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	<title>PD Dr. med. Kai Wohlfarth, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>PD Dr. med. Kai Wohlfarth, Autor bei sportärztezeitung</title>
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		<title>Schädelhirntraumata</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/psychologie/14514/schaedelhirntraumata/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Andreas S. Gonschorek&#160;,&#160;PD Dr. med. Kai Wohlfarth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Aug 2023 08:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[03/23]]></category>
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					<description><![CDATA[„Das am wenigsten registrierte, zu selten diagnostizierte und am meisten unterschätzte Schädelhirntrauma ist bei weitem die Gehirnerschütterung“ (Brain Trauma Foundation, www.braintrauma.org).  Schädelhirntraumata stellen in mehrfacher Hinsicht Sportvereine und die betreuenden [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><b>„Das am wenigsten registrierte, zu selten diagnostizierte und am meisten unterschätzte Schädelhirntrauma ist bei weitem die Gehirnerschütterung“ </b><b>(Brain Trauma Foundation, <a href="https://braintrauma.org" target="_blank" rel="noopener">www.braintrauma.org</a>).<span class="Apple-converted-space"> </span></b></em></p>
<p><b>Schädelhirntraumata stellen in mehrfacher Hinsicht </b><b>Sportvereine und die betreuenden Mediziner vor große medizinische, als auch rehabilitative Herausforder</b><b>ungen. Das akute Störungsbild sportassoziierter Schädelhirntraumata (saSHT) ist sehr komplex und umfasst eine Vielzahl von Symptomen [1].</b></p>
<p>Kognitive, emotionale und interaktionelle Folgen eines saSHT sind im Querschnittsbild bei einmaliger Untersuchung nicht immer leicht zu erkennen und erfordern unter Umständen Kontrolluntersuchungen und einen interdisziplinären diagnostischen Ansatz. Kurzzeitig kann sich das allgemeine Verletzungsrisiko erhöhen, aber auch noch Monate und Jahre nach leichtem (saSHT) können kognitive Störungen, vor allem des Gedächtnisses und Defizite der Aufmerksamkeitsfunktion, des Antriebs und der psychomotorischen Geschwindigkeit sowie von Exekutivfunktionen, resultieren. In den letzten Jahren finden sich immer wieder Hinweise auf Langzeitfolgen nach leichtem saSHT inklusive Gehirnerschütterungen beim Sport, die auch als chronische traumatische Enzephalopathie (CTE) bezeichnet werden. Hierbei könnte durch die Etablierung von sinnvollen Schutzmaßnahmen die Prävention positiv beeinflusst werden.</p>
<h2>CTE</h2>
<p>Per Definition ist die chronisch traumatische Enzephalopathie eine progressive neurodegenerative Erkrankung, die nach mehrfachen saSHT und subklinischen Hirntraumata auftreten kann. Das klinische Bild ist variabel, in der zerebralen Bildgebung findet sich eine abnorme Tau-Pathologie in den typischen Verletzungsregionen des Gehirns, die meist beim typischen Akzelerations-Dezelerations-Mechanismus bei Kontaktsportarten betroffen sein können. Beim Kopfanpralltrauma können bis zu 40 G auf das Gehirn einwirken. Die mittlere Expositionsdauer seit dem saSHT liegt zwischen 10 und 20 Jahren, die klinischen Symptome entwickeln sich ebenfalls in diesem Zeitfenster. Hinsichtlich der klinischen Zeichen finden sich Verhaltensmerkmale/ psychiatrische Merkmale bis hin zur Suizidalität, kognitive Veränderungen bis hin zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Sprachstörungen und motorische Funktionseinschränkungen, wie Dysarthrie und Gangstörung, sowie ein Tremor. Des Weiteren existieren Hinweise darauf, dass auch das saSHT ein Risikofaktor für die Entstehung einer Alzheimerdemenz sein könnte bzw. die Zeit bis zum Auftreten einer Alzheimerdemenz verkürzt. Zudem finden sich Anhaltspunkte basierend auf Einzelfallberichten, dass sich im Fußball nach repetitivem Kopftrauma eine amyotrophe Lateralsklerose (ALS) entwickeln kann [2]. Vor zwei Jahren zeigte eine Kohortenstudie aus Schottland, dass bei Profifußballspielern die Morbidität und Mortalität durch neurogenerative Erkrankungen (Morbus Parkinson, M. Alzheimer und andere Demenzerkrankungen) sowie Motoneuronerkrankungen