiologie des Unguis incarnatus</b></h2>
<p>Die wichtigsten pathogenetischen Faktoren sind:</p>
<ul>
<li>traumatische Nagelschädigung</li>
<li>Druckbelastung durch enges Schuhwerk</li>
<li>falsches Nagelschneiden</li>
<li>Hyperhidrose</li>
<li>genetische Disposition</li>
<li>sekundäre bakterielle Infektion</li>
</ul>
<h2><b>Fallbericht</b></h2>
<p>Ein Profisportler stellte sich mit traumatischer Großzehennagelverletzung vor. Klinisch bestanden periunguale Rötung und Schwellung, ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit sowie Pusbildung. Aufgrund fehlender zwingender Operationsindikation wurde eine konservative Therapie begonnen.</p>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>Die folgende Behandlung wurde unter täglichen Verlaufskontrollen durchgeführt:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ul>
<li>Drainage lokaler Pusansammlungen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Tamponade zur Anhebung des Nagelrandes<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>lokale und systemische antibiotische Therapie</li>
<li>mehrfach tägliche antiseptische Fußbäder</li>
<li>ab dem 3. Tag lokale Steroidtherapie</li>
<li>Druckentlastung und Anpassung des Schuhwerks</li>
</ul>
<p>Eine systemische Antibiotikatherapie wurde aufgrund der ausgeprägten Infektion eingesetzt. Zusätzlich erhielt der Sportler täglich lokal Ozontherapie sowie Elektroporation (siehe Abb. 1 – 5)</p>

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<h2><b>Verlauf und Ergebnis</b></h2>
<p>Unter konservativer Therapie kam es innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Rückbildung der Entzündung. Ein operativer Eingriff war nicht mehr erforderlich (Abb. 5). Der Fall zeigt, dass eine konservative Therapie selbst bei eitrigen Nagelverletzungen im Profisport ausreichend sein kann. So kann dieses Vorgehen, neben der raschen Heilung, eine deutliche Verkürzung der sportbedingten Ausfallzeiten bedeuten. Operative Maßnahmen, wie partielle Nagelablation oder Matrixdestruktion, sollten daher nur vor dem Hintergrund der richtigen klinischen Diagnose des therapieresistenten oder häufig rezidivierenden Unguis Incarnatus erfolgen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>▶ Meiner Erfahrung nach stellt die Phenolisation, wenn nötig, eine bewährte Methode zur Matrixdestruktion dar.</p>
<figure id="attachment_22041" aria-describedby="caption-attachment-22041" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-22041 size-medium" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Greve5_saez0126-300x269.jpg" alt="" width="300" height="269" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Greve5_saez0126-300x269.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Greve5_saez0126-150x135.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Greve5_saez0126-450x404.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Greve5_saez0126.jpg 732w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-22041" class="wp-caption-text">Abb. 5 An Tag 4 nach<br />erneuter voller Belastung</figcaption></figure>
<h2><b>Praxisrelevante Schlussfolgerungen</b></h2>
<ul>
<li>Nagelverletzungen im Sport sind funktionell relevante Verletzungen</li>
<li>Frühzeitige konservative Therapie führt häufig zur raschen Heilung</li>
<li>Das Prinzip „konservativ vor operativ“ sollte immer konsequent umgesetzt werden</li>
</ul>
<p>▶ In diesem Fall konnte nach sechs Tagen Behandlung eine 90-minütige Vollbelastung ohne Rezidiv erzielt werden.</p>
<h2><b>Prävention vor Therapie</b></h2>
<p>Es zeigt sich wieder, dass auch bei diesem Thema der Prävention eine zentrale Bedeutung zukommt: Die regelmäßige professionelle Nagelpflege sowie eine fachgerechte Nagelbearbeitung tragen wesentlich dazu bei, Verletzungen und das Einwachsen von Nägeln zu vermeiden und damit entzündliche Komplikationen sowie sportbedingte Ausfallzeiten effektiv zu reduzieren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] AWMF-Leitlinie: Unguis incarnatus – Diagnostik und Therapie, Juli 2025</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Hautprobleme am Spielerfuß. Greve, sportärztezeitung 02/16, S.44-47</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22086/radiofrequency-echographic-multi-spectrometry-rems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christian Schneider&nbsp;,&nbsp;PD Dr. med. Anna Schreiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 08:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22086</guid>

					<description><![CDATA[REMS (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) technology is an innovative, ultrasound-based method for assessing bone mineral density and bone structure that can be used to screen bone health and support the [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>REMS (Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry) technology is an innovative, ultrasound-based method for assessing bone mineral density and bone structure that can be used to screen bone health and support the diagnosis and monitoring of osteopenia and osteoporosis [1]. Unlike conventional DXA measurement (dual energy X-ray absorptiometry), which has been considered the gold standard in osteoporosis diagnostics to date, REMS is based on the analysis of unfiltered ultrasound data, which is evaluated using special algorithms for spectral analysis, allowing not only bone mineral density (BMD) but also the structural quality of the bone to<br />
be assessed [1, 2].</b></p>
<p>For each scan line, spectra are generated from these spectral signatures, which are then compared with reference data from healthy and osteoporotic bones [1]. The BMD values calculated from this (in g/cm2) are then converted into T and Z scores using linear transformations [1]. In comparison, conventional ultrasound methods are usually based solely on pure image information (B-mode) [1].<span class="Apple-converted-space">  </span>Devices based on this technology, such as the models developed by Echolight, enable precise, fast, and reproducible measurements directly on the lumbar spine (L1 – L4) and femoral neck – analogous to the DXA regions. A small ultrasound probe is placed on the skin, and the measurement takes about 10 minutes and is painless and radiation-free. In addition to the classic T- and Z-scores and BMD values, the system can also provide information on microstructural bone quality / integrity via the so-called fragility score – a para­meter that is intended to better reflect the individual risk of osteoporotic fractures – as well as supplementary BIA-like body composition data [1 – 4].</p>
<p>These devices are now used in a variety of settings: in specialized medical practices (e.g., orthopedics, endocrinology, gynecology), clinics, health centers, and increasingly in pharmacies or as part of mobile screening services. Due to their mobility and ease of use, they are particularly well suited for prevention and early detection, for example in postmenopausal women or patients with risk factors for bone loss, but also in athletes, e.g. for training control in cases of overload damage despite (apparently) good bone density / health, or for the preventive detection of an osseous deficit requiring further clarification [5, 6]. REMS is also becoming increasingly important in research and for follow-up checks, for example in drug-based osteoporosis therapy.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Advantages</b></h2>
<p>Compared to classic DXA, REMS offers the following advantages: The examination is radiation-free, mobile, and reu­sable, saves time, is also suitable for monitoring without any concerns, and provides additional information on bone architecture and fracture risk. REMS technology thus represents a promising alternative or supplement to established bone density measurement and significantly expands the possibilities in modern osteoporosis diagnostics [1, 7, 8].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Studies confirm a high degree of diagnostic agreement between the two methods and show that REMS can be a reliable alternative to DXA in osteoporosis diagnostics [1]. However, it has not yet been established as equivalent to the gold standard. Furthermore, its validity is limited in patients with endoprostheses, scoliosis, or severe obesity (BMI &gt; 40), and its clinical application requires a certain amount of training.</p>
<p>In the UK, REMS technology is an integral part of the “Screen my Bones” initiative (<a href="https://www.screenmybones.com" target="_blank" rel="noopener">www.screenmybones.com/</a>). In Germany, Prof. Kurth, Frankfurt, is one of the leading scientific experts on the method [1, 8].</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-22088" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg" alt="" width="277" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-277x300.jpg 277w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-944x1024.jpg 944w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-768x833.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1416x1536.jpg 1416w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-150x163.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-450x488.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126-1200x1302.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></p>
<p>Fig. 1 REMS device at Christian Schneider&#8217;s Orthopedic Center Theresie, Munich</p>
<h2><b>Cases from practice</b></h2>
<p>45-year-old professional tennis player with activated OA of the knee including bone marrow edema of the medial femoral condyle. No trauma and no assessment of her bone health to date, as she has not yet reached menopause. No vitamin D supplementation has been given to date. In addition to knee therapy, a bone health screening using REMS was therefore carried out as a supplementary measure. This revealed osteopenia (T –1.3) measured in the femur with a T-score of –0.6 in the lumbar spine. In addition to adjusting her training regimen, vitamin D supplementation is now being administered in accordance with guidelines. Follow-up using REMS is planned in one year, with further diag­nostics as needed.</p>
