<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Rubriken Archive - sportärztezeitung</title>
	<atom:link href="https://sportaerztezeitung.com/category/rubriken/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://sportaerztezeitung.com/category/rubriken/</link>
	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Jul 2026 14:27:43 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/08/cropped-s_icon_square@2x-32x32.png</url>
	<title>Rubriken Archive - sportärztezeitung</title>
	<link>https://sportaerztezeitung.com/category/rubriken/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Moderne Knieendoprothetik</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22752/moderne-knieendoprothetik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Philipp A. Michel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 10:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22752</guid>

					<description><![CDATA[Wenn zwei Drittel des Gelenks gesund sind – warum alles ersetzen? Jedes Jahr werden in Deutschland über 190.000 Knieprothesen implantiert. Für die meisten Patienten bedeutet die Diagnose „fortgeschrittene Gonarthrose“ nach [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wenn zwei Drittel des Gelenks gesund sind – warum alles ersetzen? Jedes Jahr werden in Deutschland über 190.000 Knieprothesen implantiert. Für die meisten Patienten bedeutet die Diagnose „fortgeschrittene Gonarthrose“ nach wie vor automatisch eine Totalendoprothese (TKA) – den vollständigen Oberflächenersatz einschließlich beider Kreuzbänder. Doch die anatomische Realität sieht anders aus: Etwa die Hälfte aller Gonarthrosen betrifft lediglich ein Kompartiment [1]. Bei diesen Patienten sind zwei Drittel des Kniegelenks noch vollkommen intakt.</b></p>
<p>Die unikondyläre Knieprothese (UKA), im Volksmund Schlittenprothese genannt, ersetzt gezielt nur den zerstörten Gelenkanteil und belässt die gesunden Strukturen unangetastet – einschließlich des vorderen Kreuzbandes mit seinen für Stabilität und Körpergefühl essenziellen Mechanorezeptoren. Trotz dieser überzeugenden Logik beträgt der UKA-Anteil in Deutschland laut EPRD-Jahresbericht 2025 nur 14 % [2], obwohl Studien zeigen, dass bis zu 49 % aller TKA-Kandidaten auch für eine UKA geeignet wären [3]. Diese Diskrepanz hat Gründe – und sie lassen sich heute durch den gezielten Einsatz von Robotik beheben (Abb. 1).</p>
<h2><b>Indikation im Wandel: Wer profitiert von der Schlittenprothese?</b></h2>
<p>Lange galten die Kozinn&amp;Scott Kriterien von 1989 als Maßstab: Alter über 60, Gewicht unter 82 kg, niedriges Aktivitätsniveau. Diese historischen Dogmen sind heute widerlegt. Pandit et al. zeigten an 1.000 Oxford-UKAs, dass 68 % der implantierten Knie nach diesen Kriterien kontraindiziert gewesen wären – ohne Unterschiede in der 15-Jahres-Überlebensrate. Paradoxerweise zeigte gerade die „am stärksten kontraindizierte“ Gruppe – junge, aktive Männer – die besten funktionellen Ergebnisse [4]. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Alter, BMI, Aktivitätslevel und anteriorer Knieschmerz keine eigenständigen Kontraindikationen mehr darstellen [5]. Die aktuellen Voraussetzungen sind klar definiert: isolierte Kompartiment­arthrose mit Knochen-auf-Knochen-Kontakt, erhaltener Knorpel im Gegenkompartiment, funktionell intaktes vor­deres Kreuzband (VKB) und mediales Seitenband (MCL), korrigierbare Deformität sowie Fehlen einer entzündlichen Arthropathie [5]. Ein BMI bis 35 ist akzeptabel; erst darüber steigt das Revisionsrisiko signifikant [6]. Die MRT-Diagnostik gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: eine aktuelle Studie zeigte eine Spezifität von 94,4 % für hochgradige laterale Knorpelschäden – gegenüber lediglich 5,9 % bei Stressaufnahmen [7].</p>
<h2><b>Was die UKA der Totalprothese voraushat</b></h2>
<p>Die zentrale Frage lässt sich inzwischen auf höchstem Evidenzniveau beantworten. Im Februar 2026 publizierten Mortensen et al. im Journal of Bone and Joint Surgery die Ergebnisse einer doppelblinden, multizentrischen RCT mit 350 Patienten [8]. Der primäre Endpunkt – der Oxford Knee Score – zeigte einen Unterschied von 3,5 Punkten zugunsten der UKA, knapp unterhalb der klinisch relevanten Schwelle (MCID 4 – 5). Klinisch bedeutsam waren jedoch die sekundären Endpunkte: Der Forgotten Joint Score war 14,1 Punkte höher, die Beweglichkeit 7,0° besser und die KOOS-Symptomskala 10,3 Punkte günstiger – jeweils oberhalb der MCID. Damit liegt erstmals ein Level-I-Beweis vor, der konsistente Vorteile der UKA bei isolierter anteromedialer Gonarthrose dokumentiert (Abb. 2).</p>
<p><figure id="attachment_22754" aria-describedby="caption-attachment-22754" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22754" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1024x509.jpg" alt="" width="755" height="375" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1024x509.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-300x149.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-768x381.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-150x75.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-450x224.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1200x596.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22754" class="wp-caption-text">Abb. 2 Der Forgotten Joint Score und die Beweglichkeit zeigen deutlich bessere Werte für die UKA, sowohl kurzfristig postoperativ, auch nach 2 Jahren (aus [8]).</figcaption></figure>Ein natürlicheres Gelenkgefühl: Der Forgotten Joint Score (FJS) misst, wie selbstverständlich sich das Kunstgelenk im Alltag anfühlt – die UKA erreicht hier signifikant höhere Werte (Tab. 1) [9]. Britische NJR-Daten an über 14.000 gematchten Patienten zeigen eine 1,59-fach höhere Wahrscheinlichkeit für exzellente Ergebnisse [10]. Die TKA weist eine Unzufriedenheitsrate von rund 20 % auf – bei der UKA nur 4 – 10 %.</p>
<p><figure id="attachment_22759" aria-describedby="caption-attachment-22759" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22759" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1024x256.jpg" alt="" width="755" height="189" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1024x256.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-300x75.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-768x192.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-150x38.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-450x113.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1200x300.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22759" class="wp-caption-text">Tab. 1 Funktionelle Ergebnisse im Vergleich [8 – 14]</figcaption></figure>Besseres Gangbild, bessere Propriozeption: Jones et al. demonstrierten, dass UKA-Patienten eine Ganggeschwindigkeit von 2,2 m/s erreichen – identisch mit gesunden Kontrollen – während TKA-Patienten auf nur 1,6 m/s kamen (p &lt; 0,001) [11]. Die posturale Stabilität verbessert sich nach UKA doppelt so stark wie nach TKA [12] – ein direkter Effekt des erhaltenen VKB mit seinen Mechanorezeptoren (Abb. 3).</p>
<figure id="attachment_22756" aria-describedby="caption-attachment-22756" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22756" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1024x791.jpg" alt="" width="755" height="583" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1024x791.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-300x232.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-768x593.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-150x116.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-450x347.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1200x926.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22756" class="wp-caption-text">Abb. 3 Vergleich post-operativer Röntgenbilder einer UKA (links) und TKA (rechts).</figcaption></figure>
<p>Schneller zurück in Sport und Beruf: Die Meta-Analyse von Cerasoli et al. (2026, 1.675 Patienten) bestätigt die deutlich höhere Return-to-Sport-Rate nach UKA (Tab. 2) [13]. Über 50 % kehren sogar zu High-Impact-Sportarten zurück [14]. Die berufliche Wiedereingliederung gelingt ebenfalls schneller: 73 % sind innerhalb von drei Monaten am Arbeitsplatz versus 48 % nach TKA [15].</p>
<p><figure id="attachment_22760" aria-describedby="caption-attachment-22760" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22760" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1024x384.jpg" alt="" width="755" height="283" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1024x384.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-300x113.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-768x288.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-150x56.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-450x169.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1200x450.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22760" class="wp-caption-text">Tab. 2 Rehabilitationsmeilensteine im Vergleich [13 – 17]</figcaption></figure>Günstigeres Sicherheitsprofil bei höherer Revisionsrate: Wilson et al. zeigten in einem systematischen Review (60 Studien) ein 73 % niedrigeres Mortalitätsrisiko (RR 0,27), 61 % weniger venöse Thromboembolien und 78 % weniger kardiale Ereignisse nach UKA [16]. Gleichzeitig muss transparent kommuniziert werden: Die Revisionsrate der UKA liegt in RCTs etwa sechsfach höher als die der TKA (RR 5,95), wobei die UKA-Revision in der Regel eine „normale“ TKA darstellt und die Ergebnisse nach Revision mit denen einer primären TKA vergleichbar sind [16]. Der stationäre Aufenthalt beträgt median einen versus zwei Tage [16, 17].</p>
<h2><b>Warum wird die UKA dann so selten eingesetzt?</b></h2>
<p>Die Antwort liegt in zwei technischen Hürden, die historisch den Zugang zur UKA limitiert haben. Erstens die geringe Fehlertoleranz: Während die TKA kleinere Positionierungsfehler durch ihre intrinsische Kopplungsstabilität kompensiert, führen bei der UKA Abweichungen von über 3° koronal oder über 2° sagittal bereits zu verminderter Prothesenstandzeit [18]. Bei konventioneller Technik liegen bis zu 32 % der medialen und 61 % der lateralen UKA-­Implantate außerhalb einer ±2°–Toleranz [19]. Zweitens die flache Lernkurve: Die konventionelle UKA erfordert 25 – 50 Fälle bis zur Proficiency – und über 50 % aller Kniechirurgen führen weniger als fünf UKAs pro Jahr durch [3]. Dieses „Volume-Outcome-Paradoxon“ erklärt, warum Registerdaten die UKA-Ergebnisse systematisch schlechter erscheinen lassen, als sie bei erfahrenen Operateuren tatsächlich sind.</p>
<h2><b>Robotische Assistenz: Präzision vom ersten Eingriff an</b></h2>
<p>Genau hier setzt die robotische Assistenz an – sie adressiert beide Probleme gleichzeitig.</p>
<p>CT-freie 3D-Planung: Moderne bildgebungsfreie Systeme wie das CORI Surgical System (Smith+Nephew) erzeugen intraoperativ ein dreidimensionales Knochenmodell durch Oberflächen­abtastung – ganz ohne präoperative CT-Untersuchung. Der handgeführte Roboterfräser stoppt oder retrahiert automatisch bei Überschreitung der geplanten Resektionsgrenzen und erreicht eine Genauigkeit von unter 0,5 mm und 0,5° in allen drei Ebenen [20]. Ein integriertes dynamisches Gap-Balancing erfasst die Bandspannung in Echtzeit über den gesamten Bewegungsumfang – noch vor der ersten Knochenresektion [21]. Yee et al. bestätigten in einer aktuellen Studie, dass diese Messung sowohl bei erfahrenen als auch bei lernenden Operateuren exzellent reliabel ist (ICC &gt; 0,90) [22]. Wang et al. zeigten für das CORI-System signi­fikant kürzere OP-Zeiten und höhere radiologische Präzision im Vergleich zur konventionellen Navigation [23]. Der Wegfall der CT-Bildgebung erspart dem Patienten eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung sowie einen zusätzlichen Radiologen-Termin [24] (Abb. 4).</p>
<figure id="attachment_22757" aria-describedby="caption-attachment-22757" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22757" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1024x756.jpg" alt="" width="755" height="557" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1024x756.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-300x221.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-768x567.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-150x111.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-450x332.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1200x886.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22757" class="wp-caption-text">Abb. 4 Links: Erstellung eines individuellen 3D-Modells durch Oberflächenabtastung. Rechts: Bearbeitung des Knochens mit der robotisch-kontrollierten Hochgeschwindigkeitsfräse.</figcaption></figure>
<p>Nachgewiesene Überlegenheit: Bell et al. zeigten in einem Level-I-RCT, dass 100 % der robotischen UKAs innerhalb von 2° der Planposition lagen – versus nur 40 % konventionell [25]. Batailler et al. fanden in der Robotikgruppe 0 % positionierungsassoziierte Revisionen versus 86 % in der konventionellen Gruppe [19].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Demokratisierung der Expertise: Der vielleicht wichtigste Effekt der Robotik: Sie reduziert die Lernkurve von 25 – 50 auf nur etwa 6 Fälle, wobei die Implantatpositionierung vom ersten Eingriff an präzise gelingt [26]. Adamska et al. zeigten, dass Chirurgen mit Erfahrung in navigierter TKA keine zusätzliche Lernkurve benötigen [20]. Die Robotik überträgt damit die Präzision eines High-Volume-Spezialisten auf den chirurgischen Breitenversorger – und könnte so die bestehende Unterversorgung nachhaltig aufbrechen. Migliorini et al. zeigten zudem aktuell, dass die CPAK-Klassifikation in die robotische Planung integriert werden kann, um die Balancierung Phänotyp-gesteuert zu individualisieren [27] (Abb. 5).</p>
<figure id="attachment_22758" aria-describedby="caption-attachment-22758" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22758" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1024x666.jpg" alt="" width="755" height="491" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1024x666.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-300x195.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-768x499.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-150x98.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-450x293.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1200x780.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22758" class="wp-caption-text">Abb. 5 Links: Zementbelegung des femoralen Anteils der Teilprothese. Rechts: Implantation der UKA beim Patienten.</figcaption></figure>
<h2><b>Was bedeutet das für die Praxis?</b></h2>
<p>Bei jedem Patienten mit medialer Gon­arthrose sollte die Eignung für eine UKA systematisch geprüft werden. Der diag­nostische Algorithmus umfasst: Belastungsröntgen (AP und Rosenberg in 45° Flexion), Ganzbeinstandaufnahme, Valgus-Stressaufnahmen (lateraler Gelenkspalt ≥ 4 mm = intaktes Gegenkompartiment) und bei Bedarf ein MRT zur Beurteilung von Knorpel, Menisken und VKB [5, 7]. Zuweisungen sollten bevorzugt an Zentren mit relevantem UKA-Volumen erfolgen – die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) empfiehlt mehr als 30 UKAs pro Operateur und Jahr [3]. Gleichzeitig sind gesundheitspolitische Anpassungen überfällig: Das G-DRG-System setzt derzeit Fehlanreize, indem die Vergütung für die technisch anspruchsvollere UKA häufig niedriger ausfällt als für den Totalersatz und die kürzere Liegezeit nicht adäquat honoriert wird.</p>
<h2><b>Fazit: Gelenkerhalt ist kein Kompromiss</b></h2>
<p>Die unikondyläre Knieprothese ist keine Sparlösung, sondern bei korrekter Indikation die überlegene Versorgung. Sie bietet nachweislich bessere funktionelle Ergebnisse, ein natürlicheres Gelenkgefühl, schnellere Rückkehr zu Sport und Beruf sowie ein günstigeres Sicherheitsprofil. Die robotische Assistenz löst die beiden historischen Haupthindernisse – Präzisionsanforderung und Lernkurve – und macht exzellente Ergebnisse erstmals flächendeckend reproduzierbar. Die bestehende Unterversorgung mit UKA ist angesichts der aktuellen Evidenz nicht mehr zeitgemäß. Es liegt an uns, bei jedem Arthrose-Patienten konsequent zu fragen: Ist hier ein Gelenkerhalt möglich?</p>