wie ALS signifikant um den Faktor 3,5 höher ist als in Vergleichsgruppen der Allgemeinbevölkerung. Erstmals wurden mögliche Assoziationen des Risikos für die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen in Bezug auf die Spielfeldposition der Fußballer, die Länge der Berufskarriere und die  Geburtsjahrgänge ermittelt. Am häufigsten, nämlich um den Faktor 5, waren Spieler auf Verteidigungspositionen betroffen (HR 4,98). Auch die Karrierelänge war entscheidend: so war das Risiko am höchsten bei einer Berufskarriere von mehr als 15 Jahren (HR 5,2; p&lt;0,001). Die Autorinnen und Autoren sehen die Ergebnisse als Bestätigung der Hypothese, dass wiederholte, auch leichte Kopfverletzungen als Verteidiger und die Karrierelänge, als Maß für eine Kumulation, das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen signifikant erhöhen können [3]. Bei sich verdichtenden wissenschaftlichen Hinweisen auf kumulative Effekte ergeben sich klare Implikationen für eine Prävention bzw. das Erarbeiten von Kopfschutzstrategien. Die Prävention der chronischen traumatischen Enzephalopathie (CTE) nach wiederholten leichtgradigen Kopfverletzungen bei Sportarten wie Boxen, Fußball, American Football, Rugby, Handball oder Eishockey könnte durch die Etablierung von sinnvollen Schutzmaßnahmen durchaus positiv beeinflusst werden, diese haben sich in vielen Risikosportarten bereits bewährt [4].</p>
<h2><b>Situation in Deutschland</b></h2>
<p>In Deutschland wird die Zahl saSHT auf 44.000 pro Jahr geschätzt, die Dunkelziffer liegt sehr wahrscheinlich deutlich höher. In einer systematischen Analyse der VBG im Sportreport wurden im Spitzensport in der Saison 2015/2016 knapp 130 saSHT bei Schwerpunktsportarten wie Basketball, Eishockey, Fußball und Handball diagnostiziert und gemeldet. Die Prävalenz lag sportartübergreifend bei 3,6 %, die kumulative Saisoninzidenz bei 0,04 saSHT je eingesetzten Sportler. Hinsichtlich der betrachteten Sportarten konnten allerdings signifikante Unterschiede festgestellt werden. Im Fußball wurden 0,6 Verletzungen im Bereich des Kopfes pro 1.000 Stunden registriert. Videoanalysen von saSHT ergaben, dass knapp 85 % der Fälle durch direkten Kontakt gegen den Kopf verursacht wurden, weitere 15 % durch indirekten Kontakt, typischerweise durch Stürze auf den Kopf nach einem vorausgegangenen Körperkontakt mit einem Gegenspieler. Der Anteil an gegnerischem Foulspiel bei saSHT beträgt ca. 12,5 %. Bei Betrachtung der sportartspezifischen Aktion zum Zeitpunkt der Verletzung fällt ein enormer Anstieg der Verletzungen, resultierend aus Kopfballsituationen, im Vergleich zu den Vorjahren auf (+8,8 %) [5]. Dabei verletzen sich Verteidiger am häufigsten bei Kopfbällen. Kopfverletzungen im Fußball finden sich bei 6,6 % [5]. Ursache sind die Kollision mit dem Gegenspieler (Kopf-Kopf-Kollision) sowie Schlag durch den Gegenspieler mit den oberen Extremitäten, vor allem Ellbogen, weiterhin direkte Kopfbälle. Kopf und Fußverletzungen ereignen sich überwiegend durch direkten Kontakt. Beim Handball findet sich bezüglich der Verteilung der Verletzungen für den Kopfbereich eine Inzidenz von 7 %. Bei Kreisläufern wurden dabei auffällig mehr Kopfverletzungen registriert als in der Gesamtgruppe. Kopfverletzungen sind fast ausschließlich in Kontaktsituationen zu beobachten, in 41,5 % ist ein Foulspiel die Ursache, typischerweise ein Schlag mit Arm, Unterarm oder Ellbogen. Der höchste Anteil an saSHT fand sich erwartungsgemäß im Eishockey.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Vor diesem Hintergrund hat die VBG zusammen mit Neurologen, Neuropsychologen, Durchgangs- und Mannschaftsärzten sowie Sportwissenschaftlern ein Algorithmus zum Umgang mit SHT im Sport entwickelt [6]. Um beim Eintritt eines saSHT einen Vergleichsmaßstab zur Verfügung zu haben, wird die Durchführung eines neurologischen / neuropsychologischen Basistestes vor der Saison gefordert. Die Diagnostik und Behandlung nach saSHT erfolgt unter Leitung des Mannschaftsarztes interdisziplinär durch die enge Einbindung neurologischer und neuropsychologischer Kompetenzen (Abb. 1).</p>