<p>22-year-old professional ice dancer with various recurrent musculoskeletal complaints; currently leading were lumbar spine complaints with bone marrow edema / stress fracture in the vertebral arch LWK 5 both sides incl. surrounding reaction. Part of the diagnostics also included ultrasound-based bone density measurement. This showed a normal lumbar spine but a T-score of –2.3 femoral with an increased 5-year hip fracture risk in the fracture risk assessment. The overall recommendation was core and stability training with partial lumbar orthotic support, kinesiotaping and heat / cold therapy, continuation of eccentric training (regarding knee complaints), as well as selective periradicular injection in the lumbar spine area, magnetic resonance therapy (MBST®) of the spine, and administration of 100.000 I.U. vitamin D3 intramuscularly (every three months). Follow-up using REMS planned after six months and, if necessary, extended diagnostics and training adjustments.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>79-year-old female patient with tapping and pressure pain in the upper lumbar spine area without trauma or a history of osteoporosis. Imaging (pelvic and lumbar spine X-ray and lumbar spine MRI) revealed a symphysis-related pubic bone fracture, a degenerative, partially activated spine, and fresh upper plate fractures in L1+2. Osteodensitometry with REMS yielded a T-score of –3.0 (lumbar spine) and –2.9 (femur) with a significantly increased risk of fracture and normal body composition (Fig. 2). Denosumab was administered and a fixed vitamin D substitution was prescribed. The patient is undergoing regular physiotherapy, is mobile in everyday life, and has no complaints. A follow-up examination using REMS is planned in six months and, if necessary, DXA during the course of treatment.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22087-2" aria-describedby="caption-attachment-22087-2" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22087" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg" alt="" width="755" height="830" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-931x1024.jpg 931w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-273x300.jpg 273w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-768x844.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1397x1536.jpg 1397w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-150x165.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-450x495.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126-1200x1319.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Schneider2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22087-2" class="wp-caption-text">Fig. 2 Representation of BMD and T-score/Z-score in REMS measurement (femoral neck and lumbar spine) and fracture risk assessment (note: the fragility score is an indicator of bone structure quality, independent of bone mineral density (BMD)).</figcaption></figure>
<p>Literature</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Kurth A, Kocijan R. Ultraschallbasierte REMS-Technologie in der Diagnostik der Osteoporose und der Beurteilung des Frakturrisikos. Osteologie 2025; 34: 184–191. Doi 10.1055/a-2650-1677</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Messina C, Fusco S, Gazzotti S, et al. DXA beyond bone mineral density and the REMS technique: new insights for current radiologists practice. <em>Radiol Med</em>. 2024;129(8):1224-1240. doi:10.1007/s11547-024-01843-6</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Pisani P, Conversano F, Muratore M, et al. Fragility Score: a REMS-based indicator for the prediction of incident fragility fractures at 5 years. <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2023;35(4):763-773. doi:10.1007/s40520-023-02358-2</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Diez-Perez A, Brandi ML, Al-Daghri N, et al. Radiofrequency echographic multi-spectrometry for the in-vivo assessment of bone strength: state of the art-outcomes of an expert consensus meeting organized by the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases (ESCEO). <em>Aging Clin Exp Res</em>. 2019;31(10):1375-1389. doi:10.1007/s40520-019-01294-4</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Bischoff E, Popova-Belova S, Bischoff F, Kirilov N. Physical Performance of Geriatric Women and Its Impact on Fracture Risk and Bone Mineral Density Assessed with Radiofrequency Echographic Multispectrometry (REMS). <em>Life (Basel)</em>. 2024;14(12):1579. Published 2024 Dec 1. doi:10.3390/life14121579</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Bobelyak M, Vaculik J, Stepan JJ. Bone mineral density assessment using radiofrequency echographic multispectrometry (REMS) in patients before and after total hip replacement. <em>Osteoporos Int</em>. Published online September 10, 2025. doi:10.1007/s00198-025-07685-w</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Borsoi L, Armeni P, Brandi ML. Cost-minimization analysis to support the HTA of Radiofrequency Echographic Multi Spectrometry (REMS) in the diagnosis of osteoporosis. <em>Glob Reg Health Technol Assess</em>. 2023;10:1-11. Published 2023 Feb 6. doi:10.33393/grhta.2023.2492</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Kurth A, Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fragilitätsfrakturen: Die Rolle von REMS in Tertiären Präventionsprogrammen (z.B. FLS). Osteologie 2025; 34(02): 137-138. doi:  10.1055/s-0045-1804956</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>PRP-Therapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22029/prp-therapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannah Jendreyko,&nbsp;Dr. med. Nikolaus Zumbansen&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. med. Andreas Lenich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 08:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Laterale Epikondylopathie des Ellenbogens ist eine der häufigsten Sehnenüberlastungserkrankungen und verursacht erhebliche Funktionseinschränkungen bei Sportlern und Berufsgruppen mit wiederholter Greif-/Druckbelastung. Klinische Manifestationen sind lokalisierte laterale Ellenbogenschmerzen bei Belastung, reproduzierbar [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Laterale Epikondylopathie des Ellenbogens ist eine der häufigsten Sehnenüberlastungserkrankungen und verursacht erhebliche Funktionseinschränkungen bei Sportlern und Berufsgruppen mit wiederholter Greif-/Druckbelastung. Klinische Manifestationen sind lokalisierte laterale Ellenbogenschmerzen bei Belastung, reproduzierbar<br />
bei Resistenztests (z. B. Maudsley-Test) [1, 2].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Konservative Therapieoptionen umfassen Activity-modification, Physiotherapie (exzentrisches Training), Orthesen, NSAR, Kortikosteroidinjektionen, Stoßwellentherapie sowie zunehmend biologische Verfahren wie PRP [3, 4]. Trotz weitverbreiteter Anwendung bleibt die optimale Therapie für viele Patienten kontrovers; die Evidenz zu PRP-Therapien ist heterogen und erfordert eine kritische Synthese. Ergänzende Verfahren wie ultraschall-gestützte Injektionen zur Verbesserung der Zielgenauigkeit und lokale Kryotherapie zur symptomatischen Unterstützung erweisen sich als sinnvoll und werden zunehmend eingesetzt. Aktuelle histopathologische Untersuchungen zeigen, dass es sich bei der chronischen lateralen Epikondylopathie überwiegend um eine degenerative Tendinose mit kollagener Desorganisation, Zellen mit myofibroblastären Veränderungen, erhöhtem proteolytischem Metabolismus und Neovaskularisation handelt und nicht um eine klassische akute Entzündung [5 – 7]. Dieses Verständnis erklärt, weshalb rein antiinflammatorische Maßnahmen wie Kortikosteroide zwar kurzfristig Schmerzen und Entzündungssymptome lindern, langfristig jedoch keine strukturelle Heilung bewirken und mit Rezidiven assoziiert sein können. Biolo­gische Therapien wie PRP enthalten Wachstumsfaktoren (PDGF, TGF-β, VEGF u. a.), die Zellproliferation, Angiogenese und Kollagensynthese modulieren können. Daher resultiert die rationale Anwendung bei degenerativen Sehnenveränderungen [8, 9]. Diese biologischen Effekte hängen jedoch stark von der Plättchenkonzentration, der Vorbereitung, der Aktivierung und dem Volumen des eingesetzten Präparats sowie der Art der Anwendung ab.</p>
<h2><b>PRP ist nicht gleich PRP</b></h2>
<p>In der klinischen Praxis werden verschiedene autologe Blutderivate häufig unter dem Sammelbegriff „PRP“ zusammengefasst. Tatsächlich unterscheiden sich diese Präparate jedoch deutlich hinsichtlich Thrombozytenkonzentration, Leukozytenanteil und biologischer Wirkung. Für die Therapie der Epikondylitis sind insbesondere drei Aspekte relevant:</p>
<ul>
<li>Höhe und Reproduzierbarkeit der Thrombozytenkonzentration</li>
<li>Anteil der Leukozyten</li>
<li>Art der Applikation<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Studien zeigen, dass für einen therapeutischen Effekt eine Thrombozytenkonzentration von etwa dem drei- bis fünffachen des Ausgangswertes erforderlich ist [10]. Darüber hinaus erlauben moderne Aufbereitungssysteme heute eine differenzierte Gewinnung definierter Plasmafraktionen und somit eine indikationsangepasste Therapie.</p>
<h2><b>Autologes Plättchenkonzentrat</b><b> (APC) versus klassisches PRP (single-spin)</b></h2>
<p>Durch eine zweite Zentrifugation kann das PRP aufkonzentriert werden – je nach Therapieziel in einer Leukozyten-armen oder in der Leukozyten-reichen Variante. Dies ist beispielsweise automatisiert mit dem IMPACT®-System (Plasmaconcept AG) möglich. Die Thrombozyten sind dann in einer geringen Menge Plasma gelöst. Das autologe Plättchenkonzentrat (APC) stellt somit eine PRP-Variante dar und zeichnet sich im Vergleich durch ein geringeres Volumen (ca.1 ml) aus. Das Konzentrat kann somit gezielt in das defekte Sehnengewebe injiziert werden.</p>
<h2><b>Leukozytenarmes versus leukozytenreiches APC</b></h2>
<p>Ein klinisch entscheidender Unterschied besteht zudem im Leukozytengehalt des PRP/APC.</p>
<p><b>Leukozytenarmes PRP (LP-PRP / APC):</b></p>
<ul>
<li>geringe postinterventionelle Schmerzreaktion</li>
<li>geringe inflammatorische Aktivierung</li>
<li>primär regenerativer Effekt</li>
</ul>
<p><b>Leukozytenreiches PRP (LR-PRP / APC):</b></p>
<ul>
<li>bewusst stärkere initiale Entzündungsreaktion</li>
<li>häufig intensivere postinjektionsbedingte Schmerzen</li>
<li>Reaktivierung biologisch inaktiver Sehnenareale</li>
</ul>
<p>Die beiden Präparate unterscheiden sich deutlich in ihrem kurzfristigen Nebenwirkungsprofil und sollten daher differenziert eingesetzt werden.</p>
<h2><b>Ultraschall-gestützte Injektionstechnik und Kryotherapie</b></h2>
<p>Studien zeigen, dass bildgestützte Injektionen (Ultraschall) die Treffsicherheit gegenüber palpationsgesteuerten Injektionen erhöhen [11]. Bei degenerativen Tendinopathien ist eine präzise Platzierung in die hypoechogene, degenerative Zone wichtig, um die lokale biologische Wirkung zu maximieren und unnötige Schädigung gesunder Strukturen zu vermeiden. Ultraschall erlaubt außerdem die Dokumentation der pathologischen Befunde. Neuro­reflektorische lokale Kryotherapie zielt durch Kälteeinwirkung auf die Reduktion von Schmerz, Ödem und neuromuskulärer Übererregbarkeit ab. In der Rehabilitation kann Kälte helfen, Schmerzspitzen post-invasiv oder post-belastend zu dämpfen und dadurch die Adhärenz an Rehaübungen zu erhöhen [12, 13]. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Aktuelle Studie</b></h2>
<p>Aktuell führen wir eine klinische, randomisierte Studie durch, in der die Wirksamkeit der PRP- / APC-Therapie bei Epikondylopathie mit einer standardisierten physiotherapeutischen Behandlung verglichen wird. Das Ziel besteht darin, die therapeutischen Effekte dieser Behandlungsansätze systematisch zu evaluieren und deren Einfluss auf Schmerz und Funktion zu beurteilen. Die Idee ist, intra- und peritendinös ein Präparat mit geringem Volumen, nämlich das Plättchenkonzentrat (APC) zu verwenden. Bei chronischen (&gt; 6 Monate) und therapieresistenten Verläufen empfehlen wir au­ßerdem die initiale Behandlung mit leukozytenreichem APC, um durch die gezielte Entzündungsreaktion die Heilungskaskade erneut zu initiieren. Patienten sollten vorab über eine mögliche initiale Schmerzverstärkung aufgeklärt werden. Wir achten auf ein streng standardisiertes Behandlungskonzept. Die Intervention erfolgt nach einem festen Infiltrationsschema:</p>
<ul>
<li>Ausrüstung Sonographie: Hochfrequente Linearsonde (10 – 18 MHz). Sterile Abdeckung. Mit dem Ultraschall wird die Defektzone der Sehne dargestellt und markiert</li>
