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	<title>Dr. med. Wolfgang P. Schillings, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Wolfgang P. Schillings, Autor bei sportärztezeitung</title>
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		<title>Muskelschutz für die Schulter</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19891/muskelschutz-fuer-die-schulter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Wolfgang P. Schillings&#160;,&#160;Sebastian Capel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jun 2025 08:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/25]]></category>
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					<description><![CDATA[Die große Range of Motion des Schultergelenks bringt den Nachteil mit sich, dass sie nicht gerade standhaft gegenüber äußeren Einflüssen ist. Deshalb ist eine starke Muskulatur so wichtig für eine [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die große Range of Motion des Schultergelenks bringt den Nachteil mit sich, dass sie nicht gerade standhaft gegenüber äußeren Einflüssen ist. Deshalb ist eine starke Muskulatur so wichtig für eine stabile Schulter.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Kein Gelenk des Menschen ist so beweglich und vielseitig wie das Schultergelenk. Der Oberarmkopf bildet zusammen mit der Pfanne des Schulterblatts ein Kugelgelenk, das einen Bewegungsradius von nahezu 360 Grad ermöglicht. Der Arm lässt sich nach vorne, hinten, zur Seite und nach innen anheben, außerdem nach innen und außen rotieren. Allerdings würde man dem komplexen Konstrukt der Schulter nicht gerecht werden, würde man es lediglich auf das Kugelgelenk reduzieren. Für die Gesamtfunktion der Schulter spielen neben diesem Hauptgelenk zwei weitere Gelenke eine entscheidende Rolle: Das Schultereckgelenk sowie das Pseudogelenk zwischen Schulterblatt und Brustkorb – durch die freie Beweglichkeit des Schulterblatts auf dem Brustkorb erhöht sich der Bewegungsumfang der Schulter beträchtlich und nur durch die Beteiligung des Schulterblatts lassen sich die Arme überhaupt erst seitlich über 90 Grad anheben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_19897" aria-describedby="caption-attachment-19897" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-19897" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-1024x444.jpg" alt="" width="755" height="327" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-1024x444.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-300x130.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-768x333.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-1536x666.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-150x65.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-450x195.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225-1200x521.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings1_saez0225.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19897" class="wp-caption-text">Kräftigung des Schultergelenks =&gt; Beispiel 1: Überzüge mit Widerstandsband</figcaption></figure>
<h2><b>Genialer Aufbau mit kleinen Macken<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Die außergewöhnliche Konstruktion, die die Schulter zu Höchstleistungen im Sinne der Beweglichkeit befähigt, birgt leider auch einige Schwächen, durch die das Gelenk im Laufe eines Lebens kleinere oder größere Probleme verursachen kann. Zu den größeren gehört, dass die Schulter schneller als andere Gelenke luxieren kann. Da die Stabilität der Schulter nicht primär durch „wie die Faust aufs Auge“ passende Knochen gewährleistet ist und zudem auch keinen straffen Bandapparat zur Verfügung hat, kann ein Sturz auf den ausgestreckten Arm beispielsweise beim Fußballspielen, Radfahren oder Skifahren dazu führen, dass der Oberarmkopf aus der Pfanne herausrutscht. Entkoppelt sich das Gelenk so durch eine von außen einwirkende Kraft, rutscht die Oberarmkugel zumeist nach vorne unten weg. Dies ist für den Betroffenen ein sehr schmerzhaftes Ereignis, weshalb man das Gelenk so schnell wie möglich wieder fachmännisch reponieren muss. Oft ist es allein damit allerdings nicht getan, denn in vielen Fällen reißt bei einer solchen Luxation die Gelenkkapsel ein und ein Teil der Gelenklippe an der Pfanne ab – oftmals eine OP-Indikation.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_19896" aria-describedby="caption-attachment-19896" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-19896" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-1024x335.jpg" alt="" width="755" height="247" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-1024x335.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-300x98.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-768x251.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-1536x502.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-150x49.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-450x147.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225-1200x392.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings3_saez0225.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19896" class="wp-caption-text">Dehnung des Schultergelenks =&gt; Beispiel 1: Dehnung in Seitlage</figcaption></figure>
