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	<title>Rubriken Archive - sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Rubriken Archive - sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Laterale Knieschmerzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 08:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Anamnese und MRT-Befund: Die 29-jährige Patientin, ehemalige Hockeyspielerin aus dem Leistungsbereich und aktuell ambitionierte Läuferin, stellte sich im Herbst 2025 mit lateralen Knieschmerzen in unserer Praxis vor, die seit November [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Anamnese und MRT-Befund: Die 29-jährige Patientin, ehemalige Hockeyspielerin aus dem Leistungsbereich und aktuell ambitionierte Läuferin, stellte sich im Herbst 2025 mit lateralen Knieschmerzen in unserer Praxis vor, die seit November 2024 bestanden. Die Beschwerden traten vor allem bei längeren Läufen und höherer Intensität auf und begrenzten ihren Trainingsumfang deutlich. Seit Dezember 2024 erhielt sie regelmäßig physiotherapeutische Behandlung mit Schwerpunkt auf Muskelentspannung und Wärmeapplikation, jedoch ohne relevante und insbesondere ohne nachhaltige Besserung der Symptomatik.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Im vorliegenden MRT des linken Knies (Abb. 1 + 2) zeigte sich im Vergleich zu einer Voruntersuchung eine regrediente Reizung des Tractus iliotibialis ohne Hinweis auf strukturelle Schäden an Menisken oder gelenknahem Knorpel. Zusätzlich wurde eine Reizung im Bereich der distalen Biceps-femoris-Sehne festgestellt. Bereits bekannte periten­dinöse, polylobulierte Ganglienzysten um die Sehnen des Semimembranosus und des medialen Gastrocnemius stellten sich unverändert dar und wurden klinisch nicht als primäre Schmerzquelle gewertet.</p>

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<a href='https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/23160/laterale-knieschmerzen/attachment/screenshot-399/'><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb2_saez0326-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb2_saez0326-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb2_saez0326-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb2_saez0326-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2><b>Klinische Untersuchung und EMG-Diagnostik</b></h2>
<p>In der ausführlichen Eingangsuntersuchung zeigte sich eine deutliche Druckdolenz im Bereich der distalen Biceps-femoris-Sehne sowie ein lokaler Schmerz im Verlauf des lateralen Gelenkspalts im Bereich des distalen Tractus iliotibialis. Provokationstests unter lauf- und sprungspezifischen Bedingungen verstärkten die Symptomatik, insbesondere bei Belastung mit erhöhter Hüftadduktion und Innenrotation. Zur objektiven Beurteilung der neuromuskulären Steuerung erfolgte eine EMG-Untersuchung der relevanten Muskelgruppen. Hier zeigte sich im Gluteus medius beidseits eine reduzierte Aktivierung sowie eine erhöhte Ruheaktivität linksseitig. Zudem fiel links ein deutliches Aktivitätsdefizit des M. biceps femoris auf, während der M. semitendinosus im Seiten­vergleich und im Verhältnis zum Biceps femoris deutlich höhere EMG-Werte zeigte. Auffällig war, dass der Biceps femoris in Ruheposition eine erhöhte Grundaktivität aufwies, während er unter Last – beispielsweise im einbeinigen Bridging – deutlich unteraktiviert war (vermutlich im Sinne einer schmerzinduzierten Inhibition bzw. Schutzstrategie zur Vermeidung struktureller Überlastung) und die Bewegung primär durch den Semi­tendinosus sowie anderer Hüftexten­soren übernommen wurde. Insgesamt ergab sich das Bild einer gestörten lateralen Hüft- und Kniekontrolle mit unzureichender Ansteuerung des Gluteus medius und einer dysfunktionalen Rekrutierung der distalen Hamstrings.</p>
<h2><b>Behandlungskonzept: Stoßwelle, neuromuskuläres Training und Load Management</b></h2>
<p>Auf Grundlage der Befunde wurde ein kombiniertes Therapieprotokoll aus radialer Stoßwellentherapie (Swiss Dolor­Clast, EMS), EMG-gestütztem Aktivierungstraining und gezielter Belastungssteuerung im Lauftraining etabliert. In den ersten Wochen fanden zwei physiotherapeutische Sitzungen, je 60 Minuten, pro Woche statt. Die Stoßwellenbehandlung im Bereich der distalen Biceps-femoris-Sehne erfolgte zunächst mit einem kleinen Applikationskopf bei etwa 2.000 Schuss, 1,5 Bar und 25 Hz (Abb. 3).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_23164" aria-describedby="caption-attachment-23164" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-23164" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-1024x877.jpg" alt="" width="755" height="647" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-1024x877.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-300x257.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-768x658.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-150x129.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-450x386.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326-1200x1028.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb3_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23164" class="wp-caption-text">Abb. 3 Stoßwellenanwendung Biceps femoris tendon</figcaption></figure>
<p>Im Verlauf wurde die Energie dosiert gesteigert; es kamen 2.000 – 3.000 Schuss bei bis zu 3,5 Bar zum Einsatz, was unter klinischer Kontrolle nach einigen Anwendungen schmerzfrei toleriert wurde und mit einer weiteren Reduktion der lokalen Beschwerden einherging. Ergänzend wurde mit einem breiten Appli­kationskopf die Region des M. gluteus medius behandelt, ausstrahlend über den Tractus iliotibialis bis zum lateralen Kniegelenkspalt, um myofasziale Spannungen im gesamten lateralen Beinzug zu adressieren (Abb. 4).</p>
<figure id="attachment_23162" aria-describedby="caption-attachment-23162" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23162" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-1024x730.jpg" alt="" width="755" height="538" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-1024x730.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-300x214.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-768x547.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-150x107.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-450x321.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326-1200x855.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb4_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23162" class="wp-caption-text">Abb. 4 Stoßwellenanwendung Tractus und Glutes</figcaption></figure>
<p>Direkt im Anschluss an die Stoßwellenapplikation wurde konsequent mit EMG-gestütztem Biofeedback (Myoact) gearbeitet. In einem unmittelbaren Vorher-Nachher-Vergleich (Abb. 5 + 6) zeigten sich deutlich verbesserte Aktivitätsverhältnisse sowohl im M. gluteus medius als auch im M. biceps femoris: Die zuvor erhöhte Ruheaktivität normalisierte sich, während die Bizeps-femoris-Aktivität deutlich zunahm und sich im Verhältnis zum Semitendinosus ausglich. Dieses kurzfristig erhöhte Aktivierungspotenzial wurde gezielt genutzt, um unter Biofeedback die neuromuskuläre Ansteuerung in funktionellen Übungen zu verbessern und die muskuläre Kontrolle über Hüfte und Knie zu stabilisieren.</p>
<figure id="attachment_23166" aria-describedby="caption-attachment-23166" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23166" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-1024x252.jpg" alt="" width="755" height="186" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-1024x252.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-300x74.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-768x189.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-150x37.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-450x111.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326-1200x295.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb5_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23166" class="wp-caption-text">Abb. 5 Gluteus med. vor Stoßwelle &amp; EMG Biofeedback</figcaption></figure>
<figure id="attachment_23167" aria-describedby="caption-attachment-23167" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23167" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-1024x259.jpg" alt="" width="755" height="191" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-1024x259.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-300x76.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-768x194.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-150x38.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-450x114.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326-1200x303.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb6_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23167" class="wp-caption-text">Abb. 6 Gluteus med. nach Stoßwelle &amp; EMG Biofeedback</figcaption></figure>
<p>Das Übungsprogramm umfasste zunächst einfache Activity-drills und statische Übungen (z. B. Gluteplanks und Hüftextension in außenrotatorischer Kombination), später komplexere Belastungsformen mit höherer Anforderung an die Beinachsenkontrolle. Ergänzt wurde die Therapie durch strukturierte Heimübungen zur Aktivierung des Gluteus medius und zur kontrollierten Rekrutierung der lateralen Hamstrings, mit besonderem Fokus auf eine physiologische Belastungsübernahme des Biceps femoris in Hüftextension und Außenrotation (die Hausübungen wurden vorher durch EMG validiert). Parallel dazu erfolgte ein gezieltes Load Management im Lauftraining: Der Umfang, die Intensität und besonders der Anteil belastender Abschnitte (z. B. Bergabpassagen, schnelle Tempoläufe) wurden angepasst und schrittweise gesteigert. Zudem wurde auf eine Optimierung der Schrittlänge und Schrittfrequenz geachtet, um die laterale Kniebelastung in kritischen Phasen des Laufzyklus zu reduzieren.</p>
<h2><b>Verlauf und Ergebnisse</b></h2>
<p>Bereits nach wenigen Wochen zeigte sich klinisch eine deutliche Reduktion der Druckdolenz im Bereich der distalen Biceps-femoris-Sehne sowie eine Abnahme der Beschwerden entlang des distalen Tractus iliotibialis. In den EMG-Kontrollen war eine ausgeglichenere Aktivitätsverteilung zwischen Biceps femoris und Semitendinosus erkennbar, ebenso eine verbesserte Aktivierung des Gluteus medius beidseits (Abb. 7). Das zuvor beobachtete Muster der hohen Ruheaktivität bei gleichzeitiger Inhibition unter Last hatte sich normalisiert. Die Patientin konnte ihr Lauftraining im Rahmen des definierten Belastungsmanagements schrittweise steigern, zunächst beschwerdefrei auf kürzere Distanzen, später auf längere Läufe und höhere Intensitäten. Inzwischen läuft sie wieder schmerzfrei Strecken bis 21,1 km und hat ohne Rückschritte mit der Vorbereitung auf einen Marathon begonnen.</p>