<p>Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Stoddart JC, Dandridge O, Garner A, Cobb J, van Arkel RJ. The compartmental distribution of knee osteoarthritis &#8211; a systematic review and meta-analysis. Osteoarthritis Cartilage. 2021 Apr;29(4):445-455. doi: 10.1016/j.joca.2020.10.011. Epub 2020 Nov 27. PMID: 33253887.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] EPRD – Endoprothesenregister Deutschland. Jahresbericht 2025.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Hamilton TW, Pandit HG, Lombardi AV, Adams JB, Oosthuizen CR, Clavé A, Dodd CA, Berend KR, Murray DW. Radiological Decision Aid to determine suitability for medial unicompartmental knee arthroplasty: development and preliminary validation. Bone Joint J. 2016 Oct;98-B(10 Supple B):3-10. doi: 10.1302/0301-620X.98B10.BJJ-2016-0432.R1. PMID: 27694509; PMCID: PMC5047136.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Pandit H, Jenkins C, Gill HS, Smith G, Price AJ, Dodd CA, Murray DW. Unnecessary contraindications for mobile-bearing unicompartmental knee replacement. J Bone Joint Surg Br. 2011 May;93(5):622-8. doi: 10.1302/0301-620X.93B5.26214. PMID: 21511927.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Rodríguez-Merchán EC, Gómez-Cardero P. Unicompartmental knee arthroplasty: Current indications, technical issues and results. EFORT Open Rev. 2018 Jun 6;3(6):363-373. doi: 10.1302/2058-5241.3.170048. PMID: 30034817; PMCID: PMC6026888.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Murray DW, Pandit H, Weston-Simons JS, Jenkins C, Gill HS, Lombardi AV, Dodd CA, Berend KR. Does body mass index affect the outcome of unicompartmental knee replacement? Knee. 2013 Dec;20(6):461-5. doi: 10.1016/j.knee.2012.09.017. Epub 2012 Oct 27. PMID: 23110877.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Jiao X, Cao G, Wu J, Li Z, An S, Huang J. Assessing lateral femoral condyle cartilage prior to medial UKA: MRI vs. Valgus stress radiograph. BMC Musculoskelet Disord. 2023 Aug 26;24(1):681. doi: 10.1186/s12891-023-06802-2. PMID: 37633881; PMCID: PMC10463517.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Mortensen JF, Blanche P, Blom CS, Vase M, Overgaard S, Kappel A, Lindberg-Larsen M, Madsen F, Stephensen SL, Schrøder HM, Rasmussen LE, Kristensen PW, Østgaard SE, Odgaard A. Medial Unicompartmental Versus Total Knee Arthroplasty in the Treatment of Isolated Anteromedial Knee Osteoarthritis: Two-Year Results from a Double-Blinded, Multicenter, Randomized Trial of 350 Patients. J Bone Joint Surg Am. 2026 Apr 1;108(7):491-498. doi: 10.2106/JBJS.25.00612. Epub 2026 Feb 9. PMID: 41662451; PMCID: PMC13011945.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Brilliant ZR, Garvey MD, Haffner R, Chiu YF, Mayman DJ, Blevins JL. Unicompartmental Knee Arthroplasty Patients Have Lower Joint Awareness and Higher Function at 5 Years Compared to Total Knee Arthroplasties: A Matched Comparison. J Arthroplasty. 2023 Aug;38(8):1464-1469. doi: 10.1016/j.arth.2023.01.063. Epub 2023 Feb 9. PMID: 36764405.</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Liddle AD, Pandit H, Judge A, Murray DW. Patient-reported outcomes after total and unicompartmental knee arthroplasty: a study of 14,076 matched patients from the National Joint Registry for England and Wales. Bone Joint J. 2015 Jun;97-B(6):793-801. doi: 10.1302/0301-620X.97B6.35155. PMID: 26033059.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Jones GG, Kotti M, Wiik AV, Collins R, Brevadt MJ, Strachan RK, Cobb JP. Gait comparison of unicompartmental and total knee arthroplasties with healthy controls. Bone Joint J. 2016 Oct;98-B(10 Supple B):16-21. doi: 10.1302/0301-620X.98B10.BJJ.2016.0473.R1. PMID: 27694511; PMCID: PMC5047137.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Isaac SM, Barker KL, Danial IN, Beard DJ, Dodd CA, Murray DW. Does arthroplasty type influence knee joint proprioception? A longitudinal prospective study comparing total and unicompartmental arthroplasty. Knee. 2007 Jun;14(3):212-7. doi: 10.1016/j.knee.2007.01.001. Epub 2007 Mar 6. PMID: 17344047.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Cerasoli T, Favero A, Coliva F, Fogacci A, Pasquini A, Zaffagnini S, Marcheggiani Muccioli GM. Sport participation after unicompartmental knee arthroplasty: High return rates independent of implant design or technique, a systematic review and meta-analysis. J Exp Orthop. 2026 Jan 11;13(1):e70514. doi: 10.1002/jeo2.70514. PMID: 41531478; PMCID: PMC12793043.</p>
<p style="font-weight: 400;">[14] Witjes S, Gouttebarge V, Kuijer PP, van Geenen RC, Poolman RW, Kerkhoffs GM. Return to Sports and Physical Activity After Total and Unicondylar Knee Arthroplasty: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Med. 2016 Feb;46(2):269-92. doi: 10.1007/s40279-015-0421-9. PMID: 26744336; PMCID: PMC4728176.</p>
<p style="font-weight: 400;">[15] Kievit AJ, Kuijer PPFM, de Haan LJ, Koenraadt KLM, Kerkhoffs GMMJ, Schafroth MU, van Geenen RCI. Patients return to work sooner after unicompartmental knee arthroplasty than after total knee arthroplasty. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2020 Sep;28(9):2905-2916. doi: 10.1007/s00167-019-05667-0. Epub 2019 Aug 30. PMID: 31471724; PMCID: PMC7471109.</p>
<p style="font-weight: 400;">[16] Wilson HA, Middleton R, Abram SGF, Smith S, Alvand A, Jackson WF, Bottomley N, Hopewell S, Price AJ. Patient relevant outcomes of unicompartmental versus total knee replacement: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2019 Feb 21;364:l352. doi: 10.1136/bmj.l352. Erratum in: BMJ. 2019 Apr 2;365:l1032. doi: 10.1136/bmj.l1032. PMID: 30792179; PMCID: PMC6383371.</p>
<p style="font-weight: 400;">[17] Jensen CB, Petersen PB, Jørgensen CC, Kehlet H, Troelsen A, Gromov K; Lundbeck Foundation Centre for Fast-track Hip and Knee Replacement Collaborative Group. Length of Stay and 90-Day Readmission/Complication Rates in Unicompartmental Versus Total Knee Arthroplasty: A Propensity-Score-Matched Study of 10,494 Procedures Performed in a Fast-Track Setup. J Bone Joint Surg Am. 2021 Jun 16;103(12):1063-1071. doi: 10.2106/JBJS.20.01287. PMID: 33784260.</p>
<p style="font-weight: 400;">[18] Chatellard R, Sauleau V, Colmar M, Robert H, Raynaud G, Brilhault J; Société d’Orthopédie et de Traumatologie de l’Ouest (SOO). Medial unicompartmental knee arthroplasty: does tibial component position influence clinical outcomes and arthroplasty survival? Orthop Traumatol Surg Res. 2013 Jun;99(4 Suppl):S219-25. doi: 10.1016/j.otsr.2013.03.004. Epub 2013 Apr 24. PMID: 23622861.</p>
<p style="font-weight: 400;">[19] Batailler C, White N, Ranaldi FM, Neyret P, Servien E, Lustig S. Improved implant position and lower revision rate with robotic-assisted unicompartmental knee arthroplasty. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2019 Apr;27(4):1232-1240. doi: 10.1007/s00167-018-5081-5. Epub 2018 Jul 31. PMID: 30066017.</p>
<p style="font-weight: 400;">[20] Adamska O, Modzelewski K, Szymczak J, Świderek J, Maciąg B, Czuchaj P, Poniatowska M, Wnuk A. Robotic-Assisted Total Knee Arthroplasty Utilizing NAVIO, CORI Imageless Systems and Manual TKA Accurately Restore Femoral Rotational Alignment and Yield Satisfactory Clinical Outcomes: A Randomized Controlled Trial. Medicina (Kaunas). 2023 Jan 27;59(2):236. doi: 10.3390/medicina59020236. PMID: 36837438; PMCID: PMC9963242.</p>
<p style="font-weight: 400;">[21] Smith+Nephew. CORI Surgical System – Dynamic Gap-Balancing. Technical White Paper. 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">[22] Yee DKH, Leung JTC, Chu V, Man G, Lam GYT, Lau JKY, Choi TL, Chau WW, Ng JP, Ong MT, Ho KK, Yung PS. Reliability of pre-resection ligament tension assessment in imageless robotic assisted total knee replacement. Arthroplasty. 2024 Sep 2;6(1):44. doi: 10.1186/s42836-024-00266-y. PMID: 39218949; PMCID: PMC11367864.</p>
<p style="font-weight: 400;">[23] Wang H, Wang M, Yang X, Tang Z, Song X, Min G, Lan Y. A comparative study of clinical and radiographic outcomes in total knee arthroplasty assisted by the CT-free Smith &amp; Nephew CORI robotic system versus the Brainlab Knee3 navigation system. J Robot Surg. 2026 Feb 10;20(1):233. doi: 10.1007/s11701-026-03198-8. PMID: 41663550; PMCID: PMC12886256.</p>
<p style="font-weight: 400;">[24] Saad A, Mayne A, Pagkalos J, Ollivier M, Botchu R, Davis E, Sharma A. Comparative analysis of radiation exposure in robot-assisted total knee arthroplasty using popular robotic systems. J Robot Surg. 2024 Mar 16;18(1):120. doi: 10.1007/s11701-024-01896-9. PMID: 38492073.</p>
<p style="font-weight: 400;">[25] Bell SW, Anthony I, Jones B, MacLean A, Rowe P, Blyth M. Improved Accuracy of Component Positioning with Robotic-Assisted Unicompartmental Knee Arthroplasty: Data from a Prospective, Randomized Controlled Study. J Bone Joint Surg Am. 2016 Apr 20;98(8):627-35. doi: 10.2106/JBJS.15.00664. PMID: 27098321.</p>
<p style="font-weight: 400;">[26] Kayani B, Konan S, Pietrzak JRT, Huq SS, Tahmassebi J, Haddad FS. The learning curve associated with robotic-arm assisted unicompartmental knee arthroplasty: a prospective cohort study. Bone Joint J. 2018 Aug;100-B(8):1033-1042. doi: 10.1302/0301-620X.100B8.BJJ-2018-0040.R1. PMID: 30062950.</p>
<p style="font-weight: 400;">[27] Migliorini, F., Schäfer, L., Schneider, J. <em>et al.</em> Coronal plane alignment of the knee (CPAK) phenotypes and their relationship with gap patterns in robotic-assisted total knee arthroplasty: a clinical trial. <em>Orthopädie</em> (2026). https://doi.org/10.1007/s00132-026-04797-x</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Präoperative Trainingstherapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22735/praeoperative-trainingstherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rebecca Abel,&nbsp;Prof. Dr. phil. Daniel Niederer,&nbsp;PD Dr. med. Christoph Offerhaus,&nbsp;Alexander Glowa&nbsp;,&nbsp;Dr. Sportwiss. Christiane Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 08:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22735</guid>

					<description><![CDATA[Prähabilitation beschreibt die gezielte Vorbereitung auf eine Operation und zielt auf eine Verbesserung des Behandlungserfolgs ab. Im folgenden Artikel wird eine Studie zur konkreten Ausgestaltung der präoperativen Trainingstherapie vor Rekonstruktion [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Prähabilitation beschreibt die gezielte Vorbereitung auf eine Operation und zielt auf eine Verbesserung des Behandlungserfolgs ab. Im folgenden Artikel wird eine Studie zur konkreten Ausgestaltung der präoperativen Trainingstherapie vor Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes vorgestellt.</b></p>
<p>Sportler, die nach einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) in den Sport zurückkehren, haben im Vergleich zu unverletzten Athleten ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, innerhalb von zwei Jahren nach der OP erneut eine VKB-Verletzung zu erleiden [1]. Im Vergleich zu unverletzten Athleten haben ehemals Verletzte nach der Rückkehr in den Sport zudem häufig ein geringeres Leistungsniveau bzw. eine kürzere Karrieredauer [2]. Beide möglichen Folgen einer Ruptur und Rekonstruktion des VKBs sind trotz Durchführung evidenzbasierter Rehabilitationsmaßnahmen nach Rekon­struktion des VKBs zu beobachten. Daher besteht weiterhin Potenzial zur Optimierung des gesamten Rehabilitationsprozesses nach VKB-Ruptur. Präoperatives Training zwischen der VKB-Ruptur und der VKB-Rekonstruktion zielt auf eine Verbesserung der präoperativen Kniefunktion einschließlich der Kniebeweglichkeit und der Stabilität der Beinachse sowie eine Steigerung der Ansteuerungsfähigkeit und Kraft insbesondere des M. Quadrizeps ab. Trotz vielversprechender Effekte präopera­tiver Interventionen nach VKB-Ruptur ist die Evidenz bezüglich der Wirksamkeit von präoperativem Training begrenzt [3]. Darüber hinaus besteht kein Konsens hinsichtlich optimaler Inhalte und des Betreuungsgrades, beispielsweise bezüglich angeleiteten versus ­eigenständigen Trainings.</p>
<h2><b>Ziel</b></h2>
<p>Ziel der randomisiert-kontrollierten Studie war es, die Wirksamkeit eines angeleiteten, strukturierten und kriterienbasiert progressiven präoperativen Rehabilitationsprogramms (anpassbar an das individuelle Leistungsniveau) mit einem nicht angeleiteten, selbstständig durchgeführten Heimtrainingsprogramm (mithilfe einer Broschüre) zu vergleichen. Betrachtet wurden hierbei die selbstwahrgenommene Kniefunktion und weitere funktionelle Ergebnisse.</p>
<h2><b>Methode</b></h2>
<p>Die Studie wurde als monozentrische, prospektive, randomisiert-kontrollierte, einfach verblindete Studie durchgeführt. Insgesamt 114 Teilnehmende im Alter zwischen 16 und 60 Jahren mit einseitiger, vollständiger primärer Ruptur des VKBs sowie Indikation zur Rekon­struktion mittels Hamstring- oder Quadrizepssehnen-Autograft wurden im Sana Dreifaltigkeitskrankenhaus Köln rekrutiert. Teilnehmende wurden nur eingeschlossen, wenn der Zeitraum zwischen Einschluss und Operation mindestens drei Wochen betrug. Ausgeschlossen wurden Teilnehmende mit Begleitverletzungen mit Operations­indikation, die zu einer Änderung des Rehabilitationsprotokolls führten, sowie vorangegangenen Operationen oder Verletzungen am Kniegelenk in den letzten fünf Jahren. Falls während des operativen Eingriffs ungeplante Maßnahmen erforderlich wurden, die eine Anpassung des postoperativen Therapieprotokolls bedingten (z. B. Meniskusnaht), wurden die betroffenen Teilnehmenden ab diesem Zeitpunkt als Dropout gewertet. Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe absolvierten ein strukturiertes, kriterienbasiertes und angeleitetes Training. Das Trainingsprogramm wurde an das individuelle Leistungsniveau angepasst und umfasste zwei Einheiten pro Woche à 60 Minuten. Zusätzlich erhielten die Teilnehmenden einmal pro Woche Übungen für ein eigenständiges Training zu Hause. Die Auswahl der Übungen orientierte sich an bereits durchgeführten Studien [3], ist Abb. 1 zu entnehmen und verfolgte folgende Ziele:</p>
<ul>
<li>Mobilisation des Kniegelenks und Verbesserung der Beweglichkeit</li>
<li>Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle, insbesondere des<br />
M. quadriceps</li>
<li>Verbesserung der posturalen Stabilität und des Gleichgewichts</li>
<li>Wiederherstellung bzw. Steigerung der Muskelkraft, insbesondere der Kniebeuger und -strecker,<br />
Abduktoren und Plantarflexoren; lokales Kraftausdauertraining, Vergrößerung des Muskelquerschnitts sowie Verbesserung der neuromuskulären Kraft.</li>
</ul>
<figure id="attachment_22741" aria-describedby="caption-attachment-22741" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22741" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-1024x512.jpg" alt="" width="755" height="378" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-1024x512.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-300x150.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-768x384.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-150x75.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-450x225.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226-1200x600.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22741" class="wp-caption-text">Abb. 1 Angeleitetes, präoperatives Training (Interventionsgruppe)</figcaption></figure>
<p>Das präoperative Training umfasste Übungen auf zwei Niveaus (Level I und Level II). Die Teilnehmenden starteten mit Übungen auf Level I Niveau. Wenn eine vollständige aktive Kniestreckung erreicht wurde, an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten keine Gewebereaktion am Folgetag auftrat und keine schmerzhaften Bewegungseinschränkungen berichtet wurden, wurden die Übungen durch Übungen auf Level II Niveau erweitert oder ersetzt. Schmerzen wurden mittels visu­eller Analogskala (VAS) von 0 – 10 erfasst, wobei ein Zielwert von unter 3 bis 4 Punkten als Orientierung für das Training diente. Das primäre Ziel des Trainingsprogramms war die Verbesserung der individuellen Leistungsfähigkeit und nicht das Erreichen eines vorgegebenen Leistungsniveaus. Die Teilnehmenden der Vergleichsgruppe erhielten eine Broschüre mit den folgenden sechs Übungen: Aktive Kniestreckung, Einbeinstand, Hüftabduktion, Hüftbrücke in Rückenlage, beidbeiniges Fersen­heben sowie Kniebeugen. Diese Übungen verfolgten die gleichen Ziele wie jene des angeleiteten Trainings. Die Broschüre enthielt detaillierte Anleitungen zur Durchführung sowie Empfehlungen zu Wiederholungszahlen und Progression der Übungen. Die behandelnden Ärzte im Krankenhaus empfahlen den Teilnehmenden der Vergleichsgruppe, die Übungen dreimal pro Woche im Rahmen eines eigenständigen Trainings durchzuführen. Das eigenständige Training wurde von den Teilnehmenden protokolliert. Nach der operativen Rekonstruktion absolvierten alle Teilnehmenden dasselbe standard­isierte Rehabili­tationsprogramm. Alle medizinischen Entscheidungen wie Operationszeitpunkt und Transplantatauswahl wurden im Rahmen des regulären medi­zinischen Behandlungsprozesses, also unabhängig von der vorliegenden Studie, getroffen.</p>