<h2><b>Mehr Power für die Muskelmanschette<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Mehr noch als bei anderen Gelenken lassen sich Probleme und Beschwerden an der Schulter verhindern, indem die entsprechenden Muskeln gezielt trainiert werden. Das ist vor allem bei einseitiger Belastung im Alltag, Beruf oder beim Sport wichtig. Denn aus einem solchen funktionellen Ungleichgewicht kann sich eine manifeste Schultererkrankung entwickeln. Da hauptsächlich die Muskeln der Schulter Halt und Stabilität geben, sollte bei der Kräftigung der vier Muskeln der Rotatorenmanschette beim Training auch ein besonderes Augenmerk auf die zumeist schwächeren hinteren Muskeln gelegt werden, d. h. auf die Muskeln zwischen den Schulterblättern sowie auf den Musculus latissimus dorsi. Die beiden aufgeführten Übungen zeigen exemplarisch, wie man seinen Schultern die nötige Stabilität verleihen und sie vor Verletzungen schützen kann. Neben der Kräftigung des Schultergelenks ist auch eine regelmäßige Dehnung der die Schulter umgreifenden Muskeln wichtig. Diesbezüglich zeigt das abgebildete Übungsbeispiel „Dehnung in Seitlage“ eine einfache und effektive Möglichkeit. Sowohl bei der Kräftigung als auch bei der Dehnung heißt die Devise: Dranbleiben und mindestens zwei Mal pro Woche durchführen.</p>
<figure id="attachment_19895" aria-describedby="caption-attachment-19895" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-19895" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-1024x425.jpg" alt="" width="755" height="313" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-1024x425.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-300x125.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-768x319.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-1536x637.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-150x62.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-450x187.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225-1200x498.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/06/Schillings2_saez0225.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19895" class="wp-caption-text">Kräftigung des Schultergelenks =&gt; Beispiel 2: Innenrotation mit Widerstandsband</figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Blutegeltherapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/13521/blutegeltherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Wolfgang P. Schillings]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 09:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/23]]></category>
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					<description><![CDATA[Die medizintechnische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten immense Fortschritte gemacht und dadurch die Bandbreite der Behandlungsmöglich­keiten enorm erhöht. Bei aller Offenheit gegenüber neuen und innovativen Techniken sollte man altbewährte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die medizintechnische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten immense Fortschritte gemacht und dadurch die Bandbreite der Behandlungsmöglich­keiten enorm erhöht. Bei aller Offenheit gegenüber neuen und innovativen Techniken sollte man altbewährte Verfahren jedoch nicht aus den Augen verlieren – zumal, wenn diese wie die Blutegeltherapie bei zahlreichen orthopädischen und sportmedizinischen Indikationen einfach und ausgesprochen wirksam eingesetzt werden können.</b></p>
<p>Es gibt Hinweise darauf, dass Blutegel bereits in der Steinzeit zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wurden. Nach Deutschland gelangte die Egelbehandlung erst im 16. Jahrhundert. In Europa und USA erlangte sie mit Beginn des 19. Jahrhunderts eine große Bedeutung, was allerdings zu exzessivem Gebrauch und damit zu einer erheblichen Reduktion der Bestände führte. Dadurch nahm die Anzahl der Behandlungen mit Blutegeln seit 1850 stetig ab. Erst ab 1920 haben Naturheilkundler die wurmartigen Blutsauger wieder kurzzeitig verstärkt in Deutschland eingesetzt, insbesondere zur Verhinderung postoperativer Thrombosen und Embolien. Die Renaissance der Blutegeltherapie in Europa und den USA begann dann 1970 mit der Anwendung bei chirurgischen Indikationen sowie in der Orthopädie, beispielsweise bei Arthrosen, Hämatomen und Rückenschmerzen. Nicht zuletzt ist es wohl auch dem Einsatz und den zahlreichen Publikationen von Prof. Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité, zu verdanken, dass sich die Blutegeltherapie in Deutschland aktuell wieder etabliert hat. [1, 2]</p>
