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	<title>Dr. med. Roland Nebel, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Roland Nebel, Autor bei sportärztezeitung</title>
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		<title>Long-term cardiovascular outcomes of COVID-19</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/11041/long-term-cardiovascular-outcomes-of-covid-19/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Roland Nebel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 08:58:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Kardiovaskulären Komplikationen der akuten Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) sind gut beschrieben, aber die folgenden postakuten kardiovaskulären Manifestationen von COVID-19 wurden bislang nicht umfassend charakterisiert. Die Autoren der vorliegenden Studie aus St. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kardiovaskulären Komplikationen der akuten Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) sind gut beschrieben, aber die folgenden postakuten kardiovaskulären Manifestationen von COVID-19 wurden bislang nicht umfassend charakterisiert.</p>
<p>Die Autoren der vorliegenden Studie aus St. Louis, MO, USA nutzten dazu Gesundheitsdaten des US-Veteranenministeriums zum Aufbau einer Kohorte von 153.760 Personen mit überlebter akuter COVID-19-Infektion sowie von zwei Kontrollkohorten mit 5.637.647 („zeitgenössischen“) resp. 5.859.411 („historischen“) Individuen, um Risiken zu und 1-Jahres-Prävalenzen einer Reihe vordefinierter kardiovaskulärer Ereignisse (zerebrovaskuläre Störungen, Rhythmusstörungen, ischämische und nicht-ischämische Herzerkrankungen, Peri- und Myokarditiden, Herzinsuffizienz und thromboembolische Erkrankungen) einschätzen zu können.</p>
<p>Es zeigte sich nach Infektion mit COVID-19 ein durchweg signifikant erhöhtes Risiko für alle vordefinierten kardiovaskulären Ereignisse im Vergleich jeweils zu den beiden Kontrollkohorten in Bezug auf das Risiko sowie die gesamten zusätzlichen Prävalenzen in absoluten Zahlen. Dieses trat auch in allen Subgruppen-Analysen bzgl. Alter, Geschlecht, Ethnie und das Vorhandensein von kardiovaskulären Risikofaktoren bzw. einer bereits manifesten Erkrankung auf. Diese Risiken und Krankheitsereignisse zeigten sich auch bei Personen, die während der Akutphase der Infektion nicht stationär behandelt wurden sowie bei Personen, die wie angegeben zuvor ein niedriges Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen aufwiesen. Sie nahmen deutlich und um ein Vielfaches entsprechend des Behandlungsaufwandes während der Akutphase (ambulant, peripher stationär, intensivmedizinisch) zu. Die Ergebnisse belegen, dass das Risiko und die 1-Jahres-Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Überlebenden einer akutem COVID-19 erheblich sind.</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>Nachbehandlungskonzepte einer akuten COVID-19-Infektion sollten unbedingt das kardiovaskuläre System unabhängig vom Vorliegen kardiovaskulärer Erkrankungen oder ihrer Risikofaktoren mitberücksichtigen.</p>
<p>Die vollständige Studie finden Sie <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-022-01689-3">HIER</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>High intensity &#038; interval training (HIIT)</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/10105/high-intensity-interval-training-hiit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Roland Nebel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jan 2022 12:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[04/21]]></category>
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					<description><![CDATA[Körperliches Training ist eine klinisch bewährte, kosteneffektive, primäre Intervention zur Prävention und Behandlung zahlreicher chronischer Erkrankungen. Eine Meta-Analyse zur Primärprävention zeigte unabhängig von Alter und Geschlecht eine signifikante inverse Beziehung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Körperliches Training ist eine klinisch bewährte, kosteneffektive, primäre Intervention zur Prävention und Behandlung zahlreicher chronischer Erkrankungen. Eine Meta-Analyse zur Primärprävention zeigte unabhängig von Alter und Geschlecht eine signifikante inverse Beziehung zwischen Bewegungsintensität und Gesamtsterblichkeit [1].&nbsp;</strong></p>



<p>Die Copenhagen Heart Study an n=5106 gesunden Probanden konnte eindrucksvoll belegen, dass die relative Intensität, nicht aber die Dauer der Belastung mit einer Senkung sowohl der Gesamt – wie auch der KHK-Mortalität verbunden ist [2]. Bei älteren Menschen ist eine höhere Trainingsintensität mit einem größeren positiven Effekt auf die KHK-Inzidenz assoziiert [3]. Intervalltraining ist gekennzeichnet durch einen Wechsel von Belastung und Erholung. Diese Form des Trainings ermöglicht, in den Belastungsphasen wiederholt über einen definierten Zeitraum eine hohe Intensität aufrechtzuerhalten. Im wissenschaftlichen Fokus steht insbesondere das hochintensive Intervalltraining (HIIT), definiert als wiederholte kurze (≤ 45 s) bis lange (2 – 4 min) Belastungsphasen mit sehr hoher, aber nicht maximaler Intensität (≥ 90 % VO<sub>2peak</sub>), die wechselweise mit Erholungsphasen bei moderater bis niedriger Intensität durchgeführt werden [4].</p>