<figure id="attachment_14587" aria-describedby="caption-attachment-14587" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-14587" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323.jpg" alt="" width="1200" height="1688" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-213x300.jpg 213w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-728x1024.jpg 728w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-768x1080.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-1092x1536.jpg 1092w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-150x211.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek1_saez0323-450x633.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-14587" class="wp-caption-text">Abb. 1 Algorithmus VBG</figcaption></figure>
<h2><b>Nutzen der Basisuntersuchungen </b><b>Nervensystem (Tabelle)</b></h2>
<p>Durch eine Basisuntersuchung erfolgt einerseits die Prävention mit Bewusstseinsbildung bei Sportlern, Trainern und Mannschaftsärzten, gegebenenfalls aber auch die Identifikation einer Vorbelastung durch Erfassung kognitiver Parameter in der Leistungsdiagnostik. Durch individuelle Vergleichswerte können nach einem Trauma Einschränkungen optimal individuell beurteilt werden, die Versorgung nach einem saSHT ist erleichtert bzw. die weitere Behandlung individuell gestaltbar. Die Vergleichswerte liefern Entscheidungsparameter, ob ein Sportler wieder im Training oder Wettkampf einsatzfähig ist. Des Weiteren können aufgrund der Baseline-Untersuchung aber auch spezielle Empfehlungen für das Training resultieren („neurozentrierte Trainingsmethodik“).<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Akutdiagnostik nach saSHT am Spielfeldrand orientiert sich an der ­Unfallmechanik und an bestimmten Symptomen oder Symptomkonstellationen („red flags“) [7] und wird durch das medizinische Personal vor Ort sichergestellt [8]. Probleme ergeben sich insbesondere, wenn wie im Fußball in wenigen Minuten die Entscheidung über eine weitere Teilnahme des Spielers am Spiel entschieden werden soll. Offensichtliche Symptome wie Bewusstlosigkeit oder Erbrechen treten in den wenigsten Fällen auf, was die Erkennung von saSHT erschwert. Auch der Spieler selbst nimmt akute Funktionsbeeinträchtigungen häufig nicht wahr. Trotzdem kann es bereits bei leichteren Kollisionen, insbesondere solcher mit rotatorischer Komponente des Kopfes zu diffusen axonalen Verletzungen des Gehirns kommen. Neben einem möglichen Ödem sind kognitive und motorische Defizite möglich, infolgedessen aber selten auch ein „second impact“ Trauma. Daher muss im Zweifel der Sportler aus dem Spiel genommen werden.</p>
<p>Die initiale Behandlung umfasst zunächst körperliche Ruhe („rest as needed and as tolerated“), danach eine angepasste physische und mentale Aktivierung, im Späteren nach ca. fünf bis sechs Tagen bei Beschwerdefreiheit Aufnahme des regulären Trainings- bzw. Spielbetriebes.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-14588" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-300x164.jpg" alt="" width="597" height="327" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-300x164.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-1024x559.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-768x419.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-150x82.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323-450x246.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Gonschorek2_saez0323.jpg 1200w" sizes="(max-width: 597px) 100vw, 597px" /></p>
<p><em>Abb. 2 Return to Play (RTP)</em></p>
<p>In der Postakutphase wird die Diagnostik fachspezifisch erweitert, mit dem Ziel der Feststellung des Schadensausmaßes und des Schweregrades. Zum Einsatz kommen dafür neurologische, neurophysiologische, neuropsychologische, bildgebende und labordiagnostische Methoden und Verfahren. Diese umfassende multimodale Stufendiagnostik stellt die wesentliche Voraussetzung für einen individuellen Behandlungsplan dar. Bei anhaltenden Beschwerden und nach umfassender Diagnostik ist eine Aufklärung, Psychoedukation, spezifische Behandlung der Beschwerden und Symptome z. B. Lagerungs- oder Gleichgewichtstraining, kognitives Training, Psychotherapie, gegebenenfalls auch Sehtraining sowie eine medikamentöse Therapie indiziert. Erst danach sollte eine Rückkehr zum Spielbetrieb bzw. zum Wettkampf­betrieb erfolgen. Für anhaltende Beschwerden existieren folgende Risikofaktoren: Initiale Ausprägung und Schwere der Symptome und Befunde, subakute migräneartige Kopfschmerzen oder depressive Symptome, vorhergehende SHT, vorhergehende Lernschwierigkeiten oder Migräne in der Anamnese sowie psychische Störungen in der Anamnese, weiterhin eine positive Familienanamnese und das weibliche Geschlecht. Diese Risikofaktoren müssen individuell gewürdigt werden.</p>
