<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>PD Dr. med. Philipp A. Michel, Autor bei sportärztezeitung</title>
	<atom:link href="https://sportaerztezeitung.com/author/michel-philipp-a/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://sportaerztezeitung.com/author/michel-philipp-a/</link>
	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Jul 2026 14:53:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/08/cropped-s_icon_square@2x-32x32.png</url>
	<title>PD Dr. med. Philipp A. Michel, Autor bei sportärztezeitung</title>
	<link>https://sportaerztezeitung.com/author/michel-philipp-a/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Moderne Knieendoprothetik</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/22752/moderne-knieendoprothetik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PD Dr. med. Philipp A. Michel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 10:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[02/26]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=22752</guid>

					<description><![CDATA[Wenn zwei Drittel des Gelenks gesund sind – warum alles ersetzen? Jedes Jahr werden in Deutschland über 190.000 Knieprothesen implantiert. Für die meisten Patienten bedeutet die Diagnose „fortgeschrittene Gonarthrose“ nach [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wenn zwei Drittel des Gelenks gesund sind – warum alles ersetzen? Jedes Jahr werden in Deutschland über 190.000 Knieprothesen implantiert. Für die meisten Patienten bedeutet die Diagnose „fortgeschrittene Gonarthrose“ nach wie vor automatisch eine Totalendoprothese (TKA) – den vollständigen Oberflächenersatz einschließlich beider Kreuzbänder. Doch die anatomische Realität sieht anders aus: Etwa die Hälfte aller Gonarthrosen betrifft lediglich ein Kompartiment [1]. Bei diesen Patienten sind zwei Drittel des Kniegelenks noch vollkommen intakt.</b></p>
<p>Die unikondyläre Knieprothese (UKA), im Volksmund Schlittenprothese genannt, ersetzt gezielt nur den zerstörten Gelenkanteil und belässt die gesunden Strukturen unangetastet – einschließlich des vorderen Kreuzbandes mit seinen für Stabilität und Körpergefühl essenziellen Mechanorezeptoren. Trotz dieser überzeugenden Logik beträgt der UKA-Anteil in Deutschland laut EPRD-Jahresbericht 2025 nur 14 % [2], obwohl Studien zeigen, dass bis zu 49 % aller TKA-Kandidaten auch für eine UKA geeignet wären [3]. Diese Diskrepanz hat Gründe – und sie lassen sich heute durch den gezielten Einsatz von Robotik beheben (Abb. 1).</p>
<h2><b>Indikation im Wandel: Wer profitiert von der Schlittenprothese?</b></h2>
<p>Lange galten die Kozinn&amp;Scott Kriterien von 1989 als Maßstab: Alter über 60, Gewicht unter 82 kg, niedriges Aktivitätsniveau. Diese historischen Dogmen sind heute widerlegt. Pandit et al. zeigten an 1.000 Oxford-UKAs, dass 68 % der implantierten Knie nach diesen Kriterien kontraindiziert gewesen wären – ohne Unterschiede in der 15-Jahres-Überlebensrate. Paradoxerweise zeigte gerade die „am stärksten kontraindizierte“ Gruppe – junge, aktive Männer – die besten funktionellen Ergebnisse [4]. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Alter, BMI, Aktivitätslevel und anteriorer Knieschmerz keine eigenständigen Kontraindikationen mehr darstellen [5]. Die aktuellen Voraussetzungen sind klar definiert: isolierte Kompartiment­arthrose mit Knochen-auf-Knochen-Kontakt, erhaltener Knorpel im Gegenkompartiment, funktionell intaktes vor­deres Kreuzband (VKB) und mediales Seitenband (MCL), korrigierbare Deformität sowie Fehlen einer entzündlichen Arthropathie [5]. Ein BMI bis 35 ist akzeptabel; erst darüber steigt das Revisionsrisiko signifikant [6]. Die MRT-Diagnostik gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: eine aktuelle Studie zeigte eine Spezifität von 94,4 % für hochgradige laterale Knorpelschäden – gegenüber lediglich 5,9 % bei Stressaufnahmen [7].</p>