<p>Ein Training nach der Intervallmethode ist nicht eindeutig definiert und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Es kann über die Dauer und Intensität sowie das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung (1:1, 1:2, 2:1) individuellen Bedürfnissen angepasst werden. HIIT wird oft als angenehmer empfunden als ein moderates kontinuierliches (aerobes) Ausdauertraining (MCT) [1] und ermöglicht ein effektives Training in kürzerer Zeitdauer. Dies ist bedeutsam vor dem Hintergrund, dass „Zeitmangel“ die meistgenannte Barriere bei der Adhärenz an körperliche Aktivität ist [6]. Die Effektivität eines HIIT bei Gesunden ist u.a. durch zwei Metaanalysen belegt [7, 8]. Beide Methoden führen zu den größten Änderungen bei Frauen und Männern mit zuvor niedriger Fitness. Trainingsinterventionen längerer Dauer hatten einen größeren Effekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hochintensives Intervalltraining in der kardiologischen Rehabilitation (CR)</strong></h2>



<p>Primäres Ziel individuell angepasster Trainingsinterventionen im Rahmen einer CR ist es, Verlauf und Prognose der bereits vorliegenden kardiovaskulären Erkrankung günstig zu beeinflussen. Sekundäre Ziele sind die Verbesserung körperlicher Leistungsfähigkeit und der Belastungstoleranz, die Verminderung alters- oder krankheitsbedingter Abbauprozesse und dadurch eine Erhöhung der Lebensqualität und Unabhängigkeit des Patienten. Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO<sub>2peak</sub>) gilt als ein unabhängiger Risikomarker für Morbidität und Mortalität bei kardiovaskulären und/oder metabolischen Erkrankungen einschließlich koronarer Herzkrankheit (KHK) und chronischer Herzinsuffizienz (chronic heart failure, CHF). Die Ergebnisse einer größeren Kohortenstudie bestätigen die prognostische Bedeutung der kardiorespiratorischen Fitness (CRF) bei KHK-Patienten. Sie zeigte, dass eine während einer 12-wöchigen CR erzielte Verbesserung der Leistungsfähigkeit um jeweils ein metabolisches Äquivalent (MET) im Mittel mit einer Senkung der Gesamtmortalität um 13 %, bei Patienten mit initial niedriger körperlicher Leistungsfähigkeit sogar um 30 % assoziiert ist [9]. Ergebnisse einer großen multizentrischen Kohorten-Studie zeigen, dass bei KHK-Patienten die Teilnahme an einem Intervalltraining (einschließlich HIIT) als auch MCT im modernen CR-Setting grundsätzlich mit einem geringen Risiko für relevante Zwischenfälle verbunden ist [10]. Die Tabelle zeigt die potenziellen Vorteile von HIIT im Vergleich zu MCT.</p>



<p><strong>Tabelle</strong> Signifikante Veränderung nach HIIT (high-intensity-interval-training) im Vergleich zu MCT (moderate-intensity-continuous-training). (FATP-1 =Fatty acid transport protein; FAS Fatty acid synthase) [11].</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Signifikante Veränderung durch HIIT im Vergleich zu MCT</strong></td></tr><tr><td>VO<sub>2peak</sub> , O<sub>2</sub>-Puls</td><td>▲</td></tr><tr><td>systolischer und diastolischer Blutdruck</td><td>▼</td></tr><tr><td>HDL-Cholesterin</td><td>▼</td></tr><tr><td>Triglyzeride und Nüchtern Blutzucker</td><td>▼</td></tr><tr><td>Oxidativer Stress und Entzündung</td><td>▼</td></tr><tr><td>FATP-1 und FAS</td><td>▼</td></tr><tr><td>Adiponectin, Insulinsensitivität, ß-Zellen Funktion&nbsp;</td><td>▲</td></tr><tr><td>Peroxisome-proliferator activated γ coactivator (PGC)-1α</td><td>▲</td></tr><tr><td>Maximale Ca<sup>++</sup> Resorptionsrate</td><td>▲</td></tr><tr><td>Nitritoxid-Verfügbarkeit</td><td>▲</td></tr><tr><td>Kardiale Funktion</td><td>▲</td></tr><tr><td>Lebensqualität</td><td>▲</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hochintensives Intervalltraining bei Patienten mit KHK</strong></h2>