<li>Patientenlagerung: Sitzend oder halbliegend, Ellenbogen leicht gebeugt (ca. 70 – 90°), Unterarm in Neutral- oder leichter Supinationsstellung</li>
<li>Sonographische Untersuchung: Längs- und Queransichten der lateralen Epicondylus-Region; Identifikation der degenerativen Zone (hypoechogene Areale) und ggf. Neovaskularisation (Doppler)</li>
<li>Kryotherapie: Neuroreflektorische Kryotherapie wirkt in erster Linie schmerzlindernd und verbessert dadurch die Compliance der Patienten</li>
<li>Injektionstechnik: Injektionsrichtung von distal nach proximal. Ziel: intratendinöse Platzierung in die degenerative Zone oder peritendinöse Applikation abhängig von Befund und Präparat. Nadeln 22 – 25 G sind praktikabel. Langsame Injektion</li>
<li>Volumen und Anzahl: APC mit 1 ml Volumen. 3 x im Wochenabstand</li>
<li>Begleitmaßnahmen: Kein Einsatz von Lokalanästhetika intra-tendinös (können Zellen und Wachstumsfaktoren beeinflussen); postinjektorisch 24 – 48 h Schonung, gefolgt von strukturiertem exzentrischen Reha-Programm. Dokumentation mit Bildprotokoll<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Die Auswertung erfolgt anhand klinischer Kontrollen, Sonographie, NRS, DASH und PRTEE-Score. Die Tendenz zeigt, dass sich sowohl mittelfristig als auch längerfristig eine Besserung in Bezug auf Schmerz und Funktionalität unter PRP-/APC-Therapie zeigt. Dies deckt sich mit der aktuellen Studienlage.</p>
<h2><b>Fazit für die sportmedizinische Praxis</b></h2>
<p>Bei Epikondylitis stellen autologe Blutderivate eine effektive Ergänzung der konservativen Therapie dar – vorausgesetzt, sie werden standardisiert, differenziert und bildgebend gesteuert eingesetzt. Leukozytenarmes APC bzw. PRP eignet sich besonders für die gezielte intratendinöse Regeneration. Leukozytenreiches APC bzw. PRP bleibt chronischen, biologisch inaktiven Verläufen vorbehalten. Die Kombination aus sonographischer Defektdarstellung, serieller Injektion (3 – 5 Anwendungen), gezielter kryotherapeutischer Vorbehandlung und strukturierter Nachbehandlung ist entscheidend für reproduzierbare klinische Ergebnisse.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Allander E. Prevalence, incidence, and remission rates of some common rheumatic diseases or syndromes. Scand J Rheumatol. 1974;3(3):145-53. doi: 10.3109/03009747409097141. PMID: 4428194.</li>
<li>Walker-Bone K, Palmer KT, Reading I, Coggon D, Cooper C. Prevalence and impact of musculoskeletal disorders of the upper limb in the general population. Arthritis Rheum. 2004 Aug 15;51(4):642-51. doi: 10.1002/art.20535. PMID: 15334439.</li>
<li>S2k- Leitlinie Epicodylopathia radialis humeri, Leitlienie der deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, AWMF Registernummer: 033-019</li>
<li>Johnson GW, Cadwallader K, Scheffel SB, Epperly TD. Treatment of lateral epicondylitis. Am Fam Physician. 2007 Sep 15;76(6):843-8. PMID: 17910298.</li>
<li>Hügele T at al. Zell –und Molekularbiologische Abläufe bei der Heilung von Sehnenverletzungen Schweizer Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie 2012</li>
<li>Doran A, Gresham GA, Rushton N, Watson C. Tennis elbow. A clinicopathologic study of 22 cases followed for 2 years. Acta Orthop Scand. 1990 Dec;61(6):535-8. doi: 10.3109/17453679008993577. PMID: 2149254.</li>
<li>Nirschl RP, Ashman ES. Elbow tendinopathy: tennis elbow. Clin Sports Med. 2003 Oct;22(4):813-36. doi: 10.1016/s0278-5919(03)00051-6. PMID: 14560549.</li>
<li>Dohan Ehrenfest DM, Rasmusson L, Albrektsson T. Classification of platelet concentrates: from pure platelet-rich plasma (P-PRP) to leucocyte- and platelet-rich fibrin (L-PRF). Trends Biotechnol. 2009 Mar;27(3):158-67. doi: 10.1016/j.tibtech.2008.11.009. Epub 2009 Jan 31. PMID: 19187989.</li>
<li>Peerbooms JC, Sluimer J, Bruijn DJ, Gosens T. Positive effect of an autologous platelet concentrate in lateral epicondylitis in a double-blind randomized controlled trial: platelet-rich plasma versus corticosteroid injection with a 1-year follow-up. <em>Am J Sports Med.</em>2010;38(2):255–262.</li>
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<li>Masiello F, Pati I, Veropalumbo E, Pupella S, Cruciani M, De Angelis V. Ultrasound-guided injection of platelet-rich plasma for tendinopathies: a systematic review and meta-analysis. Blood Transfus. 2023 Mar;21(2):119-136. doi: 10.2450/2022.0087-22. Epub 2022 Oct 17. PMID: 36346880; PMCID: PMC10072988</li>
<li>Richer N, et al. Management of Chronic Lateral Epicondylitis With Manual Therapy and Cryostimulation: A Pilot Study. <em>[Journal]</em></li>
<li>Kawa M, et al. Local cryotherapy in tennis elbow (lateral epicondylitis). <em>Baltic Journal of Sport &amp; Health Sciences.</em></li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hafer &#038; Ballaststoffe</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22045/hafer-ballaststoffe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 08:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22045</guid>

					<description><![CDATA[Cholesterinsenkende Wirkung von Hafer und metabolisches Syndrom In zwei parallel durchgeführten randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 68 Teilnehmern mit metabolischem Syndrom zeigte eine kurzfristige, hochdosierte Haferdiät (3 Mahlzeiten á 100 g [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><b>Cholesterinsenkende Wirkung von Hafer und metabolisches Syndrom</b></h2>
<p>In zwei parallel durchgeführten randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 68 Teilnehmern mit metabolischem Syndrom zeigte eine kurzfristige, hochdosierte Haferdiät (3 Mahlzeiten á 100 g Hafer über 2 Tage) eine deutliche Erhöhung der plasmaferulasäure (FA) und Dihydroferulasäure (DHFA) Spiegel sowie eine signifikante Senkung von LDL- und Gesamtcholesterin (LDL-C um ca. 16 mg/dL, TC um ca. 15.6 mg/dL). Eine moderate sechs-wöchige Haferdiät (1 Mahlzeit á 80 g Hafer täglich) führte ebenfalls zu erhöhten Phänotypen phenolischer Metabolite, jedoch mit milderen Effekten auf Lipidwerte. Die Daten integrierten klinische Marker, globale Plasma- und Stuhlmetabolom-Profile sowie Mikrobiomdaten. Die Analysen ergaben, dass mikrobiell abgeleitete phenolische Verbindungen wesentliche Treiber des cholesterinsenkenden Effekts der Haferdiäten sind, ergänzt durch Veränderungen in der Darmmikrobiota, vor allem dem Anstieg bestimmter Bakteriengattungen wie Erysipelotrichaceae UCG-003, die mit Cholesterinsenkungen korrelierten. In vitro Experimente mit Zellen bestätigten, dass DHFA die Cholesterinaufnahme und Estersynthese verringert. Zusätzlich verändert Hafer Aminosäure- und Lipidmetabolite im Darm und Plasma. Diese Ergebnisse erweitern das Verständnis über die gesundheitlichen Wirkmechanismen von Hafer, die über die bekannte Beta-Glucan vermittelten Effekte hinausgehen und mikrobielle Phenolmetabolite einbeziehen. Die Studie unterstreicht das Potenzial von hochdosierten Haferdiäten als nachhaltige und kostengünstige Therapieoption zur Verbesserung der Lipidprofile und Behandlung von metabolischen Störungen im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas.</p>
<p><i>Klümpen L, Mantri A, Philipps M, Seel W, Schlautmann L, Yaghmour MH, Wiemann V, Stoffel-Wagner B, Coenen M, Weinhold L, Hasenauer J, Fließwasser T, Burgdorf S, Thiele C, Stehle P, Simon MC. Chol</i><i>esterol-lowering effects of oats induced by microbially produced phenolic metabolites in metabolic syndrome: a rando</i><i>mized controlled trial. Nat Commun. 2026 Jan 14;17(1):598. doi: 10.1038/s41467-026-68303-9. PMID: 41535271; PMCID: PMC12808737.</i></p>
<h2><b>Ballaststoffe reduzieren Risiko für Herz-Kreislauf-­Erkrankungen, Pankreaskrebs und Divertikulose</b></h2>
<p>Die umfassende Umbrella-Review umfasst 33 Metaanalysen mit 38 Gesundheitsoutcomes von insgesamt 17.155.277 Personen. In 76 % der Studien zeigte eine höhere Ballaststoffzufuhr signifikant invers assoziierte Effekte auf Krankheitsrisiken (p &lt; 0,05). Besonders überzeugende Evidenz (Klasse I) besteht für die Senkung der kardiovaskulären Mortalität, das Risiko für Pankreaskrebs sowie Divertikulose. Weiterhin gibt es starke Hinweise (Klasse II) für eine reduzierte Gesamtmortalität, koronare Herzkrankheit und Ovarialkarzinom. Insgesamt zeigten 16 Outcomes eine eher vorschlägliche (Klasse III) und 6 eine schwache Evidenz (Klasse IV). Methodisch waren sechs Metaanalysen von hoher Qualität, während andere kleinere methodische Schwächen aufwiesen. Trotz eindeutiger gesundheitlicher Vorteile liegt die durchschnittliche Ballaststoffzufuhr weltweit unter den empfohlenen Mengen. Es wird empfohlen, öffentliche Gesundheitsstrategien zur Förderung ballaststoffreicher Ernährung zu intensivieren und in zukünftigen Studien Fettarten differenzierter zu erforschen.</p>
<p><i>Veronese N, Gianfredi V, Solmi M, Barbagallo M, Dominguez LJ, Mandalà C, Di Palermo C, Carruba L, Solimando L, Stubbs B, Castagna A, Maggi S, Zanetti M, Al-Daghri N, Sabico S, Nucci D, Gosling C, Fontana L. The impact of dietary fiber consumption on human health: An umbrella review of evidence from 17,<br />
155,277 individuals. Clin Nutr. 2025 </i><i>Aug;51:325 – 333. doi: 10.1016/j.clnu.2025</i><i>.<br />
</i><i>06.021.Epub 2025 Jul 7. PMID: 40651334.</i></p>
<p><b>ANMERKUNG DER REDAKTION</b></p>
<p>Die Studien bestätigen die Entwicklung und Verbreitung des medizinischen Konzepts der Targeted Nutrition. <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/20044/phytoshake-entstehung-und-perspektiven/" target="_blank" rel="noopener">Lesen Sie mehr zur modernen phytogenen Ernährung und zur Entstehung sowie Perspektiven des </a><br />
Phytoshakes.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Concussion</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21966/concussion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Harald Leemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=21966</guid>

					<description><![CDATA[Warum Return-to-Sport mehr braucht als Symptomfreiheit. Die Sport-Related Concussion (sportbedingte Gehirnerschütterung) zählt weiterhin zu den am häufigsten unterschätzten Verletzungen im Leistungs- und Nachwuchssport. Trotz zunehmender Evidenz erfolgt die Entscheidung zum [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Warum Return-to-Sport mehr braucht als Symptomfreiheit. Die Sport-Related Concussion (sportbedingte Gehirnerschütterung) zählt weiterhin zu den am häufigsten unterschätzten Verletzungen im Leistungs- und Nachwuchssport. Trotz zunehmender Evidenz erfolgt die Entscheidung zum Return-to-Sport (RTS) in der klinischen Praxis häufig primär symptomorientiert: Sind die Beschwerden abgeklungen und wurde ein stufenweises Belastungsprotokoll symptomfrei absolviert, wird die sportliche Freigabe erteilt. Diese Vorgehensweise greift zu kurz.</b></p>
<p>Symptomfreiheit ist nicht gleichzusetzen mit biologischer / metabolischer Erholung des Gehirns [1]. Zwischen subjektiver Beschwerdefreiheit und tatsächlicher neurophysiologischer Wiederherstellung besteht häufig eine relevante zeitliche Diskrepanz. In dieser Phase bleibt das Gehirn funktionell vulnerabel, insbesondere bei steigender Trainingsintensität, zunehmenden Kontaktanteilen und komplexen kognitiven Anforderungen. Symptomorientierte RTS-Entscheidungen erfassen diese Vulnerabilität nicht ausreichend und bergen das Risiko einer verfrühten Rückkehr in ein noch nicht voll belastbares System.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Pathophysiologische Grundlagen</b></h2>