<figure id="attachment_14589" aria-describedby="caption-attachment-14589" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-14589" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323.jpg" alt="" width="1200" height="740" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323-300x185.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323-1024x631.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323-768x474.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323-150x93.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/GonschorekTab_saez0323-450x278.jpg 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-14589" class="wp-caption-text">Tab. Basisuntersuchungen Nervensystem</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Einige Maßnahmen zur Prävention konnten im Profisport bereits eingeführt und eta­bliert werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen, Sensibi­lisierung für die Thematik und Schulung der Sportler und der Akteure in den Vereinen ist jedoch noch weniger weit vorangeschritten. Prävention, Diagnostik und spezifische individualisierte Therapie und Rehabilitation von saSHT sollten einen höheren Stellenwert als bisher einnehmen. Die regelhafte Einbindung eines neurologischen und neuropsychologischen Sachverstandes kann in einem modernen sportmedi­zinischen Konzept die Qualität der medizinischen Versorgung deutlich verbessern. Insbesondere bei der Bewertung eines Schweregrades, verbunden mit der Quanti­fizierung der neuronalen Läsionslast, gibt es noch erheblichen Forschungsbedarf. Auch die Definition eines leichten saSHT ist sehr unscharf. Fortschritte bildgebender Verfahren, Biomarker aus dem Serum oder Speichel sowie spezielle neurophysiologische Untersuchungen bieten hier vielversprechende Ansätze, können aber für einen Routine­einsatz in der Praxis noch nicht empfohlen werden [9].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Literatur</i></p>
<p>1. Reinsberger C, Sportassoziierte Schädelhirntraumata. InFo Neurologie + Psychiatrie 2022; 24 (2)</p>
<p>2. Gänsslen A. et al. Chronisch Traumatische Enzephalopathie: Wie Sportverletzungen das Gehirn schädigen können. Dtsch Arztebl 2016; 113(37): [13]</p>
<p>3. Russell ER et al. Association of Field Position and Career Length With Risk of Neurodegenerative Disease in Male Former Professional Soccer Players. JAMA Neurol 2021; 78 (9): 1057-1063</p>
<p>4. McCrea MA et al. Opportunities for Prevention of Concussion and Repetitive Head Impact Exposure in College Football Players: A Concussion Assessment, Research, and Education (CARE) Consortium Study. JAMA Neurol 2021 Mar 1; 78(3): 346-350</p>
<p>5. VBG-Sportreport 2017</p>
<p>6. VBG-Sportreport 2018</p>
<p>7. Feddermann-Demont N. et al Recommendations for initial examination, differential diagnosis, and management of concussion and other head injuries in high-level football. Scand J Med Sci Sports. 2020; 00:1-13</p>
<p>8. Sport Concussion Assessment Tool 6 (SCAT6) British Journal of Sports Medicine<em> </em>2023; <strong>57:</strong>622-631</p>