<figure id="attachment_23168" aria-describedby="caption-attachment-23168" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23168" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-1024x239.jpg" alt="" width="755" height="176" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-1024x239.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-300x70.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-768x179.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-150x35.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-450x105.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326-1200x280.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Winter_Abb7_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23168" class="wp-caption-text">Abb. 7 Verlauf EMG Hamstrings</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Der Fall zeigt, dass laterale Knieschmerzen bei Läufern mit MRT-beschriebener Reizung des Tractus iliotibialis und der distalen Biceps-femoris-Sehne nicht allein über passive Maßnahmen adressiert werden sollten. Entscheidend war in diesem Fall die Kombination aus gezielter radialer Stoßwellentherapie an den klinisch auffälligen Strukturen, einem EMG-gestützten Aktivierungstraining für Gluteus medius und laterale Hamstrings sowie einem strukturierten Load Management im Lauftraining. Durch die Nutzung des „therapeutischen Fensters“ direkt nach der Stoßwellenapplikation, die objektive Rückmeldung über EMG-Vorher-Nachher-Vergleiche und die konsequente Einbettung in ein abgestuftes Belastungs- und Übungsprogramm konnte die Patientin ihre Laufbelastung wieder voll­ständig aufnehmen und beschwerdefrei in die Marathonvorbereitung starten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Photobiomodulation als Regulator neuroinflammatorischer Prozesse</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/23153/photobiomodulation-als-regulator-neuroinflammatorischer-prozesse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 07:28:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
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					<description><![CDATA[Neue Perspektiven für Neuroprotektion und Therapie neurologischer Erkrankungen Neuroinflammation gilt als gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismus zahlreicher neurologischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen. Aktivierte Mikroglia und Astrozyten, entzündliche Signalwege, oxidativer Stress, mitochondriale Dysfunktion und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="x12ofw9d"><strong>Neue Perspektiven für Neuroprotektion und Therapie neurologischer Erkrankungen</strong></p>
<p class="x12ofw9d">Neuroinflammation gilt als gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismus zahlreicher neurologischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen. Aktivierte Mikroglia und Astrozyten, entzündliche Signalwege, oxidativer Stress, mitochondriale Dysfunktion und Störungen der Blut-Hirn-Schranke können die synaptische Funktion beeinträchtigen, neuronale Schäden fördern und den Krankheitsverlauf beschleunigen. Die therapeutischen Möglichkeiten, diese Prozesse gezielt zu beeinflussen, sind bislang begrenzt.</p>
<p class="x12ofw9d">Die Photobiomodulation (PBM), bei der energiearmes rotes bis nahinfrarotes Licht eingesetzt wird, rückt deshalb zunehmend in den Fokus der Forschung. Präklinische Studien zeigen, dass PBM unter anderem die mitochondriale Aktivität beeinflussen kann, insbesondere über die Cytochrom-c-Oxidase. Dadurch könnten der zelluläre Energiestoffwechsel unterstützt, reaktive Sauerstoffspezies reguliert und entzündliche Signalwege moduliert werden. Experimentelle Modelle liefern Hinweise auf eine Reduktion neuroinflammatorischer Prozesse und neuroprotektive Effekte.</p>
<p class="x12ofw9d">Die klinische Evidenz ist allerdings noch begrenzt. Erste Ergebnisse bei Alzheimer-Erkrankung und Multipler Sklerose sind ermutigend. Bei Parkinson und schwerer Depression zeigten klinische Studien dagegen überwiegend keine positiven Effekte auf die primären Endpunkte. Zu den zentralen Herausforderungen zählen stark variierende Behandlungsparameter, unzureichend geklärte Wirkmechanismen und fehlende validierte Biomarker zur Messung der biologischen Effekte. Hinzu kommt die begrenzte Lichtpenetration bei transkranieller Anwendung. Auch periphere Ansätze, etwa über die Darm-Hirn-Achse, werden daher als mögliche Alternative untersucht.</p>
<p class="x12ofw9d"><strong>Fazit für die Praxis:</strong> Photobiomodulation ist ein vielversprechender Forschungsansatz, aber noch keine etablierte Therapie gegen neuroinflammatorische Erkrankungen. Künftig müssen standardisierte Protokolle, geeignete Patientengruppen und Behandlungszeitpunkte sowie ausreichend große, kontrollierte klinische Studien klären, welchen Stellenwert PBM besitzt. Besonders interessant ist ihr Potenzial als ergänzende Maßnahme zu bestehenden Therapien – nicht als deren Ersatz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Originalpublikation: <a href="https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2026.1902491/full">Blivet G, Bertrand C, Brauge D, Delrieu J and Touchon J (2026) Photobiomodulation as a regulator of neuroinflammation: mechanistic insights and therapeutic potential in brain disorders. Front. Neurol. 17:1902491. doi: 10.3389/fneur.2026.1902491</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht: 20.10.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Polyphenolreiche Ernährung als gesunde Strategie: Mentale Gesundheit &#038; Metabolomics</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/23150/polyphenolreiche-ernaehrung-als-gesunde-strategie-mentale-gesundheit-metabolomics/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 13:06:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
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					<description><![CDATA[Hintergrund &#38; ZielsetzungDer demografische Wandel führt zu einer steigenden Prävalenz chronischer Erkrankungen bei Erwachsenen über 65 Jahren, die häufig von Angstzuständen und Depressionen begleitet werden. Diese Studie untersuchte den Einfluss [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="n6owBd awi2gc" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICRAA" data-complete="true" data-processed="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true" data-processed="true">Hintergrund &amp; Zielsetzung<!--TgQPHd|||[]--></strong><br data-sfc-root="ep" data-epip="" data-sfc-pl="|||[]" data-complete="true" data-processed="true" />Der demografische Wandel führt zu einer steigenden Prävalenz chronischer Erkrankungen bei Erwachsenen über 65 Jahren, die häufig von Angstzuständen und Depressionen begleitet werden. Diese Studie untersuchte den Einfluss des Konsums von Kakaoflavanolen und Anthocyanen aus roten Beeren auf Depressionen und Angstzustände. Ein besonderer Fokus lag auf dem Potenzial des urinären metabolomischen Profils bei der Suche nach frühen Biomarkern für die Aufnahme und Wirkung.<!--TgQPHd|||[]--></div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICRAA" data-complete="true" data-processed="true"></div>
<div class="n6owBd awi2gc" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIChAA" data-complete="true" data-processed="true" aria-owns="action-menu-parent-container"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true" data-processed="true">Studiendesign<!--TgQPHd|||[]--></strong><br data-sfc-root="ep" data-epip="" data-sfc-pl="|||[]" data-complete="true" data-processed="true" />Es wurde eine randomisierte, doppelblinde 12-wöchige Interventionsstudie im Parallelgruppendesign mit 59 gesunden Freiwilligen durchgeführt. Die Probanden wurden in drei Ernährungsgruppen aufgeteilt:<!--TgQPHd|||[]--></div>
<ul class="XSq4R KI3fJ" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICxAA" data-complete="true" data-processed="true">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="XSq4R KI3fJ" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICxAA" data-complete="true" data-processed="true">
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICxAB" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Gruppe 1 (n = 20):<!--TgQPHd|||[]--></strong> Konsumierte 5 g/Tag rote Beeren (RB).<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICxAC" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Gruppe 2 (n = 20):<!--TgQPHd|||[]--></strong> Konsumierte 2.5 g/Tag polyphenolreiches Kakaopulver (C).<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAICxAD" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Gruppe 3 (n = 19):<!--TgQPHd|||[]--></strong> Konsumierte eine Kombination aus 7.5 g/Tag Kakao und roten Beeren (RB+C).<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!--TgQPHd|||[]--></p>
<div class="n6owBd awi2gc" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDBAA" data-complete="true" data-processed="true">Die emotionale Bewertung erfolgte über das Beck-Depressions-Inventar-II (BDI-II) und das State-Trait-Anxiety-Inventory (STAI). Zudem wurden zielgerichtete und unzielgerichtete Metabolomanalysen in Urinproben durchgeführt.<!--TgQPHd|||[]--></div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDBAA" data-complete="true" data-processed="true"></div>
<div class="n6owBd awi2gc" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDRAA" data-complete="true" data-processed="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true" data-processed="true">Ergebnisse &amp; metabolomische Erkenntnisse<!--TgQPHd|||[]--></strong><!--TgQPHd|||[]--></div>
<ul class="XSq4R KI3fJ" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDhAA" data-complete="true" data-processed="true">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="XSq4R KI3fJ" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDhAA" data-complete="true" data-processed="true">
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDhAB" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Angstminderung:<!--TgQPHd|||[]--></strong> Die regelmäßige Einnahme von roten Beeren (RB) reduzierte die Zustandsangst (State Anxiety) im Vergleich zur Kakaogruppe (C) signifikant.<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDhAC" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Einnahme-Biomarker:<!--TgQPHd|||[]--></strong> Die Metaboliten 7-Methylxanthin und 3-Methylxanthin bestätigten die Kakaoaufnahme.<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
<li class="Z1qcYe" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDhAD" data-complete="true" data-sae=""><span class="iNqyIf" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true">Schlüssel-Metaboliten:<!--TgQPHd|||[]--></strong> L-Tryptophan wurde als essenzieller metabolischer Vorläufer in der Serotoninbiosynthese identifiziert. Unter den untersuchten Metaboliten zeigten sich p-Cresol-Glucuronid, p-Methylhippursäure und Epicatechinsulfat als vielversprechende Kandidaten, die mit den emotionalen Ergebnissen assoziiert sind.<!--TgQPHd|||[]--></span><!--TgQPHd|||[]--></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!--TgQPHd|||[]--></p>