<p>Die Concussion führt zu einer ausgeprägten neurometabolischen Dysregulation. Mechanische Kräfte stören neuronale Membranen, Ionenkanäle und das Gleichgewicht exzitatorischer Neurotransmitter. Der zelluläre Energiebedarf steigt, während die Energieverfügbarkeit durch gestörte zerebrale Autoregulation und neurovaskuläre Dysfunktion reduziert ist [2]. Gleichzeitig ist die Energieproduktion eingeschränkt: Initial wird die anaerobe Glykolyse gesteigert, während der mitochondriale oxidative Metabolismus vorübergehend dysfunktional ist, wodurch die ATP-Produktion limitiert wird [2]. Es resultiert eine zerebrale Energiekrise, die unter Belastung klinisch relevant wird. Bereits submaximale Belastungen können so zu einer relativen energetischen Überforderung führen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Veränderungen der zerebrovaskulären Reaktivität können über Tage bis Wochen persistieren [3, 4]. Zusätzlich ist nach Concussion eine Dysregulation des autonomen Nervensystems beschrieben. Systematische Übersichtsarbeiten und klinische Studien zeigen, dass Betroffene unter Belastung häufig eine inadäquate Herzfrequenz- und Kreislaufantwort sowie eine reduzierte Belastungstoleranz aufweisen, was als Ausdruck einer gestörten autonomen Kontrolle interpretiert wird [5]. Diese Kombination aus metabolischer, vaskulärer und autonomer Dysregulation erklärt, warum Athleten unter sportlicher Belastung symptomatisch werden können, obwohl sie in Ruhe beschwerdefrei erscheinen. Biomarkerstudien zeigen, dass neuronale Marker wie GFAP und NfL auch Wochen nach der Verletzung erhöht sein können und mit verlängerten Erholungsverläufen assoziiert sind [6, 7] Der Rückgang klinischer Symptome geht der biologischen Rekonvaleszenz voraus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Inflammation nach Concussion</b></h2>
<p>Neben metabolischen Veränderungen spielt auch die neuroinflammatorische Antwort eine relevante Rolle. Mechanische Belastung aktiviert gliale Zellen und führt zu messbaren Veränderungen inflammatorischer Mediatoren. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass inflammatorische Marker nach mildem Schädel-Hirn-Trauma verändert sind und mit dem klinischen Verlauf assoziiert sein können [8, 9]. Bei Athleten mit persistierenden Post-Concussion-Symptomen wurden zudem veränderte inflammatorische Biomarker im Liquor beschrieben, was eine prolongierte neuroinflammatorische Aktivierung als möglichen Faktor verzögerter Erholung stützt [10]. Entzündungsprozesse sind somit ein weiterer Mechanismus, weshalb Symptomfreiheit nicht zwangsläufig eine vollständige biologische Erholung widerspiegelt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Symptomfreiheit als unzureichender Sicherheitsmarker</b></h2>
<p>Das „Consensus statement on concussion in sport“ betont, dass Symptome nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage für RTS herangezogen werden dürfen [1]. Ein symptomfreier Athlet kann weiterhin funktionelle Defizite aufweisen, insbesondere unter intensiver oder komplexer sportlicher Belastung. Ein potenzielles Risiko eines vorzeitigen Return To Sport ist das Second-impact-Syndrom, bei dem ein weiteres Schädel-Hirn-Trauma in einer Phase unvollständiger Erholung zu einer ausgeprägten zerebralen Dysregulation mit rascher Hirnschwellung führen kann [11, 12].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch wenn dieses Szenario selten ist, unterstreicht es die Bedeutung eines konservativen, funktionsbasierten RTS-Vorgehens. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die meisten Alltagsanforderungen nicht mit den Belastungsprofilen von Wettkampfsituationen vergleichbar sind. Die sportartspezifischen Kombinationen aus physischer Intensität, visueller Verarbeitung und kognitiver Entscheidungsdynamik stellen besondere Anforderungen an ein noch vulnerables Gehirn.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22333" aria-describedby="caption-attachment-22333" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22333" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-1024x606.jpg" alt="" width="755" height="447" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-1024x606.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-300x177.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-768x454.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-150x89.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-450x266.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226-1200x710.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Leemann_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22333" class="wp-caption-text">„Neurometabolischer Verlauf nach Concussion“: Neurometabolische Veränderungen nach Concussion<br />mit ATP-Abfall um ca. 20 %, Tiefpunkt nach 5 – 7 Tagen. Symptome klingen meist nach 7 – 10 Tagen ab, während die metabolische Erholung über drei Wochen hinaus verzögert bleibt. (Modifiziert nach dem Lehrkonzept von Complete Concussion)</figcaption></figure>
<h2><b>Belastungstoleranz als zentrales Steuerungselement</b></h2>
<p>Die moderne Concussion-Therapie basiert auf kontrollierter Belastung unterhalb der symptomatischen Schwelle [13]. Ziel ist die schrittweise Normalisierung autonomer, vaskulärer und metabolischer Regulationsmechanismen sowie die Wiederherstellung einer stabilen Belastbarkeit. Der Buffalo Concussion Treadmill Test ermöglicht eine objek­tive Beurteilung der Belastungstoleranz und dient der sicheren Trainingssteuerung [14]. Dabei wird die individuelle Schwelle ermittelt, bei der autonome Dysregulation oder Symptomzunahme auftreten. Evidenz zeigt, dass individuell dosierte aerobe Aktivität die Erholung unterstützen kann [15 – 17]. Als ergänzende Sicherheitsstufe gewinnen sportspezifische Belastungstests an Bedeutung. Der Chicago Blackhawks / Gapski-Goodman-Test identifizierte in einer Kohorte symptomfreier Athleten 14,6 % mit unzureichender Belastbarkeit [18]. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass selbst korrekt absolvierte Stufenprotokolle residuale funktionelle Defizite übersehen können, wenn keine realitätsnahen Belastungssituationen simuliert werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Klinische Entscheidungsfindung im RTS</b></h2>
<p>RTS ist ein funktionsbasiertes Konzept. Maßgeblich ist die Stabilität des zentralen Nervensystems unter realitätsnahen Belastungsbedingungen. Neben Symptomstatus sind Belastungstoleranz, neurokognitive Leistungsfähigkeit, vesti­bulo-okuläre Funktion sowie sport-<br />
artspezifische Anforderungen zu berücksichtigen. Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Gleichsetzung von Trainingsfähigkeit mit Wettkampffähigkeit. Trainingssituationen erlauben Anpassungen und Pausen, Wettkämpfe nicht. Die finale RTS-Beurteilung sollte daher Bedingungen simulieren, die der Wettkampfsituation möglichst nahekommen. Ebenso wichtig ist die interdisziplinäre Abstimmung zwischen Ärzten, Therapeuten und Trainerstab.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Die fünf klinischen Pfeiler der Concussion</b></h2>
<p>Persistierende Symptome sind häufig multifaktoriell bedingt [1, 19]:</p>
<ul>
<li>Neuroinflammation</li>
<li>Metabolische / autonome Dysregulation</li>
<li>Vestibulo-okuläre Dysfunktion</li>
<li>HWS-Dysfunktion</li>
<li>Psychologische Sekundärfolgen</li>
</ul>
<p>Diese Differenzierung ermöglicht eine gezielte Diagnostik und Therapie und verhindert pauschale RTS-Entscheidungen.</p>
<h2><b>Fallbeispiel</b></h2>
<p>Eine 22-jährige Unihockeyspielerin ist sieben Tage nach Concussion symptomfrei. Unter Belastung zeigt sich jedoch eine reduzierte Belastungstoleranz. Erst nach Normalisierung der Belastungsreaktion und erfolgreicher sportspezifischer Belastungsprüfung erfolgt die RTS-Freigabe vier Wochen posttraumatisch. Der strukturierte, funktionsbasierte Ansatz verhindert eine vorzeitige Rückkehr.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Konsequenz für die sportliche Praxis</b></h2>
<ul>
<li>Symptomfreiheit allein ist kein RTS-Kriterium</li>
<li>Eine Concussion erfordert häufig mehrere Wochen bis zur metabolischen und funktionellen Stabilisierung [1, 6]</li>
<li>Objektive Belastungstests sollten integraler Bestandteil der Verlaufskontrolle sein</li>
<li>Medizinische Entscheidungen müssen auch unter externem Leistungsdruck konsequent vertreten werden</li>
</ul>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die aktuelle Evidenzlage erfordert einen Paradigmenwechsel: Weg von einer rein symptomorientierten Beurteilung, hin zu einer belastungs-, funktions- und biologiebasierten Bewertung der zerebralen Erholung. Dieses Vorgehen reduziert das Risiko vorzeitiger Rückkehrentscheidungen und unterstützt die langfristige neurologische Gesundheit von Athleten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Patricios J, et al. <em>Consensus statement on concussion in sport: the 6th International Conference on Concussion in Sport – Amsterdam, October 2022</em>. Br J Sports Med. 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Giza CC, Hovda DA. <em>The neurometabolic cascade of concussion</em>. J Athl Train. 2001.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Len TK, et al. <em>Cerebrovascular reactivity impairment after sport-induced concussion</em>. Med Sci Sports Exerc. 2011.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Maugans TA, et al. <em>Pediatric sports-related concussion produces cerebral blood flow alterations</em>. Pediatrics. 2012.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Pertab JL, et al. <em>Concussion and the autonomic nervous system: An introduction to the field and the results of a systemic review</em>. NeuroRheabilitation. 2018.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] O’Brien WT, et al. <em>Biomarkers of neurobiologic recovery in adults with sport-related concussion</em>. JAMA Netw Open. 2024.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Tabor JB, et al. <em>Plasma biomarkers of traumatic brain injury in adolescents with sport-related concussion.</em> JAMA Netw Open. 2024.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Visser K, et al. <em>Blood-based biomarkers of inflammation in mild traumatic brain injury: a systematic review</em>. Neurosci Biobehav Rev. 2022.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Malik S, et al<em>. Inflammatory cytokines associated with mild traumatic brain injury and clinical outcomes: a systematic review and metaanalysis. </em>Front Neurol. 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Gard AP, et al. <em>Cerebrospinal fluid levels of neuroinflammatory biomarkers are increased in athletes with persistent post-concussive symptoms following sports-related concussion</em>. J Neuroinflammation. 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] McCrory P, et al. <em>Second impact syndrome or cerebral swelling after sporting head injury</em>. Curr Sports Med Rep. 2012.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Tator CH, et al. <em>Fatal second impact syndrome in Rowan Stringer, A 17-Year-Old Rugby Player.</em> Can J Neurol Sci. 2019.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Leddy JJ, et al. <em>Rest and exercise early after sport-related concussion: a systematic review and meta-analysis.</em> Br J Sports Med. 2023</p>