<p>In der ersten multizentrischen prospektiven randomisierten Studie (SAINTEX-CAD; n = 200 KHK-Patienten, erhaltene LV-EF) wurden durch ein 12-wöchiges Training vergleichbar positive Effekte für HIIT und MCT festgestellt. Dies traf für die Verbesserung der VO<sub>2peak</sub>, der peripheren Endothelfunktion (A. brachialis), für den Einfluss auf CV-Risikofaktoren, die Lebensqualität (QoL) sowie für Sicherheitsaspekte zu [12]. Eine interessante Beobachtung in dieser Studie ist, dass Patienten der HIIT-Gruppe tendenziell weniger intensiv als vorgegeben (88 % statt 90 – 95 % HF<sub>max</sub>) trainierten, während die MCT-Gruppe tendenziell intensiver (80 % statt 70 – 75 % HF<sub>max</sub>) ihr Training absolvierte. Die Autoren leiten daraus ab, dass es primär auf eine ausreichend hohe Intensität und ausreichenden Umfang des Trainings ankommt, um gute Trainingseffekte zu erreichen. Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse von 55 Trainingsstudien in der kardiologischen Rehabilitation bestätigt diese Vermutung. Sie belegen, dass die Effektivität eines Ausdauertrainings maßgeblich durch die Trainingsintensität bzw. den Gesamt-Energieumsatz (total energy expenditure, TEE) und nicht die Trainingsform beeinflusst wird. Im Mittel wurde eine Erhöhung der VO<sub>2peak</sub> um 3,3 mL/kg/min durch das Ausdauertraining erzielt. Eine um 10 % höhere Trainingsintensität (% VO<sub>2peak</sub> oder % HF<sub>max</sub>) war im Mittel mit einer um 1 mL/kg/min stärkeren Verbesserung der VO<sub>2peak</sub> assoziiert [13].&nbsp;</p>



<p>Ergebnisse einer nachträglichen Analyse an einem kleinen Studienkollektiv der SAINTEX-CAD-Studie zeigen signifikant höhere Energieumsätze für das MCT im Vergleich zum HIIT entgegen des ursprünglich vorgebenden 4 x 4 min Protokolls. Der Energieumsatz stellt folglich kein eigenständiges Ziel der CR dar, sondern die Erhöhung der VO<sub>2peak</sub> steht aus prognostischen Gründen im Vordergrund. HIIT und MCT stellen als zwei gleichwertig nebeneinander existierende Trainingsformen dar [14]. Ergebnisse mehrerer Studien belegen, dass die angestrebte sehr hohe Intensität von 90 – 95 % HR<sub>max</sub> auch nur von einem Teil der Patienten beim Training tatsächlich erreicht werden kann [12, 15, 16]. Gomes-Neto et al. wiesen in einer Meta-Analyse zusammenfassend nach, dass die Vorteile eines HIIT bei Verwendung isokalorischer Protokolle nicht mehr nachweisbar sind [17].</p>



<p>Nachhaltigkeit und die Langzeiteffekte eines HIIT untersuchte eine norwegische Studie an 51 KHK-Patienten mit 6-monatigem Heimtraining nach initial 4-wöchiger CR [18]. Das Heimtraining führte nur in der HIIT-Gruppe zu einer signifikanten weiteren Steigerung der VO<sub>2peak</sub>. Die Autoren vermuten, dass dieser Effekt durch die höhere Intensität des Heimtrainings in der Gruppe zu Stande kommt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Patienten durch HIIT ein größeres Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit gewinnen und sich zu Hause mehr zutrauen. Dieser Effekt wurde auch bei der Nachbeobachtung der HIIT-Gruppe der SAINTEX-CAD Studie beobachtet [19].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>HIIT bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (CHF) bei eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion (HFrEF)</strong></h2>



<p>Ziel der ersten großen randomisiert-prospektiven multizentrischen Studie (SMARTEX-HF) (n = 261 HFrEF; LV-EF ≤ 35 %) war es, im multizentrischen Setting die Effektivität der des 4&#215;4 Protokolls (90 – 95 % HR<sub>max</sub>) im Vergleich zum MCT bei 60 – 70 % HF<sub>max</sub> oder zu herkömmlichen Empfehlung körperlicher Aktivität (recommendation of regular exercise, RRE) über 12 Wochen zu überprüfen [20]. Beide Interventionen führten wie erwartet zu einer signifikanten Steigerung der VO<sub>2peak</sub>. Der Unterschied zwischen den beiden Trainingsgruppen war nicht signifikant, im Vergleich zu RRE hingegen signifikant. Hinsichtlich relevanter unerwünschter Ereignisse traten keine Unterschiede auf, numerisch ergab sich in diesem ausgesprochenem Hochrisiko-Probandenkollektiv in der Nachbeobachtungsphase jedoch ein Trend zu mehr nicht-tödlichen wie auch tödlichen Zwi­-<br>schenfällen für HIIT im Vergleich zu MCT, ohne dass dieses Unterschiede jeweils signifikant waren. Die Autoren folgern, dass bei HFrEF-Patienten selbst in einem überwachten CR-Setting das MCT Standard der Trainingsintervention bleiben sollte [20, 21]. Im Gegensatz zu den aktuellen deutschen und europäischen Leitlinien hat die American Heart Association (AHA) bereits in ihrem vorletzten Update von 2007 das Intervalltraining bei aeroben Belastungen als eine der Kernkomponenten mit klassischem MCT und Kraft(ausdauer)training gleichgestellt, die genaue Dosierung bzw. der Anteil des HIIT am Gesamtumfang des körperlichen Trainings jedoch offen gelassen [22].</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p>Die Effizienz (auch höher dosierter) körperlicher Aktivität zur Präven­tion, Sekundärprävention kardiovaskulärer und metabolische Erkrankungen, aber auch in der CR von manifesten kardiologischen Erkrankungen ist wissenschaftlich gut belegt, ebenso die unmittel­baren Effekte eines HIIT auf die körperliche Fitness (VO<sub>2peak</sub>) und zahlreiche kardiovaskuläre Risikofaktoren. Es fehlen methodisch bedingt noch Langzeitbeobachtungen</p>