<div class="n6owBd awi2gc" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDxAA" data-complete="true" data-processed="true"><strong class="rQesXe MPyX" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-complete="true" data-processed="true">Fazit für die Praxis<!--TgQPHd|||[]--></strong><br data-sfc-root="ep" data-epip="" data-sfc-pl="|||[]" data-complete="true" data-processed="true" />Die Ergebnisse stützen eine potenzielle Rolle von Polyphenolen in der Ernährung bei der Modulation der Darm-Hirn-Achse in einer alternden Bevölkerung.</div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDxAA" data-complete="true" data-processed="true"></div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDxAA" data-complete="true" data-processed="true"><em>Originalveröffentlichung: <span class="author"> M. L. Gómez Nieto</span>, <span class="author"> V. Puertas-Martín</span>, <span class="author"> S. Chamorro</span>, et al. “ Polyphenol-Rich Foods as a Healthy and Sustainable Strategy: Mental Health and Metabolomic Profiling.” Molecular Nutrition &amp; Food Research <span class="vol">70</span>, no. <span class="citedIssue">19</span> (<span class="pubYear">2026</span>): e70624. </em><a class="linkBehavior" href="https://doi.org/10.1002/mnfr.70624"><em>https://doi.org/10.1002/mnfr.70624</em></a></div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDxAA" data-complete="true" data-processed="true"></div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-epip="" data-hveid="CAAIDxAA" data-complete="true" data-processed="true"><em>Veröffentlicht: 19.10.2026</em></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mitochondrial Psychobiology: Wie Lebensstil und Psyche zusammenspielen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23144/mitochondrial-psychobiology-wie-lebensstil-und-psyche-zusammenspielen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2026 08:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23144</guid>

					<description><![CDATA[Bewegung, Ernährung, Schlaf und kontemplative Praktiken als Ansatzpunkte für die Gesundheit Mitochondrien gelten als Kraftwerke der Zellen. Doch ihre Funktion geht weit über die Energieproduktion hinaus: Sie steuern zahlreiche Stoffwechsel- [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Bewegung, Ernährung, Schlaf und kontemplative Praktiken als Ansatzpunkte für die Gesundheit</strong></p>
<p>Mitochondrien gelten als Kraftwerke der Zellen. Doch ihre Funktion geht weit über die Energieproduktion hinaus: Sie steuern zahlreiche Stoffwechsel- und Signalprozesse und könnten eine zentrale Schnittstelle zwischen körperlichen Vorgängen, psychischen Zuständen und Verhalten bilden. Das Konzept der <em>Mitochondrial Psychobiology</em> verbindet deshalb biologische und psychologische Forschung zu einem integrativen Verständnis von Gesundheit.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht die wechselseitige Beziehung zwischen Mitochondrien und Psyche: Psychischer Stress beeinflusst die mitochondriale Funktion, während der energetische Zustand des Körpers wiederum Kognition, Emotion, Motivation und Stressresilienz mitprägen kann. Chronische Belastungen erhöhen den Energiebedarf und können dazu führen, dass der Organismus Ressourcen zulasten von Regeneration, Reparatur und langfristiger Anpassungsfähigkeit umverteilt.</p>
<p>Vier Lebensstilfaktoren könnten dabei wichtige Ansatzpunkte bieten:</p>
<ul data-spread="false">
<li><strong>Bewegung:</strong> Körperliche Aktivität fordert den Energiestoffwechsel und kann zur Anpassung mitochondrialer Funktionen beitragen.</li>
<li><strong>Ernährung:</strong> Die Verfügbarkeit von Nährstoffen beeinflusst die Bereitstellung von Energie und damit zentrale Stoffwechselprozesse.</li>
<li><strong>Schlaf:</strong> Ausreichender Schlaf bietet eine wichtige Voraussetzung für Erholung und die Regulation physiologischer Prozesse.</li>
<li><strong>Kontemplative Praktiken:</strong> Meditation und vergleichbare Verfahren könnten dazu beitragen, Stressbelastungen zu reduzieren und die körperliche Regulation zu unterstützen.</li>
</ul>
<p>Die mitochondriale Psychobiologie versteht diese Faktoren nicht isoliert, sondern als miteinander verknüpfte Einflussgrößen. Ihr Potenzial liegt in einem Forschungsansatz, der Energiehaushalt, psychische Prozesse und Lebensstil gemeinsam betrachtet. Wie genau diese Zusammenhänge beim Menschen wirken und welche Interventionen besonders wirksam sind, muss weiter untersucht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Originalarbeit: <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S014976342600494X?via%3Dihub">Ana C. Andreazza et al. Mitochondrial Psychobiology, Neuroscience &amp; Biobehavioral Reviews,</a></em><em>2026, 107036, ISSN 0149-7634, https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2026.107036.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht am 19.10.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mikronährstoff­substitution im Fußball</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/23068/mikronaehrstoffsubstitution-im-fussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Markus Geßlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2026 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23068</guid>

					<description><![CDATA[Weitere Autoren des Artikels: Dr.med. univ. Johannes Rüther &#38; Dr. med. Bernd Langenstein, ebenfalls Mannschaftsärzte im Medical Team des 1. FC Nürnberg Jens Vergers – Leitender Physiotherapeut 1. FC Nürnberg [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Weitere Autoren des Artikels:</em></p>
<p><em>Dr.med. univ. Johannes Rüther &amp; Dr. med. Bernd Langenstein, ebenfalls Mannschaftsärzte im Medical Team des 1. FC Nürnberg</em></p>
<p><em>Jens Vergers – Leitender Physiotherapeut 1. FC Nürnberg Lizenzabteilung, FCN Medical Team</em></p>
<p><b>Nahrungsergänzung ist im Profifußball allgegenwärtig — obwohl ein direkter Leistungsnutzen bisher nicht nachgewiesen ist. Bei ausreichend ernährten Athleten verbessert eine pauschale Supplementierung die Leistung nicht; ein Nutzen ergibt sich nur beim Ausgleich eines nachgewiesenen Mangels [1, 2]. Damit wird die Diagnostik zum entscheidenden Faktor.</b></p>
<p>Welche Begleitparameter brauchen wir, um die Mikronährstoffwerte richtig zu interpretieren? Dieser Beitrag fasst die Erkenntnisse eines strukturierten Screenings über fünf Messzeitpunkte (2024 – 2026) in einem Männer-Fußball-Profikader zusammen. Der Fußball bündelt Risikofaktoren für Mikronährstoff-Ungleichgewichte: hoher Energieumsatz bei teils niedriger Energieverfügbarkeit, dichte Wettkampfkalender, Reisebelastung, saisonale Sonnenexposition und heterogene Ernährungsmuster; eine lückenlose Mannschaftsanalyse wird zudem durch den üblichen Spielerwechsel während der Transferperioden erschwert. Über fünf Halbjahresabnahmen wurden jeweils die Werte gegen den individuellen Referenzbereich klassifiziert, im Längsschnitt ausgewertet und die Empfehlungen halbjährlich in einer Wirkungsanalyse nachverfolgt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Mikronährstoffdefizite</b></h2>
<p>Dabei zeigte sich ein wiederkehrendes Muster an Mikronährstoffdefiziten, das Eisen / Ferritin, Vitamin D, Omega-3, Magnesium und Folat / B-Vitamine umfasste [1 – 3]. Zu Beginn der Untersuchung lag der Omega-3-Index in der Mannschaft bei einem Mittelwert von 7,2 %; über 72 % der Spieler lagen unter dem empfohlenen Wert von mind. 8 %. Zudem zeigte sich ein niedriger Index bei hoher Arachidonsäure – ein Omega-6-lastiges Muster [4, 5]. Als klarer Interventionserfolg stieg der Omega-3-Index nach zwei Jahren im Teammittel auf über 8,4 % an, und die suboptimalen Spiegel konnten im Team auf 41 % reduziert werden. Alle Spieler, die während dieser Zeit durchgängig dem Team angehörten und entsprechend ihrem Messwert substituiert wurden, lagen im Zielbereich. Bei Jod und Folsäure blieben die Werte trotz Substitution nahezu unverändert. Mögliche Gründe dafür liegen im täglichen Trainingsbetrieb: Jod im Spoturin bildet nur die letzten Stunden ab; Schweißverluste, wechselnde Verpflegung (Reisen), Hydratation bei der Abnahme und hoher Umsatz lassen den Einzelwert schwanken – daher sollten diese Befunde als Jod- / Kreatinin-Quotient ausgewertet werden. Serum-Folsäure ist ebenfalls eine Momentaufnahme (stabiler: Erythrozyten-Folat) und außerdem transport- sowie lagerungsempfindlich. Der flache Verlauf ist hier wohl eher ein Thema von Dosis, Bedarf und Präanalytik. Eine über die laufende Saison zunehmende Ferritin-Defizit-Tendenz wurde ebenfalls gestoppt; entscheidend war auch hier die funktionelle Beurteilung, nicht der Einzelwert [6, 7]. Eisen sollte jedoch nie allein anhand des Ferritinspiegels beurteilt werden. Belastbar ist nur die Beurteilung mit sTfR (akutphasenunabhängig), Ferritin-Index, CRP und Blutbild (Hb, MCV, RDW); erst so lässt sich echter Eisenmangel von entzündungsbedingter Fehlmessung abgrenzen [6, 7].</p>
<figure id="attachment_23071" aria-describedby="caption-attachment-23071" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23071" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-1024x565.jpg" alt="" width="755" height="417" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-1024x565.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-300x165.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-768x423.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-150x83.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-450x248.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326-1200x662.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/Gesslein_Abb_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23071" class="wp-caption-text">Verlauf von Omega-3-Index und Vitamin D (Team-Mittelwerte, 2024 – 2026). Eigene Darstellung.</figcaption></figure>
<p>Auch Tageszeit / Nüchternheit (Eisen-Zirkadianik), Belastungsabstand, Transport / Lagerung und Hämolyse verzerren die Labordiagnostik regelhaft. Im Fußball besonders relevant: Nach einem Spiel bleiben Kreatinkinase, IL-6 und teils CRP bis zu 72 h erhöht – im realen Spiel stärker als in Trainingssimulationen [11, 12]. Eine zu kurz nach der Belastung gemessene CRP- oder Eisenkonstellation bildet die Spielbelastung ab, nicht den chronischen Status. Ein standardisierter Belastungsabstand ist deshalb Pflicht. In unserer Untersuchung war eine nur in den Sommer-Abnahmen „auffällige“ MCHC / MCV-Konstellation mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Transport- / Lagerungsartefakt – kein echter Mannschaftsbefund. Dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hs-CRP) kommt besondere Bedeutung zu: Als Master-Confounder gehört hs-CRP zu jeder Laborbestimmung. Eine – auch stille – Entzündung verfälscht mehrere Werte gleichzeitig: Ferritin steigt (Akute-­Phase-Protein) und maskiert einen Eisenmangel, Serum-Eisen und Zink fallen, Kupfer / Ceruloplasmin steigen, Selen fällt. Ohne CRP ist ein normales Ferritin nicht als „ausreichende Eisenversorgung“ interpretierbar [6, 7, 9].</p>