<p>In beiden Gruppen wurden zu sieben festgelegten Messzeitpunkten Daten erhoben: während der initialen Anamnese im Krankenhaus, 1 – 7 Tage vor der VKB-Rekonstruktion, am Tag der Operation sowie 30, 60, 90 und 180 Tage postoperativ. Aufgrund verletzungs- und operationsbedingter Einschränkungen konnten jedoch nicht zu allen Zeitpunkten sämtliche Messgrößen erfasst werden. Die selbstwahrgenommene Kniefunktion wurde mithilfe des Knee Injury and ­Osteoarthritis Outcome (KOOS) Score ermittelt und stellt das primäre Outcome dar. Die sekundären Outcomes sind der Gesamtstudie (siehe Verweis unten) zu entnehmen und hier aus Platzgründen nicht dargestellt. Die statistischen Analysen wurden nach dem Intention-to-treat-Prinzip durchgeführt. Aufgrund von fehlenden Daten wurde eine multiple Imputation der Daten mit SPSS (Version 28) vorgenommen. Line­are gemischte Modelle für wiederholte Messungen wurden berechnet (Software R, Version 4.3.3). Hierbei wurden die Veränderungswerte (Change Scores) jedes Outcomes vom Ausgangswert bis zu den jeweiligen Follow-up-Zeitpunkten betrachtet.</p>
<h2><b>Ergebnisse</b></h2>
<p>Von den 114 eingeschlossenen Teilnehmenden (53 % männlich) unterbrachen 3 die Studienteilnahme und 55 schieden im Verlauf aus familiären oder beruflichen Gründen, Zeitmangel, Problemen mit der Erreichbarkeit der Einrichtung und sonstigen Gründen aus bzw. wurden wegen durchgeführter Meniskusnaht während der Operation ausgeschlossen. Im Mittel waren die Teilnehmenden 31 Jahre alt (Standardabweichung (SD) = 10,3) und führten vor der Verletzung im Mittel 3 Trainingseinheiten pro Woche (SD = 1.5) durch. Während der Zeitraum zwischen Verletzung und Ruptur im Mittel in der Interventionsgruppe bei 81 Tagen (SD = 41) lag, betrug dieser im Mittel in der Vergleichsgruppe 91 Tage (SD = 48). Die Anzahl der durchgeführten Trainingseinheiten unterschied sich zwischen der Interventions- und Vergleichsgruppe nicht signifikant, die Variation war in der Vergleichsgruppe (selbstständig durchgeführte Einheiten: Mittelwert (M) = 6,75, SD = 13,22, Minimum (Min) = 0, Maximum (Max) = 91) jedoch höher als in der Interventionsgruppe (angeleitete Einheiten: M = 6,38, SD = 3,24, Min = 1, Max = 17). Die KOOS-Gesamtscores an den verschiedenen Messzeitpunkten sind in Abb. 2 dargestellt. Die beiden Gruppen unterschieden sich zu Studienbeginn (Baselineunterschiede, p &lt; 0,001). Für Gruppe, Zeit und die Interaktion (Zeit*Gruppe) wurden keine signifikanten Effekte festgestellt. Die Interventionsgruppe (KOOS-Gesamtscore bei Anamnese: M = 46,04, Konfidenzintervall (CI) 45,07 – 47,02; vor der Operation: M = 58,52, CI 57,51–59,54) zeigte jedoch eine ausgeprägtere Verbesserung des KOOS-Gesamtscores als die Vergleichsgruppe (Anamnese: M = 51,01, CI 50,10–51,92; vor der Operation: M = 59,18, CI 58,40–59,96). Die Interaktion (Gruppe*Zeit) für den KOOS-Gesamtscore erreichte Signifikanz für den Veränderungswert von der Anamnese bis 30 Tage post OP (p = 0,039) und 60 Tage post OP (p = 0,039). Zusätzlich wurden der KOOS-­Gesamtscore (p = 0,009) durch die Kovariate Alter beeinflusst. Die sekundären Ergebnisse sind dem Original-Artikel (s. Verweis unten) zu entnehmen.</p>
<figure id="attachment_22740" aria-describedby="caption-attachment-22740" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22740" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-922x1024.png" alt="" width="755" height="839" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-922x1024.png 922w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-270x300.png 270w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-768x853.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-1383x1536.png 1383w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-150x167.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-450x500.png 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226-1200x1333.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Abel2_saez0226.png 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22740" class="wp-caption-text">Abb. 2 Mittelwerte und 95 %-Konfidenzintervalle des KOOS-Gesamtscores, getrennt nach Gruppen. Die x-Achse zeigt die sieben Messzeitpunkte, die y-Achse zeigt die Werte des KOOS-Gesamtscores (0 – 100 %) sowie die 95 %-Konfidenzintervalle. (KOOS = Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score)</figcaption></figure>
<h2><b>Diskussion</b></h2>
<p>Die Studie zeigt die Wirksamkeit eines angeleiteten, präoperativen Trainings im Vergleich zu einem selbstständig durchgeführten Heimtraining vor VKB-Rekonstruktion. Sowohl die Teilnehmenden der Interventions-, als auch der Vergleichsgruppe erzielten prä- als auch postoperativ Verbesserungen der selbstwahrgenommenen Kniefunktion. Die Interventionsgruppe begann auf deutlich niedrigerem funktionellem Niveau zum Zeitpunkt der Anamnese, verzeichnete jedoch bis zum Messzeitpunkt vor der Rekonstruktion eine stärkere Verbesserung. Auch nach 30 Tagen postoperativ begann die Interventionsgruppe auf einem niedrigeren Niveau, erzielte jedoch über den weiteren Beobachtungszeitraum größere Verbesserungen. Die ausgeprägtere Verbesserung in der Interventionsgruppe deutet auf die Überlegenheit des angeleiteten, kriterienbasierten Trainings gegenüber eigenständigem Heimtraining hin. Es ist jedoch zu beachten, dass die Interventionsgruppe durch niedrigere Ausgangswerte ein größeres Verbesserungspotenzial hatte. Hingegen könnte der etwas größere Zeitraum zwischen Ruptur und Rekonstruktion in der Vergleichsgruppe im Gegensatz zur Interventionsgruppe die Ergebnisse in der Vergleichsgruppe positiv beeinflusst haben [4].</p>
<p>Auffallend ist zudem eine größere Spannweite der Anzahl der durchgeführten Trainingseinheiten in der Vergleichsgruppe im Gegensatz zur Interventionsgruppe. Dies könnte durch die Charakteristika des eigenständigen Trainings begründet sein. Eigenständiges Training bietet eine flexible Gestaltung, doch psychologische Faktoren wie Selbstmotivation, sportliche Identität und soziale Unterstützung sind entscheidend für die Einhaltung des Trainingsplans [5], während durch die Anwesenheit eines Trainers die Trainingsqualität und die Belastungssteuerung verbessert werden können [6, 7]. Eine gute therapeutische Beziehung wird als förderlich im Rehabilitationsprozess angesehen [5].<span class="Apple-converted-space">  </span>Als limitierende Faktoren sind abschließend die hohe Drop-Out-Quote sowie das kurze Follow-up von 180 Tagen zu nennen.</p>
<p><b>Praktische Relevanz und Schlussfolgerung</b></p>
<p>In der klinischen Praxis wird häufig passiv auf die Rekon­struktion des VKBs gewartet. Aufgrund der Schwere von VKB-Verletzungen bietet präoperatives Training jedoch ein erhebliches Potenzial, besonders bei schlechter präoperativer Kniefunktion. Sowohl angeleitetes als auch selbstständiges Training verbessern die Kniefunktion, wobei das angeleitete Training leicht überlegen erscheint. Eigenständiges Training bietet mehr Flexibilität, während das angeleitete Training Motivation und Trainingsqualität fördern kann. Die Wahl zwischen angeleitetem oder selbstständigem Training sollte individuell erfolgen, ebenso sind Kombinationen aus beidem denkbar. Zukünftige Studien sollten Dosis-­Wirkungs-Beziehungen und Langzeiteffekte genauer untersuchen. Zudem lag der Fokus der Studie auf präoperativem Training, während in zukünftigen Studien Prähabilitation multimodal (z. B. mit ergänzenden psychologischen Komponenten oder Stressmanagement) durchgeführt werden könnte.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist eine neu verfasste, modifizierte und gekürzte Zusammen­fassung des 2026 in Scientific Reports veröffentlichten Artikels „Abel R, Niederer D, Glowa A, Hansen N, Wilke C, Offerhaus C. (2026). Effectiveness of exercise prehabilitation before anterior cruciate ligament reconstruction on functional outcomes – a single-blinded randomized controlled trial. Sci Rep. 2026 Mar 9;16(1):8962. doi: 10.1038/s41598-026-41576-2“.</em></p>
<div>
<p class="CitaviBibliographyHeading">Literatur</p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry">[1] Paterno MV, Rauh MJ, Schmitt LC et al. <span lang="EN-GB">Incidence of Second ACL Injuries 2 Years After Primary ACL Reconstruction and Return to Sport. </span>Am J Sports Med 2014; 42: 1567–1573. DOI: 10.1177/0363546514530088</p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry">[2] Niederer D, Engeroff T, Wilke J et al. <span lang="EN-GB">Return to play, performance, and career duration after anterior cruciate ligament rupture: A case-control study in the five biggest football nations in Europe. </span>Scand J Med Sci Sports 2018; 28: 2226–2233. DOI: 10.1111/sms.13245</p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry">[3] Giesche F, Niederer D, Banzer W et al. <span lang="EN-GB">Evidence for the effects of prehabilitation before ACL-reconstruction on return to sport-related and self-reported knee function: A systematic review. PLoS One 2020; 15: e0240192. DOI: 10.1371/journal.pone.0240192.</span></p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry"><span lang="EN-GB">[4] Niederer D, Behringer M, Stein T. Functional outcomes after anterior cruciate ligament reconstruction: unravelling the role of time between injury and surgery, time since reconstruction, age, gender, pain, graft type, and concomitant injuries. BMC Sports Sci Med Rehabil 2023; 15: 49. DOI: 10.1186/s13102-023-00663-x</span></p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry"><span lang="EN-GB">[5] Walker A, Hing W, Lorimer A. The Influence, Barriers to and Facilitators of Anterior Cruciate Ligament Rehabilitation Adherence and Participation: a Scoping Review. Sports Med Open 2020; 6: 32. DOI: 10.1186/s40798-020-00258-7</span></p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry"><span lang="EN-GB">[6] Bucher Sandbakk S, Walther J, Solli GS et al. Training Quality-What Is It and How Can We Improve It? Int J Sports Physiol Perform 2023; 18: 557–560. DOI: 10.1123/ijspp.2022-0484</span></p>
</div>
<div>
<p class="CitaviBibliographyEntry"><span lang="EN-GB">[7] Campbell BI, Bove D, Ward P et al. Quantification of Training Load and Training Response for Improving Athletic Performance. </span>Strength &amp; Conditioning Journal 2017; 39: 3–13. DOI: 10.1519/SSC.0000000000000334</p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreatin für Longevity</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22775/kreatin-fuer-longevity/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 06:22:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22775</guid>

					<description><![CDATA[Longevity steht für gesundes, aktives Altern — und rückt zunehmend in den Fokus präventivmedizinischer Forschung. Vor diesem Hintergrund wird Kreatin-Monohydrat aktuell verstärkt über die klassische Sporternährung hinaus diskutiert. Neue Studiendaten [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> <span class="fontstyle0">Longevity steht für gesundes, aktives Altern — und rückt zunehmend in den Fokus präventivmedizinischer Forschung. Vor diesem Hintergrund wird Kreatin-Monohydrat aktuell verstärkt über die klassische Sporternährung hinaus diskutiert. Neue Studiendaten deuten darauf hin, dass Kreatin neben Muskelkraft und körperlicher Funktion auch mit inflammatorischen, oxidativen und zerebralen Prozessen in Verbindung stehen könnte.</span> </strong></p>
<p><span class="fontstyle0">Mit dem demografischen Wandel rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie sich körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten lassen. Im Zentrum aktueller Präventionsansätze steht dabei nicht allein die Lebensdauer, sondern vor allem die sogenannte „Healthspan“ — also die Zahl gesunder, selbstbestimmter Lebensjahre.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Vor diesem Hintergrund gewinnt Kreatin-Monohydrat derzeit neue wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Kreatin spielt eine zentrale Rolle im zellulären Energiestoffwechsel — insbesondere in Geweben mit hohem Energiebedarf wie Skelettmuskel und Gehirn. Während die Evidenz zu Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit seit Jahren gut belegt ist, (3)</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">deuten aktuelle Arbeiten darauf hin, dass Kreatin darüber hinaus auch für inflammatorische Prozesse, oxidativen Stress und die kognitive Belastbarkeit relevant sein<br />
könnte</span><span class="fontstyle0">. (1, 2)</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin und Healthy Aging: Neue Daten aus einem RCT</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Eine aktuelle randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie von Fernandez Garrido et al. untersuchte 103 Erwachsene im Durchschnittsalter von 68,2 Jahren über 16 Wochen. (1) Die Teilnehmenden absolvierten entweder ein Elastikband-Krafttraining oder Wassertraining — jeweils mit oder ohne tägliche Supplementierung von 3 g Kreatin Monohydrat.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Neben körperlicher Funktion und Muskelkraft wurden auch Biomarker der systemischen Inflammation und des oxidativen Stresses analysiert. Beide Trainingsgruppen verbesserten sich im Verlauf der Studie in mehreren Parametern. In Kombination mit Kreatin fielen einzelne Effekte stärker aus, insbesondere bei IL-6, TNF-α und der antioxidativen Kapazität. Auch unter Kreatin ohne begleitendes Training zeigten sich Verbesserungen bei einzelnen Markern des oxidativen Stresses und TNF-α. Die Verträglichkeit war gut; kreatinbedingte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. (1)</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Die Autoren schlussfolgern, dass Kreatin trainingsinduzierte Adaptationen in den Bereichen Muskelkraft, antioxidative Kapazität und Entzündungsregulation ergänzen kann. Die beobachteten Veränderungen inflammatorischer Marker sprechen zudem für eine mögliche Relevanz im Kontext altersassoziierter Entzündungsprozesse.</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin und Gehirnenergie</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Ergänzend liefert eine aktuelle placebokontrollierte Crossover-Studie von Gordji-Nejad et al. neue Hinweise auf mögliche zerebrale Effekte von Kreatin. (2)</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">In der Studie erhielten 15 gesunde Erwachsene während partiellen Schlafentzugs eine einmalige hochdosierte Gabe von Kreatin oder Placebo. Anschließend wurden mittels Magnetresonanzspektroskopie Veränderungen zerebraler Hochenergiephosphate sowie kognitive Parameter untersucht.</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Unter Kreatin fielen die schlafentzugsbedingten Einbußen bei Gedächtnisleistung und Reaktionsgeschwindigkeit geringer aus. Zusätzlich zeigte sich ein messbarer Anstieg zerebraler Kreatinmarker im linken medialen Parietallappen. Die Autoren diskutieren, dass erhöhter neuronaler Energiebedarf kurzfristig mit einer gesteigerten zerebralen Kreatinaufnahme einhergehen könnte. Aufgrund der kleinen Stichprobe und der jungen<br />
Studienpopulation ist die Übertragbarkeit auf ältere Menschen derzeit jedoch noch offen. (2)</span></p>
<p><span class="fontstyle2"><strong>Kreatin jenseits des Muskelaufbaus</strong><br />
</span><span class="fontstyle0">Die robusteste Evidenz für Kreatin-Monohydrat liegt weiterhin im Bereich Muskelkraft, Körperzusammensetzung und körperliche Funktion — insbesondere in Kombination mit Krafttraining. (</span><span class="fontstyle0">3) </span><span class="fontstyle0">Gleichzeitig rücken zunehmend auch inflammatorische, oxidative und zerebrale Prozesse in den Fokus der Forschung. (1, 2) Damit erweitert sich die wissenschaftliche Diskussion über Kreatin zunehmend über die klassische Sporternährung hinaus. Gleichzeitig gilt: Die Datenlage zu kognitiven und inflammatorischen Effekten<br />
entwickelt sich dynamisch, ist aber noch nicht abschließend bewertet.</span></p>
<p><strong><span class="fontstyle2">Creavitalis</span><span class="fontstyle2">®</span><span class="fontstyle2">: Kreatin-Monohydrat aus deutscher Produktion</span></strong><br />
<span class="fontstyle0">Creavitalis</span><span class="fontstyle0">® </span><span class="fontstyle0">ist ein Kreatin-Monohydrat der Alzchem Trostberg GmbH, das vollständig in Deutschland hergestellt wird – einschließlich aller Ausgangsstoffe. Es ist geschmacksneutral und vielseitig einsetzbar in Nahrungsergänzungsmitteln und funktionellen Lebensmitteln.</span></p>
<p><span class="fontstyle0"><br />
</span><em><span class="fontstyle2">Quellen<br />