<p style="font-weight: 400;">[14] Leddy JJ, et al. <em>A preliminary study of subsymptom threshold exercise training for refractory post-concussion syndrome.</em> Clin J Sport Med. 2010</p>
<p style="font-weight: 400;">[15] Leddy JJ, et al. <em>Rehabilitation of concussion and post-concussion syndrome</em>. Sports Health. 2012.</p>
<p style="font-weight: 400;">[16] Lawrence DW, et al. <em>Earlier time to aerobic exercise is associated with faster recovery following acute sport concussion</em>. PLoS One. 2018</p>
<p style="font-weight: 400;">[17] Kurowski BG, et al. <em>Aerobic exercise for adolescents with prolonged symptoms after mild traumatic brain injury: an exploratory randomized clinical trial. </em>J Head Trauma Rehabil. 2017.</p>
<p style="font-weight: 400;">[18] Marshall CM, et al. <em>The use of an intensive physical exertion test as a final return to play measure in concussed athletes: a prospective cohort</em>. Phys Sportsmed. 2019</p>
<p style="font-weight: 400;">[19] Ellis MJ, et al. <em>Clinical predictors of vestibulo-ocular dysfunction in pediatric sports-related concussion</em>. J Neurosurg Pediatr. 2017.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Übergewicht und Adipositas</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/22047/uebergewicht-und-adipositas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Kay Niemier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 08:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22047</guid>

					<description><![CDATA[Übergewicht und Adipositas spielen im medizinischen Alltag eine zunehmende Rolle. Ca. 60 % der deutschen Erwachsenen leiden an Übergewicht (inkl. Adipositas) und über 20 % an einer Adipositas. Die Prävalenz nimmt mit [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Übergewicht und Adipositas spielen im medizinischen Alltag eine zunehmende Rolle. Ca. 60 % der deutschen Erwachsenen leiden an Übergewicht (inkl. Adipositas) und über 20 % an einer Adipositas. Die Prävalenz nimmt mit steigendem Lebensalter zu. 15 % der deutschen Kinder sind übergewichtig, 6 % adipös. Die Prävalenzen von Übergewicht und Adipositas steigen [1]. Aufgrund der hohen Komorbiditäten mit Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, aber auch chronischen Schmerzen, gewinnt das Management von Adipositas und Übergewicht zunehmend an ökonomischer und medizinsicher Bedeutung. Weiterhin erschweren Übergewicht und Adipositas medizinische Maßnahmen und führen zu vermehrten Komplikationen.</b></p>
<p>Genetische Faktoren tragen zum Übergewicht bei, erklären jedoch nicht die pandemische Ausweitung von Übergewicht und Adipositas. Vielmehr ist das Ungleichgewicht von Energiezufuhr und -abgabe relevant für deren Entwicklung. Die Energiezufuhr hat kontinuierlich zugenommen. Essen ist ständig verfügbar, unsere Lebensmittel und Getränke haben einen hohen Energiegehalt und Snacks / Süßigkeiten sind dauerhafte Begleiter [2].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auf der anderen Seite hat sich unser Bewegungsverhalten massiv geändert. Kinder bewegen sich deutlich weniger als früher (Abb. 1, Tab. 1).</p>
<p><figure id="attachment_22055" aria-describedby="caption-attachment-22055" style="width: 238px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-22055 size-medium" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-238x300.jpg" alt="" width="238" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-238x300.jpg 238w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-814x1024.jpg 814w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-768x966.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-1221x1536.jpg 1221w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-150x189.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-450x566.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126-1200x1510.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px" /><figcaption id="caption-attachment-22055" class="wp-caption-text">Abb. 1 Kinder und<br />Jugendliche – Erfüllung der WHO-Bewegungskriterien [3]</figcaption></figure><figure id="attachment_22056" aria-describedby="caption-attachment-22056" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-22056 size-medium" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-1024x767.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-768x575.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-150x112.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-450x337.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126-1200x899.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-22056" class="wp-caption-text">Tab. 1 Bewegung an der frischen Luft, Kinder und Jugendliche [4]</figcaption></figure></p>
<h2><b>Bewegungsempfehlungen WHO Kinder und Jugendliche</b></h2>
<ul>
<li>Täglich 60 Minuten moderate bis kräftige körperliche Aktivität pro Tag</li>
<li>An drei Tagen in der Woche hoch intensive körperliche Aktivität zur Kräftigung von Knochen und Muskeln</li>
</ul>
<p>Auch das Bewegungsverhalten von Erwachsenen ist problematisch. So bewegen sich nur 37 % der Erwachsenen mehr als eine Stunde pro Tag (Abb. 2), ca. die Hälfte der deutschen Erwachsenen treiben nie oder selten Sport und ein hoher Anteil der Menschen erfüllt nicht die Bewegungsempfehlungen der WHO [5].</p>
<figure id="attachment_22057" aria-describedby="caption-attachment-22057" style="width: 268px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-22057 size-medium" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-268x300.jpg" alt="" width="268" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-268x300.jpg 268w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-914x1024.jpg 914w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-768x860.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-1371x1536.jpg 1371w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-150x168.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-450x504.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126-1200x1344.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 268px) 100vw, 268px" /><figcaption id="caption-attachment-22057" class="wp-caption-text">Abb. 2 Bewegungs­verhalten Erwachsene (Minuten pro Tag)</figcaption></figure>
<h2><b>Bewegungsempfehlungen WHO Erwachsene</b></h2>
<ul>
<li>Regelmäßige körperliche Betätigung</li>
<li>150 – 300 Minuten pro Woche moderate körperliche Aktivität oder 75 – 150 Minuten kräftige körperliche Aktivität pro Woche</li>
<li>Krafttraining 2x pro Woche oder häufiger</li>
<li>Steigerung der körperlichen Aktivität auf mehr als 300 Minuten pro Woche</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend wird das Gesundheitssystem zunehmend mit Patienten konfrontiert, die sich u. a. hochkalorisch ernähren und zu wenig bewegen und das, obwohl Sport und Bewegung präventiv und therapeutisch bei der Mehrzahl von chronischen Erkrankungen wirksam sind (Abb. 3).</p>
<figure id="attachment_22058" aria-describedby="caption-attachment-22058" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-22058" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-300x163.jpg" alt="" width="300" height="163" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-300x163.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-1024x556.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-768x417.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-150x82.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-450x245.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126-1200x652.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier3_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-22058" class="wp-caption-text">Abb. 3 Zusammenhang Bewegung / Sport und chronisc</figcaption></figure>
<p>Die alleinige Reduktion der Energieeinfuhr (Diäten, bariatrische Chirurgie, Medikation) führt immer auch zu einer signifikanten Abnahme der Muskelmasse (25 – 50 % der verlorenen Masse sind Muskeln und Bindegewebe). Neben einer Reihe von anderen medizinischen Problemen, führt die Reduktion der Muskelmasse zu einem verminderten Grundumsatz, dies verhindert / erschwert eine weitere Gewichtsabnahme. Training allein sorgt zwar für eine geringere Gewichtsreduktion als andere Maßnahmen, sorgt jedoch für eine verbesserte Körperzusammensetzung [6 – 8]. Eine häufige Aussage zum Thema Sport und Gewichtverlust ist, dass Sport nicht zu einer relevanten Gewichtsreduktion führt. Warum ist das so:</p>
<h2><b>Die Energieausgabe wird oft überschätzt</b></h2>
<ul>
<li>Die Energieausgabe wird nach dem Sport häufig (über) kompensiert</li>
<li>Muskel ist schwerer als Fett, d.h., ein (gesunder) Muskelaufbau führt zu einer Gewichtszunahme</li>
</ul>
<h3><b>Energiezufuhr und Energieausgabe, Beispiele</b></h3>
<ul>
<li>1 Tafel Schokolade ca. 530 kcal = 90 Minuten moderates Radfahren<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>100 ml Red Bull ca. 45 kcal = 13 Minuten moderates Radfahren<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>100 ml Rotwein ca. 85 kcal = 25 moderates Radfahren<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>moderates Radfahren (16 kmh ca. 6 kcal / min)</li>
</ul>
<p>In der Beratung und zur Motivationsverbesserung von Patienten ist es also wichtig, neben dem Gewichtsverlust auch andere positive Effekte von regelmäßigem Sport und Bewegung zu adressieren:</p>
<ul>
<li>Steigerung der aeroben Kapazität = Bessere Leistungsfähigkeit und schnellere Erholung nach<br />
Belastungen, Verbesserung der Stoffwechsellage</li>
<li>Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten</li>
<li>Zunahme der Muskelmasse und Kraft = höherer Grundumsatz (Energieausgabe), bessere<br />
Leistungsfähigkeit (z. B. weniger Stürze und Verletzungen)</li>
<li>Zunahme der Knochenmasse = geringere Frakturgefahr</li>
<li>Reduktion von somatischen und psychischen Erkrankungen</li>
<li>Höhere (gesunde) Lebenserwartung</li>
</ul>
<p>u. s. w.</p>
<p>Regelmäßiger Sport und Bewegung verbessert die kognitiven Fähigkeiten und sind damit wichtig für die Lernfähigkeit und den resultierenden sozioökonomischen Status. Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status sind im Vergleich zu Menschen mit einem hohen sozioökonomischen Status signifikant häufiger von Adipositas und Übergeweicht betroffen (Abb. 4) [9].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><figure id="attachment_22059" aria-describedby="caption-attachment-22059" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-22059" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-300x154.jpg" alt="" width="300" height="154" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-300x154.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-1024x525.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-768x394.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-150x77.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-450x231.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126-1200x615.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/Niemier4_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-22059" class="wp-caption-text">Abb. 4 Zusammenhang sozioökonomischer Status, Übergewicht &amp; Adipositas [9]</figcaption></figure>Wissenschaftliche Daten belegen, dass Sport auch ohne Gewichtsreduktion wirksam ist. Hier einige wenige Beispiele:</p>
<ul>