<p>Vitamin D zeigte eine ausgeprägte saisonale Dynamik (UVB) mit Sommerhochs und Wintertiefs und reagierte auf gleichbleibende Substitution teilweise mit überhöhten Werten. Hier sollte häufiger gemessen werden, um eine Übersteuerung zu vermeiden [8]. Vitamin D sollte daher mit Calcium, PTH und Magnesium bestimmt werden. Magnesium ist Kofaktor der Vitamin-D-Aktivierung – ein Magnesiumdefizit lässt die D-Substitution ins Leere laufen, umgekehrt fördert Vitamin D die Magnesiumaufnahme [8]. Vollblut-Mineralien (Mg, Zn, Cu) sind homöostatisch gepuffert und bewegen sich unter Substitution kaum – ein „weiter niedrig-normaler“ Wert ist meist Markereigenschaft, kein Therapieversagen. Auch in diesem Kontext gilt: CRP als Confounder (Zn ↓, Cu ↑ bei Entzündung), Albumin und Hämatokrit. Homocystein nur mit Folat, B12, B6 und Nierenfunktion interpretieren. Es steigt bei B-Vitaminmangel wie bei Niereninsuffizienz – sonst ist ein erhöhter Wert nicht zuzuordnen. Coenzym Q10 ist nur im Verlauf aussagekräftig und cholesterinkorrigiert zu lesen: Es zirkuliert lipoproteingebunden, ein niedriger Wert bei niedrigem Cholesterin ist meist kein Defizit. Erst die wiederholte Messung zeigt, ob die Substitution greift [13] (Tab.).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-23073" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-1024x528.jpg" alt="" width="755" height="389" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-1024x528.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-300x155.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-768x396.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-150x77.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-450x232.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326-1200x619.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/10/GessleinTab_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Fallbeispiel</b></h2>
<p>Ein Spieler zeigte in einer Winter-Abnahme Ferritin im Normbereich und wäre isoliert als eisenversorgt eingestuft worden. Das wenige Tage nach einem Spiel erhöhte hs-CRP wies den Wert als akutphasenbedingt aus; erst die Ergänzung um sTfR und Ferritin-Index deckte einen funktionellen Eisenmangel auf. Erst die belastungsferne Kontrolle mit vollständigem Eisenpanel führte zur korrekten Substitutionsentscheidung – der Einzelwert ohne Begleitparameter hätte in die Irre geführt [6, 7, 9].</p>
<h2><b>Praktische Konsequenzen</b></h2>
<p>Praktisch folgt daraus ein individualisiertes Vorgehen – „testen, gezielt behandeln, nachtesten“ statt Einheitsschemata. Zum Verlauf eignen sich nur responsive Marker wie Ferritin, 25-OH-D, Vitamin B12, der Omega-3-Index und CoQ10, während Vollblut-Magnesium, -Zink und -Kupfer homöostatisch gepuffert und daher kaum aussage­kräftig sind. Bei fettlöslichen bzw. körpereigenen Stoffen (Vitamin D, B12, Selen, CoQ10) sollte aktiv heruntertitriert werden, sobald der Zielbereich erreicht ist, denn mehr ist nicht besser. Bei einigen Mikronährstoffen (Jod, Folsäure) ist die Ernährung ein wichtiger Faktor. CRP und Blutbild laufen standardisiert mit – zur Confounder-Korrektur und als eigene Belastungs- und Gesundheitsebene [9, 10, 12]. Durchgängig sollten nur zertifizierte Präparate zum Einsatz kommen, um das Anti-Doping-Risiko zu minimieren [2].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die Implementierung eines Mikronährstoff-Programms in einer Profimannschaft braucht neben fundierten Kenntnissen auch Zeit und regelmäßiges Monitoring, um die angestrebten Zielbereiche zu erreichen.</p>
<p>Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Peeling P, Sim M, McKay AKA. Considerations for the Consumption of Vitamin and Mineral Supplements in Athlete Populations. <em>Sports Med</em>2023;53(Suppl 1):15–24. https://doi.org/10.1007/s40279-023-01875-4 · PMID: 37358750</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Maughan RJ, et al. IOC Consensus Statement: Dietary Supplements and the High-Performance Athlete. <em>Br J Sports Med</em> 2018;52:439–455. https://doi.org/10.1136/bjsports-2018-099027 · PMID: 29540367</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Beck KL, et al. Micronutrients and athletic performance: A review. <em>Food Chem Toxicol</em> 2021;158:112618. https://doi.org/10.1016/j.fct.2021.112618 · PMID: 34662692</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Jäger R, et al. ISSN Position Stand: Long-Chain Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids. <em>J Int Soc Sports Nutr</em> 2025;22(1):2441775. https://doi.org/10.1080/15502783.2024.2441775 · PMID: 39810703</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Fernández-Lázaro D, et al. Omega-3 Fatty Acid Supplementation on Post-Exercise Inflammation, Muscle Damage, Oxidative Response, and Sports Performance in Physically Healthy Adults — A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. <em>Nutrients</em> 2024;16(13):2044. https://doi.org/10.3390/nu16132044 · PMID: 38999792</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Pengelly M, et al. Iron deficiency, supplementation, and sports performance in female athletes: A systematic review. <em>J Sport Health Sci</em>2024;14:101009. https://doi.org/10.1016/j.jshs.2024.101009 · PMID: 39536912</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Solberg A, Reikvam H. Iron Status and Physical Performance in Athletes. <em>Life (Basel)</em> 2023;13(10):2007. https://doi.org/10.3390/life13102007 · PMID: 37895389</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Dominguez LJ, et al. The Importance of Vitamin D and Magnesium in Athletes. <em>Nutrients</em> 2025;17(10):1655. https://doi.org/10.3390/nu17101655 · PMID: 40431395</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Lee EC, et al. Biomarkers in Sports and Exercise: Tracking Health, Performance, and Recovery in Athletes. <em>J Strength Cond Res</em>2017;31(10):2920–2937. https://doi.org/10.1519/JSC.0000000000002122 · PMID: 28737585</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Kozjek NR, Tonin G, Gleeson M. Nutrition for optimising immune function and recovery from injury in sports. <em>Clin Nutr ESPEN</em> 2025;66:101–114. https://doi.org/10.1016/j.clnesp.2025.01.031 · PMID: 39828217</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Silva JR, et al. Acute and Residual Soccer Match-Related Fatigue: A Systematic Review and Meta-analysis. <em>Sports Med</em> 2018;48(3):539–583. https://doi.org/10.1007/s40279-017-0798-8 · PMID: 29098658</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Hacker S, et al. Recovery-Stress Response of Blood-Based Biomarkers. <em>Int J Environ Res Public Health</em> 2021;18(11):5776. https://doi.org/10.3390/ijerph18115776 · PMID: 34072201</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Poulios A, et al. The Effects of Antioxidant Supplementation on Soccer Performance and Recovery: A Critical Review of the Available Evidence. <em>Nutrients</em> 2024;16(22):3803. https://doi.org/10.3390/nu16223803 · PMID: 39599590</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sehtraining im Sport</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23135/sehtraining-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 09:35:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
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					<description><![CDATA[Visuelle Fähigkeiten beeinflussen maßgeblich, wie Sportler Bewegungen ausführen, Spielsituationen wahrnehmen und unter Zeitdruck Entscheidungen treffen. Ein narratives Review untersucht die Bedeutung visueller und wahrnehmungs-kognitiver Fähigkeiten im Sport sowie den potenziellen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Visuelle Fähigkeiten beeinflussen maßgeblich, wie Sportler Bewegungen ausführen, Spielsituationen wahrnehmen und unter Zeitdruck Entscheidungen treffen. Ein narratives Review untersucht die Bedeutung visueller und wahrnehmungs-kognitiver Fähigkeiten im Sport sowie den potenziellen Nutzen gezielten Sehtrainings.</strong></p>
<p>Die ausgewertete Literatur zeigt, dass Spitzensportler häufig über besser entwickelte visuelle und wahrnehmungs-kognitive Fähigkeiten verfügen als weniger erfahrene Athleten. Trainingsmethoden wie Quiet-Eye-Training zur Optimierung der visuellen Fixation, stroboskopisches Training, dreidimensionales Multiple-Object-Tracking und Virtual-Reality-Interventionen können einzelne visuelle Funktionen verbessern.</p>
<p>Entscheidend ist jedoch, ob diese Verbesserungen auch die sportliche Leistung im Wettkampf steigern. Hier zeigt sich eine Diskrepanz: Fortschritte in Labortests lassen sich nicht zwangsläufig auf reale Wettkampfsituationen übertragen. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit von Sehtraining bleiben deshalb uneinheitlich.</p>
<p>Die Autoren betonen, dass visuelle Fähigkeiten nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern mit physischen, technischen, taktischen und kognitiven Faktoren zusammenspielen. Besonders aussichtsreich erscheinen Trainingsansätze, die die Wahrnehmungsanforderungen der jeweiligen Sportart realitätsnah abbilden und in das technische und taktische Training integriert werden.</p>
<p>Zukünftige Studien sollten klären, welche Methoden bei welchen Athletengruppen und unter welchen Bedingungen den größten Nutzen erzielen. Technologien wie Eye-Tracking, Virtual Reality, künstliche Intelligenz und tragbare Messsysteme könnten dabei helfen, visuelles Verhalten in realitätsnahen Sportsituationen präziser zu erfassen. Sehtraining bietet somit Potenzial als Ergänzung des sportartspezifischen Trainings; sein tatsächlicher Mehrwert für die Wettkampfleistung muss jedoch weiter wissenschaftlich abgesichert werden.</p>
<p><em>Originalarbeit: <a href="https://apcz.umk.pl/QS/article/view/74746">STADNIK, Aleksandra, KOLASA, Wiktoria, STANKOWSKI, Wiktor, LIS, Monika, JĘDRYKA, Maria, KACZOREK, Marta, PAGACZ, Katarzyna, KOWALCZYK, Olga, KIEŁBASA, Bożena and GATNIEJEWSKA, Julia. Visual Skills and Athletic Performance: The Role of Vision Training in Sport &#8211; A Narrative Review. Quality in Sport. Online. 22 August 2026. Vol. 70, p. 74746. [Accessed 13 October 2026]. DOI 10.12775/QS.2026.70.74746. </a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht am 13.10.2026</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Struktur oder Funktion?</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23055/struktur-oder-funktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carsten Hinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 08:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Belastungssteuerung nach Muskel- und Sehnenverletzungen orientiert sich häufig an morphologischen MRT-Befunden. Im sportmedizinischen Alltag zeigen sich jedoch immer wieder Unterschiede zwischen struktureller Läsion und funktioneller Leistungsfähigkeit. Der vorliegende Fallbericht [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Belastungssteuerung nach Muskel- und Sehnenverletzungen orientiert sich häufig an morphologischen MRT-Befunden. Im sportmedizinischen Alltag zeigen sich jedoch immer wieder Unterschiede zwischen struktureller Läsion und funktioneller Leistungsfähigkeit. Der vorliegende Fallbericht beschreibt die Diagnostik einer ambitionierten Handballspielerin und HYROX-Athletin mit partieller Quadrizepssehnenruptur.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Durch die Kombination aus funktioneller Bewegungsanalyse, elektromyographischer Muskelfunktionsdiagnostik (EMG) und instrumentierter Laufanalyse nach der Run4You®-Methode konnte die Ursache der Überlastung identifiziert und eine funktionell gesteuerte Rehabilitation entwickelt werden.</p>