</span><span class="fontstyle0">1. Fernandez-Garrido J et al. Effects of high-load, velocity-intentional variable resistance training combined with creatine supplementation on neuroplasticity, oxidative stress, inflammation, physical function, cognitive performance and quality of life in older adults: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Exp Gerontol. 2026.<br />
2. Gordji-Nejad A et al. Single-Dose Creatine Reduces Sleep Deprivation-Induced Deterioration in Cognitive Performance. Nutrients. 2026;18(8):1192.<br />
3. Chilibeck PD et al. Effect of creatine supplementation during resistance training on lean tissue mass and muscular strength in older adults: a meta-analysis. Open Access J Sports Med. 2017;8:213–226.</span></em></p>
<p><span class="fontstyle0"><br />
</span><span class="fontstyle2">Hinweis: </span><span class="fontstyle0">Alzchem stellte in der Studie von Fernandez-Garrido et al. das Kreatinpräparat bereit und übernahm die Open-Access-Publikationsgebühr, war jedoch nicht an Studiendesign, Datenerhebung, Datenauswertung oder Publikationsentscheidung beteiligt. Alle zitierten Studien wurden unabhängig durchgeführt und in peer-reviewten Fachzeitschriften publiziert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span class="fontstyle0">Mehr Informationen finden Sie unter </span><a href="http://www.creavitalis.de"><span class="fontstyle0">www.creavitalis.de</span> </a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sport mit Hüft- oder Knieprothese</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/22697/sport-mit-hueft-oder-knieprothese/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Stefan Schmidl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 08:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22697</guid>

					<description><![CDATA[Die Endoprothetik hat sich in den letzten Jahrzehnten sowohl in technischer als auch in materialwissenschaftlicher Hinsicht weiterentwickelt. Der Motor hierfür sind die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen von Prothesenträgern an das [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Endoprothetik hat sich in den letzten Jahrzehnten sowohl in technischer als auch in materialwissenschaftlicher Hinsicht weiterentwickelt. Der Motor hierfür sind die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen von Prothesenträgern an das Mobilitätsniveau sowie die demografische Entwicklung. Dies hat auch dazu geführt, dass bei passender Indikation, mehr Patienten im mittleren Lebensalter endoprothetisch versorgt werden [1, 2].</b></p>
<p>Damit einhergehend sind auch Beanspruchungen der Prothesen entsprechend der sportlichen Aktivität dieser Zielgruppe. Dies reicht von normalen Ausdauersportarten bis hin zu Ballsportarten mit entsprechenden Belastungen. Sowohl in der Klinik als auch im ambulanten Bereich tauchen daher zunehmend gezielte Fragestellungen nach passender sportlicher Betätigung nach endoprothetischer Versorgung auf [3 – 5].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Biomechanik, Materialien und Belastung</b></h2>
<p>Moderne Prothesen verwenden verbesserte Gleitpaarungen wie hochvernetztes Polyethylen und bevorzugen, bei entsprechender Knochenqualität, zementfreie Verankerungen. Daraus resultieren geringere Abrieb- und Verschleißerscheinungen und somit geringere Revisionsraten [6, 7]. Minimalinvasive und muskelschonende Zugänge erlauben eine zeitnahe Belastung und eine gesteigerte Mobilität, auch in der unmittelbaren postoperativen Phase, was mit einer frühen Wiederaufnahme der sportlichen Belastbarkeit einhergeht.</p>
<h2><b>Low-Impact vs. High-Impact-Sportarten</b></h2>
<p>Im Alltag unterscheidet man sportliche Aktivitäten nach ihrer Belastungsintensität, Dauer und mechanischen Spitzenkräften auf das Kunstgelenk. Generell gelten folgende Aktivitäten als empfehlenswert bzw. weitgehend sicher nach Hüft- und Knieendoprothesen:</p>
<ul>
<li>Low-Impact-Sportarten: Schwimmen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking und Golf zeichnen sich durch geringe Stoß- und Scherkräfte sowie gleichmäßige Bewegungsabläufe aus und werden von den meisten Fachgesellschaften als risikoarm eingestuft.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Moderate Sportarten: Tanzen, Pilates oder moderate Gymnastik können je nach Patientenvoraus­setzungen und ärztlicher Einschätzung sinnvoll sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>High-Impact-Sportarten: Laufen, Fußball, Basketball, Handball oder intensiver Skisport gelten traditionell als weniger empfehlenswert wegen der hohen Stoßbelastungen und potenziell gesteigerter Abrieb- bzw. Lockerungsrisiken sowie der erhöhten Gefahr von periprothetischen Frakturen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>In zahlreichen chirurgischen Umfragen und Reviews wurden Sportarten wie Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Golf als die am häufigsten akzeptierten Aktivitäten nach Hüft- und Knieendoprothese genannt, während Kontaktsportarten und hochdynamische Dis­ziplinen überwiegend nicht empfohlen wurden [8 – 11].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Timing und postoperative Phase</b></h2>
<p>Ein frühzeitiger Wiedereinstieg der sportlichen Aktivität sollte erst nach abgeschlossener primärer Heilung und Reha-Phase erfolgen – in der Regel etwa 3 – 6 Monate postoperativ für Low-Impact-Sportarten. Für komplexere oder sportlich anspruchsvollere Aktivitäten wird häufig ein längeres Intervall empfohlen, um die muskuläre Stabilität, Koordination und das propriozeptive Niveau zu sichern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Einfluss auf Prothesenstandzeit und Risiken</b></h2>
<p>Die Datenlage zu langfristigen Auswirkungen sportlicher Aktivität auf die Standzeit von Hüft- und Knieprothesen ist derzeit noch limitiert und heterogen. Einige Studien deuten an, dass hohe Spitzenbelastungen und repetitive Stoßkräfte mit einem erhöhten Abrieb und damit potenziell früheren Prothesenwechsel assoziiert sein könnten. Die meisten Studien haben ein follow-up von 10 – 15 Jahren. In der Hüftendoprothetik zeigt die Verwendung hochvernetztes Polyethylene im Vergleich zu normalen Kunststoffen deutlich weniger Abrieb und damit abriebinduzierte ­Lockerung sowie Revisionsraten [12, 13]. Etwas heterogener zeigt sich das Bild in der Kniegelenksendoprothetik. Hier scheint sich der Vorteil erst nach einem längeren Zeitintervall von 20 Jahren follow-up abzuzeichnen [14]. Somit ist eine individuelle Empfehlung für Patienten mit Knie- oder Hüftprothesen bezüglich der verschiedenen Sportarten sinnvoll.</p>
<p>Potenzielle Risiken umfassen:</p>
<ul>
<li>Periprothetische Frakturen nach traumatischen Ereignissen, insbesondere bei sportlicher Kollision oder bei Stürzen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Luxationen (v. a. bei Hüften­do­prothesen) durch extreme Bewegungsamplituden oder instabile mechanische Situationen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Abrieb und aseptische Lockerung durch repetitive Hochbelastungen, was langfristig zu einer Revision führen kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<h2><b>Präoperative Aktivität und Rückkehr zum Sport</b></h2>
<p>Patienten, die vor der Operation aktiv waren, kehren mit höherer Wahrscheinlichkeit nach der OP zu sportlichen Aktivitäten zurück. Bei zuvor inaktiven Patienten ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Gleichzeitig zeigt sich ein Trend zu einer Verlagerung zugunsten von weniger belastenden Sportarten nach operativer Versorgung (Tabelle).</p>
<figure id="attachment_22700" aria-describedby="caption-attachment-22700" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22700" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-1024x571.jpg" alt="" width="755" height="421" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-1024x571.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-300x167.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-768x429.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-150x84.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-450x251.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226-1200x670.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/SChmidlTab_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22700" class="wp-caption-text">Tab. Sportarten nach Hüft- und Knieendoprothetik – Empfehlung und Bewertung</figcaption></figure>
<h2><b>Klinische Empfehlungen und individuelle Faktoren</b></h2>
<p>Aktuelle Fachgesellschaften wie die American Association of Hip and Knee Surgeons (AAHKS) oder nationale sportmedizinische Verbände empfehlen ärztlich individualisierte Entscheidungen, die Alter, BMI, Knochenqualität, Prothesentyp, präoperative Aktivität und chirurgische Technik berücksichtigen. Generell gilt: die Rückkehr zu sport­licher Aktivität sollte schrittweise, gut begleitet und patientenspezifisch dosiert erfolgen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Sportliche Aktivität nach Hüft- und Knieendoprothese ist nicht nur möglich, sondern – sofern medizinisch sinnvoll dosiert – auch gesundheitsfördernd. Low-Impact-Sportarten sind breit akzeptiert und meist ohne signifikante Risiken für die Implantatstandzeit durchführbar. High-Impact-Sportarten sollten kritisch geprüft und meist reduziert oder modifiziert werden. Die derzeitige Literatur zeigt, dass sportliche Aktivität die Funktion, Muskelkraft und Lebensqualität deutlich verbessert, während der direkte Einfluss auf die Langzeit-Prothesenstandzeit sich durch die Verwendung neuer Kunststoffe verbessert. Dadurch bleiben individualisierte und interdisziplinäre Empfehlungen zwischen Operateur, Sportmediziner und Physiotherapeut essenziell. Auch werden künftige Studien zeigen, ob unterschiedliche Empfehlungen für Sportarten und Belastungen für Patienten mit einer Hüft- oder Knieprothesen gelten werden. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fun Fact</b></h2>
<p>Ich habe diesen Winterurlaub einen sportlichen Snowboarder im mittleren Rentenalter mit zwei künstlichen Kniegelenken kennenlernen dürfen, der aktiv fährt und damit besser zurechtkommt als mit Ski, da beide Beine fest auf dem Brett arretiert sind. Mit diesem Bild im Hinterkopf sollte gelten: individuelle Beratung, die zur jeweiligen Lebenssituation und Anspruch des Prothesenträgers passt.</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li>Finkenstädt V, Niehaus F. Die Aussagekraft von Länder Renk links im Gesundheitsbereich -Eine Analyse des Einflusses der Altersstruktur auf die OECD Daten. 2015</li>
<li>Wengler A, Nimptsch U, Mansky T. Hip and knee replacement in Germany and the USA: analysis of individual inpatient data from German and US hospitals for the years 2005 to 2011. Dtsch Arztebl Int. 2014; 111:407-416. doi:10.3238/arzebl.2014.0407</li>
<li>Healy WL et al. Athletic activity after total joint arthroplasty. J Bone Joint Surg Am. 2008;90(10):2245–2252.</li>
<li>Wylde V et al. Return to sport after joint replacement.Sports Med. 2015;45:269–292.</li>
<li>Kuster MS. Exercise recommendations after total joint replacement. Sports Med. 2002;32:433–445.</li>
<li>Kurtz SM, Gawel HA, Patel JD. History and systematic review of wear and osteolysis outcomes for highly crosslinked polyethylene. Clin Orthop Relat Res. 2011;469(8):2262–2278. doi:10.1007/s11999-011-1872-4</li>
<li>Hanna SA, Somerville L, McCalden RW, Naudie DD, MacDonald SJ. Highly cross-linked polyethylene decreases the risk of revision in total hip arthroplasty at 15 years. <em>J Arthroplasty.</em> 2016;31(8):1736–1741. doi:10.1016/j.arth.2016.02.041</li>
<li>AAHKS Guidelines Committee.<em> Recommendations for return to sports after hip and knee arthroplasty.</em> J Arthroplasty. 2021;36:234–240.</li>
<li>Deutscher Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). <em>Sport nach Endoprothetik – Positionspapier.</em></li>
<li>Hoorntje A et al. <em>High activity levels after total hip arthroplasty: increased wear?</em><br />
Clin Orthop Relat Res. 2018;476:122–130.</li>
<li>Wylde V et al. <em>Return to sport after joint replacement. </em>Sports Med. 2015;45:269–292.</li>
<li>Parilla FW, et al. Excellent long-term outcomes of highly cross-linked polyethylene in total hip arthroplasty at 20 years. J Arthroplasty. 2024;39(1):45–52. doi:10.1016/j.arth.2023.08.012</li>
<li>Migliorini F, et al. Highly cross-linked polyethylene shows lower wear and revision rates in total hip arthroplasty: a network meta-analysis. Sci Rep. 2024;14:71326. doi:10.1038/s41598-024-71326-1</li>
<li>Prentice HA, et al. Highly crosslinked polyethylene is associated with a lower revision risk in total knee arthroplasty at 20-year follow-up. J Bone Joint Surg Am. 2026;108(2):123–131. doi:10.2106/JBJS.25.00456</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gezieltes Trainkmanagement</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/22704/hydratation-50/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Uwe Schröder&nbsp;,&nbsp;Verena Hesse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22704</guid>

					<description><![CDATA[Im höheren Lebensalter ist körperliche Aktivität ein zentraler Baustein für Prävention und Lebensqualität. Dies gilt für gesundheitsorientiert aktive Best Ager ebenso wie für leistungsorientierte Masters. Die aktuellen WHO-Leitlinien betonen hier [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Im höheren Lebensalter ist körperliche Aktivität ein zentraler Baustein für Prävention und Lebensqualität. Dies gilt für gesundheitsorientiert aktive Best Ager ebenso wie für leistungsorientierte Masters. Die aktuellen WHO-Leitlinien betonen hier muskelkräftigende und<br />
funktionell ausgerichtete Aktivitäten [18].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da mit zunehmendem Alter der Erhalt von Skelettmuskelmasse, neuromuskulärer Funktion und Knochenintegrität an Bedeutung gewinnt und sich zugleich die Wasser- und Thermoregulation verändern, ist ein angepasstes Trinkmana­gement von besonderer Relevanz [14 – 16, 18].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Veränderte Hydratation im höheren Lebensalter</b></h2>
<p>Im Alter nehmen sowohl das Gesamtkörperwasser als auch der tägliche Wasserumsatz ab. Letzterer liegt im letzten Lebensdrittel im Mittel um rund 700 ml pro Tag niedriger als mit 30 Jahren.<br />
Zugleich können das Durstempfinden, die renale Konzentrationsfähigkeit sowie die Wahrnehmung von Veränderungen der Osmolalität und des Blutvolumens nachlassen [7, 8, 13]. Neuere Studien legen zudem nahe, dass eine chronisch niedrige Basiswasseraufnahme mit einer erhöhten Stressreaktivität und ungünstigeren Belastungs- und Regenerationsreaktionen assoziiert sein kann. Für Masters erscheint es deshalb sinnvoll, im Trinkmanagement zwischen der täglichen Basiszufuhr und dem belastungsbezogenen Trinken zu unterscheiden und beide Größen tagesaktuell zu berücksichtigen.</p>
<p>Daher ist die im Kontext der Sporternährung allgemein anerkannte Empfehlung des Trinkens nach Durst nicht pauschal auf aktive Best Ager übertragbar. In einer Studie mit männlichen Padelspielern über 65 Jahren erschienen viele Teilnehmer bereits suboptimal hydriert zum Training. Ihre durchschnittliche Trinkmenge während einer 90-minü­tigen Einheit lag mit rund 600 ml pro Stunde zwar im Bereich gängiger Empfehlungen, dennoch deuteten Urinparameter nach der Belastung auf eine ­Dehydratation hin [8]. Deshalb zielen zeitgemäße Hydratationsstrategien auf einen euhydrierten Belastungsbeginn ab und begrenzen Körpermassenver­luste während der Aktivität auf 2 %. Aber auch eine Gewichtszunahme während des Sports ist zu vermeiden, da sie als klinisch relevantes Warnsignal einer potenziellen belastungsassoziierten Verdünnungshyponatriämie zu werten ist [1, 2, 6, 11, 12]. Besonders ältere, oft langsamere Sporttreibende können vulnerabler sein, weil sie mehr Gelegenheit zum Trinken haben. Für aktive Best Ager folgt daraus, dass rund um den Sport nicht möglichst viel, sondern nur so viel wie erforderlich getrunken werden sollte.</p>
<h2><b>Mineralstoffprofil beachten</b></h2>