<p>9. Patricios JS, et al. Consensus statement on concussion in sport: the 6th International Conference on Concussion in Sport-Amsterdam, October 2022. Br J Sports Med 2023; 57:695-711</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Präventive neurologische Testung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/psychologie/1551/praeventive-neurologische-testung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall&#160;,&#160;PD Dr. med. Kai Wohlfarth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2020 16:46:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[04/19]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin 27.09.2019: In der Nachspielzeit, unmittelbar vor dem Schlusspfiff, prallten Kapitän Makoto Hasebe und Torhüter Kevin Trapp im eigenen Strafraum unglücklich zusammen. Hasebe blieb danach kurzzeitig bewusstlos am Boden liegen.&#160; [...]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Berlin 27.09.2019: In der Nachspielzeit, unmittelbar vor dem Schlusspfiff, prallten Kapitän Makoto Hasebe und Torhüter Kevin Trapp im eigenen Strafraum unglücklich zusammen. Hasebe blieb danach kurzzeitig bewusstlos am Boden liegen.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Das am wenigsten registrierte, zu selten diagnostizierte und am meisten unterschätzte Schädelhirntrauma ist bei weitem die&nbsp; Gehirnerschütterung“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="has-inline-color has-black-color">&nbsp;(Brain Trauma Foundation, <a href="http://www.braintrauma.org">www.braintrauma.org).</a></span></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland wurden in der Saison 2015/2016 knapp 130 Schädelhirnverletzungen bei Schwerpunktsportarten wie Basketball, Eishockey, Fußball und Handball diagnostiziert und gemeldet. Die Prävalenz lag sportartübergreifend bei 3,6 %, die kumulative Saisoninzidenz bei 0,04 Schädelhirnverletzungen je eingesetztem Sportler. Der höchste Anteil an Schädelhirnverletzungen findet sich im Eishockey. Im Fußball wurden 0,6 Verletzungen im Bereich des Kopfes pro 1000 Stunden registriert. Probleme ergeben sich insbesondere am Spielfeldrand, wenn in wenigen Minuten die Entscheidung über eine weitere Teilnahme des Fußballers am Spiel entschieden werden soll. Hinzu kommt, dass zahlreiche Sportler selbst nach einer diagnostizierten leichten Schädelhirnverletzung direkt wieder auf das Spielfeld oder viel zu früh in den Wettkampfbetrieb zurückkehren [1]. Offensichtliche Symptome wie Bewusstlosigkeit oder Erbrechen waren selten zu beobachten. Trotzdem kann es bereits bei leichteren Kollisionen, insbesondere solchen mit rotatorischer Komponente des Kopfes zu diffusen axonalen Verletzungen des Gehirns kommen. Beim Kopf­anprall-trauma können bis zu 40 G auf das Gehirn einwirken. Neben einem möglichen Ödem sind hier auch kognitive und motorische bis hin zu neuroendokrine Defizite möglich, die erst im Verlauf reversibel sind. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass eine Schädelhirnverletzung das allgemeine Risiko für weitere Verletzungen an anderen Körperregionen bis zu 50 % erhöhen kann, wie eine Studie unter männlichen Profifußballern ergab [2]. Weitere Folgen können Fehleinschätzungen von Spielsituationen und damit verbundene spielentscheidende Momente sein wie bspw. nach einem Kopftrauma an Loris Karius durch Sergio Ramos im Champions League Finale von FC Liverpool gegen Real Madrid im Mai 2018.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jüngster Vergangenheit hat das Interesse an der Thematik Schädelhirntrauma im professionellen Sport stark zugenommen. Dies zeigen auch die Handlungsempfehlungen Schädelhirnverletzung der DGUV und die vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft im Oktober 2016 veröffentlichte Expertise „Schädelhirnverletzungen im deutschen Spitzensport“. Das Schädelhirntrauma bezeichnet jegliche Verletzung des Schädels, die mit einer Schädigung des Gehirns einhergeht. Durch die primäre Schädigung wird eine Reihe von extra- und intrakraniellen Prozessen angestoßen, die zu Veränderungen auf zellulärer, biochemischer und molekularer Ebene (sogenannte sekundäre Schädigung) führen und zu einer weiteren Ausbreitung des Zellschadens beitragen können. Die Häufigkeit von sekundären Schäden nach einem Schädelhirntrauma wird in Autopsie-Studien mit 70 bis 90 % angegeben. Die Prozesse der sekundären Schädigung entwickeln sich über mehrere Stunden bis Tage und können Wochen andauern. Nach einem leichten Schädelhirntrauma entwickeln ca. 20 &#8211; 80 % der Patienten ein sogenanntes akutes posttraumatisches Syndrom. Am häufigsten ist der posttraumatische Kopfschmerz mit 22 %. In ca. 10 – 15 % der Fälle geht das akut in ein persistierendes chronisches posttraumatisches Syndrom über, welches unter anderem gekennzeichnet ist durch länger