<ul class="wp-block-list"><li>HIIT kann zusätzlich zu MCT auf individueller Basis unter Berücksichtigung der Präferenzen und der körperlichen Leistungs­fähigkeit des einzelnen Patienten bei stabil und op­-<br>timal eingestellter KHK im Laufe einer CR in ein Trainingsprogramm integriert werden. Es ist bei stabilen Patienten nicht mit einem generell höheren Risiko verbunden als MCT.</li><li>Interessant scheint das HIIT insbesondere im Rahmen einer ambulant oder zuhause durchgeführten („home-­based“) CR bzw. für die selbständige nachhaltige Fortführung eines effektiven Trainings in der Phase III zu sein [23]. Die Mischung beider Kon­zepte ist vermutlich das geeignete Vorgehen, auch aus Gründen der Motivation für den einzelnen Patienten.</li><li>Die durch HIIT angestoßene Fokussierung auf die Trainings­intensität und nicht nur -dauer begleitet durch Ergebnisse primärpräventiver Studien (z. B. Copen­hagen Heart Study) ist positiv zu bewerten. Hier liegt aus Autorensicht die retrospektiv größte Bedeutung der aktuellen Diskussion um die Wertigkeit von HIIT insbesondere in der CR. Höhere Inten­sitäten werden von Patienten gut toleriert und gehen mit einer größerer Effizienz des Trainings einher.&nbsp;</li><li>HIIT-Protokolle sollten bei zukünftigen Untersuchungen differenzierter auch mit Impetus auf Einhaltung der vorgebenden Protokolle / des Gesamt-­Energieumsetzes (total energy expenditure, TEE) untersucht werden, um für spezifische Patientengruppen differenzierte Empfehlungen geben zu können.&nbsp;</li><li>Die Daten der SMARTEX-HF-­Studie weisen darauf hin, dass möglicherweise auch ein „Zuviel“ bzw. eine Überdosierung an körperlicher Aktivität insbesondere bei Hochrisi­ko-Kollektiven wie CHF (HFrEF-)-Patienten ähnlich einer pharmakolo-<br>gischen Therapie bestehen kann.</li></ul>



<p><em>Literatur</em><br><em>(1) Löllgen H, Böckenhoff A, Knapp G. Physical Activity and all-cause mortality: an uptdated meta-analysis with different intensity categories. Int J Sports Med 2009; 30: 213–24</em></p>



<p><em>(2) Schnohr P, Marott JL, Jensen JS, et al. Intensity versus duration of cycling, impact on all-cause and coronary heart disease mortality: the Copenhagen City Heart Study. Eur J Prev Cardiol 2012; 19: 73-80</em></p>



<p><em>(3) Lee IM, Sesso HD, Oguma Y, et al. Relative intensity of physical activity and risk of coronary heart disease. Circulation 2003; 107: 1110-1116</em></p>



<p><em>(4) Buchheit M, Laursen PB: High-intensity interval training, solutions to the programming puzzle – part II: anaerobic energy, neuromuscular load and practical applications. Sport Med 2013;43:927-954</em></p>



<p><em>(5) Araújo BTS, Leite JC, Fuzari HKB et al. Influence of High-Intensity Interval Training Versus Continuous Training on Functional Capacity in Individuals With Heart Failure: a systematic review and meta-analysis. J Cardiopulm Rehabil Prev 2019; 39: 293-298</em></p>



<p><em>(6) Stutts WC. Physical Activity Determinants in Adults -Perceived Benefits, Barriers, and Self Efficacy. Workplace Health &amp; Safety 2002; 50: 499-507</em></p>



<p><em>(7) Milanović Z, Sporiš G, Weston M. Effectiveness of high-intensity interval training (HIT) and continuous endurance training for VO2max improvements: a systematic review and meta-analysis of controlled trials. Sports Med 2015; 45: 1469-1481</em></p>



<p><em>(8) Weston M, Taylor KL, Batterham AM et al. Effects of low-volume high-intensity interval training (HIT) on fitness in adults: a meta-analysis of controlled and non-controlled trials. Sports Med 2014, 44, 1005–1017</em></p>



