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	<title>Dr. med. Robert Percy Marshall, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Dr. med. Robert Percy Marshall, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Atmung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19798/atmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Strobl&#160;,&#160;Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2025 12:05:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/25]]></category>
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					<description><![CDATA[Atmung ist weit mehr als eine lebenserhaltende Funktion – sie beeinflusst unser autonomes Nervensystem (ANS), die körperliche Leistungsfähigkeit und die Regeneration. Während Spitzensportler Atemtechniken gezielt zur Leistungssteigerung nutzen, gewinnt die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Atmung ist weit mehr als eine lebenserhaltende Funktion – sie beeinflusst unser autonomes Nervensystem (ANS), die körperliche Leistungsfähigkeit und die Regeneration. Während Spitzensportler Atemtechniken gezielt zur Leistungssteigerung nutzen, gewinnt die bewusste Atmung auch in der klinischen Prähabilitation zunehmend an Bedeutung.</b></p>
<p>In den letzten Jahren rückt die Atmung zunehmend in den Fokus von Sportwissenschaft, Medizin und Psychologie. Atemtechniken erweisen sich nicht nur als leistungssteigerndes Tool im Spitzensport, sondern auch als therapeutisch wirksames Instrument zur Reduktion von Stress, Verbesserung der Regeneration und kardiovaskulären Prävention. In der Tat wissen wir mittlerweile, dass Angst und Stress Risikofaktoren sind, die mit einer erhöhten gesundheitlichen Komplikationsrate einhergehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Stress inhibiert Heilung und fördert Komplikationen</b></h2>
<p>Initial konnten Assoziationen zwischen dem Risiko von viralen Infekten der oberen Atemwege sowie einer verlangsamten Heilungsrate von Verletzungen der Haut nachgewiesen werden [1, 2]. Selbst nach invasiven Eingriffen konnte mittlerweile die Relevanz von psychologischem Stress für das operative Ergebnis nachgewiesen werden. Postoperative Wundheilungsstörungen oder entzündliche Exazerbationen wie bei der Arthrofibrose können die Folge sein [3, 4]. Ein Grund dafür scheint ein verändertes Immunsystem zu sein, das in Anwesenheit von psychologischem Stress in der Akutsituation entweder überaktiviert oder bei chronischer Belastung gehemmt sein kann [5, 6]. Was zunächst als Forschungszweig der Psychoneuroimmunologie begann, hat inzwischen Einzug in die klassische Schulmedizin gehalten. Insbesondere in der so genannten Prähabilitation, also der gezielten kör­per­lichen und mentalen Vorbereitung vor chirurgischen Eingriffen, gewinnen Methoden zur Stressregulation wie atembasierte Interventionen an Bedeutung. Studien belegen, dass kontrollierte Atemübungen präoperative Ängste reduzieren, postoperative Komplikationen mindern und die Rekonvaleszenz beschleunigen können [7, 8]. Die Atmung fungiert somit als integratives Bindeglied zwischen Körper und Geist – mit weitreichendem Potenzial für ­Gesundheit und Leistungsfähigkeit.</p>
<h2><b>Atmung und das autonome Nervensystem (ANS)</b></h2>