<h2><b>Was die UKA der Totalprothese voraushat</b></h2>
<p>Die zentrale Frage lässt sich inzwischen auf höchstem Evidenzniveau beantworten. Im Februar 2026 publizierten Mortensen et al. im Journal of Bone and Joint Surgery die Ergebnisse einer doppelblinden, multizentrischen RCT mit 350 Patienten [8]. Der primäre Endpunkt – der Oxford Knee Score – zeigte einen Unterschied von 3,5 Punkten zugunsten der UKA, knapp unterhalb der klinisch relevanten Schwelle (MCID 4 – 5). Klinisch bedeutsam waren jedoch die sekundären Endpunkte: Der Forgotten Joint Score war 14,1 Punkte höher, die Beweglichkeit 7,0° besser und die KOOS-Symptomskala 10,3 Punkte günstiger – jeweils oberhalb der MCID. Damit liegt erstmals ein Level-I-Beweis vor, der konsistente Vorteile der UKA bei isolierter anteromedialer Gonarthrose dokumentiert (Abb. 2).</p>
<p><figure id="attachment_22754" aria-describedby="caption-attachment-22754" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-22754" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1024x509.jpg" alt="" width="755" height="375" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1024x509.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-300x149.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-768x381.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-150x75.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-450x224.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226-1200x596.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22754" class="wp-caption-text">Abb. 2 Der Forgotten Joint Score und die Beweglichkeit zeigen deutlich bessere Werte für die UKA, sowohl kurzfristig postoperativ, auch nach 2 Jahren (aus [8]).</figcaption></figure>Ein natürlicheres Gelenkgefühl: Der Forgotten Joint Score (FJS) misst, wie selbstverständlich sich das Kunstgelenk im Alltag anfühlt – die UKA erreicht hier signifikant höhere Werte (Tab. 1) [9]. Britische NJR-Daten an über 14.000 gematchten Patienten zeigen eine 1,59-fach höhere Wahrscheinlichkeit für exzellente Ergebnisse [10]. Die TKA weist eine Unzufriedenheitsrate von rund 20 % auf – bei der UKA nur 4 – 10 %.</p>
<p><figure id="attachment_22759" aria-describedby="caption-attachment-22759" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22759" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1024x256.jpg" alt="" width="755" height="189" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1024x256.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-300x75.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-768x192.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-150x38.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-450x113.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226-1200x300.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab1_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22759" class="wp-caption-text">Tab. 1 Funktionelle Ergebnisse im Vergleich [8 – 14]</figcaption></figure>Besseres Gangbild, bessere Propriozeption: Jones et al. demonstrierten, dass UKA-Patienten eine Ganggeschwindigkeit von 2,2 m/s erreichen – identisch mit gesunden Kontrollen – während TKA-Patienten auf nur 1,6 m/s kamen (p &lt; 0,001) [11]. Die posturale Stabilität verbessert sich nach UKA doppelt so stark wie nach TKA [12] – ein direkter Effekt des erhaltenen VKB mit seinen Mechanorezeptoren (Abb. 3).</p>