<p><em>(9) Martin BJ, Arena R, Haykowsky M et al. (APPROACH Investigators). Cardiovascular fitness and mortality after contemporary cardiac rehabilitation. Mayo Clin Proc. 2013;88 :455-463</em></p>



<p><em>(10) Rognmo O, Moholdt T, Bakken H, et al. Cardiovascular risk of high- versus moderate-intensity aerobic exercise in coronary heart disease patients. Circulation 2012;126: 1436-1440</em></p>



<p><em>(11) Nebel R: Hochintensives Intervalltraining in der kardiologischen Rehabilitation: Anders, aber besser? B&amp;G Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2021;37:112-118</em></p>



<p><em>(12) Conraads VM, Pattyn N, De Maeyer C et al: Aerobic interval training and continuous training equally improve aerobic exercise capacity in patients with coronary artery disease: The SAINTEX-CAD study. Int J Cardiology 2015;179:203-210</em></p>



<p><em>(13) Uddin J, Zwisler AD, Lewinter C et al. Predictors of exercise capacity following exercise-based rehabilitation in patients with coronary heart disease and heart failure: A meta-regression analysis. Eur J Prev Cardiol 2016; 23: 683-93</em></p>



<p><em>(14) Pattyn N, Cornelissen VA, Buys R et al:&nbsp; Are aerobic interval training and continuous training isocaloric in coronary artery disease patients? Eur J Prev Cardiol 2016;23: 1486-95</em></p>



<p><em>(15) Hofmann R, Gogol C, Karoff M, et al. Impact of continuous exercise intensity versus high intensity interval exercise training on endurance capacity in coronary artery disease patients with preserved left ventricular function. Abstract P181, EuroPRevent 2014, Amsterdam May 8th-10th</em></p>



<p><em>(16) Tschentscher M, Eichinger J, Egger A et al: High-intensity interval training is not superior to other forms of endurance training during cardiac rehabilitation. Eur J Prev Cardiol&nbsp; 2016;23: 14-20</em></p>



<p><em>(17) Gomes-Neto M, Duraes A, Correia dos Reis HF et al. High-intensity interval training versus moderate-intensity continuous training on exercise capacity and quality of life in patients with coronary artery disease: A systematic review and meta-analysis Eur J Prev Cardiol 2017; 24 1696–1707</em></p>



<p><em>(18) Meyer K, Lehmann M, Sunder G, et al. Interval versus continuous exercise training after coronary bypass surgery: a comparison of training-induced acute reactions with respect to the effectiveness of the exercise methods. Clin Cardiol 1990; 13: 851-861</em></p>



<p><em>(19) Keteyian SJ, Brawner CA, Savage PD et al. Peak aerobic capacity predicts prognosis in patients with coronary heart disease. Am Heart J. 2008;156: 292-300</em></p>



<p><em>(20) Ellingsen Ø, Halle M, Conraads V et al: High intensity interval training in heart failure patients with reduced ejection fraction. Circulation 2017;135:839-849</em></p>



<p><em>(21) S3-Leitlinie zur kardiologischen Rehabilitation (LL-KardReha) im deutschsprachigen Raum Europas Deutschland, Österreich, Schweiz (D-A-CH). Version 1.1 (07.01.2020). AWMF-Registernummer: 133-001</em></p>



<p><em>(22) Balady GJ, Williams MA, Ades PA, et al. Core Components of Cardiac Rehabilitation / Secondary Prevention Programs: 2007 Update: A Scientific Statement from the American Heart Association Exercise, Cardiac Rehabilitation, and Prevention Committee, the Council on Clinical Cardiology; the Councils on Cardiovascular Nursing, Epidemiology and Prevention, and Nutrition, Physical Activity, and Metabolism; and the American Association of Cardiovascular and Pulmonary Rehabilitation. Circulation 2007; 115: 2675-2682</em></p>



<p><em>(23) Bartlett JD, Close GL, MacLaren DP et al. High-intensity interval running is perceived to be more enjoyable than moderate-intensity continuous exercise: Implications for exercise adherence. J Sports Sciences 2011;29: 547-553</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intervalltraining</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/kardiologie/3115/intervalltraining/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Roland Nebel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2020 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kardiologie]]></category>
		<category><![CDATA[02/18]]></category>
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					<description><![CDATA[Ausdauertraining ist unverändert Dreh- und Angelpunkt der Bewegungs- und Sport­therapie bei Herzkreislauferkrankungen. Es stellt eine klinisch bewährte, kosteneffektive, primäre Intervention zur Prävention und Behandlung vieler chronischer Erkrankungen dar. Intervalltrainingsformen sind [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ausdauertraining ist unverändert Dreh- und Angelpunkt der Bewegungs- und Sport­therapie bei Herzkreislauferkrankungen. Es stellt eine klinisch bewährte, kosteneffektive, primäre Intervention zur Prävention und Behandlung vieler chronischer Erkrankungen dar. Intervalltrainingsformen sind effektiv, etabliert, akzeptiert und sicher – aber nicht per se besser als klassisches Ausdauertraining nach der Dauermethode.</strong></p>