<p>Wenn der Energiebedarf mit zunehmendem Lebensalter sinkt und die Bedeutung muskel- und knochenbezogener Mikronährstoffe steigt, gewinnt die Relation von Nährstoffdichte zu Energiedichte an Gewicht. Ein calcium-, mag­nesium- und hydrogencarbonatreiches Mineralwasser ist deshalb besonders interessant, weil es Rehydratation, Kalorienfreiheit und Mineralstoffzufuhr verbindet. Für Magnesium zeigen systematische Reviews konsistente positive Assoziationen mit Muskelmasse und -kraft sowie einer geringeren Prävalenz sarkopenierelevanter Veränderungen [14, 16, 17]. Zudem konnte eine zusätzliche Magnesiumaufnahme in einer randomisierten Intervention die körperliche Leistungsfähigkeit älterer Menschen verbessern [17]. Da Magnesium an zahlreichen ATP-abhängigen Prozessen beteiligt ist und für Muskelkontraktion und -relaxation sowie den muskulären Energiestoffwechsel eine zentrale Rolle spielt, ist es im höheren Lebensalter als funktionell bedeutsamer Muskelmineralstoff einzuordnen [14, 16, 17]. Auch Calcium ist für die neuromuskuläre Signalübertragung und den Knochenmetabolismus von zentraler Bedeutung, sodass eine bedarfsgerechte Calciumversorgung wesentlich für eine knochengesundheitsorientierte Ernährungsstrategie ist [1, 10, 15]. Für Best Ager mit sinkendem Energiebedarf, geringer Milchproduktezufuhr oder dem Wunsch nach einer kalorienfreien Getränkewahl kann ein calciumreiches Mineralwasser daher einen relevanten Beitrag leisten. Rund um körperliche Aktivität eingesetzt, unterstützt ein calcium- und magnesiumreiches Mineralwasser den Ausgleich von Wasserverlusten und zugleich die Zufuhr dieser für die neuromuskulären und knochenmetabolischen Prozesse bedeutsamen Mineralstoffe [1, 10, 15].</p>
<p>Ein Alleinstellungsmerkmal einiger ­Mineralwässer ist darüber hinaus ihr hoher Hydrogencarbonatgehalt. Interventionsstudien zeigen, dass hydrogencarbonatreiches Mineralwasser den Urin-pH-Wert erhöhen, die Netto-Säure­ausscheidung senken und die systemische Pufferung beeinflussen kann. Zudem werden geringere Calciumverluste im Urin und niedrigere Marker der Knochenresorption diskutiert. Für aktive Best Ager ist dies bedeutsam, weil westliche Ernährungsweisen häufig mit einer positiven Säurelast einhergehen. In einer Studie an 120 perimenopausalen Frauen konnten bei sechsmonatiger Aufnahme von zwei Litern eines bicarbonat- und calciumhaltigen Mineralwassers Marker des Calciumstoffwechsels günstig beeinflusst und die Knochenintegrität unterstützt werden. Vereinzelt wurden auch Vorteile bei der Laktat-Clearance während hochintensiver Leistungsformen beschrieben [3, 4, 9, 10].</p>
<h2><b>Trinkpraxis für aktive Best Ager und Masters<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Aktive Best Ager sollten Belastungen möglichst euhydriert beginnen und sich dabei nicht allein auf den präexercise-Durst verlassen. In den letzten zwei bis vier Stunden vor der Aktivität sind insgesamt etwa 350 bis 500 ml Getränk ein praxisnaher Orientierungswert. Für Aktivitäten von mehr als 60 Minuten erscheinen etwa 400 bis 800 ml pro Stunde als sinnvoller Bereich. Nach dem Sport ist das entstandene Defizit in den folgenden Stunden gezielt mit ca. 130 % der individuellen Schweißverluste sukzessive auszugleichen. In Alltag, Training und Regeneration stellt ein calcium-, magnesium- und hydrogencarbonatreiches Mineralwasser wie z. B. Rosbacher Mineralwasser für aktive Best Ager und Master-Athleten eine gut vermittelbare Standardoption dar, da es Hydratation, Kalorienfreiheit und einen positiven Deckungsbeitrag zur Mineralstoffversorgung verbindet [1, 10 – 12].</p>
<h2><b>Fazit: gezieltes Trinken unterstützt nachhaltig</b></h2>
<p>Für aktive Best Ager und Master-Athleten zählt beim Trinken nicht das Mehr, sondern das Passende. Ein mineralstoffreiches Mineralwasser ist dabei ein alltagstauglicher, energiefreier und ernährungsphysiologisch sinnvoller Baustein, um gesundheits- wie leistungsorientierte körperliche Aktivität in der zweiten Lebenshälfte effektiv zu unterstützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Armstrong, L. (2021). Rehydration during Endurance Exercise: Challenges, Research, Options, Methods. <em>Nutrients</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/nu13030887">https://doi.org/10.3390/nu13030887</a></li>
<li>Armstrong, L., Stearns, R., Huggins, R., Sekiguchi, Y., Mershon, A., &amp; Casa, D. (2025). Reference Values for Hydration Biomarkers: Optimizing Athletic Performance and Recovery. <em>Open Access Journal of Sports Medicine</em>, 16, 31 &#8211; 50. <a href="https://doi.org/10.2147/oajsm.s508656">https://doi.org/10.2147/oajsm.s508656</a></li>
<li>Chiron, F., Erblang, M., Gulören, B., Bredariol, F., Hamri, I., Léger, D., Hanon, C., Tiollier, E., &amp; Thomas, C. (2024). Exploring the Influence of Acid-Base Status on Athletic Performance during Simulated Three-Day 400 m Race. <em>Nutrients</em>, 16. <a href="https://doi.org/10.3390/nu16131987">https://doi.org/10.3390/nu16131987</a></li>
<li>Chiron, F., Thomas, C., Bardin, J., Mullie, F., Bennett, S., Chéradame, J., Caliz, L., Hanon, C., &amp; Tiollier, E. (2024). Influence of Ingestion of Bicarbonate-Rich Water Combined with an Alkalizing or Acidizing Diet on Acid-Base Balance and Anaerobic Performance. <em>Journal of Human Kinetics</em>, 93, 105 &#8211; 117. <a href="https://doi.org/10.5114/jhk/182986">https://doi.org/10.5114/jhk/182986</a></li>
<li>Deshayes, T., Mornas, A., Sardar, S., &amp; Gagnon, D. (2025). Effect of Age on Fluid Replacement during Heat Exposure – The Human Heat Stress Project. <em>Physiology</em>. <a href="https://doi.org/10.1152/physiol.2025.40.s1.0164">https://doi.org/10.1152/physiol.2025.40.s1.0164</a></li>
<li>Kenefick, R. (2018). Drinking Strategies: Planned Drinking Versus Drinking to Thirst. <em>Sports Medicine (Auckland, N.z.)</em>, 48, 31 &#8211; 37. <a href="https://doi.org/10.1007/s40279-017-0844-6">https://doi.org/10.1007/s40279-017-0844-6</a></li>
<li>Li, S., Xiao, X., &amp; Zhang, X. (2023). Hydration Status in Older Adults: Current Knowledge and Future Challenges. <em>Nutrients</em>, 15. <a href="https://doi.org/10.3390/nu15112609">https://doi.org/10.3390/nu15112609</a></li>
<li>Lopes, A., Campos, M., Rosado, F., Rama, L., Ribeiro, A., Martinho, D., Teixeira, A., &amp; Massart, A. (2024). Analysis of Hydration Habits Before and During a Specific Training Session in Male Padel Athletes Aged over 65: Physiological and Psychological Implications. <em>Nutrients</em>, 16. <a href="https://doi.org/10.3390/nu16203513">https://doi.org/10.3390/nu16203513</a></li>
<li>Mansouri, K., Hanh, T., &amp; Hahn, A. (2025). Hydration Meets Regulation: Insights into Bicarbonate Mineral Water and Acid–Base Balance. <em>Nutrients</em>, 17. <a href="https://doi.org/10.3390/nu17142291">https://doi.org/10.3390/nu17142291</a></li>
<li>Marino, C., Pagano, I., Castaldo, G., Grimaldi, M., D’Elia, M., Santoro, A., Conte, A., Molettieri, P., Parisella, C., Buonocore, M., D’Ursi, A., &amp; Rastrelli, L. (2023). Supplementing Low-Sodium Bicarbonate–Calcic (Lete)® Water: Effects in Women on Bone and Systemic Metabolism. <em>Metabolites</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/metabo13111109">https://doi.org/10.3390/metabo13111109</a></li>
<li>Maughan, R., &amp; Shirreffs, S. (2010). Dehydration and rehydration in competative sport. <em>Scandinavian Journal of Medicine &amp; Science in Sports</em>, 20. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1600-0838.2010.01207.x">https://doi.org/10.1111/j.1600-0838.2010.01207.x</a></li>
<li>McDermott, P., Atc, S., Armstrong, P., Casa, A., Cheuvront, P., Ms, A., Kenney, P., O’Connor, M., &amp; Roberts, M. (2017). National Athletic Trainers&#8216; Association Position Statement: Fluid Replacement for the Physically Active.. <em>Journal of athletic training</em>, 52 9, 877-895. <a href="https://doi.org/10.4085/1062-6050-52.9.02">https://doi.org/10.4085/1062-6050-52.9.02</a></li>
<li>Pence, J., Davis, A., Allen-Gregory, E., &amp; Bloomer, R. (2025). Hydration Strategies in Older Adults. <em>Nutrients</em>, 17. <a href="https://doi.org/10.3390/nu17142256">https://doi.org/10.3390/nu17142256</a></li>
<li>Souza, A., Vasconcelos, A., Dias, D., Komoni, G., &amp; Name, J. (2023). The Integral Role of Magnesium in Muscle Integrity and Aging: A Comprehensive Review. <em>Nutrients</em>, 15. <a href="https://doi.org/10.3390/nu15245127">https://doi.org/10.3390/nu15245127</a></li>
<li>Strasser, B., Pesta, D., Rittweger, J., Burtscher, J., &amp; Burtscher, M. (2021). Nutrition for Older Athletes: Focus on Sex-Differences. <em>Nutrients</em>, 13. <a href="https://doi.org/10.3390/nu13051409">https://doi.org/10.3390/nu13051409</a></li>
<li>Van Dronkelaar, C., Fultinga, M., Hummel, M., Kruizenga, H., Weijs, P., &amp; Tieland, M. (2023). Minerals and Sarcopenia in Older Adults: An Updated Systematic Review.. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>.<a href="https://doi.org/10.1016/j.jamda.2023.05.017">https://doi.org/10.1016/j.jamda.2023.05.017</a></li>
<li>Van Dronkelaar, C., Van Velzen, A., Abdelrazek, M., Van Der Steen, A., Weijs, P., &amp; Tieland, M. (2017). Minerals and Sarcopenia; The Role of Calcium, Iron, Magnesium, Phosphorus, Potassium, Selenium, Sodium, and Zinc on Muscle Mass, Muscle Strength, and Physical Performance in Older Adults: A Systematic Review.. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>, 19 1, 6-11.e3. <a href="https://doi.org/10.1016/j.jamda.2017.05.026">https://doi.org/10.1016/j.jamda.2017.05.026</a></li>
<li>World Health Organization. (2020). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. World Health Organization. https://apps.who.int/iris/handle/10665/336656</li>
<li>Yates, B., Yates, B., Ellis, L., Butts, C., McDermott, B., Williamson, K., &amp; Armstrong, L. (2017). Factors Associated with Pre-Event Hydration Status and Drinking Behavior of Middle-Aged Cyclists. <em>The Journal of Nutrition, Health &amp; Aging</em>, 22, 335 &#8211; 340. <a href="https://doi.org/10.1007/s12603-017-0927-y">https://doi.org/10.1007/s12603-017-0927-y</a></li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schambeinentzündung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22690/schambeinentzuendung-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Michael Rettler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22690</guid>

					<description><![CDATA[Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Eine Schambeinentzündung, medizinisch Osteitis pubis, bezeichnet eine nicht-infektiöse Entzündungsreaktion im Bereich der Schambeinfuge (Symphysis pubica), dem Gelenk, das die beiden Schambeinknochen im vorderen Becken verbindet. Sie tritt besonders bei Sportlern und Menschen mit hoher Belastung des Beckens auf und gehört zu den Überlastungs-<br />
syndromen des Beckens. In der medizinischen Fachliteratur wird von einer Inzidenz von bis zu 20 % insbesondere bei Fußballern ausgegangen [6].</b></p>
<h2><b>Anatomischer Hintergrund – wo ist das Problem?</b></h2>
<p>Die Schambeinfuge ist ein faserknorpeliges Gelenk, das die beiden Schambeinanteile des Beckens verbindet. Es ist von starken Bändern stabilisiert und dient als Ansatzpunkt für wichtige Muskelgruppen:</p>
<ul>
<li>Hüftadduktoren (M. adductor longus, brevis et magnus, M. gracilis)</li>
<li>Bauchmuskeln (M. rectus abdominis) [1]</li>
</ul>
<p>Warum ist das wichtig? Bei Belastung (Laufen, Sprinten, Kicken) wirken enorme Scher- und Zugkräfte über diese Strukturen. Bei wiederholter Überbeanspruchung können Mikroverletzungen und entzündliche Veränderungen entstehen [1].</p>
<h2><b>Ursachen &amp; Risikofaktoren</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung entsteht meist durch wiederholte Überlastung (Microtrauma) und ungleiche Kräfte im Beckenbereich. Häufige Auslöser sind:</p>
<ul>
<li>Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, z. B. Fußball, Hockey, Sprinten – durch starke Adduktor- und Hüftbelastung [1]. Vermutung: Im Vergleich zu Naturrasen bietet Kunstrasen oft eine höhere Traktion (besserer Halt). Abrupte Richtungswechsel, Antritte und Stopps bei hoher Traktion erzeugen starke Zugkräfte der Adduktoren und Bauchmuskeln am Schambein.</li>
<li>Überbeanspruchung durch Training und Wettkampf – besonders ohne ausreichende Regeneration [3]</li>
<li>Muskelungleichgewichte bzw. schlechte Rumpfstabilität – Bauch-, Hüft- oder Beckenmuskulatur nicht ausreichend trainiert [3]</li>
<li>Andere Ursachen (seltener): Schwangerschaft, Geburt oder Becken-Operationen [4]</li>
</ul>
<h2><b>Typische Symptome</b></h2>
<p>Eine Schambeinentzündung zeichnet sich meist durch einen schleichenden Leistenschmerz aus, der durch Belastung verstärkt wird.<span class="Apple-converted-space">  </span>Typische Beschwerden sind Schmerzen im zentralen Beckenbereich, direkt über dem Schambein oder in der Leiste. Diese treten häufig bei Bewegungen wie Gehen, Sprinten, Treppensteigen oder bei Übungen wie Sit-ups auf. Auch Druck auf die Symphyse oder eine Anspannung der Adduktoren kann Schmerzen auslösen. Oft strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel oder die Hüfte aus. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu Ruheschmerzen mit dumpfen, unspezifischen Bauchschmerzen.</p>
<p>Wichtig: Symptome können variieren und beginnen häufig schleichend und zwischen dem radiologischen Befund einer Schambeinentzündung, der häufig mittels einer MRT-Untersuchung gestellt wird und dem klinischen Befund einer Schambeinentzündung muss unterschieden werden. Oftmals wird die Schambeinentzündung erst relevant, wenn die am Schambein ansetzende Muskulatur mit betroffen ist.</p>
<h2><b>Diagnose</b></h2>
<p>Die Diagnose basiert auf der Anamnese und einer klinischen Untersuchung sowie ergänzender Bildgebung. Dabei werden zunächst die Schmerzlokali­sationen erfasst und durch verschiedene Bewegungs- und Funktionstests, wie beispielsweise den Einbein-Stand-Test oder die Untersuchung der Hüftgelenke, weiter differenziert und klinisch eingeordnet. Zur weiteren Abklärung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz: Ein Röntgenbild kann knöcherne Veränderungen wie das „primary“ oder „secondary cleft sign“ zeigen, während ein MRT besonders sensibel entzündliche Veränderungen oder Knochenmarködeme (Abb. 2) sichtbar macht. Zusätzlich kann eine Sonographie eingesetzt werden, um Entzündungen, Flüssigkeitsansammlungen oder Gewebeveränderungen darzustellen und andere Ursachen wie Leistenhernien oder eine weiche Leiste auszuschließen. Daher ist genaue orthopädische Abklärung wichtig, da Leistenschmerzen viele Ursachen haben können [7]. Bei einem Drittel der Patienten besteht gleichzeitig eine Hüftproblematik (FAI).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_22693" aria-describedby="caption-attachment-22693" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22693" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettle_Abb2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22693" class="wp-caption-text">Abb. 2 Osteitis pubis bds. mit Beteiligung der Adduktoren links &gt; rechts</figcaption></figure>
<h2><b>Therapieübersicht</b></h2>
<p>Das oberste Ziel der Behandlung ist die Schmerzreduktion, die Entzündung zu lindern und eine funktionelle Stabilität wiederherzustellen.</p>
<p><b>Stufe 1 </b>Konservative Therapie</p>
<ul>
<li>Ruhe &amp; Belastungsreduktion – Vermeiden von schmerzauslösenden Aktivitäten</li>
<li>Physiotherapie – zentrale Maßnahme zur Stärkung der CORE-Muskulatur nach funktioneller Analyse (am besten mittels EMG).<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Medikamente – Vitamin D; entzündungshemmende Schmerzmittel am Anfang für einen kurzen Zeitraum (z. B. NSARs) kombiniert mit Naturheilkunde und / oder Homöopathie (Bromelain; Traumeel; Cherry Plus, Arnica D6, MSM)</li>
<li>Neuroreflektorische hyperbare CO2-Cryotherapie</li>
<li>Fokussierte Stoßwellentherapie (ESWT)</li>
<li>Magnetfeldtherapie (Fokussierte Hochenergie-Induktionstherapie mit Dual Field Applikator)</li>
<li>Injektionen mit PRP plus Traumeel direkt ans / ins Os pubis oder im Bereich des Ansatzes des M. gracilis bei secondary cleft sign (Abb.1)</li>
</ul>
<p><b>Stufe 2 </b>Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) mit ca. 20 – 40 Sitzungen bei gescheiterter konservativer Therapie Stufe 1</p>
<p><b>Stufe 3 </b>Operative Therapie – nur selten notwendig, z. B. bei strukturellen Instabilitäten oder begleitenden Leistenproblemen oder Versagen der konservativen Therapie nach einem längeren Zeitraum bei einem primär / secondary cleft sign</p>
<h2><b>Übungsbeispiele – Rehabilitation &amp; Prävention</b></h2>
<p>Diese Übungen dienen zur Förderung von Rumpfstabilität, Hüftkontrolle und Muskelbalance. Sie sollten schmerzfrei und unter Anleitung einer Physiotherapeut: in durchgeführt werden.</p>
<p><b>Core-Stabilität</b></p>
<ul>
<li>Plank (Unterarmstütz) – 3 x 20 – 30 Sek. halten [14]</li>
<li>Seitstütz (Side Plank) – 2 – 3 x 20 Sek. / Seite [14]</li>
</ul>
<p><b>Hüft- und Beckenmobilität:</b></p>
<ul>
<li>Brücke (Bridge) – 3 x 12 Wiederholungen [11]</li>
<li>Dead Bug – 2 – 3 Sätze x 10 Wiederholungen [11]</li>
</ul>
<p><b>Dehnungen</b></p>
<ul>
<li>Adduktoren-Stretch – 2 x 30 Sek. halten [5]<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Hüftbeuger-Stretch – 2 x 30 Sek./Seite [5]</li>
<li>Copenhagen Übungen für die Adduktoren (Abb. 3)</li>
</ul>