<li>150 Minuten Bewegung reduziert Entzündungsparameter, Blutfettwerte und erhöht die Insulinsensitivität</li>
<li>Viszerales Fett wird durch reguläre Bewegung reduziert. Intensives Training ist dabei effektiver als moderates Training</li>
<li>Verbesserung des Fitnesszustandes reduzieren die Mortalität mehr als sein alleiniger Gewichtsverlust</li>
</ul>
<p>Wichtig ist also, nicht allein auf den ­Gewichtsverlust zu fokussieren, sondern auf den Fitnesszustand des Patienten und die Körperzusammensetzung [10 – 13]. Training und Bewegung sind in unseren Gesellschaften nicht mehr natürlich. In der täglichen ärztlichen Praxis sind viele Patienten mit der Empfehlung „zu trainieren“ schlicht überfordert. Viele wissen, dass sie was tun müssen, haben jedoch keine Vorstellung über Trainingsarten, Intensitäten. Häufigkeiten und Aufbau. Weiterhin ist Training immer ein langfristiges Konzept und bedarf einer Planung (Tab. 2).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22060" aria-describedby="caption-attachment-22060" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-22060" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-300x191.jpg" alt="" width="300" height="191" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-300x191.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-1024x651.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-768x488.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-150x95.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-450x286.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126-1200x763.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/04/NiemierTab2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-22060" class="wp-caption-text">Tab. 2 Beispielhafter Trainingsaufbau</figcaption></figure>
<p>Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, auch auf Vorerfahrungen und Präferenzen von Patienten einzugehen.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<ul>
<li>Adipositas ist ein multifaktorielles Geschehen<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Training als alleinige Maßnahme ist nicht ausreichend und der Energieverbrauch wird überschätzt</li>
<li>Training gehört in jedes Präventions- und Therapie­programm gegen Adipositas</li>
<li>Die Effekte des Trainings und die Wirkung auf Adipositas sind vielfältig</li>
<li>Training braucht eine Planung<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"><u>Literatur</u></p>
<ol>
<li><a href="https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Adipositas-und-Uebergewicht/themenschwerpunkt-adipositas.html?nn=16780074">RKI &#8211; Adipositas und Übergewicht &#8211; Themen­schwerpunkt: Übergewicht und Adipositas</a>, Zugriff 07.01.2026</li>
<li><a href="https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2025.html">BMLEH &#8211; Ernährung &#8211; Deutschland, wie es isst – der BMLEH-Ernährungsreport 2025</a>, Zugriff 07.01.2026</li>
<li>Bundesministerium für Gesundheit (2022). Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen in; Deutschland. Bestandsaufnahme (Langversion). Online verfügbar unter: <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen.htm">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen.htm</a>; Zugriff 07.01.2026</li>
<li>Eichner et al.: Von einer bewegten zu einer sitzenden Kindheit? Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2014; 30: 115– 117)</li>
<li><a href="https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/sport-und-bewegung/studie-beweg-dich-deutschland-das-land-der-sportmuffel-2141030">Studie &#8222;Beweg dich, Deutschland!&#8220;: Das Land der Sportmuffel? &#8211; Die Techniker</a>, Zugriff 07.01.2026</li>
<li>Fothergill E, Guo J, Howard L, Kerns JC, Knuth ND, Brychta R, Chen KY, Skarulis MC, Walter M, Walter PJ, Hall KD. Persistent metabolic adaptation 6 years after &#8222;The Biggest Loser&#8220; competition. Obesity (Silver Spring). 2016 Aug;24(8):1612-9. doi: 10.1002/oby.21538. Epub 2016 May 2. PMID: 27136388; PMCID: PMC4989512.</li>
<li>Look M, Dunn JP, Kushner RF, Cao D, Harris C, Gibble TH, Stefanski A, Griffin R. Body composition changes during weight reduction with tirzepatide in the SURMOUNT-1 study of adults with obesity or overweight. Diabetes Obes Metab. 2025 May;27(5):2720-2729. doi: 10.1111/dom.16275. Epub 2025 Feb 25. Erratum in: Diabetes Obes Metab. 2025 Nov;27(11):6823. doi: 10.1111/dom.70050. PMID: 39996356; PMCID: PMC11965027.</li>
<li>Jensen SBK, Blond MB, Sandsdal RM, Olsen LM, Juhl CR, Lundgren JR, Janus C, Stallknecht BM, Holst JJ, Madsbad S, Torekov SS. Healthy weight loss maintenance with exercise, GLP-1 receptor agonist, or both combined followed by one year without treatment: a post-treatment analysis of a randomised placebo-controlled trial. EClinicalMedicine. 2024 Feb 19;69:102475. doi: 10.1016/j.eclinm.2024.102475. PMID: 38544798; PMCID: PMC10965408.</li>
<li>Kurth BM, Schaffrath Rosario A. Ubergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2010 Jul;53(7):643-52. German. doi: 10.1007/s00103-010-1083-2. PMID: 20631974.</li>
<li>Look AHEAD Research Group; Pi-Sunyer X, Blackburn G, Brancati FL, Bray GA, Bright R, Clark JM, Curtis JM, Espeland MA, Foreyt JP, Graves K, Haffner SM, Harrison B, Hill JO, Horton ES, Jakicic J, Jeffery RW, Johnson KC, Kahn S, Kelley DE, Kitabchi AE, Knowler WC, Lewis CE, Maschak-Carey BJ, Montgomery B, Nathan DM, Patricio J, Peters A, Redmon JB, Reeves RS, Ryan DH, Safford M, Van Dorsten B, Wadden TA, Wagenknecht L, Wesche-Thobaben J, Wing RR, Yanovski SZ. Reduction in weight and cardiovascular disease risk factors in individuals with type 2 diabetes: one-year results of the look AHEAD trial. Diabetes Care. 2007 Jun;30(6):1374-83. doi: 10.2337/dc07-0048. Epub 2007 Mar 15. PMID: 17363746; PMCID: PMC2665929.</li>
<li>Trapp EG, Chisholm DJ, Freund J, Boutcher SH. The effects of high-intensity intermittent exercise training on fat loss and fasting insulin levels of young women. Int J Obes (Lond). 2008 Apr;32(4):684-91. doi: 10.1038/sj.ijo.0803781. Epub 2008 Jan 15. PMID: 18197184.</li>
<li>Maillard F, Pereira B, Boisseau N. Effect of High-Intensity Interval Training on Total, Abdominal and Visceral Fat Mass: A Meta-Analysis. Sports Med. 2018 Feb;48(2):269-288. doi: 10.1007/s40279-017-0807-y. PMID: 29127602.</li>
<li>Barry VW, Baruth M, Beets MW, Durstine JL, Liu J, Blair SN. Fitness vs. fatness on all-cause mortality: a meta-analysis. Prog Cardiovasc Dis. 2014 Jan-Feb;56(4):382-90. doi: 10.1016/j.pcad.2013.09.002. Epub 2013 Oct 11. PMID: 24438729.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Beckenschiefstand</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/21963/beckenschiefstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Norman Best]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=21963</guid>

					<description><![CDATA[(Originalpublikation: von Wrede U, Loudovici-Krug D, Best N. Beckenschiefstand erkennen und behandeln – eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie. zkm 2025; 5: 48 – 55) Hintergrund und Zielsetzung Funktionelle Beckenschiefstände stellen ein häufiges klinisches [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>(Originalpublikation: von Wrede U, Loudovici-Krug D, Best N. Beckenschiefstand erkennen und behandeln – eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie. zkm 2025; 5: 48 – 55)</b></p>
<h2><b>Hintergrund und Zielsetzung</b></h2>
<p>Funktionelle Beckenschiefstände stellen ein häufiges klinisches Phänomen dar und sind oftmals mit unspezifischen Rückenschmerzen, Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule sowie weiteren Beschwerden wie Ausstrah­lungen in die unteren Extremitäten, Schwindel oder Stresssymptomen verbunden. Sie entstehen nicht durch strukturelle Veränderungen, sondern durch muskuläre Dysbalancen sowie Dysfunktionen der gelenkigen Verbindungen von Wirbelsäule, Extremitäten und Becken. In der Praxis werden sowohl manualtherapeutische Techniken als auch bewegungstherapeutische (Eigen-)Übungen zur Behandlung eingesetzt. Trotz der breiten Anwendung fehlt bislang eine ausreichende Evidenz, die zeigt, welche Therapieform bei funk­tionellem Beckenschiefstand wirksamer ist. Das Ziel der vorliegenden randomisierten, kon­trollierten Pilotstudie war es daher, die Effekte einer manualtherapeutischen Intervention mit denen eines angeleiteten Heimübungsprogramms zu vergleichen. Insbesondere sollten Veränderungen der Beckenstatik, der Beweglichkeit der Wirbelsäule, der subjektiven Schmerzintensität und des allgemeinen Befindens untersucht werden.</p>
<h2><b>Studiendesign und Methodik</b></h2>
<p>Die Studie wurde als monozentrische, offene, randomisierte, kontrollierte Studie (RCT) mit zwei parallelen Interventionsgruppen durchgeführt. Insgesamt wurden 60 erwachsene Patienten mit funktionellem Beckenschiefstand in einer physiotherapeutisch-osteopathischen Praxis rekrutiert. Ausschlusskriterien waren unter anderem bekannte Ursachen für strukturelle Beckenschiefstände oder akute Bandscheibenvorfälle. Nach Aufklärung und Einwilligung erfolgte eine verdeckte Randomisierung in zwei Gruppen mit jeweils 30 Teilnehmenden. Die Interventionsgruppe erhielt eine manualtherapeutische Behandlung (MT), während die Kontrollgruppe ein befundadaptiertes Heimübungsprogramm (HÜP) absolvierte. Beide Gruppen wurden über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen insgesamt dreimal untersucht und behandelt. Die Messzeitpunkte umfassten eine Baseline-­Erhebung vor der ersten Behandlung (T0A), eine unmittelbare Nachmessung nach der ersten Intervention (T0B), eine Verlaufskontrolle nach sieben bis zehn Tagen (T1) sowie eine Abschlussmessung nach drei bis vier Wochen (T2).</p>
<p>Als primärer Zielparameter wurde die Beckenstatik mittels Beckenwaage erfasst, um funktionelle Beinlängendifferenzen möglichst objektiv zu bestimmen. Die Beweglichkeit der Lenden- und Brustwirbelsäule in Flexion und Extension wurde mithilfe des validierten Messsystems „Idiag360“ (ehemals MediMouse) gemessen. Sekundäre Zielparameter waren die Schmerzintensität (Numerische Rating-<br />
Skala 0 – 10), das allgemeine und vegetative Befinden sowie die Stressbelastung. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Varianzanalyse mit Messwertwiederholung sowie mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren.</p>
<h2><b>Interventionen</b></h2>
<p>Die manualtherapeutische Intervention umfasste eine differenzierte Befundung von Wirbelsäule und Becken sowie gezielte Techniken zur Mobilisation von Wirbelsegmenten und des Sakroiliakalgelenks. Das Ziel bestand darin, muskuläre Dysbalancen durch Entspannung bzw. Aktivierung betroffener Muskelgruppen auszugleichen und dysfunktionelle Prozesse der Wirbelsäule und des Beckens zu behandeln. Die Behandlung basierte auf Konzepten der Einzel- und Serienwirbelfehlstellung aus der manualmedizinisch-osteopathischer Denkweise und wurde indi­viduell an den Befund angepasst. Die Kontrollgruppe erhielt keine manuelle Behandlung, sondern wurde ausführlich in ein strukturiertes Heimübungsprogramm eingewiesen. Dieses beinhaltete Dehn-, Kräftigungs- und Mobilisationsübungen für die Hüft- und Becken-muskulatur, mit denen die Beckenverwringung aktiv korrigiert werden sollte. Die Übungen sollten ein- bis dreimal täglich selbstständig durchgeführt werden.</p>
<h2><b>Ergebnisse</b></h2>