<p>Nützliche Effekte des Ausdauertrainings – auf den Punkt gebracht &#8211; stellen sich wie folgt dar: Regelmäßiges Training verbessert alles – Blut­hochdruck, Diabetes mellitus, Blutfette, Gefäß- bzw. Endothelfunktion, Herzmuskelschwäche, Gewichtsverlust, Regulation der Stresshormone (Katecholamine), Mobilität, Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer, mentale bzw. kognitive Funktion, Lebensqualität und vieles mehr. Primäres Ziel individuell angepasster Trainingsinterventionen ist es, Verlauf und Prognose einer bereits vorliegenden kardiovaskulären Erkrankung nachweisbar günstig zu beeinflussen. ­Sekundäre Ziele sind die Verbesserung körper­licher Leistungsfähigkeit und der Belastungstoleranz durch Verbesserung der kardiorespiratorischen, muskulären und der metabolischen Fitness, die Verminderung alters- oder krankheitsbedingter Abbauprozesse und dadurch eine Erhöhung der Lebensqualität und Unabhängigkeit des Patienten.</p>



<p>Die höchst erzielbare Sauerstoffaufnahme (VO2peak) gilt dabei als unabhängiger Schutzfaktor für Morbidität und Mortalität bei Herzkreislauferkrankungen. Ergebnisse einer Meta-­Analyse zur Primärprävention zeigen, dass unabhängig von Alter und Geschlecht eine sig­nifikante gegenläufige Beziehung zwischen der Bewegungsintensität und der Gesamtsterblichkeit besteht. Bei älteren Menschen ist eine höhere Trainingsintensität mit einem größeren positiven Effekt auf die Inzidenz des Auftretens einer koronaren Herzerkrankung (KHK) assoziiert. Gegensätzlich hierzu sieht der „Bewegungs-Alltag“ in der (gesunden wie herzkreislauferkrankten) Bevölkerung eher&nbsp; geruhsam aus. Von 24 Stunden verbringt ein „repräsentativer“ US-Bürger 12 Minuten im empfohlenen Bereich von „mäßig“ bis „schwer“ – dies ist in den meisten Ländern, so auch in Europa [1], vermutlich nicht anders. Kardiovaskuläre Erkrankungen stehen mit 45 % aller Todesfälle an erster Stelle der Todesursachen in Europa. Die durch diese Erkrankungen verursachten Gesamtkosten liegen in der EU bei etwa 210 Mrd. Euro jährlich [2].</p>



<p><strong>Implementierung von Intervalltrainings-Formen (incl. HIIT und AIT)</strong></p>



<p>Damit treten zunehmend bei gegebener Sicherheitslage seit etwa 10 bis 15 Jahren auch Intervall-Trainingsformen bis hin zu HIIT- und AIT-Protokollen (s.u.) in den wissenschaftlichen und (auch rehabilitativ) anwenderbezogenen Fokus. Bisherige Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass hohe Trainingsintensitäten auch von Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko bzw. manifesten, stabilen und medikamentös adäquat therapierten Herzkreislauferkrankungen einschließlich KHK gut toleriert werden und per se nicht mit einem erhöhtem Risiko für den individuellen Patienten einhergehen. Ein Intervalltraining ist gekennzeichnet durch einen Wechsel von Belastungs- und Erholungsphasen. Diese sollten so gestaltet werden, dass über einen möglichst langen Zeitraum eine möglichst hohe Sauerstoff-Aufnahme aufrechterhalten werden kann. Intervalltraining wird in unterschiedlichen Intensitäten durchgeführt, wobei das seit etwa zehn Jahren eingesetzte „hochintensive“ Intervalltraining bei HIIT und AIT bei mindestens 85 –    90 % der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2peak) oder Herzfrequenz&nbsp; liegt, dazwischen erfolgen gleiche, längere oder auch kürzeren Erholungsphasen mit moderater bis nie­driger Intensität.</p>



<p>Unter High intensity interval training (HIIT) versteht man ein Training mit eher kurzen (um 30 sec) Intervallen, während die aktuellen randomisierten Multizenter-Studien (RMT)sogenanntes Aerobes Intervalltraining (AIT) mit längeren Intervallen (4min mit jeweils 3 min aktiver Erholungsphase) umfasst. Letzteres wurde in Norwegen geprägt und einheitlich in den aktuellen beiden großen RMT bei KHK- und Herzmuskelschwäche-Patienten benutzt. Bei gesunden Probanden wurden zudem auch supramaximale Belastungen (bis 120 % VO2peak) im Sinne von „all-out“-Protokollen durchgeführt. Bei untrainierten Personen mit niedrigem Fitness-Level wurden die höchsten Verbesserungen beobachtet. Trainingsinterventionen von längerer Dauer hatten dabei einen größeren Effekt. Ein Training nach der Intervallmethode ist somit nicht eindeutig definiert und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Es kann über Dauer und Intensität der Belastungs-und der Erholungsinter­valle sowie das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung (1:1, 1:2, 2:1) den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten angepasst werden.</p>