<figure id="attachment_22692" aria-describedby="caption-attachment-22692" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22692" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg" alt="" width="755" height="566" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1024x768.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-300x225.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-768x576.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-150x113.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-450x338.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226-1200x900.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Rettler_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22692" class="wp-caption-text">Abb. 3 Copenhagen-Adduktoren-Übung</figcaption></figure>
<h2><b>Prävention – wie kann man vorbeugen?</b></h2>
<p>Zur Verletzungsprävention im Training ist eine schrittweise Steigerung von Intensität und Umfang notwendig, um Anpassungsprozesse des Körpers zu fördern [4]. Ebenso wichtig sind ausreichende Regenerationsphasen zwischen intensiven Einheiten, um Überlastungen zu vermeiden [4]. Ergänzend tragen gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining der Rumpf-, Hüft- und Oberschenkelmuskulatur sowie ein struk­turiertes Aufwärmen mit anschließenden Dehnübungen – insbesondere für Adduktoren, Hüftbeuger und Rumpf – wesentlich zur Reduktion des Verletzungsrisikos bei, z. B. für den Fußball FIFA 11+ Programm [5].</p>
<h2><b>Prognose</b></h2>
<p>Bei frühzeitiger Diagnose und adäquater konservativer Therapie ist die Prognose in der Regel sehr gut. Viele Betroffene sind nach mehreren Wochen bis Monate wieder beschwerdefrei, insbesondere in Kombination mit konsequenter physiotherapeutischer Arbeit [4].</p>
<p>Literatur</p>
<ol>
<li style="font-weight: 400;">emedicine.medscape.com</li>
<li style="font-weight: 400;">ultrasoun-guided-injections.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">wikism.org</li>
<li style="font-weight: 400;">my.clevelandclinic.org</li>
<li style="font-weight: 400;">liebscher-bracht.com</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.de</li>
<li style="font-weight: 400;">webmd.com</li>
<li style="font-weight: 400;">pubmed.ncbi.nlm.nih.gov</li>
<li style="font-weight: 400;">airedalemsk.co.uk</li>
<li style="font-weight: 400;">netdoktor.at</li>
<li style="font-weight: 400;">de.wikipedia.org</li>
<li style="font-weight: 400;">schambeinentzuendung.com</li>
<li style="font-weight: 400;">www.dfb.de</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Magnetic Resonance Therapy in Professional Sports</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22749/magnetic-resonance-therapy-in-professional-sports/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Anna Schreiner&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. med. Götz Welsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 09:33:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22749</guid>

					<description><![CDATA[PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch Injuries are a structural risk in professional soccer—with direct implications for athletic success and significant economic implications. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>PD Dr. med. Anna J. Schreiner , Richard Evans, Prof. Dr. med. Götz Welsch</p>
<p><strong>Injuries are a structural risk in professional soccer—with direct implications for athletic success and significant economic implications. Recent analyses from Europe’s top leagues show that several thousand injuries occur per season, resulting in lost wages in the hundreds of millions (Howden Men’s European Football Injury Index 2023 / 24).</strong></p>
<p>Against this backdrop, the importance of efficient rehabilitation strategies is growing. In addition to established methods, attention is increasingly turning to the question of how additional therapeutic components can be meaningfully integrated into existing approaches to further support the healing process and optimize return-to-play times. The study “Magnetic Resonance Therapy as Part of a Combination Therapy in Professional Soccer—One-Year Results, a Case Series,” published last year in the German Journal of Sports Medicine, examines the role of therapeutic magnetic resonance imaging (NMRT or tNMR, also known as KSRT or MBST®) as a complementary component within a multimodal treatment approach in professional soccer. The study was based on a case series from HSV, then a German second-division club (head team physician Prof. G. Welsch), over a period of one year. A total of 13 players with various chronic and acute musculoskeletal injuries, primarily in the lower extremities, were treated with magnetic resonance therapy in addition to their existing standard rehabilitation regimen. The underlying treatment concept was deliberately broad in scope and combined various established measures, including physical therapy interventions, sport-specific rehabilitation training, physical therapies, and complementary nutrition- and recovery-oriented strategies. MBST® was integrated as a new and additional component. This non-invasive method uses magnetic resonance therapy to stimulate cellular metabolic processes in various tissues and support regenerative processes (see also previous articles 2025/2026 in the *sportärztezeitung*).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-22647" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg" alt="" width="755" height="759" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1019x1024.jpg 1019w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-150x151.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-768x772.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-450x452.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-1200x1206.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226-120x120.jpg 120w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Schreiner_Graphic_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<p>During the observation period, all participating players were successfully reintegrated into training and competition. The therapy was well integrated into the daily rehabilitation routine and was well accepted by both the players and the support team. No side effects were observed. Furthermore, no re-injuries occurred within the documented period, indicating stable healing processes. The general clinical outcomes, as well as the players’ subjective assessments, were consistently positive. When interpreting the results, it becomes clear that magnetic resonance therapy should be considered particularly within the context of complex, multimodal treatment approaches. Naturally, based on the available data, it is not possible to clearly isolate its effect. At the same time, the results show that the method can be easily integrated into existing structures and makes a supportive contribution to recovery. The cases demonstrate that, particularly in cases of chronic or treatment-resistant conditions—such as those involving tendons or bone metabolism—there may be potential added benefit, and certain gaps in treatment can be addressed with this physical therapy. However, due to the exploratory design and the limited number of cases, these are primarily practical observations. The analysis thus provides an initial structured insight into the application under real-world conditions in professional sports. It is precisely this practical relevance, however, that represents significant added value, as it addresses the feasibility and integration into the performance-oriented daily routine.</p>
<p>In Germany, MBST® is firmly established in therapeutic use as an official partner not only with HSV but also with Holstein Kiel and the Braunschweig Basketball Löwen (team orthopedic physician Dr. N. Fiedler). In the United Kingdom, registry data collection has been underway since last season at the soccer clubs Charlton Athletic and Wrexham AFC, as well as at the rugby club Bath. Data is thus being collected there in a real-world setting. According to Rory Murray (Head of Medical Services, Bath Rugby), the preferred applications of magnetic resonance therapy—which allows players to return to play more quickly—include the treatment of bone fractures, with particularly positive results observed in rib fractures involving cartilage, as well as tendon pathologies. At Charlton Athletic FC (Adam Coe, Head of Medical), over 40 cases of combination therapy with MRI therapy are now being monitored, demonstrating a time advantage in the form of a faster return to play for muscle injuries, tendon and ligament injuries, as well as bone pathologies (data not yet published).</p>
<h2><b>Conclusion</b></h2>
<p>The results of the previously published case series show that magnetic resonance therapy is being used in a practical and meaningful way as a complementary component of combination therapy in professional soccer and offers further potential. Particularly noteworthy are its good practicality, absence of side effects, high acceptance, and the observed stable and, in some cases, faster return-to-play trajectories (in the current analysis of UK registry data). Future analyses—particularly those based on larger registry data sets and spanning multiple clubs—will be crucial for more precisely assessing the significance of this method and defining expanded areas of application—e.g., in the realm of more targeted general recovery as well as prevention. Nuclear magnetic resonance therapy can therefore be regarded as a promising, useful, and relevant component of modern, integrative therapeutic strategies.</p>
<p>This article is based on the detailed original article: <a href="https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/">“Nuclear Magnetic Resonance Therapy as Part of Combination Therapy in Professional Soccer—One-Year Results, a Case Series”</a> (Schreiner AJ, Mulholland K, Evans R, Welsch G. Nuclear magnetic resonance therapy as part of combination therapy in professional soccer—1-year results, a case series. Dtsch Z Sportmed. 2025; 76: 233–238. doi:10.5960/dzsm.2025.647; https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2025/issue-7/nuclear-magnetic-resonance-therapy-as-part-of-combination-therapy-in-professional-football-1-year-results-a-case-series/).</p>
<p>Courtesy of the German Journal of Sports Medicine.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Extreme Sarkopenie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22687/extreme-sarkopenie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Pfeffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 08:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<category><![CDATA[INSUMED]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22687</guid>

					<description><![CDATA[Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt im Mai 2024 auf [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Anamnese: Ein 83-jähriger Patient mit PEG-Versorgung (Perkutane Endoskopische Gastrostomie) nach 7-monatiger Krankenhausbehandlung wurde bei Problemen mit der Sondennahrung und erkennbarem, deutlichem Untergewicht vorgestellt. Der Patient erlitt<br />
im Mai 2024 auf einem Kreuzfahrtschiff eine schwere Urosepsis und wurde daraufhin in Italien von Bord in ein Krankenhaus gebracht.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da sich der Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde er in ein künstliches Koma gelegt. Für den luftgebundenen Rücktransport nach Deutschland und der bestehenden Ateminsuffizienz wurde der Patient tracheostomiert und beatmet rückverlegt. Nach Entwöhnung von der Beatmung bestand bei ihm eine deutliche Schluckstörung, sodass man sich in der Klinik für die Anlage einer PEG-Sonde entschied. Nach mehreren Komplikationen während des mehrmonatigen stationären Aufenthalts wurde der Patient im Dezember 2024 schließlich untergewichtig, sarkopenisch, mit massiven Spastiken in den Armen und Beinen, inliegendem Tracheostoma und weiterhin bestehender Schluckstörung übergangsweise in eine stationäre Pflege­einrichtung verbracht. Dort entwickelte er unter hochkalorischer Fresubingabe massive Diarrhoen, die zu einem weiteren Gewichtsverlust führten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Patient wurde mir durch die Angehörigen im Januar 2025 zur Ernährungstherapie vorgestellt. Er war zwischenzeitlich mobilisiert und konnte stundenweise im Rollstuhl sitzen. Die häusliche Versorgung erfolgte durch einen 24-Stunden Intensivpflegedienst. Logopädie, Ergo- sowie Physiotherapie erfolgten mehrmals wöchentlich. Eine genaue Gewichtsangabe konnte nicht eruiert werden, da der Patient zuletzt in Italien gewogen wurde. Da keine objektiven Daten zu Gewicht, Muskelmasse und dem Flüssigkeitshaushalt vorlagen, wurde eine Diagnostik auf Sarkopenie durchgeführt. Die Auswertung des SARC-F-Fragebogens ergab einen Wert von 6 Punkten und somit ein positives Screening auf Sarkopenie. Eine Muskelkraftmessung konnte aufgrund der Spastiken in den Händen nicht durchgeführt werden. Bei positivem Befund mittels SARC-F-Fragebogens wird die Durchführung einer <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/4842/bioelektrische-impedanzanalyse/">Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA)</a> als weitere Diagnostik zur Bestätigung der Sarkopenie [1] sowie von den ESPEN Guidelines als Diagnostik und Monitoring bei Mangelernährung und bei Patienten mit Ernährung über PEG-Sonden [2, 3] klar empfohlen. Hierbei lässt sich die Körperzusammensetzung bestimmen, insbesondere die Muskelmasse und das Körperwasser bzw. dessen (intra- und extrazelluläre) Verteilung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die durchgeführte BIA wurde im Liegen durchgeführt, die Gewichtsmessung erfolgte mit einer Sitzwaage. Das Gewicht lag bei 48,9 kg bei einer Körpergröße von 163 cm, der BMI somit bei 18,3 kg/m². Die errechnete Skelettmuskelmasse lag gesamt bei 8,9 kg, was lediglich 18 % des Körpergewichts ausmachte. Eine Sarkopenie war somit bestätigt. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr lag bei 3,5 l – womöglich durch eine übermäßige Flüssigkeitsgabe durch den Pflegedienst und dem nicht berücksichtigten Wasseranteil bei der zugeführten Sondennahrung – bei einer bestehenden Niereninsuffizienz Grad 2 – 3 und einem in der BIA-Messung sichtbar deutlich erhöhten Anteil an extrazellulärem Wasser.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>Als Ergebnis der Messung wurden folgende Maßnahmen (targeted nutrition &amp; Physiotherapie) in Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen ergriffen:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgrund der massiven Diarrhoen erfolgte zunächst die Umstellung von Fresubin auf eine normalkalorische Sondenkost (Fa. Hipp) sowie eine Reduktion der Flüssigkeitszufuhr auf ca. 2,5 l pro Tag unter Berücksichtigung des Wasseranteils in der Sondenkost. Da sich die Diarrhoen unter dieser Kost zurückbildeten, stellten wir den Patienten bei sehr guter Verträglichkeit langsam auf hochkalorische Sondenkost derselben Firma um. Parallel wurde dem Patienten ein Eiweißpräparat (INSUMED Bestform) über die PEG verabreicht. Anfangs 20 g pro Tag in aufgeteilten Einzelgaben zur Sondenkost, mit Steigerung bei guter bis sehr guter Verträglichkeit auf 40 g pro Tag. Die zusätzliche Proteingabe war aufgrund der Schwere der Erkrankung, des Untergewichts und der bestehenden Sarkopenie zusätzlich angezeigt, da in solchen Fällen der Gesamtbedarf an Protein von bis zu 2,0 g /kg Körpergewicht / Tag empfohlen wird [4]. Bei diesem Patienten wären das knapp 100 g proTag allein für das bestehende Gewicht. Da jedoch eine Gewichts- bzw. Muskelzunahme angestrebt werden musste, wurde dementsprechend mit einem Zielgewicht deutlich über dem derzeitigen Körpergewicht von 48,9 kg gerechnet, jedoch mit o. g. Steigerung der Zugabe. Das zusätzliche Protein wurde außerdem zur Unterstützung der begonnenen Physiotherapie benötigt. Allerdings musste bei bestehender Niereninsuffizienz eine engmaschige Laborkontrolle durchgeführt werden, obwohl eine Proteingabe bei dieser Erkrankung nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist [5]. Einer größeren Bedeutung sollte hierbei einerseits der Aminosäure L-Leucin beikommen, die besonders wichtig für die Aktivierung von mTOR und somit für die Proteinsynthese ist [6, 7]. Andererseits der Aminosäure L-Glutamin, welche eine wesentliche Energiequelle für Immun- und Darmzellen und insofern mitentscheidend für das Immunsystem und die Darmfunktion ist [8, 9]. Da die Muskulatur als großes Stoffwechselorgan gilt [10] und wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem hat [11], sie bei diesem Patienten jedoch massiv reduziert war und er außerdem zuvor an einer Verdauungsstörung litt, nehmen die beiden genannten Aminosäuren eine zentrale Funktion ein. Letztlich sind alle anderen Aminosäuren nicht weniger bedeutsam für den Körper, weshalb für eine optimale Muskelversorgung idealerweise auf ein umfangreiches und ausgewogenes Aminosäureprofil geachtet werden sollte, was bestenfalls laborchemisch zuvor überprüft wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nach sechs Wochen wurde zur Kon­trolle erneut eine BIA-Messung durchgeführt. Hierbei zeigten sich bereits verbesserte Werte. Der Patient hatte ca. 4 kg Gewicht zugenommen, davon 1,1 kg Muskelmasse und der Gesamtkörperwasseranteil hatte sich reduziert. Der Physiotherapeut konnte bei der wöchentlichen Therapie subjektiv einen Kraftzuwachs sowie eine verbesserte Funktionalität der Muskulatur feststellen. Die Sarkopenie wurde langsam rückläufig. Die Physiotherapie bestand anfänglich aus regelmäßigem Durchbewegen und Detonisieren der Muskulatur, um die Kontrakturen zu verbessern und neuen Kontrakturen vorzubeugen. Zusätzlich wurden Bewegungserfahrungen aus der Vergangenheit des Patienten vor der Erkrankung erarbeitet und mit explosiven Bewegungserfahrungen gepaart und angeleitet. Jede Bewegung wurde schneller ausgeführt. Ziel war es, den Rhythmus einer Beugung in den Armen und Beinen zu verdoppeln. Bei den Armen, die stark kontrahiert waren und denen die Bewe­gungen schwerfielen, wurden 12 Wiederholungen als Ziel durchgeführt. Sobald die Bewegungen kräftiger und die Gelenke beweglicher wurden, galt es, 50 – 100 Wiederholungen zu bewältigen. Nach sechs Monaten hatte der Patient dieses Ziel erreicht. Zusätzlich wurden Propriozeptionstraining und exzentrische Belastungen durchgeführt, die ebenfalls zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit des Patienten führten. <span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<h2><b>Ergebnis</b></h2>