<h2><b>Blutegelspeichel = Wirkstoff-Cocktail</b></h2>
<p>Blutegel gehören zur Familie der Glieder- oder Ringelwürmer, weltweit gibt es über 600 Egelarten. Zu medizinischen Zwecken wird heute lediglich noch der ungarische Egel („Hirudo verbana“) eingesetzt. Ein Blutegel hat im Kopfbereich fünf Augenpaare und auf dem ganzen Körper verteilt Chemorezeptoren, die wie Nasen und Zungen wirken. Außerdem sind sie im Mundbereich mit Thermorezeptoren zur Beuteortung von Warmblütern ausgestattet. Ihre Arbeit verrichten sie mit drei zahnbesetzten Kiefern, deren insgesamt ca. 240 messerscharfe, winzige Zähne sich in schnell rotierenden Kieferbewegungen durch die Haut raspeln. Die Egel sondern nach dem Biss durch ihre rund 40.000 Speicheldrüsenzellen den speziellen Wirkstoff-Cocktail ab, der aus etwa 200 verschiedenen Einzelsubstanzen besteht. Dazu gehören u. a. Hirudin, Faktor-Xa-Hemmer, Destabilase, Calin und Hyaluronidase. Diese bioaktiven Stoffe wirken blutverdünnend, schmerzstillend, entzündungs- und gerinnungshemmend, gefäßerweiternd, lymphflussanregend sowie mit großer Wahrscheinlichkeit auch antibakteriell [1 – 4].</p>
<h2><b>Anwendung in der Praxis</b></h2>
<p>Im Zuge der Ausbildung für die Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“ bin ich erstmals auf diese uralte Behandlungsform gestoßen und wende sie mittlerweile seit vielen Jahren in der Praxis an. Blutegel zur medizinischen Anwendung sind in Deutschland zulassungs- und apothekenpflichtige Human-Fertigarzneimittel. Damit unterliegen sie höchsten hygie­nischen Ansprüchen und sind „Einmalprodukte“, d. h. sie dürfen nur einmal am Menschen eingesetzt werden. Beziehen kann man sie u. a. aus dem hessischen Biebertal, hier ist der erste Betrieb in Deutschland beheimatet, der medizinische Blutegel züchtet. Da Blutegel sehr sensibel sind, Duftstoffe und Desinfektionsmittel nicht mögen und bei deren Anwendung auf der Haut nicht beißen, erhalten Patienten im Vorfeld ausführliche Informations- und Aufklärungsunterlagen. Hier wird auch ausdrücklich auf Kontraindikationen hingewiesen, wie beispielsweise die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten, das Vorliegen einer ausgesprochenen Allergieneigung oder eine aktuell durchgeführte immunmodulierende Therapie. Nach Unterzeichnung der Aufklärung wird der Patient bequem gelagert und die zu behandelnde Stelle für einige Minuten mit einem Fangokissen erwärmt, um die Durchblutung anzuregen. Der Blutegel wird dann sanft auf das Behandlungsareal aufgesetzt und sein Entfernen von dieser durch das Überstülpen eines Spritzenkolbens o. ä. verhindert. Nach dem Biss lässt man den Egel ungestört, bis er zumeist nach 30 bis 120 Minuten abfällt. Die Wunde wird im Anschluss locker mit saugfähigem Material verbunden – die weitere Blutung ist für eine gute Wirksamkeit durchaus erwünscht – und die Bissstelle am nächsten Tag in der Praxis kontrolliert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13524" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-scaled.jpg" alt="" width="1164" height="2560" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-scaled.jpg 873w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-136x300.jpg 136w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-465x1024.jpg 465w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-768x1690.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-698x1536.jpg 698w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-931x2048.jpg 931w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-150x330.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirmfoto-2023-03-01-um-12.17.47-450x990.jpg 450w" sizes="(max-width: 1164px) 100vw, 1164px" /></p>
<h3><b>Blutegeltherapie: Fallbeispiele</b></h3>
<p>Fallbeispiel 1: 29-jähriger Oberliga-Fußballspieler</p>
<ul>
<li>Diagnose: Z. n. ORIF m. Platte­n­osteosynthese + Stellschraube bei bimalleolärer Luxationsfraktur re. OSG vor 10 Monaten</li>
<li>Therapien bisher: Physiotherapie, Zinkleim-/­Salbenverband, Einlagen, NSAR</li>
<li>Anwendung Blutegeltherapie: 6 Stück re. OSG<br />
<strong>-&gt;</strong> VAS von 5 auf 2; ROM in Extension und Flexion deutlich verbessert,„Fuß fühlt sich freier an“</li>
</ul>
<h3>Fallbeispiel 2: 65-jähriger Bodybuilder</h3>
<p>Diagnose: Tendinopathie Achillessehne re. (seit ca. 8 Monaten)</p>
<ul>
<li>Therapien bisher: NSAR, Stoßwellentherapie, Salbenverbände</li>