als 3 – 6 Monate persistierende zervikozephale Schmerzen und/oder „neurasthenisch depressive Beschwerden“. Dies kann auch nach zu frühem Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining nach SHT auftreten. Den behandelnden Ärzten kommt daher eine besondere Rolle zu, da die genaue Aufklärung über mögliche Komplikationen und eine regelmäßige neurologische Verlaufskontrolle das Risiko reduzieren, ein chronisches posttraumatisches Syndrom zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Medizinische Herausforderung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schädelhirnverletzungen stellen in mehrfacher Hinsicht Sportvereine und die betreuenden Mediziner vor eine große medizinische Herausforderung. Einerseits gestaltet sich die Diagnostik leichter Schädelhirnverletzungen am Spielfeldrand als sehr schwierig. Andererseits wird in den Neurowissenschaften sehr intensiv darüber diskutiert, dass wiederholte Schädelhirnverletzungen die Wahrscheinlichkeit eines chronisch degenerativen Prozesses im Gehirn deutlich erhöht. Dieses Krankheitsbild manifestiert sich meist erst Jahre später in der Sportlerkarriere oder nach Karriereende. In den letzten Jahren finden sich immer wieder Hinweise auf Langzeitfolgen nach leichtem Schädelhirntrauma inklusive Gehirnerschütterungen beim Sport, die auch als chronische traumatische Enzephalopathie (CTE) bezeichnet werden. Die Entdeckung dieses jungen Krankheitsbildes hat vor allem in den angloamerikanischen Ländern zu einem medialen Aufsehen und einer völlig veränderten Wahrnehmung zuvor verharmloster Kopfverletzungen geführt. Per Definition ist die CTE eine progressive neurodegenerative Erkrankung, die nach mehrfachen leichten Schädelhirntraumata, Gehirnerschütterungen und subklinischen Hirntraumata auftreten kann. Hinsichtlich der klinischen Zeichen finden sich Verhaltensmerkmale/psychiatrische Merkmale bis hin zur Suizidalität, kognitive Veränderungen bis hin zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Sprachstörungen und motorische Funktionseinschränkungen, wie Dysarthrie und Gangstörung sowie ein Tremor. Des Weiteren existieren Hinweise darauf, dass auch das Schädelhirntrauma ein Risikofaktor für die Entstehung einer Alzheimer-Demenz sein könnte. In der Gesamtbetrachtung besteht der Verdacht, dass repetitive Gehirnverletzungen neurodegenerative Folgen nach sich ziehen können [3]. Systematische Analysen vor allem Longitudinalstudien, die epidemiologische Aussagen zulassen, sind jedoch noch nicht verfügbar.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der insgesamt positiv zu bewertenden Entwicklung ist die Diagnostik, die Behandlung und die Rehabilitation und die Fallsteuerung beim Schädelhirntrauma aufgrund der Komplexität und zum Teil der Bagatellisierung weiterhin eine große Herausforderung. Beispielsweise zeigt sich bei Auswertung der Ausfallzeiten der wenigen der VBG gemeldeten Schädelhirntrauma, dass viele Sportler bereits weitaus früher als erst nach frühestens sechs Tagen, wie per internationalem Konsens empfohlen, ins Training wiedereinsteigen [1]. Um beim Eintritt eines Schädelhirntraumas einen Vergleichsmaßstab zur Verfügung zu haben, wird sowohl von der VBG als auch von der Deutschen Fußballliga seit 2019 die Durchführung eines neurologischen und neuropsychologischen Basistestes vor der Saison empfohlen. Die erhobenen Werte sollen als Referenz dienen und können bei einem akuten Schädelhirntrauma und einer erneuten Messung genutzt werden, um wichtige Hinweise für die Weiterbehandlung oder möglicherweise Chronifizierung zu liefern, Störungen im kognitiven Leistungsbild aufzudecken und einen für den jeweiligen Sportler abgestimmten Plan für einen Return-to-Competition (RTC) zu entwickeln. Nach SHT umfasst die Behandlung vor allem erst einmal Ruhe nach dem Motto „rest as needed and as tolerated“, im Späteren bei Symptomfreiheit nach ca. 5 – 6 Tagen Aufnahme des regulären Trainings- bzw. Spielbetriebes. Erst danach sollte eine Rückkehr zum Spielbetrieb bzw. Wettkampfbetrieb erwogen werden. Die Behandlungsstrategie folgt üblicherweise 6 Rehabilitationsstufen von 1 (keine Aktivität) bis 2 (leichte aerobe Übungen), 3 (sportartspezifische Übung), 4 (Training ohne Körperkontakt), 5 (Training mit Körperkontakt) nach ärztlicher Freigabe sowie 6 (Rückkehr zum Spiel nach ärztlicher Freigabe).