<p>Die Eiweißgabe über die PEG erfolgte über 12 Monate ohne jegliche Komplikationen und wurde vom Patienten sehr gut toleriert. Die hoch- und normalkalorische Kostform konnte nach 10 Monaten abgesetzt werden, da der Patient wieder in der Lage war, selbständig Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach weiteren 5 Monaten zusätzlicher Eiweißgabe und dreimaliger Physiotherapie pro Woche hat er eine Gewichtszunahme von ca. 14 kg erreicht. Der BMI liegt bei 23,2 kg/m². Die errechnete Muskelmasse konnte im selben Beobachtungs- und Messzeitraum um ca. 4 kg gesteigert werden. Vor allem die Spastiken in den Händen und Beinen haben sich deutlich gebessert. Unter regelmäßigen Laborkontrollen – insb. der Nieren- und Eiweißwerte – zeigen sich bis heute keine Auffälligkeiten, der Sarkopenie und dem Untergewicht konnte somit erfolgreich entgegengetreten werden. Festzuhalten bleibt, dass die zusätzliche Eiweißgabe über eine PEG in dem vorliegenden Fall gut funktionierte, keinerlei Komplikationen darstellte und in Kombination mit hochkalorischer/normalkalorischer Kost zu einer deutlichen Besserung des Untergewichts und der Sarkopenie geführt hat. Die dreimal wöchentlich durch­geführte Physiotherapie trug maßgeblich zum Muskelaufbau und dem Abbau der Spastiken bei. Die Eiweißgabe wird aktuell mit 20 g pro Tag als Erhaltungsdosis fortgeführt, um die Muskelmasse unterstützend weiter aufzubauen bzw. zu erhalten. Eine BIA wird alle vier ­Wochen in Kombination mit Laborkontrollen insb. der Nierenwerte, des Serum­albumins und des Transthyretins durchgeführt. Alle acht Wochen werden die oben beschriebenen Aminosäuren laborchemisch kontrolliert. Auch hier zeigten sich deutliche Verbesserungen nach Gabe der Protein-Nahrungsergänzung. Nach also nunmehr 17 Monaten intensiver Therapie und Eiweißgabe hat der Patient ungefähr sein Gewicht von ca. 63 kg von vor der Erkrankung wieder erreicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Auch schwerkranke, bettlägerige, sarkopenische und mit einer PEG-Sonde versorgte Patienten profitieren von einer zusätzlichen Eiweißgabe in Kombination mit einer intensiven Physiotherapie. Die Versorgung mit zusätzlichem, hochwertigem Eiweiß über eine PEG-Sonde stellt grundsätzlich kein Ausschlusskriterium dar, sofern der Patient engmaschig kontrolliert wird. <span class="Apple-converted-space">     </span></p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Schaupp, A., et al. Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Sarkopenie. <em>Z Gerontol Geriat</em><em>.</em> 54, 717–724 (2021).</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Cederholm T., et al. GLIM criteria for the diagnosis of malnutritione A consensus report from the global clinical nutrition community. <em>Clinical Nutrition</em> (2018).</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Bischoff, S.C., et al. ESPEN practical guideline: Home enteral nutrition. <em>Clinical Nutrition</em> (2022).</p>
<p>[4] Bauer, J., et al. Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People: A Position Paper From the PROT-AGE Study Group. <em>Journal of the American Medical Directors Association</em>(2013).</p>
<p>[5] Carballo-Casla, A., et al. Protein Intake and Mortality in Older Adults With Chronic Kidney Disease. <em>JAMA Network Open. </em>7;(8):e2426577 (2024).</p>
<p>[6] Layne, N. &amp; Donald, L. Leucine Regulates Translation Initiation of Protein Synthesis in Skeletal Muscle after Exercise. <em>The Journal of Nutrition. </em>136(2), 533-537 (2006).</p>
<p>[7] Bauer, M., et al. Effects of a vitamin D and leucine-enriched whey protein nutritional supplement on measures of sarcopenia in older adults, the PROVIDE study: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. <em>Journal of the American Medical Directors Associatio. </em>16(9), 740-7 (2015).</p>
<p>[8] Li, P., et al. Amino acids and immune function. <em>British Journal of Nutrition. </em>98(2), 237-252 (2007).</p>
<p>[9] RadhaKrishna, R. &amp; Samak, G. Role of Glutamine in Protection of Intestinal Epithelial Tight Junctions. <em>Journal of Epithelial Biology &amp; Pharmacology.</em> 5, 47-54 (2011).</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle–Organ Crosstalk: The Emerging Roles of Myokines. <em>Endocrine Reviews.</em> 42(1), 97-99 (2021).</p>
<p>[11] Severinsen, M.C.K. &amp; Pedersen, B.K. Muscle-Organ Crosstalk: Focus on Immunometabolism. <em>Frontiers in Physiology. Striated Muscle Physiology. </em>11-20 (2020).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hochtontherapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22659/hochtontherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Kuno Hottenrott,&nbsp;Christoph Werner&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. Dr. med. Hans-Herbert Vater]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22659</guid>

					<description><![CDATA[Ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung ist entscheidend für Leistungssteigerungen im Sport. Eine effiziente Regeneration ermöglicht kontinuierlichen Fortschritt und beugt anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall sowie erhöhter Infektanfälligkeit vor. Eine gezielte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung </b><b>ist entscheidend für Leistungssteigerungen im Sport. Eine effiziente Regeneration ermöglicht kontinuierlichen Fortschritt und beugt anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall sowie erhöhter Infektanfälligkeit vor. Eine gezielte Optimierung der Regeneration kann die Erholungsprozesse beschleunigen, wodurch eine höhere Trainingsfrequenz und ein gesteigerter Gesamt­trainingsreiz realisierbar werden, was langfristig die Leistungsentwicklung verbessert.</b></p>
<p>Die Hochtontherapie ist eine spezielle Form der Elektrotherapie, bei der die Amplitude (Stromintensität) und die Frequenz (zwischen 4.096 und 32.768 Hertz) gleichzeitig moduliert werden. Je höher die Frequenz, desto mehr Energie kann entsprechend der individuellen Schwellenkurve der Stromempfindung des Patienten eingeschleust werden. Sie ist seit Jahren im klinischen Kontext etabliert und zeigt nachweislich positive Effekte, insbesondere bei degenerativen Erkrankungen wie Polyneuropathien [6, 7]. Weitere Wirksamkeitsnachweise liegen u. a. für das Tarsaltunnelsyndrom [2], zirkulatorische Enzephalopathien [8] sowie posttraumatische Belastungsstörungen und traumatische Hirnverletzungen vor [1]. Im sportwissenschaftlichen Kontext deuten erste Studien darauf hin, dass eine mehrwöchige Anwendung der Hochtontherapie nach intensiven Kraftbelastungen zu signifikanten Verbesserungen der Maximalkraft und Kraftausdauer führt [4, 5]. Ob sich diese Effekte auch auf die Ausdauerleistungsfähigkeit übertragen lassen, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.</p>
<h2><b>Studiendesign und Probandenkollektiv</b></h2>
<p>Es wurde ein randomisiertes Prä-Post-Design mit intraindividuellem Vergleich (Within-Subject-Design; Armseite: therapiert vs. nicht therapiert) durchgeführt. An der achtwöchigen Interventionsstudie nahmen drei Frauen (Alter: 30,7 ± 16,0 Jahre; BMI: 22,4 ± 0,8 kg / m²) und sieben Männer (Alter: 31,3 ± 8,2 Jahre; BMI: 22,0 ± 2,8 kg/m²) der deutschen Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft teil. Die Ausdauerleistungsfähigkeit wurde unilateral auf einem Handkurbelergometer mittels eines standardisierten Stufentests ermittelt (Startleistung: 10 W; Steigerung um 10 W alle 2 Minuten bis zur Ausbelastung). Vor und nach jeder Belastungsstufe wurden die Laktat- und Glukosekonzentration aus kapillarem Ohrblut mittels ampero­metrischer Analyse sowie der Blutdruck bestimmt; die Herzfrequenz wurde kontinuierlich mittels Brustgurt und EKG aufgezeichnet (Abb. 1). Die Reihenfolge der Testung von rechtem und linkem Arm wurde randomisiert, sodass jeweils fünf Probanden zunächst mit dem rechten beziehungsweise linken Arm getestet wurden. Zwischen den beiden Prätestungen wurde eine einstündige passive Pause eingehalten. Nach acht Wochen wurden die Untersuchungen unter identischen Bedingungen wiederholt; die Testungen erfolgten zur gleichen Tageszeit und in der gleichen Reihenfolge wie im Prätest.</p>
<figure id="attachment_22667" aria-describedby="caption-attachment-22667" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22667" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1024x803.jpg" alt="" width="755" height="592" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1024x803.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-300x235.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-768x602.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-150x118.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-450x353.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226-1200x941.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22667" class="wp-caption-text">Abb. 1 Unilateraler Armkurbeltest bei einem Probanden</figcaption></figure>
<h2><b>Intervention</b></h2>
<p>Die Hochtonbehandlung erfolgte mit dem HiToP® 1touch Therapiegerät unter Verwendung von Frequenzen im Bereich von 4.096 bis 32.768 Hz und wurde über das Programm SimulFAMi gesteuert. Unmittelbar nach dem Prätest wurden die Teilnehmenden durch geschultes Fachpersonal in die Durchführung der Behandlung sowie in das Anlegen der Kontaktpads mittels elastischer Bandagen eingewiesen (Abb. 2). Die zu behandelnde obere Extremität wurde randomisiert zugewiesen, wobei jeweils fünf Probanden den rechten und fünf den linken Arm behandelten. Die Anwendung erfolgte eigenständig und sollte möglichst täglich für 60 Minuten durchgeführt werden. Jedem Probanden wurde für die gesamte Dauer des Interventionszeitraums ein Therapiegerät zur Verfügung gestellt. Die einzelnen Therapiezeiten wurden im Gerät gespeichert.</p>
<figure id="attachment_22666" aria-describedby="caption-attachment-22666" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22666" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1024x687.jpg" alt="" width="755" height="507" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1024x687.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-300x201.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-768x516.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-150x101.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-450x302.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226-1200x806.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22666" class="wp-caption-text">Abb. 2 Hochtontherapiegerät (HiToP) und Fixation des unteren Kontaktpads mittels elastischer Bandage am Unterarm. Das zweite Kontaktpad wurde am Oberarm / Schultergürtel befestigt.</figcaption></figure>
<h2><b>Datenauswertung und statistische Analyse</b></h2>
<p>Die statistische Auswertung erfolgte mit IBM SPSS Statistics (Version 24). Als primärer Endpunkt wurden die maximal erreichten Wattminuten definiert. Herzfrequenz-, Laktat-, Glukose- und Blutdruckwerte wurden als sekundäre Endpunkte analysiert. Zur Überprüfung von Veränderungen wurde eine zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung (2 × 2) durchgeführt, mit den beiden Within-Subject-Faktoren Zeit (Prä vs. Post) und Armseite (therapiert vs. nicht therapiert). Die Normalverteilung der Differenzwerte wurde mittels Shapiro-Wilk-Test überprüft. Aufgrund von jeweils zwei Ausprägungen pro Faktor war die Voraussetzung der Sphärizität erfüllt. Bei signifikanten Interaktionseffekten wurden Post-hoc-Analysen mittels gepaarter t-Tests durchgeführt. Ergänzend wurde zur Robustheitsprüfung ein Wilcoxon-Vorzeichen-Rangtest für die Prä-Post-Vergleiche innerhalb der Armseiten herangezogen. Das Signifikanzniveau wurde auf p &lt; 0,05 festgelegt. Effektstärken wurden als partielles Eta-Quadrat (η²<sub>p</sub>) für die Varianzanalyse sowie als Cohen’s d für abhängige Stichproben für paarweise Vergleiche berechnet.</p>
<h2><b>Ergebnisse</b></h2>
<p>Ein Teilnehmer musste aufgrund einer Verletzung die Intervention abbrechen; zudem konnte eine Spielerin im Posttest nur submaximal belastet werden. Damit wurden acht Personen, sechs Spieler und zwei Spielerinnen, für die Auswertung erfasst. Die Auswertung der im Programm SimulFAMi gespeicherten Nutzungsdaten ergab eine mittlere tägliche unilaterale Anwendungszeit von 36,5 ± 16,3 Minuten. Die im Stufentest erreichte Arbeit in Wattminuten nahm nach der trainingsbegleitenden Hochtontherapie auf der therapierten Armseite im Mittel um 77,2 W·min und auf der nicht therapierten Armseite um 21,1 W·min zu (siehe Abb. 3).</p>
<figure id="attachment_22665" aria-describedby="caption-attachment-22665" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22665" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1024x604.jpg" alt="" width="755" height="445" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1024x604.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-300x177.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-768x453.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-150x89.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-450x266.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226-1200x708.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22665" class="wp-caption-text">Abb. 3 Erreichte mittlere Wattminuten beim Handkurbel­ergometertest vom Interventionsarm und Kontrollarm (N = 8)</figcaption></figure>
<p>Varianzanalyse und Effektstärkenberechnung ergaben eine signifikante Interaktion zwischen Zeit und Armseite F(1,7) = 7,78, p = 0,014, η²<sub>p</sub> = 0,36. Dies weist darauf hin, dass sich die Veränderung über die Zeit zwischen Interventions- und Kontrollarmseite bei einem großen Interaktionseffekt signifikant unterscheidet. Post-hoc-Analysen ergaben, dass die Leistungssteigerung auf der therapierten Armseite signifikant war (p = 0,01, 95 %-Konfidenzintervall 22,4 bis 131,8 W·min). Auch unter nichtparametrischen Annahmen ist das Ergebnis signifikant (Wilcoxon-Vorzeichen-Rangtest: p = 0,008). Im Kontrollarm gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Prä- und Postmessung (p = 0,25). Für Herzfrequenz-, Laktat-, Glukose- und Blutdruckwerte zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen dem therapierten und dem nicht therapierten Arm.</p>
<figure id="attachment_22664" aria-describedby="caption-attachment-22664" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22664" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1024x913.jpg" alt="" width="755" height="673" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1024x913.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-300x268.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-768x685.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-150x134.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-450x401.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226-1200x1070.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Hottenrott_Tab_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22664" class="wp-caption-text">Im Stufentest erreichte Wattminuten im Prä-Post-Vergleich von der Interventionsarmseite und Kontrollarmseite</figcaption></figure>