<p>Der wichtigste Vorteil des (insbesondere) hochintensiven Intervalltrainings ist vorgeblich&nbsp; die zeitliche Effizienz der Trainingsform bei allerdings erheblichem Aufwand im Hinblick auf Durchführung, Überwachung und Anpassung dieser Trainingsform. Dies ist bedeutsam vor dem Hintergrund, dass „Zeitmangel“ als meistgenannte Barriere bei der Adhärenz an regelmäßige körperliche Aktivität genannt wird. Einzeluntersuchungen an Sportlern und Gesunden zufolge wird die Durchführung eines HIIT zudem als angenehmer als die eines moderaten aeroben Ausdauertrainings nach der Dauermethode (MDT) empfunden.</p>



<p><strong>Derzeitige wissenschaftliche Datenlage zu Intervall-Training incl. HIIT und AIT in Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen</strong></p>



<p>Nach Durchführung vieler kleinerer und inhomogener Studien beginnend in der 1990er Jahren wies die erste Metaanalysen in den 2000er Jahren signifikant größere Verbesserungen der VO2peak (+1,53 bis + 1,78 ml/kg/min) durch hochintensives Intervalltraining im Vergleich zu MDT nach [3]. Eine signifikante Gewichtsreduktion (–0.78 kg) und eine Senkung des Ruhepulses wurden hingegen eher durch ein MDT erzielt. Eine aktuelle Studie  verglich zwei verschiedene Formen des hochintensiven Intervalltrainings einschließlich AIT mit MDT [4]. Die Untersuchungsgruppe mit 66 KHK-Patienten wurden im Rahmen einer 6-wöchigen ambulanten kardiologischen Rehabilitation (CR) zu drei verschiedenen Trainingsformen randomisiert; 1. MDT bei 65 – 85 % HFmax, 2. „klassischem“ AIT mit 4 x 4 min bei 85 – 95 % HFmax oder 3. sog. Pyramidentraining (PYR) mit 3 x 8 min bei 65 – 95 – 65 % HFmax. Durch 18 Trainingseinheiten wurde in allen Gruppen eine signifikante Verbesserung der maximal erreichten Leistung in Watt erzielt. Es wurde kein Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt. Auch die erste große multizentrische prospektive randomisierte Studie an 200 KHK-Patienten (SAINTEX-CAD) stellte durch ein 12-wöchiges Training im Gegensatz zu den Ergebnissen früherer Studien und Metaanalysen vergleichbar positive Effekte für AIT und MDT fest [5]. Dies traf für die Verbesserung der VO2peak, der peripheren Endothelfunktion (sog. FMD der A. brachialis), den Einfluss auf das kardiovaskuläre Risikofaktorenprofil,  Lebens­qualität sowie für ­Sicherheitsaspekte zu.</p>



<p>Unter Einbezug von SAINTEX-CAD erfolgte eine erneute Meta-Analyse mit 11 Studien und n=594 Patienten, die erneut im Hinblick auf die Verbesserung der VO2peak signifikant&nbsp; bessere Ergebnisse (+1.25 ml/min/kg) durch AIT feststellte [6]. Bei dieser Metaanalyse ist eine Subgruppen-Analyse von besonderem Interesse, in der die Autoren die Daten der Studien, die zuvor das Training im Hinblick auf den Energieumsatz bzw. eine Isokalorizität gematcht hatten, untersuchten. Im Rahmen von Untersuchungen zu AIT wurde nachgewiesen, dass der Gesamt-Energieumsatz („total energy expenditure“, EE) und nicht die Trainingsmodalität resp. -intensität die Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu bestimmen scheint. Vergleichbare Ergebnisse wurden in einer&nbsp; weiteren Meta-Analyse bei KHK-Patienten festgestellt. Nach Korrelation zur (totalen) EE weißt der Einfluss der drei Größen: Gesamtdauer des Trainings, Dauer einer Trainingseinheit und die Trainingsinten­sität keine unabhängige Effektstärken mehr auf.</p>



<p>Im Kontrast dazu bleibt der Einfluss der Trainingsintensität und -modalität bei den nicht nach EE gematchten Studien Spekulation mit einem hypothetischen Vorteil für hochinten­sives Intervalltraining einschließlich HIIT und AIT.&nbsp; Die Nachhaltigkeit und die Langzeiteffekte eines hochintensiven Intervalltrainings bei KHK-Patienten sind bis jetzt wenig untersucht. Eine norwegische Studie untersuchte bei 51 Patienten die Effekte eines 6-monatigen Heimtrainings nach initial 4-wöchiger CR [7]. Das Heimtraining führte im Beobachtungszeitraum nur in der Intervall-­Gruppe zu einer signifikanten weiteren Steigerung der VO2peak. Die Autoren vermuten, dass dieser Effekt durch die höhere Intensität des Heimtrainings in der Gruppe zu Stande kommt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Patienten durch das hochintensive Intervalltraining ein größeres Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit gewinnen und sich zu Hause mehr zutrauen. Ein vergleichbarer Effekt wurde bei der 1-Jahres-Nachbeobachtung der AIT-Gruppe der SAINTEX-CAD-­Studie beobachtet [8].</p>