<h2><b>Wenn Bildgebung und Funktion nicht übereinstimmen</b></h2>
<p>Die Magnetresonanztomographie gilt als Referenzmethode zur Beurteilung struktureller Muskel- und Sehnenverletzungen. Aussagen über die tatsächliche Belastbarkeit eines Athleten lassen sich daraus jedoch nicht immer zuverlässig ableiten. In der Praxis zeigen sich häufig Diskrepanzen zwischen morphologischen Veränderungen und funktioneller Leistungsfähigkeit. Die zentrale sportmedizinische Fragestellung lautet daher: Soll die Belastungssteuerung primär der Bildgebung folgen oder der tatsächlichen Funktion? Der folgende Fall verdeutlicht den Stellenwert einer integrativen funktionellen Diagnostik.</p>
<h2><b>Fallbericht</b></h2>
<p>Eine ambitionierte Handballspielerin und HYROX-Athletin stellte sich aufgrund persistierender Beschwerden der rechten Quadrizepssehne vor. Vier Monate zuvor hatte sie eine komplexe Bandverletzung des linken oberen Sprunggelenks mit Bone Bruise der Meta­tarsotarsalgelenke erlitten. Die konservative Behandlung verlief komplika­tionslos, sodass nach zehn Wochen das Lauftraining wieder aufgenommen werden konnte – jedoch ohne funktionelle Diagnostik. Vier Monate später entwickelte sich ohne Trauma eine zunehmende Schmerzsymptomatik an der rechten Quadrizepssehne. Während der Belastung bestanden keine Beschwerden; erst Stunden nach dem Training verstärkten sich die Schmerzen in Ruhe. Die MRT-Diagnostik zeigte einen Längsriss der Quadrizepssehne mit zusätzlicher partieller Querruptur von etwa 10 % des Sehnenquerschnitts. Die konservative Behandlung umfasste Physiotherapie, fokussierte Stoßwellentherapie, PRP-Infiltration und Belastungsreduktion. Ein Kontroll-MRT nach sieben Wochen zeigte keine wesentliche strukturelle Veränderung. Damit bestand eine deutliche Diskrepanz zwischen morphologischem Befund und klinischer Belastbarkeit.</p>
<figure id="attachment_23058" aria-describedby="caption-attachment-23058" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23058" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-1024x569.jpg" alt="" width="755" height="420" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-1024x569.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-300x167.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-768x426.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-150x83.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-450x250.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326-1200x666.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz3_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23058" class="wp-caption-text">Darstellung und Auswertung aller wichtigen laufspezifischen Parameter</figcaption></figure>
<h2><b>Funktionelle Diagnostik</b></h2>
<p>Zur differenzierten Beurteilung erfolgte eine Untersuchung nach der Run4You®-Methode. Die funktionelle Bewegungsanalyse zeigte beidseits eine verminderte Beinachsenstabilität mit vermehrter Hüftadduktion, dynamischem Genu valgum sowie einer eingeschränkten Dorsalextension des linken oberen Sprunggelenks mit kompensatorischer Pronation. Hier stellte sich die Frage, ob Auffälligkeiten der zuvor verletzten linken Extremität zugeordnet werden konnten. Die elektromyographische Muskelfunktionsdiagnostik ergab eine physiologische neuromuskuläre Aktivierung des M. vastus medialis, M. vastus lateralis und M. rectus femoris ohne Hinweise auf eine funktionelle Hemmung. Ergänzend erfolgte eine instrumentierte Laufanalyse mittels Noraxon-Technologie, 2D-Markerless Tracking. Bei 9 km/h zeigte sich während der Standphase rechts eine Kniebeugung bis 61° mit deutlich erhöhter stoßdämpfender Funktion. Gleichzeitig dokumentierte die dynamische EMG-Messung des M. rectus femoris eine unauffällige neuromuskuläre Koordination mit geringfügig höherer Aktivität als links. Im Gesamtkontext wurde deutlich, dass die eingeschränkte Dorsalextension des linken oberen Sprunggelenks zu einer asymmetrischen Belastungsverteilung führte. Die rechte Extremität kompensierte dies durch eine verstärkte Kniebeugung und erhöhte exzentrische Beanspruchung der Quadrizepssehne. Die Ursache der Sehnenverletzung lag somit nicht in einer neuro­muskulären Insuffizienz, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer veränderten Bewegungsstrategie innerhalb der gesamten kinetischen Kette.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23059" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-1024x879.jpg" alt="" width="755" height="648" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-1024x879.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-300x257.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-768x659.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-150x129.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-450x386.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326-1200x1030.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz4_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<p>EMG-Auswertung der Quadriceps-Aktivität im li-re-Vergleich</p>
<figure id="attachment_23060" aria-describedby="caption-attachment-23060" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-23060" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-1024x613.jpg" alt="" width="755" height="452" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-1024x613.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-300x180.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-768x460.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-150x90.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-450x269.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326-1200x718.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/09/Hinz5_saez0326.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-23060" class="wp-caption-text">Biofeedbacktraining per Elektromyographie</figcaption></figure>
<h2><b>Therapie</b></h2>
<p>In Abstimmung mit den behandelnden Ärzten wurde die Belastungssteuerung nicht ausschließlich am MRT-Befund, sondern an der funktionellen Leistungsfähigkeit orientiert. Therapeutischer Schwerpunkt war die Wiederherstellung der Dorsalextension des linken oberen Sprunggelenks sowie die Optimierung der Kraftübertragung innerhalb der gesamten Beinachse. Parallel erfolgte ein funktionelles Lauftechniktraining mit dem Ziel, die Kniebeugung während der Standphase von 61° auf etwa 40° zu reduzieren und dadurch die exzentrische Belastung der Quadrizepssehne zu verringern.</p>
<p>Die Therapie umfasste:</p>
<ul>
<li>Manuelle Therapie des linken oberen Sprunggelenks (OSG), der Lendenwirbelsäule (LWS) und des Iliosakralgelenks (ISG)</li>
<li>Wiederherstellung der Dorsalextension des linken OSG</li>
<li>Aktivierung der posterioren Muskelkette</li>
<li>Laufspezifisches Training der gesamten Belastungskette</li>
<li>Lauftechniktraining auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband mit schrittweiser Steigerung<br />
bis zur Vollbelastung</li>
<li>Funktionelle laufspezifische Übungen</li>
<li>EMG-gestützte Kontrolle der neuromuskulären Aktivierung (Biofeedback)</li>
<li>Schmerzadaptierte Belastungssteigerung</li>
<li>Return to Sport mit schrittweiser Rückkehr zum Lauftraining sowie zum Handball- und HYROX-Training ohne relevante Beschwerden</li>
</ul>
<h2><b>Diskussion &amp; Fazit</b></h2>
<p>Der Fall verdeutlicht, dass strukturelle MRT-Befunde allein keine ausreichende Grundlage für die Belastungssteuerung darstellen. Trotz unverändertem MRT zeigte die Athletin eine physiologische neuromuskuläre Aktivierung und eine hohe funktionelle Belastbarkeit. Erst die Kombination aus klinischer Untersuchung, funktioneller Bewegungsanalyse, EMG und instrumentierter Laufanalyse ermöglichte die Identifikation der eigentlichen Ursache der Überlastung. Entscheidend ist die integrative Bewertung klinischer, funktioneller und neuromuskulärer Parameter. Besonders bemerkenswert war der biomechanische Zusammenhang zwischen der vorausgegangenen Sprunggelenksverletzung links und der späteren Quadrizepssehnenverletzung rechts. Die eingeschränkte Dorsalextension führte zu einer kompensatorischen Veränderung der Laufmechanik mit verstärkter Kniebeugung und erhöhter exzentrischer Belastung der rechten Quadrizepssehne.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Fall zeigt exemplarisch, dass strukturelle Heilung und funktionelle Belastbarkeit unterschiedliche Prozesse darstellen können. Return-to-Sport-Entschei­dungen sollten daher nicht ausschließlich anhand morphologischer MRT-Befunde getroffen werden, sondern stets unter Einbeziehung klinischer, funktioneller und neuromuskulärer Parameter. Die Run4You®-Methode verfolgt einen integrativen diagnostischen Ansatz. Ziel ist die strukturierte Zusammenführung aller erhobenen Befunde, um Ursachen von Überlastungen zu identifizieren sowie Belastbarkeit, Rehabilitation und Return to Sport individuell zu steuern. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern ist hierfür Voraussetzung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prähabilitation in der Onkologie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23065/praehabilitation-in-der-onkologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maximilian Köppel&nbsp;,&nbsp;Prof. Dr. phil. Joachim Wiskemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 08:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[03/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23065</guid>

					<description><![CDATA[Ein chirurgischer Eingriff zur Tumorresektion ist bei den meisten soliden Tumoren obligat. Je nach Schweregrad der OP gehen diese Eingriffe jedoch mit erheblichen Komplikationen einher. Spanjersberg und Kollegen (2015) berichten, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein chirurgischer Eingriff zur Tumorresektion ist bei den meisten soliden Tumoren obligat. Je nach Schweregrad der OP gehen diese Eingriffe jedoch mit erheblichen Komplikationen einher. Spanjersberg und Kollegen (2015) berichten, dass etwa 40 % aller Patienten, die sich einer offenen Darmoperation unterziehen, von Komplikationen betroffen sind [1].</b></p>