<li>Anwendung Blutegeltherapie: 5 Stück re. Achillessehne<br />
<strong>-&gt; </strong>Patient ist beschwerdefrei und kann wieder uneingeschränkt seinem Krafttraining nachgehen.</li>
</ul>
<h3>Fallbeispiel 3: 48-jähriger ambitionierter Fußballspieler</h3>
<p>Diagnose: Hallux rigidus re. Großzehengrundgelenk (ED vor 8 Jahren)</p>
<ul>
<li>Therapien bisher: Einlagen, Salbenverband, kühlen, Orthese für die Nacht</li>
<li>Anwendung Blutegeltherapie: 3 Stück re. Großzehengrundgelenk<br />
<strong>-&gt; </strong>Patient kann wieder nahezu beschwerdefrei Fußballspielen.</li>
</ul>
<h3>Fallbeispiel 4: 77-jährige Hobby-Golfspielerin</h3>
<p>Diagnose: chron.-rezid. Lumbago bei BSV L4/5 und L5/S1 (ED vor &gt;10 Jahren)</p>
<ul>
<li>Therapien bisher: Physiotherapie, Wärme, NSAR, Rumpfstabi-­Training</li>
<li>Anwendung Blutegeltherapie: 8 Stück paravertebral bds. LWS + ISG<br />
<strong>-&gt; </strong>VAS von 7 – 8 auf 1 – 2; ROM Rumpf frei, Golfspielen wieder ohne NSAR möglich.</li>
</ul>
<h2><b>Studienlage zur Blutegeltherapie</b></h2>
<p>Was genau bei einer Blutegeltherapie passiert, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt, ebenso, warum der Effekt oft über Monate nach einer Behandlung anhält. Die Forschung zeigt jedoch eindeutig, dass der rein therapeutische Effekt deutlich größer ist als das, was bei einem Placeboeffekt zu erwarten wäre [3]. Und dies bei zahlreichen orthopädischen Indikationen (exemplarische Studien):</p>
<ul>
<li>Gonarthrose: bei 72 % reduzierter Schmerzmittelbedarf, bei 32 % länger als ein Jahr anhaltend [5].</li>
<li>Rhizarthrose: signifikante Schmerz­reduktion im Vergleich zur Diclofenac-Kontrollgruppe, ebenso Verbesserung von Beweglichkeit und Griffstärke [6].</li>
<li>Epicondylitis hum. lat.: signifikant stärkere Schmerzreduktion und verbesserte Mobilität im Vergleich zur Diclofenac-Kontrollgruppe [7].</li>
<li>Chronische Lumbago: deutliche Beschwerdelinderung bei chronisch unspezifischen Rückenschmerzen, pseudoradikulären Syndromen und SIG-Syndromen [8].</li>
</ul>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die Blutegeltherapie gehört neben dem Schröpfen, Aderlass, Abführen und Fasten zu den ausleitenden Verfahren und ist Bestandteil der traditionellen Naturheilkunde. Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Anwendung von Blutegeln sind lokale Rötungen und Juckreiz über einige Tage, größere Komplikationen kommen in der Regel nicht vor. Vor dem Hintergrund der einfachen Anwendung, des geringen Nebenwirkungsprofils sowie einer studiengestützten Wirksamkeit bietet sich der Einsatz einer Blutegeltherapie auch in der orthopädischen/sportmedizinischen Praxis an, insbesondere bei den Indikationen Arthrose (Bsp.: Knie, Sprunggelenk, Daumen, Handgelenk), Sehnenentzündungen/-reizungen (Bsp.: Bizepssehne, Supraspinatussehne, Patellasehne, Achillessehne), Lumbago/Lumbalgie, ISG-Syndrom sowie großen Hämatomen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong><em>Literatur</em></strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[1] Michalsen A.: Heilen mit der Kraft der Natur, Meine Erfahrung aus Praxis und Forschung, Insel Verlag Berlin 2017, S. 51-66</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[2] Leitfaden Planung und Umsetzung eines Vortrags zur Blutegeltherapie; Biebertaler Blutegelzucht, 1. </em><em>Auflage August 2012</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[3] Hildebrandt JP &amp; Lemke S. Small Bite, Large Impact-Saliva and Salivary Molecules in the Medicinal Leech, Hirudo medicinalis. </em><em>Naturwissenschaften 2011; 98: 995-1008</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[4] Lemke, S.: Die Speicheldrüsenzellen des medizinischen Blutegels, Hirudo verbana &#8211; Struktur, Inhaltsstoffe und mögliche Funktionen; Inauguraldissertation, Greifswald 2014</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[5] Span, G. et al.: Long-Term results and adverse effect of leech therapy in osteoarthritis, Focus on Complementary and Alternative Medicine (FACT) 2005; 10:34</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[6] Michalsen A. et al. Effectiveness of Leech Therapy in Women with Symptomatic Arthrosis of the First Carpometacarpal Joint. Pain 2008; 137: 452-459</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[7] Bäcker M et al. Effectiveness of Leech Therapy in Chronic Lateral Epicondylitis. </em><em>Clinical Journal of Pain 2011; 27 (5): 442-447</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>[8] Übersichtsartikel: Michalsen A. Blutegeltherapie bei chronischen Rückenschmerzen. Zeitschrift für Komplementärmedizin 2009; 2: 1-3</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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