<figure id="attachment_22756" aria-describedby="caption-attachment-22756" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-22756" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1024x791.jpg" alt="" width="755" height="583" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1024x791.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-300x232.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-768x593.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-150x116.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-450x347.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226-1200x926.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel3_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22756" class="wp-caption-text">Abb. 3 Vergleich post-operativer Röntgenbilder einer UKA (links) und TKA (rechts).</figcaption></figure>
<p>Schneller zurück in Sport und Beruf: Die Meta-Analyse von Cerasoli et al. (2026, 1.675 Patienten) bestätigt die deutlich höhere Return-to-Sport-Rate nach UKA (Tab. 2) [13]. Über 50 % kehren sogar zu High-Impact-Sportarten zurück [14]. Die berufliche Wiedereingliederung gelingt ebenfalls schneller: 73 % sind innerhalb von drei Monaten am Arbeitsplatz versus 48 % nach TKA [15].</p>
<p><figure id="attachment_22760" aria-describedby="caption-attachment-22760" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22760" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1024x384.jpg" alt="" width="755" height="283" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1024x384.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-300x113.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-768x288.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-150x56.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-450x169.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226-1200x450.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/MichelTab2_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22760" class="wp-caption-text">Tab. 2 Rehabilitationsmeilensteine im Vergleich [13 – 17]</figcaption></figure>Günstigeres Sicherheitsprofil bei höherer Revisionsrate: Wilson et al. zeigten in einem systematischen Review (60 Studien) ein 73 % niedrigeres Mortalitätsrisiko (RR 0,27), 61 % weniger venöse Thromboembolien und 78 % weniger kardiale Ereignisse nach UKA [16]. Gleichzeitig muss transparent kommuniziert werden: Die Revisionsrate der UKA liegt in RCTs etwa sechsfach höher als die der TKA (RR 5,95), wobei die UKA-Revision in der Regel eine „normale“ TKA darstellt und die Ergebnisse nach Revision mit denen einer primären TKA vergleichbar sind [16]. Der stationäre Aufenthalt beträgt median einen versus zwei Tage [16, 17].</p>
<h2><b>Warum wird die UKA dann so selten eingesetzt?</b></h2>
<p>Die Antwort liegt in zwei technischen Hürden, die historisch den Zugang zur UKA limitiert haben. Erstens die geringe Fehlertoleranz: Während die TKA kleinere Positionierungsfehler durch ihre intrinsische Kopplungsstabilität kompensiert, führen bei der UKA Abweichungen von über 3° koronal oder über 2° sagittal bereits zu verminderter Prothesenstandzeit [18]. Bei konventioneller Technik liegen bis zu 32 % der medialen und 61 % der lateralen UKA-­Implantate außerhalb einer ±2°–Toleranz [19]. Zweitens die flache Lernkurve: Die konventionelle UKA erfordert 25 – 50 Fälle bis zur Proficiency – und über 50 % aller Kniechirurgen führen weniger als fünf UKAs pro Jahr durch [3]. Dieses „Volume-Outcome-Paradoxon“ erklärt, warum Registerdaten die UKA-Ergebnisse systematisch schlechter erscheinen lassen, als sie bei erfahrenen Operateuren tatsächlich sind.</p>
<h2><b>Robotische Assistenz: Präzision vom ersten Eingriff an</b></h2>
<p>Genau hier setzt die robotische Assistenz an – sie adressiert beide Probleme gleichzeitig.</p>