<p>Bei einem Drittel dieser OPs fallen diese Komplikationen sogar schwer aus und bedürfen einer intensivierten medizinischen Nachbetreuung. Selbst bei der deutlich weniger invasiven Laparoskopie verzeichnet immerhin noch etwa jeder Sechste derartige schwerwiegende Komplikationen. Hinzu kommt, dass im Kontext der onkologischen Behandlung nicht nur die unmittelbaren Folgen der OP und Komplikationen bedeutsam sind, sondern dass Personen mit postoperativen Komplikationen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, von einer anschließenden adjuvanten Therapie ausgeschlossen zu werden [2]. Mit zunehmender Komplikationszahl und dem Schweregrad der Komplikationen nimmt diese Wahrscheinlichkeit weiter zu. Dementsprechend bedarf es gezielter Maßnahmen, mit deren Hilfe die peri- bzw. postoperativen Komplikationsraten onkologischer Eingriffe gesenkt werden können. Gleichzeitig erhält eine zunehmende Anzahl onkologischer Patienten eine neoadjuvante Therapie, die dem chirurgischen Eingriff vorangeschaltet ist, mit dem Ziel, den Tumor zu verkleinern und die OP schonender zu gestalten.</p>
<p>In diesem neoadjuvanten Setting rücken neben der Reduktion der Komplikationshäufigkeit auch die Vermeidung therapieassoziierter Nebenwirkungen sowie eine mögliche direkte Verbesserung des Tumorsansprechens in den Fokus. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fitness als protektiver Faktor</b></h2>
<p>Für den Körper ist ein operativer Eingriff eine Extrembelastung. Dementsprechend ist es naheliegend, dass die körperliche Fitness einen bedeutsamen protektiven Faktor für Komplikationen darstellen könnte. Beispielsweise verglichen Snowden und Kollegen (2013) die Mortalitätsraten, Dauer des Krankenhaus- und Intensivstationsaufenthalts von Personen, die sich einer größeren geplanten Operation unterzogen [3]. Hierbei differenzierten die Autoren zwischen Patienten über (alt) und unter (jung) 75 Jahren und Personen mit einer anaeroben Schwelle von über (fit) bzw. unter (unfit) 10 ml/kg/min. In allen drei Endpunkten zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der fitten gegenüber den unfitten Patienten, wobei der ansonsten sehr gut etablierte Alterseffekt komplett kompensiert werden konnte. D. h., in allen drei Endpunkten schnitten die fitten, aber älteren Patienten deutlich besser ab als die unfitten jüngeren Patienten und unterschieden sich nur wenig von den jüngeren fitten Patienten. Der Alterseffekt blieb vor allem bei den unfitten Patienten bestehen, was darauf hindeuten könnte, dass der in der Literatur gut attestierte Zusammenhang zwischen Alter und Komplikationen vor allem auf eine altersassoziiert verminderte Fitness zurückzuführen ist. Chen und Kollegen (2011) konnten eine ähnlich deutliche Assoziation für die Kraftfähigkeit nachweisen [4]. So zeigt sich ein deutlicher negativer linearer Zusammenhang zwischen isometrischer Handkraft und dem peri- / postoperativen Komplikations- und Mortalitätsrisiko. Dieser Effekt fiel so stark aus, dass er selbst ansonsten gut etablierte Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, niedrige Albuminlevel, Vorliegen weiterer Komorbiditäten und die Vorhersagekraft eines Komplikationsrisikoindex in den Schatten stellte. Aus diesen korrelativen Daten ergibt sich unmittelbar die Frage nach der Kausalität. Handelt es sich lediglich um eine Scheinkorrelation zwischen Fitness und Komplikationsrisiko, welche sich daraus ergibt, dass Personen mit schwererer Erkrankung und einem höheren Komplikationsrisiko automatisch auch weniger fit sind, oder dass die Fitness tatsächlich kausal auf das Komplikationsrisiko wirkt und sich eine Verbesserung dieser in einer entsprechenden Risikoreduktion äußert?</p>
<h2><b>Wirksamkeit prähabilitativer Maßnahmen</b></h2>
<p>Derartige Kausalschlüsse lassen sich lediglich anhand von Experimentaldaten, wie sie sich aus randomisiert kontrollierten Studien (Randomized Controlled Trials – RCTs) ergeben, ableiten. Glücklicherweise liegen inzwischen einige RCTs vor, die ein körperliches Training zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Vorfeld eines chirurgischen, onkologischen Eingriffs umsetzten und im Rahmen von systematischen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen aggregiert wurden. In einer Übersichtsarbeit von Voorn und Kollegen (2023) konnten 16 solcher „Prähabilitationsstudien“ bei Personen mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom identifiziert werden [5]. Zwölf der Arbeiten fanden mit randomisierter, vier mit nicht-randomisierter Gruppenzuweisung statt. In 15 der Studien wurde Ausdauertraining durchgeführt, in 14 Atemtraining und in 9 Studien Krafttraining, die Mehrheit der Trainingsinterventionen war demnach multimodal angelegt. Das Zeitfenster der Studien erstreckte sich von einer bis vier Wochen mit einer bis sieben wöchentlichen Trainingseinheiten, wobei die kürzeren Interventionsdauern i. d. R. mit einer höheren wöchentlichen Trainingsfrequenz einhergingen. Im aggregierten Mittel zeichneten sich die Interventionsgruppen im Vergleich zu den Kontrollgruppen durch eine deutliche Reduktion der postoperativen Komplikationen um zwei Drittel (OR = 0,37, 95 %-KI = 0,23, 0,61) aus. Dieser Effekt zeigte sich sowohl im Hinblick auf die spezifischen pulmonalen Komplikationen (OR = 0.31, 95 %-KI = 0.20, 0.48), als auch auf die schwerwiegenderen Komplikationen (OR = 0.36, 95 %-KI = 0.23, 0.68). Ähnliche Effekte auf die pulmonalen Komplikationen (OR = 0.37, 95 %-KI = 0.20, 0.67) zeigen sich auch in einer 8 RCT umfassenden Übersichtsarbeit von Heger und Kollegen (2020) für große Bauchoperationen [6]. In allen eingeschlossenen Studien wurde ein Ausdauertraining durchgeführt, welches in jeweils 3 Arbeiten durch ein Atemtraining und / oder Krafttraining ergänzt wurde. Wie im Fall der Arbeiten von Voorn et al. [5] lagen nur sehr kurze Interventionsfenster von einer bis sechs Wochen vor. Und auch hier wurden zwischen einer und fünf wöchentlichen Trainingseinheiten durchgeführt.</p>
<p>Während die einzelnen Stichproben der in den Übersichtsarbeiten betrachteten RCTs klein ausfallen, liegt mit der Arbeit von Molenaar und Kollegen (2023) ein 251 Kolonrektakarzinom-Patienten umfassendes, großangelegtes RCT vor [7].<span class="Apple-converted-space">  </span>In dieser Arbeit wurde der Prähabilitationsarm einer vierwöchigen multimodalen Prähabilitationsintervention mit drei Trainingseinheiten à einer Stunde unterzogen. Das Training setzte sich aus einem hochintensiven Intervalltraining und einem anspruchsvollen Krafttraining zusammen. Das Intervalltraining bestand aus 4 Zyklen mit alternierend 2 min intensiver Belastung bei 85 – 90 % der maximalen Leistungsfähigkeit und 4min extensiver, regenerativer Belastung bei lediglich 30 % der maximalen Leistungsfähigkeit. Das Krafttraining umfasste 6 – 8 Übungen, die alle größeren Muskelgruppen adressieren sollten. Von jeder Übung wurden 2 Sätze à 10 Wiederholungen bei 65 – 70 % des Einwiederholungsmaximums durchgeführt. Trotz des sehr limitierten Interventionsfensters konnte eine deutliche Reduktion der OP-Komplikationen beobachtet werden. Innerhalb des ersten postoperativen Monats wurden insgesamt 149 Komplikationen bei 93 der Patienten dokumentiert. Diese Komplikationen verteilten sich aber keineswegs gleichmäßig auf die beiden Studienarme, sondern waren mit 54 Fällen (58 %) mehrheitlich in der Kontrollgruppe zu ver­orten (OR: 0.62, 95-%CI: 0.37 – 1.05). Hinsichtlich der 59 schweren Komplikationen fiel dieser Unterschied noch deutlicher aus, so wies die Prähabilitationsgruppe mit 21 Fällen bei 123 Patienten eine signifikant niedrigere Rate schwerer Komplikationen als die Kontrollgruppe mit 38 Fällen bei 128 Patienten auf (OR: 0.47, 95%-CI: 0.26–  0.87). Die Daten deuten darauf hin, dass dies vor allem auf die signifikant niedrigeren medizinischen Komplikationen – insbesondere kardiovaskulärer oder pulmonaler Natur – zurückzuführen ist (OR: 0.48, 95%-CI: 0.26 – 0.89).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Hospitalisierung</b></h2>
<p>Trotz des deutlichen Effekts auf die Komplikationsrate sind die aggregierten Studiendaten hinsichtlich der Hospitalisierungszeiten weniger eindeutig und reichen von minimalen, statistisch nicht signifikanten Effekten bis hin zu einer Reduktion der Hospitalisierung von bis zu 3,5 Tagen [5, 6, 8]. Was in den Übersichtsarbeiten jedoch unbeo­bach­tet blieb, waren die deutlich größeren Streuungen der Hospitalisierungszeiten der Kontroll- gegenüber der Interventionsgruppen. Beispielsweise sind in der Arbeit von Waterland die Standardabweichungen (SD) in der Kontrollgruppe etwa doppelt so groß wie in der Interventionsgruppe [8]. Da die Hospitalisierungszeiten nach unten trunkiert sind – d. h. dass die Verteilung der Hospitalisierungsdaten nicht kleiner als eine Mindestaufenthaltsdauer ausfallen kann –, muss die Streuung vor allem durch wenige, aber dafür besonders lange Hospitalisierungsfälle zustande kommen. Dies wurde leider in den wenigsten der Originalarbeiten im Detail betrachtet. Mit der Arbeit von Cho und Kollegen (2014) liegen jedoch Daten aus einer nicht-randomisierten Studie vor, die genau diese Vermutung bestätigen [9]. In ihrer Arbeit lag die mediane Aufenthaltsdauer der Interventionsgruppe bei 9 Tagen, in der Kontrollgruppe bei 10 Tagen. Die Hospitalisierungsdauern scheinen sich also kaum zu unterscheiden. Interessant wird es aber, betrachtet man den Anteil der jenseits der medianen Aufenthaltsdauer noch hospitalisierten Patienten. So waren nach bereits 15 Tagen alle Patienten des Prähabilitationsarms entlassen, wohingegen noch etwa ein Viertel der Kon­trollpatienten hospitalisiert waren. Selbst nach 6 Wochen und demnach etwa 4 Wochen, nachdem alle Patienten der Prähabilitationsgruppe entlassen waren, verblieben noch 10 % der Kontrollgruppe im Krankenhaus.</p>
<h2><b>Wirkung während neoadjuvanter Chemotherapie</b></h2>