<p>Alle 60 Teilnehmenden, die in die Studie eingeschlossen wurden, beendeten diese vollständig. Zu Studienbeginn zeigten sich zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht, Körpermaßen oder Allgemeinzustand. In beiden Gruppen kam es im Studienverlauf zu einer signifikanten Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule im lumbothora­kalen Bereich. Besonders ausgeprägt war der unmittelbare Effekt nach der ersten Behandlung bzw. Übungsanleitung (T0A – T0B). Während dieser Effekt in der manualtherapeutischen Gruppe relativ stabil anhielt, zeigte sich in der Heimübungsgruppe zunächst ein leichter Rückgang, der bis zur Abschlussmessung jedoch erneut deutlich kompensiert wurde. Zum Zeitpunkt T2 bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.</p>
<p>Auch die Beckenstatik verbesserte sich in beiden Gruppen deutlich. Am Studienende wiesen die meisten Teilnehmenden einen Beckengeradstand auf, ohne dass sich die manualtherapeutische und die bewegungstherapeutische Intervention signifikant unterschieden. In beiden Gruppen konnte hinsichtlich der Schmerzintensität eine klinisch relevante und statistisch signifikante Reduktion festgestellt werden. Der anfänglich moderate Schmerz wurde im Mittel auf einen milden Schmerz reduziert. Auch der Gruppenvergleich ergab keinen signifikanten Unterschied. Es traten keine unerwünschten Ereignisse auf.</p>
<h2><b>Diskussion</b></h2>
<p>Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass funktionelle Beckenschiefstände sowohl durch manuelle Therapie als auch durch gezielte Eigenübungen effektiv behandelt werden können. In der untersuchten Population führten beide Therapieansätze zu einer Verbesserung der Beckenstatik, einer Zunahme der Wirbelsäulenbeweglichkeit sowie zu einer deutlichen Schmerzreduktion. Entscheidend scheint weniger die Art der Intervention als vielmehr die konsequente Durchführung und therapeutische Begleitung zu sein. Die manualtherapeutische Behandlung zeigte einen schnelleren und unmittelbareren Effekt, während die Wirkung des Heimübungsprogramms stärker von der Compliance der Patienten abhing. Langfristig waren jedoch beide Ansätze gleichwertig. Die Autorinnen und Autoren diskutieren zudem, dass therapeutische Zuwendung und Anleitung selbst einen relevanten Einfluss auf den Behandlungserfolg haben könnten. Als Limitationen der Studie werden die fehlende Verblindung, die vergleichsweise kleine Stichprobe und das Fehlen einer unbehandelten Kontrollgruppe genannt. Dennoch leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Evidenzlage, da sie praxisnah durchgeführt wurde und zwei etablierte Therapieformen direkt miteinander vergleicht.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die randomisierte kontrollierte Pilotstudie kommt zu dem Ergebnis, dass funktionelle Beckenschiefstände sowohl manualtherapeutisch als auch bewegungstherapeutisch erfolgreich behandelt werden können. Beide Ansätze sind geeignet, Symmetrie, Mobilität und Schmerzsituation signifikant zu verbessern, ohne dass ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen besteht. Für die Praxis bedeutet dies, dass sowohl passive manualtherapeutische Maßnahmen als auch aktive Heimübungsprogramme sinnvolle und gleichwertige Therapieoptionen darstellen. Zukünftige Studien sollten größere Stichproben, längere Nachbeobachtungszeiträume sowie psychische und psychosoziale Einflussfaktoren berücksichtigen.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine neu verfasste, modifizierte und gekürzte Zusammen­fassung des 2025 im Thieme Verlag veröffentlichten Artikels „Beckenschiefstand erkennen und behandeln“ ­(Zeitschrift für Komplementärmedizin 2025; 17(05): 48 – 55, DOI: 10.1055/a-2679-0334). Mit freundlicher Genehmigung des Thieme Verlags.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Fuß im Sport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/21950/der-fuss-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jan-Peter Goldmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 10:10:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=21950</guid>

					<description><![CDATA[Das Verständnis der Fußfunktion hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Der Fuß ist weder ein steifer Hebel [1] noch ein klassisches Federsystem [2], sondern verhält sich vielseitig und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das Verständnis der Fußfunktion hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Der Fuß ist weder ein steifer Hebel [1] noch ein klassisches Federsystem [2], sondern verhält sich vielseitig und mechanisch nicht-linear, um sich den wechselnden Anforderungen anzupassen [3]. Jüngste Studien zeigen eine permanente Interaktion aktiver (Muskel-Sehnen-Einheiten) und passiver Strukturen (Plantarfaszie, Bänder, Kapseln) während der Stützphase [4 – 7]. Es sind nicht allein der Windlass-Mechanismus [1] oder die mechanische Feder [2], die die Funktion des Fußes ausmachen. Die Funktionsweise ist hochkomplex und seine Charakterisierung zeigt sich in der funktionellen (oder auch dynamischen oder Quasi-) Steifigkeit.</b></p>
<p>Die funktionelle Steifigkeit beschreibt die Fähigkeit des Fußes, auf wechselnde Lasteinträge zu reagieren und sich an unterschiedliche Bewegungsanforderungen, Untergrundbedingungen sowie Schuhmaterialien anzupassen. Sie variiert je nach motorischer Aufgabe (z. B. Laufen, Springen) und sogar innerhalb einer Stützphase. Sowohl die passive Steifigkeit der Zehengrundgelenke als auch die Maximalkraft und die neuronale Ansteuerungsfähigkeit seiner kurzen und tiefliegenden Muskeln sind die wesentlichen Komponenten der funktionellen Steifigkeit. Obwohl die Berechnung der funktionellen Steifigkeit in der Fortbewegung über invers-dynamische Ansätze zwar Optionen bietet, die Funktion des Fußes besser zu verstehen, so bleiben die oben genannten Einflussgrößen mit der Methode unzureichend überprüft. Um die Einflussgrößen der funktionellen Steifigkeit besser zu verstehen, ist es sinnvoll, den Fuß unter kontrollierten, quasi-statischen Bedingungen zu untersuchen. Hierzu wurden Messgeräte entwickelt, die sowohl die passive Steifigkeit der Zehengrund­gelenke als auch die isometrische Maximalkraft und die neuronale Ansteuerungsfähigkeit der intrinsischen und extrinsischen Zehenbeugemuskeln zuverlässig erfassen. Zudem soll ein spezieller Expander vorgestellt werden, der ein systematisches Krafttraining dieser Muskelgruppe ermöglicht.</p>
<p>Die Bedeutung oben genannter Einflussgrößen kann für den Sport wie folgt spekuliert werden: Ein steifer, kräftiger und schnell aktivierbarer Fuß könnte die Bodenkontaktzeit verkürzen und hohe Kräfte effizient auf den Untergrund übertragen, was ein Vorteil in dynamischen Disziplinen wäre. Ein sehr weicher, schwacher und verzögert aktivierbarer Fuß würde sich hingegen stärker verformen, was mit Energieverlusten und Leistungsabfall einherginge. Besonders beim Sprint wirken in der initialen Stützphase innerhalb von nur 50 ms Kräfte bis zum Vierfachen des Körpergewichts. Ein schnell ansteuerbarer Fuß könnte in dieser Zeitspanne adäquat reagieren. Diese zügige Aktivierung könnte die Strukturen vor Überbeanspruchung (z. B. Ermüdungsfrakturen, Plantarfasziitis, Achillessehnenreizungen) schützen. Ziel der entwickelten Methoden und Geräte ist es daher, die motorische Leistungsfähigkeit im Sport gezielt zu verbessern und gleichzeitig das Risiko akuter und chronischer Fußverletzungen nachhaltig zu reduzieren.</p>
<h2><b>Analyse der passiven Steifigkeit</b><b> der Zehengrundgelenke<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Der Fuß wird in einem Messgerät fixiert (Abb. 1), die Zehen liegen auf einer beweglichen Vorfußplatte. Der Unterschenkel wird vertikal ausgerichtet, die Testperson soll entspannen und willkürliche Muskelaktivität vermeiden. Ein Pneumatikzylinder erzeugt ein definiertes Drehmoment um die Plattenachse und bewegt die Vorfußplatte aus einer 0°- in eine 60°-Stellung (Dorsalflexion der Zehen). Die resultierende Winkeländerung wird über ein Potentiometer erfasst. Aus dem Verhältnis von aufgebrachtem Drehmoment zur Winkelveränderung wird die passive Steifigkeit normiert zur Zehenlänge berechnet.</p>
<figure id="attachment_21953" aria-describedby="caption-attachment-21953" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-21953" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-1024x683.jpg" alt="" width="755" height="504" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-1024x683.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-300x200.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-768x512.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-150x100.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-450x300.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126-1200x800.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann1_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-21953" class="wp-caption-text">Abb. 1 Messgerät zur Bestimmung der passiven Steifigkeit der ­Zehengrundgelenke. Ein Pneumatikzylinder bewegt die Platte unter dem Vorfuß aus einer 0°– (links) in eine 60°-Stellung (rechts) und provoziert dadurch eine Dorsalflexion der Zehen.</figcaption></figure>
<h2><b>Analyse der isometrischen Maximalkraft und der neuronalen Ansteuerungsfähigkeit der Zehenbeugemuskulatur</b></h2>
<p>Der Fuß wird in einem Messgerät fixiert, der Unterschenkel ist vertikal ausgerichtet (Abb. 2, links). Die Zehen liegen auf einer Vorfußplatte, die in einem Winkel von 25° arretiert ist [8]. Über eine Umlenkrolle ist die Plattenachse mit einem Kraftaufnehmer verbunden. Die Testperson wird angewiesen, die Zehen „maximal kräftig“ nach unten gegen die Platte zu drücken. Die Kraft soll dabei kontrolliert aufgebaut und das Maximum für mindestens drei Sekunden aufrechterhalten werden. In einem weiteren Test wird die Ansteuerungsfähigkeit geprüft. Hierbei soll die Maximalkraft „so schnell wie möglich“ erzeugt werden. Die Kraftanstiegsrate wird dabei unter Berücksichtigung des Offsets über einen Zeitraum von 100 ms berechnet [9].</p>
<h2><b>Systematisches Krafttraining der Zehenbeugemuskulatur</b></h2>
<p>In einem speziellen Expander für den Fuß drücken die Zehen aus einer 45°-Dorsalflexion gegen den Widerstand von Gummiseilen nach unten (Abb. 2, Mitte). Die Bewegung findet um die Zehengrundgelenke statt, ein „Krallen“ der Zehen wird vermieden. Vier Gummiseilpaare mit unterschiedlichem Kraft-Dehnungsverhalten ermöglichen die Anpassung des Trainingsreizes an Trainingsstand und -fortschritt. Das Training kann stehend, sitzend oder in sportartspezifischen Unterschenkel-Fuß-Positionen (Abb. 2, rechts) durchgeführt werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_21951" aria-describedby="caption-attachment-21951" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-21951" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-1024x265.jpg" alt="" width="755" height="195" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-1024x265.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-300x78.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-768x199.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-150x39.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-450x116.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126-1200x310.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/03/Goldmann2_saez0126.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-21951" class="wp-caption-text">Abb. 2 Dynamometer zur Bestimmung der isometrischen Maximalkraftfähigkeit und der neuronalen Ansteuerungsfähigkeit der Zehenbeuger (links); Krafttrainingsgerät für die Zehenbeuger (Mitte): Die Zehen werden aus einer Dorsalflexion gegen den Widerstand der Gummiseile (grün) nach unten gedrückt; Training in sportartspezifischer Position (rechts).</figcaption></figure>