<p><strong>Fazit zu (hochintensivem) Intervalltraining einschließlich AIT und HIIT</strong></p>



<p>Bei Patienten mit KHK und erhaltener/guter linksventrikulärer Pumpfunktion:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Hochintensives Intervalltraining kann optional zusätzlich zu MDT auf indivi­dueller Basis unter Berücksichtigung der Präferenzen und der körperlichen Leistungsfähigkeit des einzelnen Patienten bei stabil und optimal eingestellter KHK im Laufe einer CR in ein Trainingsprogramm zusätzlich zum MDT integriert werden. Es ist bei stabilen Patienten nicht mit einem generell höheren Risiko verbunden als MDT.</li><li>Von wissenschaftlichem Interesse ist insbesondere, dass durch hochintensives Intervalltraining bei KHK-Patienten insbesondere im Rahmen der CR und in der Folge auch beim MDT eine verstärkte Fokussierung auf die Trainingsintensität und die EE erfolgte, wobei letztere derzeit den größten Impetus auf die Verbesserung der VO2peak zu haben scheint.</li><li>Studien belegen dennoch, dass viele Patienten den hochintensiven Trainingsvorgaben nicht folgen konnten. Dies bedeutet, dass für Anwendung des Intervalltrainings ein erheblicher Aufwand für die individuell angepasste Umsetzung und Überwachung des Trainings notwendig ist. Im Rahmen einer Phase II CR erscheint das hochintensives Intervalltraining eher für besser belastbare Patienten, die bereit und motiviert sind, sich mehr anzustrengen, geeignet zu sein. </li><li>Im klinischen Setting ist der postulierte Zeitvorteil von etwa 30 min/Woche bei isokalorischem Umsatz des AIT/HIIT im Vergleich zum MDT nicht relevant. Interessant scheint das HIIT insbesondere im Rahmen einer ambulant oder zuhause durchgeführten („home-based“) CR zu sein, bzw. für die selbständige nachhaltige Fortführung eines effektiven Trainings in der Phase III.</li><li>Nur in SAINTEX-CAD liegen (für AIT positive) Einjahresdaten vor, generell fehlen jedoch auch in allen Meta-Analysen Langzeitbeobachtungen, die die prognos­tische Bedeutung dieser Trainingsform belegen.</li></ul>



<p><em>Literatur</em></p>



<p><em>[1] Mayer-Berger W.: Hochintensive Intervalle oder Ausdauer – welche Trainingsform und -dosis ist optimal? 2017 https://www.kardiologie.org/herz-und-sport/hochintensive-intervalle-oder-ausdauer-welche-trainingsform-und-/13287704 accessed May 7th, 2018</em></p>



<p><em>[2] Wilkins E, Wilson L, Wickramasinghe K et al.: European Cardiovascular Disease Statistics 2017. European Heart Network, Brussels. http://www.ehnheart.org/cvd-statistics.html accessed October 28th, 2017</em></p>



<p><em>[3] Pattyn N, Coeckelberghs E, Buys R, et al. Aerobic interval training vs. moderate continous training in coronary artery disease patients: a systematic review and meta-analysis. Sports Med 2014;44: 687 –700</em></p>



<p><em>[4] Tschentscher M, Eichinger J, Egger A et al: High-intensity interval training is not superior to other forms of endurance training during cardiac rehabilitation. Eur J Prev Cardiol  2016;23: 14 – 20</em></p>



<p><em>[5] Conraads VM, Pattyn N, De Maeyer C et al: Aerobic interval training and continuous training equally improve aerobic exercise capacity in patients with coronary artery disease: The SAINTEX-CAD study. Int J Cardiology 2015;179:203 – 210</em></p>



<p><em>[6] Gomes-Neto M, Duraes AR, Reis HFCD, et al. High-intensity interval training versus moderate-intensity continuous training on exercise capacity and quality of life in patients with coronary artery disease: a systematic review and meta-analysis. Eur J Prev Cardiol 2017;24: 1696 – 1707</em></p>



<p><em>[7] Moholdt T, Aamot IL, Granøien I, et al. Long-term follow-up after cardiac rehabilitation: A randomized study of usual care exercise training versus aerobic interval training after myocardial infarction. Int J Cardiol 2011;152: 388 – 390</em></p>



<p><em>[8] Pattyn N, Vanhees L, Cornelissen VA et al: The long-term effects of a randomized trial comparing aerobic interval versus continuous training in coronary artery disease patients: 1-year data from the SAINTEX-CAD study. Eur J Prev Cardiol 2016;23: 1154 – 64</em></p>
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