<p>CT-freie 3D-Planung: Moderne bildgebungsfreie Systeme wie das CORI Surgical System (Smith+Nephew) erzeugen intraoperativ ein dreidimensionales Knochenmodell durch Oberflächen­abtastung – ganz ohne präoperative CT-Untersuchung. Der handgeführte Roboterfräser stoppt oder retrahiert automatisch bei Überschreitung der geplanten Resektionsgrenzen und erreicht eine Genauigkeit von unter 0,5 mm und 0,5° in allen drei Ebenen [20]. Ein integriertes dynamisches Gap-Balancing erfasst die Bandspannung in Echtzeit über den gesamten Bewegungsumfang – noch vor der ersten Knochenresektion [21]. Yee et al. bestätigten in einer aktuellen Studie, dass diese Messung sowohl bei erfahrenen als auch bei lernenden Operateuren exzellent reliabel ist (ICC &gt; 0,90) [22]. Wang et al. zeigten für das CORI-System signi­fikant kürzere OP-Zeiten und höhere radiologische Präzision im Vergleich zur konventionellen Navigation [23]. Der Wegfall der CT-Bildgebung erspart dem Patienten eine nicht unerhebliche Strahlenbelastung sowie einen zusätzlichen Radiologen-Termin [24] (Abb. 4).</p>
<figure id="attachment_22757" aria-describedby="caption-attachment-22757" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22757" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1024x756.jpg" alt="" width="755" height="557" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1024x756.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-300x221.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-768x567.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-150x111.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-450x332.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226-1200x886.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel4_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22757" class="wp-caption-text">Abb. 4 Links: Erstellung eines individuellen 3D-Modells durch Oberflächenabtastung. Rechts: Bearbeitung des Knochens mit der robotisch-kontrollierten Hochgeschwindigkeitsfräse.</figcaption></figure>
<p>Nachgewiesene Überlegenheit: Bell et al. zeigten in einem Level-I-RCT, dass 100 % der robotischen UKAs innerhalb von 2° der Planposition lagen – versus nur 40 % konventionell [25]. Batailler et al. fanden in der Robotikgruppe 0 % positionierungsassoziierte Revisionen versus 86 % in der konventionellen Gruppe [19].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Demokratisierung der Expertise: Der vielleicht wichtigste Effekt der Robotik: Sie reduziert die Lernkurve von 25 – 50 auf nur etwa 6 Fälle, wobei die Implantatpositionierung vom ersten Eingriff an präzise gelingt [26]. Adamska et al. zeigten, dass Chirurgen mit Erfahrung in navigierter TKA keine zusätzliche Lernkurve benötigen [20]. Die Robotik überträgt damit die Präzision eines High-Volume-Spezialisten auf den chirurgischen Breitenversorger – und könnte so die bestehende Unterversorgung nachhaltig aufbrechen. Migliorini et al. zeigten zudem aktuell, dass die CPAK-Klassifikation in die robotische Planung integriert werden kann, um die Balancierung Phänotyp-gesteuert zu individualisieren [27] (Abb. 5).</p>
<figure id="attachment_22758" aria-describedby="caption-attachment-22758" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-22758" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1024x666.jpg" alt="" width="755" height="491" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1024x666.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-300x195.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-768x499.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-150x98.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-450x293.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226-1200x780.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2026/07/Michel5_saez0226.jpg 1500w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-22758" class="wp-caption-text">Abb. 5 Links: Zementbelegung des femoralen Anteils der Teilprothese. Rechts: Implantation der UKA beim Patienten.</figcaption></figure>