<h2><b>Auswahl bisheriger Studienergebnisse</b></h2>
<ul>
<li>Nicht nur in einer aktiven Normalpopulation (n = 105), sondern auch innerhalb einer homogenen Spitzensportkohorte (n = 47) unterscheiden sich die biomechanischen Eigenschaften der Füße deutlich voneinander. Weiche, schwache Füße stehen steifen, kräftigen Füßen oder weichen, kräftigen Füßen gegenüber. Steife aber schwache Füße konnten nur in Ausnahmefällen beobachtet werden [10, 11].</li>
<li>Männer steuern ihre Zehenbeuger signifikant schneller an als Frauen [11] und weisen eine signifikant höhere Steifigkeit der Zehengrundgelenke auf [10].</li>
<li>Die Zehenbeuger produzieren ihre höchsten Kräfte in einer leichten Dorsalflexion des Sprunggelenks und einer deutlichen Dorsalflexion der Zehengrundgelenke [8].</li>
<li>Nach einem siebenwöchigen, inten­siven Krafttraining erhöhen die Zehenbeuger ihren mechanischen Output um 60 – 70 %, was die sportmotorische Leistung um 3 % verbessert [12].<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Sogar Elitetänzerinnen steigern durch ein Training mit dem Expander für die Zehenbeuger ihre Kraft im Fuß um 15 % [13].<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>In einer Einzelfallstudie konnte nach komplizierter Sprunggelenkfraktur und abgeschlossener Rehabilitation die Kraft der Zehenbeuger durch ein vierwöchiges Training mit einem Expander um 20 % gesteigert werden (unpublished).</li>
</ul>
<h2><b>Fazit und Ausblick</b></h2>
<p>Die biomechanischen Eigenschaften des Fußes variieren auch unter Spitzensportlern stark und zeigen große interindividuelle Unterschiede. Dabei weisen Männer eine höhere Steifigkeit und eine schnellere neuromuskuläre Aktivierung auf als Frauen. Die oft vernachlässigte kurze und tiefliegende Fußmuskulatur ist hoch trainierbar. Gezielte Trainingsprogramme führen im Spitzensport und nach Verletzungen zu deutlichen Kraftzuwächsen. Eine erhöhte Kraftfähigkeit der Zehenbeuger könnte den Zug- und Druckspannungen an Metatarsalia, Plantarfaszie und Achillessehne entgegenwirken und so Überlastungsschäden vorbeugen. Die Wahl versteifender Schuhe oder Einlagen sollte kritisch hinterfragt werden, da die Kraft der Zehenbeuger von der Dorsalflexionsstellung der Zehen abhängt. Künftig sollen Geräte entwickelt werden, mit denen sich die Fußsteifigkeit gezielt modulieren lässt, bspw. durch Dehnapparate oder exzentrische Trainingsgeräte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Hicks JH. The mechanics of the foot. II. The plantar aponeurosis and the arch. J Anat 1954;88:25–30.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Ker RF, Bennett MB, Bibby SR, Kester RC, Alexander RMcN. The spring in the arch of the human foot. Nature 1987;325:147–9. https://doi.org/10.1038/325147a0.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Behling A, Rainbow MJ, Welte L, Kelly L. Chasing footprints in time – reframing our understanding of human foot function in the context of current evidence and emerging insights. Biol Rev 2023;98:2136–51. https://doi.org/10.1111/brv.12999.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Farris DJ, Kelly LA, Cresswell AG, Lichtwark GA. The functional importance of human foot muscles for bipedal locomotion. Proc Natl Acad Sci 2019;116:1645–50. https://doi.org/10.1073/pnas.1812820116.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Kelly LA, Farris DJ, Cresswell AG, Lichtwark GA. Intrinsic foot muscles contribute to elastic energy storage and return in the human foot. J Appl Physiol 2019;126:231–8. https://doi.org/10.1152/japplphysiol.00736.2018.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Kelly LA, Cresswell AG, Farris DJ. The energetic behaviour of the human foot across a range of running speeds. Sci Rep 2018;8:10576. https://doi.org/10.1038/s41598-018-28946-1.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Riddick R, Farris DJ, Kelly LA. The foot is more than a spring: human foot muscles perform work to adapt to the energetic requirements of locomotion. J R Soc Interface 2019;16:20180680. https://doi.org/10.1098/rsif.2018.0680.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Goldmann J-P, Brüggemann G-P. The potential of human toe flexor muscles to produce force. J Anat 2012;221:187–94. https://doi.org/10.1111/j.1469-7580.2012.01524.x.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Maffiuletti NA, Aagaard P, Blazevich AJ, Folland J, Tillin N, Duchateau J. Rate of force development: physiological and methodological considerations. Eur J Appl Physiol 2016;116:1091–116. https://doi.org/10.1007/s00421-016-3346-6.</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Goldmann J-P, Wenzel C, Kersting UG. A portable device for measuring passive metatarsophalangeal joint bending stiffness. Proc DGfB 2026.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Wenzel C, Kersting UG, Goldmann J-P. Rate of force development of human toe flexor muscles. Proc DGfB 2026.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Goldmann J-P, Sanno M, Willwacher S, Heinrich K, Brüggemann G-P. The potential of toe flexor muscles to enhance performance. J Sports Sci 2013;31:424–33. https://doi.org/10.1080/02640414.2012.736627.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Schrefl A, Schaerli A, Goldmann J-P, Erlacher D, Kolokythas N. The effect of targeted toe flexor training on muscular strength and jump performance in adolescent ballet dancers: a randomized controlled trial. J Dance Med Sci 2026. https://doi.org/10.1177/1089313X261420458.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Isoliertes Training der Lumbalextensoren</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/21959/isoliertes-training-der-lumbalextensoren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bruno Domokos&nbsp;,&nbsp;Dr. Christoph Spang (PH.D)]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 10:23:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=21959</guid>

					<description><![CDATA[Chronische Rückenschmerzen stellen nach wie vor ein weit verbreitetes klinisches Problem dar. Innovative Therapieansätze, die auf die gezielte Kräftigung der tiefen Rückenmuskulatur, insbesondere des M. Multifidus (MF), abzielen, gewinnen zunehmend [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Chronische Rückenschmerzen stellen nach wie vor ein weit verbreitetes klinisches Problem dar. Innovative Therapieansätze, die auf die gezielte Kräftigung der tiefen Rückenmuskulatur, insbesondere des M. Multifidus (MF), abzielen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das isolierte Training der Lumbalextensoren (ILEX) ermöglicht eine gezielte Aktivierung und Stärkung der Lendenwirbelsäulenmuskulatur und wird insbesondere im deutschsprachigen Raum immer häufiger eingesetzt.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Obwohl klinische Erfolge der ILEX-Therapie bereits seit längerer Zeit bekannt sind, sind die zugrunde liegenden Anpassungen der Muskelmorphologie und Funktion bisher nur unzureichend untersucht. Zudem ist unklar, welchen Stellenwert ILEX innerhalb multimodaler Therapieprogramme einnimmt und inwieweit die Methode gezielt bei spezifischen Wirbelsäulenpathologien – im Gegensatz zu unspezifischen Rückenschmerzen – wirksam und sicher eingesetzt werden kann.</p>
<p>In einer aktuellen Studie, die im Oktober 2025 im renommierten Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurde, wurden 58 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen untersucht. Alle wiesen spezifische Wirbelsäulenbeschwerden auf, die Mehrheit hatte radikuläre Symptome mit Ausstrahlung in die unteren Extremitäten oder relative OP-Indikationen. Die Teilnehmer konnten zwischen einem isolierten ILEX-Programm und einem multimodalen Ansatz wählen, der zusätzlich manuelle Therapie und allgemeine Kräftigungsübungen umfasste (z. B. Latissimus-Zug und Abdominalcrunch an Geräten sowie Rücken- und Coretraining am Seilzug). Das Programm bestand aus 25 Einheiten über einen Zeitraum von 16 Wochen. Dabei erfolgte die Anpassung von Intensität und Bewegungswinkel individuell an Beschwerden und Diagnosebild, auf Basis eines systematischen Trainingsprotokolls mit graduellem Belastungsaufbau. Als primäre Outcome-Parameter wurden die Muskeldicke und die Querschnittsfläche des MF sowie die Echogenität, ein Indikator für Muskelqualität, erhoben. Ergänzend wurden Schmerzintensität, körperliche Einschränkungen sowie gesundheitsbezogene Lebensqualität regelmäßig erfasst, ebenso wie die Maximalkraft der Wirbelsäulenextensoren.</p>
<h2><b>Ergebnisse</b></h2>
<p>Die Ergebnisse zeigten deutliche Therapieeffekte in beiden Gruppen: Schmerzen und funktionelle Einschränkungen nahmen signifikant ab, die Lebensqualität stieg und die Maximalkraft der Rückenmuskulatur verbesserte sich deutlich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders bemerkenswert war die Zunahme der Querschnittsfläche des MF, die mit einer parallel gemessenen Kraftsteigerung einherging. Veränderungen in der Echogenität konnten hingegen nicht nachgewiesen werden. Interessant ist dabei auch, dass bereits im frühen Therapiestadium (nach drei Wochen) Veränderungen in nahezu allen Parametern erkennbar wurden. Ein Vergleich zwischen dem alleinigen ILEX-Training und dem multimodalen Ansatz zeigte keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der klinischen Verbesserungen und der Zunahme der Maximalkraft und der Querschnittsfläche des MF. Obwohl sich die Verläufe gegen Ende des Interventionszeitraums abflachten lassen die Daten darauf schließen, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen war und eine längere Therapiedauer zu weiteren Fortschritten führen könnte.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Gezieltes ILEX-Training stellt eine effektive Maßnahme zur Reduktion von Schmerzen, Wiederherstellung der Funktion und Verbesserung der Lebensqualität bei chronischen Rückenschmerzen dar – sowohl als alleinstehendes Programm als auch im Rahmen multimodaler Therapieansätze. Die linearen Fortschritte in Muskelquerschnitt und Kraft unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen, individuell gesteuerten Therapie für nachhaltige Ergebnisse. Diese Studie ist die erste, die die Wirksamkeit und Sicherheit dieser speziellen Methode bei spezifischen Wirbelsäulenbeschwerden mit relativen OP-Indikationen nachweisen konnte. Derzeit laufen weitere Studien zu spezifischen Krankheitsbildern der LWS und HWS oder sind bereits in Planung.</p>
<p>Originalarbeit: Isolated lumbar extension exercise alone or in a multimodal program for low back pain and radiculopathy: a non-randomized controlled trial</p>
<p>Bruno Domokos, Julia Domokos, Gustav Andersson, Stefan Mannel, Linda May Weigel, Horst Josef Koch, Birgit Wallmann-Sperlich, Christoph Raschka &amp; Christoph Spang</p>
<p>ClinicalTrials.gov Identifier NCT06890052 (20/03/2025) https://clinicaltrials.gov/study/NCT06890052?<br />
cond=NCT06890052%20&amp;rank=1</p>
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	</channel>
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