<p>Bislang gibt es nur wenige Studien, in welchen die direkte Wirkung des Trainings auf die Tumorgröße evaluiert wurde. Erste Daten erscheinen aber sehr vielversprechend. In einer nicht-randomisierten Studie mit Ösophaguskarzinompatienten zeigte sich in der Prähabilitationsgruppe mit 75 % positivem Ansprechen auf die neoadjuvante Chemotherapie eine deutliche Überlegenheit gegenüber der Kontrollgruppe, in der nur 37 % der Patienten positiv auf die Therapie ansprachen [10]. In einem größeren RCT von Sanft und Kollegen (2023), wurden 173 Brustkrebspatientinnen einer Ernährung und Bewegung umfassenden Lebensstilmaßnahme unterzogen [11]. Innerhalb des Patientenkollektivs befanden sich 72 Patientinnen unter neoadjuvanter Therapie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Seitens dieser Patientinnen zeigten 53 % der Patientinnen des Prähabilitationsarmes ein pathologisches Komplettansprechen (pCR: pathologic Complete Response) verglichen zu 28 % in der Kontrollgruppe (p = 0.037). In einer Heidelberger Arbeit, welche explizit das Tumoransprechen unter neoadjuvanter Chemotherapie als primären Endpunkt definierte, wurden 180 Brustkrebspatientinnen zu gleichen Anteilen in eine Krafttrainings-, Ausdauertrainings- oder Wartekontrollgruppe randomisiert [12]. Die Patientinnen trainierten zweimal pro Woche. Hierbei zeigte sich, dass die Patientinnen im Prähabilitationsarm signifikant seltener die Therapie unterbrechen mussten und dass Patientinnen mit hormonsensitiven Tumoren stärker auf die neoadjuvante Chemotherapie ansprachen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Trotz der oft sehr kurzen Interventionszeiträume zeigen sowohl unimodale als auch multimodale prähabilitative Maßnahmen eine erhebliche Wirkung auf die peri- und postoperative Komplikationswahrscheinlichkeit onkologischer Patienten. Zudem deuten die Daten darauf hin, dass sich durch Prähabilitation die Zahl extrem langer Hospitalisierungen deutlich reduzieren lässt. Besonders großes Potenzial besitzt die Prähabilitation im Rahmen einer neoadjuvanten Chemotherapie: Neben den verringerten operativen Risiken sprechen auch erste Evidenzen für eine direkte positive Wirkung des Trainings auf das Tumoransprechen sowie auf die Chemotherapieverträglichkeit. Es liegt nahe, dass optimale Effekte dann erzielt werden, wenn das Training mit hoher Dichte stattfindet, um maximale physiologische Anpassungen zu provozieren. An dieser Stelle ist nochmals hervorzuheben, dass viele erfolgreiche Ansätze nicht auf körperliches Training beschränkt sind, sondern als multimodale Konzepte auch weitere Übungsformen wie Atemtraining sowie ernährungstherapeutische und psychoonkologische Betreuung integrieren. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zukünftige Forschung sollte darauf abzielen, die genauen Wirkmechanismen der Prähabilitation zu entschlüsseln, um präzise Ableitungen zur optimalen Belastungsdosierung zu ermöglichen. Ebenso entscheidend wird es sein, Möglichkeiten zur klinische Implementierung zu identifizieren oder zu schaffen, damit die Prähabilitation als fester, Baustein in die onkologische Versorgung eingebunden werden kann.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Spanjersberg, W. R., Van Sambeeck, J. D. P., Bremers, A., Rosman, C., &amp; Van Laarhoven, C. J. H. M. (2015). Systematic review and meta-analysis for laparoscopic versus open colon surgery with or without an ERAS programme. <em>Surgical endoscopy</em>, <em>29</em>(12), 3443-3453.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Hendren, S., Birkmeyer, J. D., Yin, H., Banerjee, M., Sonnenday, C., &amp; Morris, A. M. (2010). Surgical complications are associated with omission of chemotherapy for stage III colorectal cancer. <em>Diseases of the colon &amp; rectum</em>, <em>53</em>(12), 1587-1593.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Snowden, C. P., Prentis, J., Jacques, B., Anderson, H., Manas, D., Jones, D., &amp; Trenell, M. (2013). Cardiorespiratory fitness predicts mortality and hospital length of stay after major elective surgery in older people. <em>Annals of surgery</em>, <em>257</em>(6), 999-1004.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Chen, C. H., Huang, Y. Z., &amp; Hung, T. T. (2011). Hand-grip strength is a simple and effective outcome predictor in esophageal cancer following esophagectomy with reconstruction: a prospective study. <em>Journal of cardiothoracic surgery</em>, <em>6</em>(1), 98.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Voorn, M. J. J., Franssen, R. F. W., Hoogeboom, T. J., Van Kampen-van Den Boogaart, V. E. M., Bootsma, G. P., Bongers, B. C., &amp; Janssen-Heijnen, M. L. G. (2023). Evidence base for exercise prehabilitation suggests favourable outcomes for patients undergoing surgery for non-small cell lung cancer despite being of low therapeutic quality: a systematic review and meta-analysis. <em>European Journal of Surgical Oncology</em>, <em>49</em>(5), 879-894.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Heger, P., Probst, P., Wiskemann, J., Steindorf, K., Diener, M. K., &amp; Mihaljevic, A. L. (2020). A systematic review and meta-analysis of physical exercise prehabilitation in major abdominal surgery (PROSPERO 2017 CRD42017080366). <em>Journal of gastrointestinal surgery</em>, <em>24</em>(6), 1375-1385.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Molenaar, C. J. L., Minnella, E. M., Coca-Martinez, M., Ten Cate, D. W. G., Regis, M., Awasthi, R., &#8230; &amp; Slooter, G. D. (2023). Effect of multimodal prehabilitation on reducing postoperative complications and enhancing functional capacity following colorectal cancer surgery: the PREHAB randomized clinical trial. <em>JAMA surgery</em>, <em>158</em>(6), 572-581.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Waterland, J. L., McCourt, O., Edbrooke, L., Granger, C. L., Ismail, H., Riedel, B., &amp; Denehy, L. (2021). Efficacy of prehabilitation including exercise on postoperative outcomes following abdominal cancer surgery: a systematic review and meta-analysis. <em>Frontiers in surgery</em>, <em>8</em>, 628848.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Cho und Kollegen (2014)</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Zylstra, J., Whyte, G. P., Beckmann, K., Pate, J., Santaolalla, A., Gervais-Andre, L., &#8230; &amp; Davies, A. (2022). Exercise prehabilitation during neoadjuvant chemotherapy may enhance tumour regression in oesophageal cancer: results from a prospective non-randomised trial. <em>British Journal of Sports Medicine</em>, <em>56</em>(7), 402-409.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Sanft, T., Harrigan, M., McGowan, C., Cartmel, B., Zupa, M., Li, F. Y., &#8230; &amp; Irwin, M. L. (2023). Randomized trial of exercise and nutrition on chemotherapy completion and pathologic complete response in women with breast cancer: the lifestyle, exercise, and nutrition early after diagnosis study. <em>Journal of Clinical Oncology</em>, <em>41</em>(34), 5285-5295.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Schmidt, M. E., Goldschmidt, S., Kreutz, C., Müller, J., Schneeweiss, A., May, A. M., &#8230; &amp; Steindorf, K. (2025). Effects of aerobic or resistance exercise during neoadjuvant chemotherapy on tumor response and therapy completion in women with breast cancer: The randomized controlled BENEFIT trial. <em>Journal of sport and health science</em>, 101064.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückenübungen: Nicht mehr, sondern bessere Bewegung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/23129/rueckenuebungen-nicht-mehr-sondern-bessere-bewegung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sportärztezeitung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 07:55:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[90 Sek]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23129</guid>

					<description><![CDATA[Rückentraining sollte sich nicht an standardisierten Übungsrezepten orientieren, sondern an den individuellen Bewegungs- und Belastungsmustern des Patienten. Stuart McGill betont, dass zunächst die Ursache beziehungsweise der auslösende Bewegungsmechanismus identifiziert und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="isSelectedEnd">Rückentraining sollte sich nicht an standardisierten Übungsrezepten orientieren, sondern an den individuellen Bewegungs- und Belastungsmustern des Patienten. Stuart McGill betont, dass zunächst die Ursache beziehungsweise der auslösende Bewegungsmechanismus identifiziert und reduziert werden sollte. Gerade bei bewegungs- oder flexionsintoleranten Patienten kann ein „Mehr“ an Beweglichkeit kontraproduktiv sein.</p>
<p class="isSelectedEnd">Entscheidend sind deshalb zunächst Anamnese, Beobachtung und gezielte Provokationstests: Welche Bewegungen, Positionen und Belastungen werden toleriert, welche verschlechtern die Beschwerden? Darauf aufbauend wird die Belastung individuell dosiert.</p>
<p class="isSelectedEnd">Im Mittelpunkt der Rehabilitation stehen zunächst die Korrektur fehlerhafter Bewegungs- und motorischer Muster, anschließend Stabilität und muskuläre Ausdauer. Erst danach sollten – abhängig von Ziel und Belastbarkeit – Kraft, Schnelligkeit und Power entwickelt werden. Für die Wirbelsäule bedeutet Stabilität dabei nicht maximale Kraft, sondern eine koordinierte Aktivierung der Rumpfmuskulatur bei möglichst geringer unnötiger Bewegung.</p>
<p>Eine wichtige Konsequenz für die Sportmedizin: <strong>Übungen sollten nicht isoliert nach ihrer Popularität ausgewählt werden, sondern nach ihrer biomechanischen Belastung und ihrer Funktion für den jeweiligen Patienten.</strong> Perfekte Bewegungsausführung, individuelle Toleranz und progressive Belastungssteigerung sind dabei wichtiger als möglichst hohe Trainingsintensität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Originalarbeit: <span class="fontstyle0">Designing Back Exercise: from Rehabilitation to Enhancing Performance. </span></em><span class="fontstyle0"><em>Stuart McGill. </em><a href="https://www.backfitpro.com/pdf/selecting_back_exercises.pdf"><em>https://www.backfitpro.com/pdf/selecting_back_exercises.pdf</em></a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GLP-1-Therapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/23124/glp-1-therapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[News]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 07:16:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=23124</guid>

					<description><![CDATA[Aktuelle Daten rücken die Qualität des Gewichtsverlusts in den Fokus – Kreatin wird als Forschungsansatz diskutiert • GLP-1- und GIP/GLP-1-basierte Adipositastherapien ermöglichen erhebliche Gewichtsverluste. Ein Teil davon entfällt auf fettfreie [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> <span class="fontstyle0">Aktuelle Daten rücken die Qualität des Gewichtsverlusts in den Fokus – Kreatin wird<br />
als Forschungsansatz diskutiert</span></strong></p>
<p><span class="fontstyle2">• </span><span class="fontstyle3">GLP-1- und GIP/GLP-1-basierte Adipositastherapien ermöglichen erhebliche Gewichtsverluste. Ein Teil davon entfällt auf fettfreie Masse.<br />
</span><span class="fontstyle2">• </span><span class="fontstyle3">Eine ausreichende Proteinzufuhr und regelmäßiges Krafttraining gelten als zentrale Maßnahmen, um Muskelmasse und -funktion während der Gewichtsabnahme zu unterstützen.<br />
</span><span class="fontstyle2">• </span><span class="fontstyle3">Neue Arbeiten diskutieren darüber hinaus Kreatin als möglichen ergänzenden Ansatz (</span><span class="fontstyle3">Direkte klinische Evidenz für einen Nutzen von Kreatin bei Patienten unter GLP-1- beziehungsweise GIP/GLP-1-Therapie liegt bislang nicht vor.)</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Die Adipositastherapie hat in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel erlebt: Mit Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid lassen sich Gewichtsreduktionen erzielen, die noch vor wenigen Jahren kaum medikamentös erreichbar schienen. Doch mit der zunehmenden Effektivität der Therapie verändert sich auch die wissenschaftliche Fragestellung: Wie lässt sich nicht nur möglichst viel Gewicht, sondern möglichst hochwertig abnehmen? Denn neben Fettmasse nimmt bei deutlicher Gewichtsreduktion häufig auch die fettfreie Masse ab. Damit gewinnt die Betrachtung der Körperzusammensetzung zunehmend an Bedeutung. Genau an diesem Punkt setzt eine aktuelle wissenschaftliche Diskussion an – und rückt neben den etablierten Säulen Ernährung und Bewegung auch Kreatin als möglichen ergänzenden Ansatz in den Fokus.</span></p>