<h2><b>Diskussion</b></h2>
<p>Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass eine trainingsbegleitende Anwendung der Hochtontherapie zu einer signifikant größeren Verbesserung der Ausdauerleistungs-fähigkeit auf der therapierten im Vergleich zur nicht therapierten Armseite führte. Der beobachtete Interaktionseffekt war groß (η²<sub>p </sub>= 0,36), was auf eine substanzielle praktische Relevanz hinweist. Dies spricht für die Unterstützung regenerativer Prozesse durch die Hochtontherapie mit schnellerer Adaptation. Dies kann u. a. auf eine verbesserte Mikrozirkulation, eine beschleunigte metabolische Clearance oder neuromuskuläre Effekte zurückzuführen sein, wie sie auch aus Studien im Kraftbereich beschrieben werden. Im Gegensatz zur Leistungssteigerung zeigten sich keine signifikanten Veränderungen in den physiologischen Parametern Herzfrequenz, Laktat, Glukose oder Blutdruck. Dies deutet darauf hin, dass die beobachteten Leistungssteigerungen nicht primär durch Veränderungen kardiovaskulärer oder metabolischer Adaptationen erklärbar sind, sondern möglicherweise auf periphere oder neuromuskuläre Anpassungen zurückzuführen sind. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit Untersuchungen im Krafttraining [3 – 5], erweitern diese jedoch erstmals auf den Bereich der Ausdauerleistungsfähigkeit.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Zusammenfassend deutet die vorliegende Studie darauf hin, dass die trainingsbegleitende Anwendung der Hochtontherapie die Ausdauerleistungs­fähig-<br />
keit signifikant verbessern kann. Der große Interaktionseffekt spricht für eine relevante unterstützende Wirkung auf trainingsinduzierte Anpassungsprozesse. Weitere Studien mit größeren Stichproben sind erforderlich, um die Wirksamkeit und die zugrunde liegenden Mechanismen für die Leistungseffekte weiter zu klären.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<ol>
<li>Babov, K. D., Zabolotna, I. B., Plakida, A., Volyanska, V. S., Babova, I. K., Gushcha, S., &amp; Kolker, I. A. (2022). The effectiveness of high-tone therapy in the complex rehabilitation of servicemen with post-traumatic stress disorder complicated by traumatic brain injury. Neurological Sciences, 44(3), 1039–1048.</li>
<li>Dawah RM, Seddik F, &amp; Grase MO. The effect of high tone external muscle stimulation on polyneuropathy: a systematic review and meta-analysis. Health, Sport, Rehabilitation. 2023;10(2).</li>
<li>Hauger A, Reiman M, Bjordal J, Sheets C, Ledbetter L, &amp; Goode A. (2018. Neuromuscular electrical stimulation is effective in strengthening the quadriceps muscle after anterior cruciate ligament surgery. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 26, 399–410.</li>
<li>Engelmann, M. (2025). Einfluss der Hochtontherapie auf die Muskelkraft und Kraftausdauer im Rahmen eines Trizeps-Trainingsprogramms. Unveröffentlichte Masterarbeit. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.</li>
<li>Hottenrott, K. Schmetzer, F., &amp; Möhle, M. (2024). Validierung der Hochtontherapie zur Steigerung von Maximalkraft und Kraftausdauer. Leistungssport 54 (2), 28-32.</li>
<li>Humpert, P. M., Rudofsky, G., Morcos, M., Bierhaus, A., &amp; Nawroth, P. P. (2006). Hochfrequente Muskelstimulation zur Behandlung schmerzhafter Neuropathie bei Typ 2 Diabetikern verbessert die mikrovaskuläre Endothelzellfunktion. Diabetologie und Stoffwechsel, 1(S 1), A128.</li>
<li>Reichstein, L. (2005). Effektive Behandlung der symptomatischen diabetischen Polyneuropathie durch hochfrequente externe Muskelstimulation.</li>
<li>Shmakova IP &amp; Afanasyeva Ya S (2004) Application of high-tone therapy in rehabilitation of patients with dyscirculatory encephalopathies of the I – II stage. Int J Immunorehabil 6(1):178–179</li>
</ol>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Parkinson</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/22651/parkinson/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Univ.-Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer&nbsp;,&nbsp;Christoph Klein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 08:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22651</guid>

					<description><![CDATA[Die Parkinsonkrankheit ist eine progrediente neurodegenerative Erkrankung, deren klinisches Bild durch motorische Symptome wie Bradykinese, Rigor, Tremor, Gangstörungen und posturale Instabilität sowie durch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen und kognitive Einschränkungen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Parkinsonkrankheit ist eine progrediente neurodegenerative Erkrankung, deren klinisches Bild durch motorische Symptome wie Bradykinese, Rigor, Tremor, Gangstörungen und posturale Instabilität sowie durch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen und kognitive Einschränkungen geprägt ist. Neben der medikamentösen Therapie hat sich in den vergangenen Jahren die Bewegungstherapie als zentrale Säule eines multimodalen Behandlungskonzepts etabliert.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Studien zeigen, dass Sport, ergänzt durch eine gesunde Ernährung und gutes Schlafmanagement, die motorischen Symptome, die funktionelle Mobilität und somit die Lebensqualität der Betroffenen verbessern kann. Bewegung fördert die dopaminerge Transmission und verbessert die zerebrale Durchblutung. Diese Effekte sind aus sportmedizinischer Sicht vergleichbar mit Trainingseffekten bei Gesunden, haben jedoch bei Parkinson eine besondere therapeutische Relevanz. Studien weisen darauf hin, dass regelmäßige körper­liche Aktivität möglicherweise das Fortschreiten der Erkrankung sogar verlangsamen kann. Denn es ist bekannt, dass Sport Entzündungsfaktoren im Körper herunter reguliert durch die Ausschüttung von Myokinen. Da Entzündungsreaktionen die Parkinsonkrankheit voran­schreiten lassen, hat der Sport bei Parkinson einen wichtigen protektiven Effekt. Die Sporttherapie bei Parkinson verfolgt daher mehrere zentrale Ziele: Den Erhalt der funktionellen Selbstständigkeit, die Verbesserung von Gang- und Gleichgewichtsfähigkeit, Reduktion von Sturzrisiken sowie den Aufbau konditioneller Ressourcen und sollte als langfristige Therapie verstanden werden und möglichst frühzeitig beginnen.</p>
<h2><b>Trainingskomponenten</b></h2>
<p>Kraft – Schwerpunkt Aufrichtung und Beinkraft <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Krafttraining ist für Parkinson-Patienten essenziell, da Muskelschwäche, ­reduzierte Schnellkraft und Haltungskollaps häufig zur Einschränkung von Alltagsfunktionen beitragen. Besonders relevant ist die gezielte Kräftigung folgender Muskelgruppen:</p>
<p>Aufrichtende Rumpfmuskulatur: Eine Parkinson-typische Flexionshaltung verschlechtert Gangökonomie, Balance und Atmung. Das Training der Rückenstrecker und der rumpfstabilisierenden Muskulatur verbessert die posturale Kontrolle und unterstützt eine funktionelle Aufrichtung.</p>
<p>Hüftstrecker und Beinkraft:<span class="Apple-converted-space">  </span>Die Hüftstrecker sowie Quadrizeps- und Wadenmuskulatur sind entscheidend für Schrittlänge, Aufstehen, Treppensteigen und reaktive Gleichgewichtskorrekturen. Progressives Krafttraining verbessert nachweislich funktionelle Mobilität und steigert die Muskelkraft. Systematische Reviews zeigen signifikante Verbesserungen in Ganggeschwindigkeit und Leistungsfähigkeit durch Widerstandstraining [1].</p>
<p>Empfohlen werden zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit progressiver Belastungssteigerung, bevorzugt in funktionellen Bewegungsmustern (z. B. Kniebeugevarianten, Ausfallschritte, Hüftstreckübungen, Rumpfextension).</p>
<h2><b>Ausdauer – Training für Belastbarkeit und Symptomkontrolle <span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Aerobes Training verbessert kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit, reduziert Fati­gue und wirkt sich positiv auf motorische Symptome aus. Besonders Trainingsformen wie Radfahren, Laufbandtraining oder Nordic Walking gelten als geeignet. Studien weisen darauf hin, dass regelmäßiges Ausdauertraining zu Verbesserungen der motorischen Funktion und der Gehfähigkeit führen kann [2]. Empfohlen werden zwei bis vier Einheiten pro Woche im moderaten Intensitätsbereich, angepasst an indi­viduelle Belastbarkeit und Medikamentenwirksamkeit.</p>
<h2><b>Beweglichkeit – großamplitudige Bewegung gegen Hypokinese <span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Ein wesentliches Problem bei Parkinson ist die Hypokinese mit kleinräumigen Bewegungen, reduzierter Rumpfrotation und eingeschränkter Schulter- und Hüftbeweglichkeit. Beweglichkeitstraining sollte daher über klassisches Dehnen hinausgehen und dynamische, großräumige Mobilitätsübungen integrieren. Großamplitudige Übungen (z. B. BIG-orientierte Bewegungen) verbessern Schrittlänge, Armmitbewegung und Rotationsfähigkeit und wirken dem Bewegungsverlust im Alltag entgegen.</p>
<h2><b>Koordination, Gleichgewicht und Sturzprophylaxe <span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Posturale Instabilität zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Stürze. Koordinations- und Gleichgewichtstraining sollte deshalb fester Bestandteil jeder Trainingsplanung sein. Inhalte sind Stand- und Gangvariationen, Richtungswechsel, Gewichtsverlagerungen, Reaktions- und Perturbationsübungen sowie dualtask Training. Evidenz zeigt, dass gezielte Gleichgewichtsprogramme die Sturzrate senken und die Mobilität verbessern können [3]. Entscheidend ist eine Kombination aus Kraft, Gleich­gewicht und funktionellen Transferübungen, da Sturzprophylaxe stark von Bein- und Rumpfkraft abhängig ist.</p>
<h2><b>Effektive Sportarten bei der Parkinsonkrankheit</b></h2>
<p>Boxen: Parkinson-spezifisches Boxtraining kombiniert Ausdauer, Kraft, Koordination und schnelle Reaktionsanforderungen. Untersuchungen zeigen Verbesserungen in Mobilität, Balance und subjektiver Selbstwirksamkeit [4]. Zusätzlich wirkt das Training motivierend und alltagsnah.</p>
<p>Tanzen: Tanzen verbindet Rhythmus, Beweglichkeit, Gleichgewicht und kognitive Planung. Besonders Tango wurde wissenschaftlich untersucht und zeigte signifikante Verbesserungen von Gang und Balance [5]. Rhythmische Impulse können zudem Freezing-Symptome positiv beeinflussen.</p>
<p>Tischtennis: Tischtennis fordert Augen-Hand-Koordination, schnelle Gewichtsverlagerung und Reaktionsfähigkeit. Erste Studien deuten auf günstige Effekte auf Motorik und kognitive Flexibilität hin, auch wenn die Datenlage insgesamt noch begrenzt ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgrund des spielerischen Charakters ist Tischtennis eine sinnvolle Ergänzung. Die internationale Entwicklung der Ping-Pong-Parkinson Vereine zeigt hier einen deutlichen Trend auf.</p>
<p>Tai Chi und Qigong: Bewegung und Entspannung – Tai Chi und Qigong kombinieren fließende Bewegungen mit Atmung und Körperwahrnehmung. ­Tai Chi zeigte in einer randomisierten Studie signifikante Verbesserungen von Balance und Sturzrate bei Parkinson-Patienten [6]. Beide Verfahren eignen sich als niedrigschwellige Ergänzung, fördern Beweglichkeit, Gleichgewicht und Stressregulation.</p>
<figure id="attachment_22653" aria-describedby="caption-attachment-22653" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22653" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-1024x868.jpg" alt="" width="755" height="640" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-1024x868.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-300x254.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-768x651.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-150x127.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-450x381.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226-1200x1017.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22653" class="wp-caption-text">Boxtraining © Paracelsus Elena Klinik, Kassel</figcaption></figure>
<h2><b>Ernährung und Schlaf als ergänzende Therapiebausteine<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Ein weiterer zentraler Faktor für die Verbesserung der Symptome bei Parkinson ist ein gesundes Schlafmanagement. Schlafstörungen betreffen einen Großteil der Parkinson-Patienten. Ein stabiler und erholsamer Schlaf unterstützt regenerative Prozesse im zentralen Nervensystem und verbessert die Tagesfunktion. Aktuelle klinische Empfehlungen betrachten daher Bewegung und Schlaf als Bestandteile eines ganzheitlichen Therapiekonzepts. Auch die Ernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung im Therapiekonzept von Parkinsonpatienten. Eine mediterrane, fleischarme Ernährung, kann positive Effekte auf neurodegenerative Prozesse haben. Sie ist reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Olivenöl und Fisch, liefert zahlreiche Antioxidantien und entzündungshemmende Nährstoffe, die neurodegenerative Prozesse positiv beeinflussen können. Insgesamt trägt die mediterrane Ernährung damit zu einem besseren Stoffwechsel bei. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung unterstützt die Muskelkraft, Energieverfügbarkeit und Regeneration.</p>
<figure id="attachment_22652" aria-describedby="caption-attachment-22652" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22652" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-849x1024.jpg" alt="" width="755" height="911" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-849x1024.jpg 849w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-249x300.jpg 249w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-768x927.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-1273x1536.jpg 1273w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-150x181.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-450x543.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226-1200x1448.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/06/Mollenhauer_Abb3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22652" class="wp-caption-text">Sensomotorik © Paracelsus Elena Klinik, Kassel</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Bewegungstherapie nicht als ergänzende Maßnahme, sondern als fester Bestandteil der Parkinson-Behandlung zu verstehen ist. Seit einigen Jahren wird daher in spezialisierten Parkinson-Fachkliniken, wie der Paracelsus Elena Klinik in Kassel, die multimodale Komplextherapie angeboten. Dabei erhalten die Patienten während eines etwa dreiwöchigen Aufenthaltes im Rahmen eines inter­disziplinären Ansatzes intensiv abgestimmte und hochfrequente Therapieeinheiten. In Kombination mit einer angepassten Ernährung und einer Verbesserung der Schlafqualität entsteht ein ganzheitlicher, sportmedizinisch fundierter Therapieansatz. Dieser kann sowohl motorische als auch nicht-motorische Beschwerden verbessern und möglicherweise auch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Für die Zukunft bleibt die Herausforderung, diese Erkenntnisse weiter zu präzisieren und in individualisierte, alltagsnahe Therapieprogramme zu überführen, die sich auch gut in den Alltag der Betroffenen integrieren lassen.</p>
<p>Univ.-Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer / Christoph Klein / Sandra Attendorn</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Goodwin VA, et al. The effectiveness of exercise interventions for people with Parkinson’s disease. Cochrane Database Syst Rev. 2019</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Fisher BE, Wu AD, Salem GJ, et al. The effect of exercise training in Parkinson disease. Neurorehabil Neural Repair. 2013</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Allen NE, Sherrington C, Paul SS, Canning CG. Risk factors for falls in Parkinson’s disease: a systematic review and meta-analysis. Mov Disord. 2011.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Combs SA, Diehl MD, Staples WH, et al. Boxing training for patients with Parkinson disease: a case series. J Neurol Phys Ther. 2011.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Hackney ME, Earhart GM. Effects of dance on movement control in Parkinson disease. Mov Disord. 2009.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Li F, et al. Tai Chi and postural stability in patients with Parkinson’s disease. N Engl J Med. 2012.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nature, Long-term effects of exercise and physical therapy in people with Parkinson disease &#8211; Nature Reviews Neurology. 13. Oktober 2017</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