<h2><b>Was bedeutet das für die Praxis?</b></h2>
<p>Bei jedem Patienten mit medialer Gon­arthrose sollte die Eignung für eine UKA systematisch geprüft werden. Der diag­nostische Algorithmus umfasst: Belastungsröntgen (AP und Rosenberg in 45° Flexion), Ganzbeinstandaufnahme, Valgus-Stressaufnahmen (lateraler Gelenkspalt ≥ 4 mm = intaktes Gegenkompartiment) und bei Bedarf ein MRT zur Beurteilung von Knorpel, Menisken und VKB [5, 7]. Zuweisungen sollten bevorzugt an Zentren mit relevantem UKA-Volumen erfolgen – die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) empfiehlt mehr als 30 UKAs pro Operateur und Jahr [3]. Gleichzeitig sind gesundheitspolitische Anpassungen überfällig: Das G-DRG-System setzt derzeit Fehlanreize, indem die Vergütung für die technisch anspruchsvollere UKA häufig niedriger ausfällt als für den Totalersatz und die kürzere Liegezeit nicht adäquat honoriert wird.</p>
<h2><b>Fazit: Gelenkerhalt ist kein Kompromiss</b></h2>
<p>Die unikondyläre Knieprothese ist keine Sparlösung, sondern bei korrekter Indikation die überlegene Versorgung. Sie bietet nachweislich bessere funktionelle Ergebnisse, ein natürlicheres Gelenkgefühl, schnellere Rückkehr zu Sport und Beruf sowie ein günstigeres Sicherheitsprofil. Die robotische Assistenz löst die beiden historischen Haupthindernisse – Präzisionsanforderung und Lernkurve – und macht exzellente Ergebnisse erstmals flächendeckend reproduzierbar. Die bestehende Unterversorgung mit UKA ist angesichts der aktuellen Evidenz nicht mehr zeitgemäß. Es liegt an uns, bei jedem Arthrose-Patienten konsequent zu fragen: Ist hier ein Gelenkerhalt möglich?</p>
<p>Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Stoddart JC, Dandridge O, Garner A, Cobb J, van Arkel RJ. The compartmental distribution of knee osteoarthritis &#8211; a systematic review and meta-analysis. Osteoarthritis Cartilage. 2021 Apr;29(4):445-455. doi: 10.1016/j.joca.2020.10.011. Epub 2020 Nov 27. PMID: 33253887.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] EPRD – Endoprothesenregister Deutschland. Jahresbericht 2025.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Hamilton TW, Pandit HG, Lombardi AV, Adams JB, Oosthuizen CR, Clavé A, Dodd CA, Berend KR, Murray DW. Radiological Decision Aid to determine suitability for medial unicompartmental knee arthroplasty: development and preliminary validation. Bone Joint J. 2016 Oct;98-B(10 Supple B):3-10. doi: 10.1302/0301-620X.98B10.BJJ-2016-0432.R1. PMID: 27694509; PMCID: PMC5047136.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Pandit H, Jenkins C, Gill HS, Smith G, Price AJ, Dodd CA, Murray DW. Unnecessary contraindications for mobile-bearing unicompartmental knee replacement. J Bone Joint Surg Br. 2011 May;93(5):622-8. doi: 10.1302/0301-620X.93B5.26214. PMID: 21511927.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Rodríguez-Merchán EC, Gómez-Cardero P. Unicompartmental knee arthroplasty: Current indications, technical issues and results. EFORT Open Rev. 2018 Jun 6;3(6):363-373. doi: 10.1302/2058-5241.3.170048. PMID: 30034817; PMCID: PMC6026888.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Murray DW, Pandit H, Weston-Simons JS, Jenkins C, Gill HS, Lombardi AV, Dodd CA, Berend KR. Does body mass index affect the outcome of unicompartmental knee replacement? Knee. 2013 Dec;20(6):461-5. doi: 10.1016/j.knee.2012.09.017. Epub 2012 Oct 27. PMID: 23110877.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Jiao X, Cao G, Wu J, Li Z, An S, Huang J. Assessing lateral femoral condyle cartilage prior to medial UKA: MRI vs. Valgus stress radiograph. BMC Musculoskelet Disord. 2023 Aug 26;24(1):681. doi: 10.1186/s12891-023-06802-2. PMID: 37633881; PMCID: PMC10463517.