<h3><span class="fontstyle0">Fettfreie Masse: relevant, aber nicht gleichbedeutend mit Muskelverlust</span></h3>
<p><span class="fontstyle0">Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von 20 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 15.782 Teilnehmern untersuchte, wie sich der Verlust </span><span class="fontstyle0">an fettfreier Masse unter Inkretin-basierten Therapien im Vergleich zu Lebensstilinterventionen verhält (1).</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">Danach entfielen unter Semaglutid 35,2 Prozent, unter Tirzepatid 25,4 Prozent und unter Liraglutid 26,8 Prozent des verlorenen Gewichts auf fettfreie Masse. Bei reinen Lebensstilinterventionen lag der Anteil mit 26,2 Prozent in vergleichbarer Größenordnung (p = 0,42). Am günstigsten war die Kombination aus Lebensstilintervention und Krafttraining: Hier entfielen 17,5 Prozent des Gewichtsverlusts auf fettfreie Masse (1).</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Die Zahlen bedürfen allerdings einer wichtigen Einordnung: Fettfreie Masse ist nicht gleich Skelettmuskel. DXA-basierte Messungen umfassen neben Muskelgewebe auch Wasser, Organe und weitere fettfreie Gewebe. Ein Rückgang dieses Parameters während einer deutlichen Gewichtsabnahme kann daher nicht automatisch als klinisch relevanter Muskelverlust oder Sarkopenie interpretiert werden. Entscheidend ist vielmehr, ob<br />
Muskelkraft und körperliche Funktion erhalten bleiben (2). </span><span class="fontstyle0">Auch die aktuelle Übersichtsarbeit zur muskuloskelettalen Gesundheit unter GLP-1-basierten Therapien betont diese Differenzierung (2).</span><span class="fontstyle0"> </span><span class="fontstyle0">Die bislang verfügbaren Daten erlauben keinen sicheren Schluss auf einen regelhaft überproportionalen Verlust von<br />
Muskelgewebe unter GLP-1-basierten Therapien. Vielmehr ist der Gewichtsverlust überwiegend durch die Reduktion der Fettmasse geprägt. Die Autoren plädieren daher für eine Bewertung der „quality of weight loss“, bei der neben der Körperzusammensetzung auch Muskelqualität, körperliche Funktion, Knochengesundheit und Ernährungsstatus berücksichtigt werden (2).</span></p>
<h3><span class="fontstyle0">Krafttraining und Protein als zentrale Stellschrauben</span></h3>
<p><span class="fontstyle0">Unter einer Inkretin-basierten Therapie können Appetitminderung, frühe Sättigung und gastrointestinale Beschwerden die Energie- und insbesondere die Proteinzufuhr begrenzen. Gleichzeitig nimmt mit sinkendem Körpergewicht die mechanische Belastung der Muskulatur ab (2). </span><span class="fontstyle0">Eine ausreichende Proteinzufuhr und regelmäßiges Krafttraining gelten daher als zentrale Maßnahmen, um Muskelmasse und -funktion während einer Gewichtsreduktion zu unterstützen. Für die Proteinzufuhr werden während der aktiven Gewichtsabnahme häufig etwa 1,2 bis 1,5 g/kg Körpergewicht pro Tag diskutiert; spezifische Dosis-Wirkungs-Daten für Patienten unter Inkretin-Therapie fehlen jedoch noch (2).</span></p>
<h3><span class="fontstyle0">Kreatin: etablierte Evidenz trifft auf neue Forschungsfrage</span></h3>
<p><span class="fontstyle0">Neben Protein und Krafttraining wird zunehmend auch Kreatin als möglicher ergänzender Ansatz diskutiert. Für Kreatin in Kombination mit regelmäßigem Krafttraining liegt bereits Evidenz für positive Effekte auf die Muskelkraft vor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigte 2016 einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der täglichen Aufnahme von mindestens 3 g Kreatin in Kombination mit<br />
regelmäßigem Krafttraining und einer verbesserten Muskelkraft bei Erwachsenen über 55 Jahren. Der entsprechende Health Claim wurde 2017 in die EU-Liste zugelassener Health Claims aufgenommen (3).</span><span class="fontstyle0"><br />
</span><span class="fontstyle0">Dieser Health Claim bezieht sich ausdrücklich auf Erwachsene über 55 Jahre in Kombination mit regelmäßigem Krafttraining und lässt sich daher nicht unmittelbar auf Patienten unter GLP-1-Therapie übertragen. Die aktuelle Evidenz bei älteren Erwachsenen ist zudem differenziert: Eine 2025 veröffentlichte Meta-Analyse zeigte unter Kreatin in Kombination mit Krafttraining einen signifikanten Effekt auf die fettfreie Masse. Für die Kraft der unteren Extremität zeigte sich ein grenzwertiger Effekt, während für die obere Extremität kein signifikanter Gesamteffekt nachweisbar war (5).</span></p>
<h3><span class="fontstyle0">Kreatin bei GLP-1-Therapie: von der Hypothese zur klinischen Forschungsfrage</span></h3>
<p><span class="fontstyle0">Ob sich diese Evidenz auf die besondere Situation einer pharmakologisch unterstützten Gewichtsabnahme übertragen lässt, ist bislang offen. Eine aktuelle wissenschaftliche Perspektive formuliert die Hypothese, dass Kreatin – insbesondere in Kombination mit Krafttraining – dazu beitragen könnte, den Verlust fettfreier Masse während einer Inkretinbasierten Pharmakotherapie zu begrenzen. Als mögliche Grundlage werden unter anderem die etablierte Rolle von Kreatin im Phosphokreatin-System sowie die Evidenz aus anderen Populationen diskutiert (4).</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Für Patienten unter GLP-1- beziehungsweise GIP/GLP-1-Therapie ist dieser Zusammenhang bislang nicht klinisch belegt. Die Forschungsfrage ist jedoch inzwischen nicht mehr rein theoretisch, sondern Gegenstand einer klinischen Untersuchung: Eine aktuell rekrutierende randomisierte Pilotstudie untersucht bei 40 Erwachsenen, die eine GLP-1-Rezeptoragonisten-Therapie beginnen, täglich Kreatin gegenüber Placebo – jeweils in Kombination mit einem zwölfwöchigen Krafttrainingsprogramm. Dabei werden unter anderem Veränderungen der fettfreien Masse und der körperlichen Funktion erfasst. Ergebnisse liegen noch nicht vor (6).</span></p>
<h3><span class="fontstyle0">Die Qualität des Gewichtsverlusts rückt in den Fokus</span></h3>
<p><span class="fontstyle0">Dass die Zusammensetzung des Gewichtsverlusts zunehmend auch bei der Entwicklung neuer Adipositastherapien berücksichtigt wird, zeigt die aktuelle Phase-2-Studie BELIEVE. </span><span class="fontstyle0">Die Kombination aus Bimagrumab und Semaglutid führte zu einem stärkeren Gewichtsund Fettverlust als Semaglutid allein und war zugleich mit einer besseren Erhaltung der fettfreien Masse verbunden (7). </span><span class="fontstyle0">Die Entwicklung zeigt: Bei der pharmakologischen Gewichtsreduktion rückt neben dem Ausmaß des Gewichtsverlusts zunehmend auch dessen Zusammensetzung in den Fokus. Krafttraining und eine ausreichende Proteinzufuhr bilden dabei die derzeit am besten begründeten Ansatzpunkte für den Muskelerhalt. Ob Kreatin künftig als weiterer Baustein zur Unterstützung von fettfreier Masse und Muskelkraft während einer Inkretin-basierten Therapie beitragen kann, muss die klinische Forschung zeigen.</span></p>
<h4><span class="fontstyle0">Creavitalis</span><span class="fontstyle0">®</span><span class="fontstyle0">: Kreatin-Monohydrat aus deutscher Produktion</span></h4>
<p><span class="fontstyle0">Creavitalis</span><span class="fontstyle0">® </span><span class="fontstyle0">ist ein Kreatin-Monohydrat der Alzchem Trostberg GmbH, das vollständig in Deutschland hergestellt wird – einschließlich aller Ausgangsstoffe. Es ist geschmacksneutral und vielseitig einsetzbar in Nahrungsergänzungsmitteln und funktionellen Lebensmitteln.</span></p>
<p><span class="fontstyle0"><strong>Quellen</strong><br />
</span><span class="fontstyle1">1. Eisa N, Barood O. Lean Mass Changes With Incretin Therapy Versus Lifestyle Intervention: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. Diabetes Obes Metab. 2026;28(6):4818–4827. </span><span class="fontstyle1">doi:10.1111/dom.70666</span><span class="fontstyle1">.<br />
2. Šantić R, Martinović L, Pavlović N, et al. Lean Mass and Musculoskeletal Preservation in GLP-1-Based Obesity Treatment: Nutrition, Exercise, Supplementation, and Monitoring Strategies. Metabolites. 2026;16(6):364. </span><span class="fontstyle1">doi:10.3390/metabo16060364</span><span class="fontstyle1">.<br />
3. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Creatine in combination with resistance training and improvement in muscle strength: evaluation of a health claim pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA Journal. 2016;14(2):4400. </span><span class="fontstyle1">https://doi.org/10.2903/j.efsa.2016.4400.<br />
</span><span class="fontstyle1">4. Ribeiro F, Forbes SC, Candow DG, et al. Creatine supplementation for preventing muscle atrophy in patients taking incretin-based pharmacotherapies: a perspective. J Nutr Physiol. 2026. </span><span class="fontstyle1">doi:10.1016/j.jnphys.2026.100028</span><span class="fontstyle1">.<br />
5. Liu S, Huang N, Wu W, et al. The impact of creatine supplementation associated with resistance training on muscular strength and lean tissue mass in the aged: a systematic review and meta-analysis. Eur Rev Aging Phys Act. 2025;22:26. </span><span class="fontstyle1">doi:10.1186/s11556-025-00392-9</span><span class="fontstyle1">.<br />
6. ClinicalTrials.gov. Creatine Supplementation During GLP-1a Therapy. Studienregistrierung NCT07625202. </span><span class="fontstyle1">clinicaltrials.gov/study/NCT07625202 </span><span class="fontstyle1">(Zugriff: August 2026).<br />
7. Heymsfield SB, Aronne LJ, Montgomery P, et al. Bimagrumab plus semaglutide alone or in combination for the treatment of obesity: a randomized phase 2 trial. Nat Med. 2026;32:869–882. Verfügbar unter: </span><span class="fontstyle1">https://www.nature.com/articles/s41591-026-04204-0</span><span class="fontstyle1">.<br />
</span></p>
<p><span class="fontstyle0">Hinweis: </span><span class="fontstyle1">Bei den zitierten Arbeiten zu Kreatin und Inkretin-basierten Therapien handelt es sich teilweise um hypothesengenerierende beziehungsweise indirekte Evidenz. Randomisiert-kontrollierte Studien zur spezifischen Wirksamkeit von Kreatin bei Patienten unter GLP-1- bzw. GIP/GLP-1-Therapie liegen bislang nicht vor. Prof. Darren G. Candow, Ko-Autor der Arbeit von Ribeiro et al., ist wissenschaftlicher Berater </span><span class="fontstyle1">(Scientific Advisor) der Alzchem im Bereich Kreatinforschung. Die EFSA-Bewertung des Health Claims zu Kreatin und Krafttraining erfolgte auf Grundlage eines von AlzChem AG eingereichten Antrags.</span></p>
<p>Mehr Informationen finden Sie <a href="http://www.creavitalis.de">HIER </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht: 05.10.2026</em></p>
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