<p>Die Atmung ist direkt mit dem autonomen Nervensystem (ANS) verbunden, das grundlegend für die Steuerung lebenswichtiger Körperfunktionen ist. Im Gegensatz zu Herzschlag oder Verdauung lässt sich die Atmung jedoch bewusst kontrollieren – eine Eigenschaft, die therapeutisch genutzt werden kann. Das ANS unterteilt sich in den Sympathikus (aktivierend) und Parasympathikus (beruhigend). Besondere Relevanz kommt dem Vagusnerv zu, der als zentraler Akteur des Parasympathikus gilt. Seine Aktivität lässt sich über die Herzfrequenzvariabilität (HRV) messen, ein Marker für die Fähigkeit des Körpers, flexibel auf Belastungen zu reagieren. Studien zeigen: Ein hoher Vagustonus steht in engem Zusammenhang mit einer verbesserten Stressresilienz, erhöhter Erholungsfähigkeit und geringerer Morbidität [9]. Eine besonders effektive Methode zur Stimulation des Parasympathikus ist das slow-paced breathing, also eine verlangsamte Atmung mit etwa sechs Atemzügen pro Minute. Dieser Rhythmus führt nachweislich zu einer Synchronisierung von Atmung und Herzfrequenz (Respiratorische Sinusarrhythmie) und steigert die vagale Aktivität. Dadurch wird ein Zustand innerer Ruhe erreicht, der sowohl bei Hochleistungssportlern als auch in klinischen Settings wie der Prähabilitation therapeutische Wirkung entfalten kann.</p>
<h2><b>Slow Paced Breathing beruhigt sofort das ANS</b></h2>
<p>Die Atemübung wurde durch ein Video auf einem Computerbildschirm angeleitet, auf dem sich ein Wassertropfen kreisförmig auf und ab bewegte. Wenn der Tropfen nach oben wanderte, musste der Teilnehmer einatmen, wenn der Tropfen nach unten wanderte, musste der Teilnehmer ausatmen. Zunächst war die Dauer der Ein- und Ausatmung gleich (4 sec), dann wurde die Ausatmung nach und nach länger als die Einatmung (4 sec ein und 6 sec aus). Die gesamte Übung dauerte fünf Minuten (Abb.).</p>

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<a href='https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19798/atmung/attachment/strobl2_saez0225/'><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/05/Strobl2_saez0225-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/05/Strobl2_saez0225-150x150.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/05/Strobl2_saez0225-70x70.jpg 70w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/05/Strobl2_saez0225-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2><b>Body Oxygen Level Test (BOLT-Test): Ein Indikator für Fitness und Atemökonomie</b></h2>
<p>Der Body Oxygen Level Test (BOLT-Test) ist ein einfaches, aber aussagekräftiges Verfahren zur Bestimmung der individuellen Sauerstoffverwertung und der Toleranz gegenüber Hypoxie und Hyperkapnie. Der Test misst die Dauer der Atemanhaltezeit nach einer entspannten Ausatmung bis zum ersten deutlichen Atemimpuls. Eine kurze BOLT-Zeit (&lt; 10 Sekunden) weist auf eine schlechte Fitness und eine eingeschränkte Atemökonomie hin, während eine Zeit von über 40 Sekunden eine sehr gute Fitness signalisiert. Der BOLT-Test basiert auf den Arbeiten von Dr. Konstantin Buteyko, einem ukrainischen Arzt, der in den 1950er Jahren die Buteyko-Methode entwickelte, um Atemstörungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit zu behandeln. Aktuelle sportmedizinische Ansätze nutzen den BOLT-Test zunehmend, um die Effizienz der Sauerstoffnutzung, die Pufferkapazität des Körpers und die Leistungsfähigkeit von Sportlern objektiv zu bewerten und gezielt zu optimieren.</p>
<h3><b>Testung der Hypoxie- bzw. Hyperkapnie-Toleranz</b></h3>
<ul>
<li>O2 und CO2 Sollwert-Regelkreise</li>
<li>Pufferkapazitäten</li>
<li>Sauerstoffverwertung</li>
</ul>
<p>BOLT-Test:</p>
<ul>
<li>Ruhig sitzen</li>
<li>Entspannt Atmen</li>
<li>Test beginnt mit einer entspannten Ausatmung</li>
<li>Test endet mit erstem Atemimpuls</li>
</ul>
<p>Ergebnis:</p>
<ul>
<li>&lt;10 sec: sehr schlechte Fitness</li>
<li>10 – 20 sec: grenzwertig kompensierte Fitness</li>
<li>20 – 30 sec: mittelmäßige Fitness</li>
<li>30 – 40 sec: gute Fitness</li>
<li>&gt; 40 sec: sehr gute Fitness</li>
</ul>
<h2><b>Leistungssteigerung durch Atemtechniken</b></h2>