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Mortensen JF, Blanche P, Blom CS, Vase M, Overgaard S, Kappel A, Lindberg-Larsen M, Madsen F, Stephensen SL, Schrøder HM, Rasmussen LE, Kristensen PW, Østgaard SE, Odgaard A. Medial Unicompartmental Versus Total Knee Arthroplasty in the Treatment of Isolated Anteromedial Knee Osteoarthritis: Two-Year Results from a Double-Blinded, Multicenter, Randomized Trial of 350 Patients. J Bone Joint Surg Am. 2026 Apr 1;108(7):491-498. doi: 10.2106/JBJS.25.00612. Epub 2026 Feb 9. PMID: 41662451; PMCID: PMC13011945.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Brilliant ZR, Garvey MD, Haffner R, Chiu YF, Mayman DJ, Blevins JL. Unicompartmental Knee Arthroplasty Patients Have Lower Joint Awareness and Higher Function at 5 Years Compared to Total Knee Arthroplasties: A Matched Comparison. J Arthroplasty. 2023 Aug;38(8):1464-1469. doi: 10.1016/j.arth.2023.01.063. Epub 2023 Feb 9. PMID: 36764405.</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Liddle AD, Pandit H, Judge A, Murray DW. Patient-reported outcomes after total and unicompartmental knee arthroplasty: a study of 14,076 matched patients from the National Joint Registry for England and Wales. Bone Joint J. 2015 Jun;97-B(6):793-801. doi: 10.1302/0301-620X.97B6.35155. PMID: 26033059.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Jones GG, Kotti M, Wiik AV, Collins R, Brevadt MJ, Strachan RK, Cobb JP. Gait comparison of unicompartmental and total knee arthroplasties with healthy controls. Bone Joint J. 2016 Oct;98-B(10 Supple B):16-21. doi: 10.1302/0301-620X.98B10.BJJ.2016.0473.R1. PMID: 27694511; PMCID: PMC5047137.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Isaac SM, Barker KL, Danial IN, Beard DJ, Dodd CA, Murray DW. Does arthroplasty type influence knee joint proprioception? A longitudinal prospective study comparing total and unicompartmental arthroplasty. Knee. 2007 Jun;14(3):212-7. doi: 10.1016/j.knee.2007.01.001. Epub 2007 Mar 6. PMID: 17344047.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Cerasoli T, Favero A, Coliva F, Fogacci A, Pasquini A, Zaffagnini S, Marcheggiani Muccioli GM. Sport participation after unicompartmental knee arthroplasty: High return rates independent of implant design or technique, a systematic review and meta-analysis. J Exp Orthop. 2026 Jan 11;13(1):e70514. doi: 10.1002/jeo2.70514. PMID: 41531478; PMCID: PMC12793043.</p>
<p style="font-weight: 400;">[14] Witjes S, Gouttebarge V, Kuijer PP, van Geenen RC, Poolman RW, Kerkhoffs GM. Return to Sports and Physical Activity After Total and Unicondylar Knee Arthroplasty: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Med. 2016 Feb;46(2):269-92. doi: 10.1007/s40279-015-0421-9. PMID: 26744336; PMCID: PMC4728176.</p>
<p style="font-weight: 400;">[15] Kievit AJ, Kuijer PPFM, de Haan LJ, Koenraadt KLM, Kerkhoffs GMMJ, Schafroth MU, van Geenen RCI. Patients return to work sooner after unicompartmental knee arthroplasty than after total knee arthroplasty. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2020 Sep;28(9):2905-2916. doi: 10.1007/s00167-019-05667-0. Epub 2019 Aug 30. PMID: 31471724; PMCID: PMC7471109.</p>
<p style="font-weight: 400;">[16] Wilson HA, Middleton R, Abram SGF, Smith S, Alvand A, Jackson WF, Bottomley N, Hopewell S, Price AJ. Patient relevant outcomes of unicompartmental versus total knee replacement: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2019 Feb 21;364:l352. doi: 10.1136/bmj.l352. Erratum in: BMJ. 2019 Apr 2;365:l1032. doi: 10.1136/bmj.l1032. PMID: 30792179; PMCID: PMC6383371.</p>