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="751" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-751x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1556" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-751x1024.jpg 751w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-220x300.jpg 220w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-768x1047.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-1127x1536.jpg 1127w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-150x205.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419-450x614.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall1_saez0419.jpg 1200w" sizes="(max-width: 751px) 100vw, 751px" /><figcaption>Frei verfügbaren Download unter: 
www.vbg.de/SharedDocs/Medien-Center/DE/Faltblatt/Branchen/Sport/Algorithmus_zur_
praxisger._Diagnostik_u_Therapie_bei_
Schaedel-Hirn-Traumen_im_Sport.pdf?__
blob=publicationFile&amp;v=1</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lösungsvorschlag</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren haben vor der Saison 2019 gemeinsam ein Assessment entwickelt und implementiert, welches sowohl den Faktor Zeit als auch die Dimensionen Objektivität, Reliabilität und Validität berücksichtigt. Diese Basistestung umfasst eine Trauma-, insbesondere Kopftrauma-­spezifische Anamneseerhebung, einen neurologischen Status mit besonderem Fokus auf die Systeme Hirnnerven, Gleichgewicht und Koordination sowie eine neuropsychologische Testung zur Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprüfung, im konkreten Fall das Frankfurter Aufmerksamkeits-Inventar FAIR 2. Der neuropsychologische Test ist ein Paper-Pencil-­Verfahren zur Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdiagnostik in den Dimensionen Leistung, Qualität und Kontinuität, die Bearbeitungszeit beträgt ca. sechs Minuten. Der FAIR kann sowohl als Einzel- als auch als Gruppentest durchgeführt werden. Es bestehen vielfältige und gut publizierte Einsatzmöglichkeiten zur Erfassung interindividueller Unterschiede in Aufmerksamkeitsleistung und Konzentrationsfähigkeit für den Altersbereich 9 bis 72 Jahre in allen psychologischen Praxisfeldern sowie auch in der Sportpsychologie. Vorteile des Tests sind die hervorragende Reliabilität und Validität, die Gruppentauglichkeit, die Einfachheit und die Geeignetheit zur Verlaufskontrolle. Im Unterschied zu anderen ähnlichen Tests weist der FAIR 2 eine erhöhte Testfairness sowie auch Unverfälschbarkeit auf. Ein weiterer Vorteil ist das als Test-Item leicht fassbare visuelle Zeichen konstruiert wurden, die sich aus Kreisen und Quadraten zusammensetzen und damit kultur- und sprachunabhängig sind [4]. Nach Ansicht der Autoren waren folgende Postulate in der Entscheidung für diesen Test bedeutsam: zeitliche Limitierung, Reize leicht erfassbar und geläufig, Reize enthalten zwei Dimensionen, Reizverteilung nach wahrscheinlichkeitstheoretischen Überlegungen, simultane Betrachtung der Reizdimensionen, Protokollierung des Arbeitsverhaltens, feste Reihenfolge wird eingehalten und kontrolliert, nur durch Konzen­tration erreichte Leistungen werden bewertet, Erfassung von Qualitäts-, Quantitäts- und Gesamtkonzentrationswert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Testaufbau: Der Nutzen des beschriebenen Gesamtassessments ergibt sich aus nachfolgenden Überlegungen: einerseits Prävention mit Bewusstseinsbildung bei Sportlern, Trainern, Therapeuten, gegebenenfalls Identifikation einer Vorbelastung, Erfassung kognitiver Parameter in der Leistungsdiagnostik, durch individuelle Vergleichswerte können nach einem Trauma Einschränkungen besser eingeschätzt werden, die Versorgung nach einem Schädelhirntrauma kann erleichtert bzw. die weitere Behandlung individuell gestaltet werden, die Vergleichswerte liefern wichtige Entscheidungsparameter, ob der Sportler wieder in Training oder Wettkampf einsatzfähig ist. Zudem ist die Durchführung wenig zeitintensiv (maximal 30 min pro Spieler). Was kann passieren, wenn keine zeit- und fachgerechte Versorgung stattfindet: kurzfristig können spielentscheidende Fehler entstehen durch kognitive Einschränkungen, eine erhöhte allgemeine Verletzungswahrscheinlichkeit, 4- bis 6-fache Erhöhung des Risikos für weitere Kopfverletzungen, kognitive körperliche und psychische Beschwerden länger als nötig, das Risiko für ein „Second Impact Syndrom“ steigt: „It´s better to miss one game than the whole season!