<p>In der modernen Trainingswissenschaft und im Biohacking gelten Atemtechniken längst als leistungssteigerndes „tool“. Dabei geht es nicht nur um Sauerstoffaufnahme, sondern vor allem um die gezielte Regulation physiologischer und mentaler Zustände. Folgende Methoden haben sich besonders bewährt:</p>
<h3><b>1. Resonanzfrequenzatmung</b></h3>
<p>Jeder Mensch besitzt eine individuelle Atemfrequenz, bei der Herzschlag und Atmung optimal aufeinander abgestimmt sind – die sogenannte Resonanzfrequenz. Durch das Training dieser Atemfrequenz lässt sich die HRV nachhaltig verbessern. Die Effekte reichen von besserer mentaler Klarheit bis hin zu einer gesteigerten Ausdauerleistung.</p>
<h3><b>2. CO<sub>2</sub>-Toleranztraining</b></h3>
<p>Moderne Lebensweisen mit viel Sitzen, flacher Atmung und Stress führen oft zu einer unbewussten Hyperventilation. Dadurch sinkt der CO₂-Spiegel im Blut, was die Sauerstoffabgabe an die Zellen reduziert. Durch gezieltes CO₂-Tole-<br />
ranztraining wird die Fähigkeit des Körpers verbessert, mit erhöhten CO₂-Konzentrationen umzugehen – ein Prozess, der die Sauerstoffverwertung optimiert und Leistungsabfälle verhindert.</p>
<h3><b>3. Box Breathing</b></h3>
<p>Diese Methode, bekannt aus dem Mentaltraining von Spezialeinheiten, besteht aus vier gleich langen Atemphasen: Einatmen, Atemhalten, Ausatmen, Atemhalten – jeweils über vier Sekunden. Box Breathing fördert die mentale Fokussierung, senkt den Cortisolspiegel und ist ein effektives Mittel zur akuten Stressreduktion – sowohl im Wettkampf als auch im Alltag.</p>
<p>Diese Techniken zeigen eindrucksvoll, wie bewusstes Atmen weit über die physiologische Funktion hinaus wirkt. Sie eröffnen neue Perspektiven im Training, der Regeneration und der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen [10].</p>
<h2><b>Atemregulation in der klinischen Prävention (Prähabilitation)</b></h2>
<p>Die Prähabilitation verfolgt das Ziel, Patienten physisch und psychisch auf bevorstehende Operationen vorzubereiten. In Kombination mit Bewegung, Ernährung und mentaler Unterstützung können Atemtechniken dabei helfen, postoperative Risiken zu minimieren. Die Vorteile umfassen:</p>
<ul>
<li>Reduktion präoperativer Angst durch vagus stimulierende Atemübungen</li>
<li>Steigerung der Lungenkapazität und Atemeffizienz</li>
<li>Verbesserte Sauerstoffversorgung des Gewebes</li>
<li>Reduktion von Entzündungs­markern und Stresshormonen</li>
</ul>
<p>In einer randomisierten Studie von Rosenfeldt et al. (2011) zeigte sich, dass ein zweiwöchiges Atemtraining vor einer Herzoperation nicht nur die Komplikationsrate senken, sondern auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzen kann [9]. Eine integrative Kombination aus Atemübungen, Bewegungstherapie und psychologischer Begleitung hat das Potenzial, die Standards der präoperativen Versorgung grundlegend zu verändern – hin zu einer ganzheitlichen und patientenzentrierten Medizin [8].</p>
<h2><b>Entspannung und Regeneration durch Atmung</b></h2>
<p>Chronischer Stress zählt zu den größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Er verändert Atemmuster, fördert flache Brustatmung und Hyperventilation – mit negativen Folgen für Sauerstoffversorgung und Nervensystem. Atemtechniken können diesem Teufelskreis ent­-<br />
gegenwirken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Tiefe Bauchatmung, 4-7-8-Atmung und kohärentes Atmen sind Techniken, die eine sofortige Aktivierung des Parasympathikus bewirken. Die Effekte sind beeindruckend:</p>
<ul>
<li>Reduktion von Herzfrequenz und Blutdruck</li>
<li>Steigerung von Schlafqualität und Erholung</li>
<li>Verbesserung der Emotionsregulation und kognitiven Leistungsfähigkeit</li>
</ul>