<p style="font-weight: 400;">[17] Jensen CB, Petersen PB, Jørgensen CC, Kehlet H, Troelsen A, Gromov K; Lundbeck Foundation Centre for Fast-track Hip and Knee Replacement Collaborative Group. Length of Stay and 90-Day Readmission/Complication Rates in Unicompartmental Versus Total Knee Arthroplasty: A Propensity-Score-Matched Study of 10,494 Procedures Performed in a Fast-Track Setup. J Bone Joint Surg Am. 2021 Jun 16;103(12):1063-1071. doi: 10.2106/JBJS.20.01287. PMID: 33784260.</p>
<p style="font-weight: 400;">[18] Chatellard R, Sauleau V, Colmar M, Robert H, Raynaud G, Brilhault J; Société d’Orthopédie et de Traumatologie de l’Ouest (SOO). Medial unicompartmental knee arthroplasty: does tibial component position influence clinical outcomes and arthroplasty survival? Orthop Traumatol Surg Res. 2013 Jun;99(4 Suppl):S219-25. doi: 10.1016/j.otsr.2013.03.004. Epub 2013 Apr 24. PMID: 23622861.</p>
<p style="font-weight: 400;">[19] Batailler C, White N, Ranaldi FM, Neyret P, Servien E, Lustig S. Improved implant position and lower revision rate with robotic-assisted unicompartmental knee arthroplasty. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2019 Apr;27(4):1232-1240. doi: 10.1007/s00167-018-5081-5. Epub 2018 Jul 31. PMID: 30066017.</p>
<p style="font-weight: 400;">[20] Adamska O, Modzelewski K, Szymczak J, Świderek J, Maciąg B, Czuchaj P, Poniatowska M, Wnuk A. Robotic-Assisted Total Knee Arthroplasty Utilizing NAVIO, CORI Imageless Systems and Manual TKA Accurately Restore Femoral Rotational Alignment and Yield Satisfactory Clinical Outcomes: A Randomized Controlled Trial. Medicina (Kaunas). 2023 Jan 27;59(2):236. doi: 10.3390/medicina59020236. PMID: 36837438; PMCID: PMC9963242.</p>
<p style="font-weight: 400;">[21] Smith+Nephew. CORI Surgical System – Dynamic Gap-Balancing. Technical White Paper. 2023.</p>
<p style="font-weight: 400;">[22] Yee DKH, Leung JTC, Chu V, Man G, Lam GYT, Lau JKY, Choi TL, Chau WW, Ng JP, Ong MT, Ho KK, Yung PS. Reliability of pre-resection ligament tension assessment in imageless robotic assisted total knee replacement. Arthroplasty. 2024 Sep 2;6(1):44. doi: 10.1186/s42836-024-00266-y. PMID: 39218949; PMCID: PMC11367864.</p>
<p style="font-weight: 400;">[23] Wang H, Wang M, Yang X, Tang Z, Song X, Min G, Lan Y. A comparative study of clinical and radiographic outcomes in total knee arthroplasty assisted by the CT-free Smith &amp; Nephew CORI robotic system versus the Brainlab Knee3 navigation system. J Robot Surg. 2026 Feb 10;20(1):233. doi: 10.1007/s11701-026-03198-8. PMID: 41663550; PMCID: PMC12886256.</p>
<p style="font-weight: 400;">[24] Saad A, Mayne A, Pagkalos J, Ollivier M, Botchu R, Davis E, Sharma A. Comparative analysis of radiation exposure in robot-assisted total knee arthroplasty using popular robotic systems. J Robot Surg. 2024 Mar 16;18(1):120. doi: 10.1007/s11701-024-01896-9. PMID: 38492073.</p>
<p style="font-weight: 400;">[25] Bell SW, Anthony I, Jones B, MacLean A, Rowe P, Blyth M. Improved Accuracy of Component Positioning with Robotic-Assisted Unicompartmental Knee Arthroplasty: Data from a Prospective, Randomized Controlled Study. J Bone Joint Surg Am. 2016 Apr 20;98(8):627-35. doi: 10.2106/JBJS.15.00664. PMID: 27098321.</p>
<p style="font-weight: 400;">[26] Kayani B, Konan S, Pietrzak JRT, Huq SS, Tahmassebi J, Haddad FS. The learning curve associated with robotic-arm assisted unicompartmental knee arthroplasty: a prospective cohort study. Bone Joint J. 2018 Aug;100-B(8):1033-1042. doi: 10.1302/0301-620X.100B8.BJJ-2018-0040.R1. PMID: 30062950.</p>
<p style="font-weight: 400;">[27] Migliorini, F., Schäfer, L., Schneider, J. <em>et al.</em> Coronal plane alignment of the knee (CPAK) phenotypes and their relationship with gap patterns in robotic-assisted total knee arthroplasty: a clinical trial. <em>Orthopädie</em> (2026). https://doi.org/10.1007/s00132-026-04797-x</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