“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="338" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-1024x338.jpg" alt="" class="wp-image-1555" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-1024x338.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-300x99.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-768x253.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-150x50.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419-450x149.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/09/Marshall2_saez0419.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Das FAIR misst die gerichtete Aufmerksamkeit als Fähigkeit zur konzentrierten, d.h. genauen und schnellen Diskrimination visuell ähnlicher Zeichen unter gleichzeitiger Ausblendung aufgabenirrelevanter Information. Es ist dadurch charakterisiert, dass es 
mit zwei Zielitems, einer sorgfältig kontrollierten Item­verteilung und dem vollständigen Markierungsprinzip arbeitet. Markiert werden sollen innerhalb von 3 Minuten z. B. alle Elemente, welche ein Quadrat mit 3 Punkten und ein Kreis mit 2 Punkten darstellen. 
Dabei soll eine durch­gezogene Linie vorgenommen werden. Die zu markierenden 
Objekte erhalten einen Zacken.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">(Schädel-)Hirnverletzungen, insbesondere nach leichten Traumen, z. B. im Rahmen repetitiver Kopfballbelastung, sind noch immer eine im Profifußball unterschätzte Problematik, insbesondere da Spätschäden wie neurodegenerative und neuropsychiatrische Erkrankungen&nbsp; auch nach Karriereende möglich sind. Prävention, Diagnostik, Verlaufsdokumentation und eine spezifische individualisierte Therapie und Rehabilitation sollten einen hohen Stellenwert einnehmen, sowie einer interdisziplinären multimodalen und standardisierten Strategie folgen. Die Vereine sollten dahingehend ihre Fürsorgepflicht gegenüber den meist sehr jungen Spielern wahrnehmen. Die regelhafte Einbindung eines neurologischen und neuropsychologischen Sachverstandes ist dringend zu empfehlen, dabei sind spezialisierte „Concussion Center“ zu bevorzugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Literatur</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[1] VBG, V. S. (2016). Analyse des Unfallgeschehens in den zwei höchsten Ligen der Männer: Basketball. Eishockey, Fußball &amp; Handball.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[2] Nordström, A., Nordström, P., &amp; Ekstrand, J. (2014). Sports-related concussion increases the risk of subsequent injury by about 50% in elite male football players. Br J Sports Med, 48(19), 1447-1450.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[3] Gänsslen, A., Krutsch, W., Schmehl, I., Rickels, E. (2016). Chronisch traumatische Enzephalopathie: Wie Sportverletzungen das Gehirn schädigen können. Dtsch Arztebl, 113(37): [13]</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[4] Moosbrugger, H., &amp; Reiß, S. (2004). Das Frankfurter Aufmerksamkeits-Inventar (FAIR). Diagnostik von Konzentration und Aufmerksamkeit, Tests und Trends, 3, 103-118.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Einwurf der Redaktion: </strong>Laut schottischen Forschern der Universität Glasgow und der Hampden Sports Clinic, welche insgesamt 7676 ehemalige schottische Fußballprofis (1900 – 1976) mit 23028 Nichtsportlern verglichen, sterben Exprofis dreieinhalbmal häufiger an den&nbsp; Folgen neurodegenerativer Erkrankungen. Bei Alzheimer als zumindest mitverantwortliche Todesursache ist das Risiko sogar um das Fünffache erhöht.</em> <em>(Quelle: </em><a href="http://www.thefa.com/news/2019/oct/21/field-research-study-findings-211019"><em>http://www.thefa.com/news/2019/oct/21/field-research-study-findings-211019</em></a><em>)</em></p>
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