<p>Diese Techniken sind nicht nur für Patienten oder Sportler geeignet – sie lassen sich auch unkompliziert in den (Berufs-)Alltag integrieren. Schon wenige Minuten bewusster Atmung täglich können langfristig zu mehr Gelassenheit, Gesundheit und Vitalität führen.</p>
<h2><b>Kräftigung durch Atmung</b></h2>
<p>Neben seiner beruhigenden können wir uns auch der kräftigenden Wirkungsweise der Atmung bedienen. Es sei in diesem Kontext zu erwähnen, dass die Prähabilitation das Individuum nicht nur vor perioperativen Komplikationen schützen, sondern auch ein möglichst rasches Wiedererlangen der alltäglichen Selbstständigkeit ermöglichen kann [7]. Bei einem Großteil chirurgischer Patienten treten nach Vollnarkose pulmonale Komplikationen auf, bei denen das Atemvolumen, -Antrieb und -Funktion (bspw. Atelektase, Bronchospasmen, Ödem) eingeschränkt sind [11]. Hier ist eine entsprechende Risikostratifizierung zur Identifikation der entsprechenden Personengruppe zu empfehlen. Dabei bietet gezieltes Atemtraining – aktiv oder assistiv – eine wichtige interventionelle Komponente, die bislang zu wenig Beachtung findet [12, 13]. Angeleitet oder durch Hilfsmittel gefördert, kann somit die Atemkapazität und körperliche Belastbarkeit gesteigert werden, was einen direkten positiven Einfluss auf das individuelle funktionelle Ergebnis hat, Komplikationen minimiert und die Heilung fördert. Sollte der gesundheitliche Status ein körperliches Training zum Aufbau oder Erhalt der physiologischen Fitness – kardiovaskulär, aerob und muskulär- nicht erlauben [8], so kann das Inspiratory Muscle Training (IMT) eine große Hilfe sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Anders als Medikamente benötigen epigenetische Veränderungen eine entsprechende Zeit für eine relevante zelluläre Anpassung, die Tage bis Wochen benötigen kann. Zwar sind bereits nach einer ersten Trainingssitzung Adaptionen nachweisbar, diese gewinnen mit der Zeit jedoch zunehmend an Relevanz für den Organismus. Von daher sei an dieser Stelle betont, dass auch ein entsprechend prärehabilitatives Atemtraining möglichst rechtzeitig (2 – 4 Wochen) vor einer Intervention begonnen werden sollte.</p>
<h2><b>Fazit &amp; Ausblick</b></h2>
<p>Die Atmung ist ein machtvolles, oft unterschätztes Instrument zur Leistungssteigerung, Stressbewältigung und kardiovaskulären Prävention. Sie bietet einen direkten Zugang zu unserem autonomen Nervensystem und eröffnet neue Perspektiven in Medizin, Psychologie und Sport. Atemtechniken sollten künftig systematisch in Sportprogramme, klinische Therapien und Gesundheitsvorsorge integriert werden. Der Trend zur Individualisierung – etwa durch HRV-Messung oder Atemanalysen – ermöglicht eine personalisierte Anwendung mit maximalem Nutzen. In einer zunehmend komplexen und belastenden Welt kann die Rückbesinnung auf den einfachsten, natürlichsten Rhythmus – den Atem – zu einem Schlüssel für ­Gesundheit, innere Ruhe und menschliches Potenzial werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Gouin, J. P., Kiecolt-Glaser, J. K., Malarkey, W. B., &amp; Glaser, R. (2008). The influence of anger expression on wound healing. <em>Brain, behavior, and immunity</em>, <em>22</em>(5), 699–708. <a href="https://doi.org/10.1016/j.bbi.2007.10.013">https://doi.org/10.1016/j.bbi.2007.10.013</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Cohen, Sheldon, David AJ Tyrrell, and Andrew P. Smith.  1991</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Britteon, P., Cullum, N., &amp; Sutton, M. (2017). Association between psychological health and wound complications after surgery. <em>The British journal of surgery</em>, <em>104</em>(6), 769–776. <a href="https://doi.org/10.1002/bjs.10474">https://doi.org/10.1002/bjs.10474</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Usher, Kayley M., et al. 2019</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] Chan, Hung, et al. &#8222;Psychological stress increases skin infection through the action of TGFβ to suppress immune-acting fibroblasts.&#8220; <em>Science Immunology</em> 10.106 (2025): eads0519. <a href="https://doi.org/10.1126/sciimmunol.ads0519">DOI: 10.1126/sciimmunol.ads0519</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Chen, Xuejie, et al. &#8222;HPA-axis and inflammatory reactivity to acute stress is related with basal HPA-axis activity.&#8220; <em>Psychoneuroendocrinology</em> 78 (2017): 168-176.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Gillis, C., Ljungqvist, O., &amp; Carli, F. (2022). <em>Prehabilitation, enhanced recovery after surgery, or both? A narrative review</em>. British Journal of Anaesthesia, 128(3), 434–448.<a href="https://doi.org/10.1016/j.bja.2021.12.007"> https://doi.org/10.1016/j.bja.2021.12.007</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Le Roy, B., Selvy, M., &amp; Slim, K. (2016). <em>The concept of prehabilitation: What the surgeon needs to know?</em>Journal of Visceral Surgery, 153(2), 109–112.<a href="https://doi.org/10.1016/j.jviscsurg.2016.01.001"> https://doi.org/10.1016/j.jviscsurg.2016.01.001</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Rosenfeldt, F., et al. (2011). <em>Physical conditioning and mental stress reduction—a randomised trial in patients undergoing cardiac surgery</em>. BMC Complementary and Alternative Medicine, 11, 20.<a href="https://doi.org/10.1186/1472-6882-11-20">https://doi.org/10.1186/1472-6882-11-20</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Abreu, A. (2018). <em>Prehabilitation: Expanding the concept of cardiac rehabilitation</em>. European Journal of Preventive Cardiology, 25(9), 970–973.<a href="https://doi.org/10.1177/2047487318763666"> https://doi.org/10.1177/2047487318763666</a></p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Miskovic, A., and A. B. Lumb. &#8222;Postoperative pulmonary complications.&#8220; BJA: British Journal of Anaesthesia 118.3 (2017): 317-334.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Assouline, Benjamin, et al. &#8222;Preoperative exercise training to prevent postoperative pulmonary complications in adults undergoing major surgery. A systematic review and meta-analysis with trial sequential analysis.&#8220; Annals of the American Thoracic Society 18.4 (2021): 678-688.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Vetrugno, Luigi, et al. &#8222;Noninvasive respiratory support in the perioperative setting: a narrative review.&#8220; Frontiers in Medicine 11 (2024): 1364475.</p>
<p style="font-weight: 400;">Weiterführende Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">Buteyko, K. P. (1957). &#8222;The Method of Voluntary Elimination of Deep Breathing.&#8220; Moscow Medical Institute.</p>
<p style="font-weight: 400;">Buxton, J. D., Grose, H. M., DeLuca, J. D., Donofrio, T. P., LePre, V. R., Parrish, C. W., Gerhart, H. D., &amp; Prins, P. J. (2024). The Effects of Slow Breathing during Inter-Set Recovery on Power Performance in the Barbell Back Squat. <em>Journal of human kinetics</em>, <em>93</em>, 93–103. <a href="https://doi.org/10.5114/jhk/185935">https://doi.org/10.5114/jhk/185935</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Laborde, S., Allen, M. S., Borges, U., Dosseville, F., Hosang, T. J., Iskra, M., Mosley, E., Salvotti, C., Spolverato, L., Zammit, N., &amp; Javelle, F. (2022). Effects of voluntary slow breathing on heart rate and heart rate variability: A systematic review and a meta-analysis. <em>Neuroscience and biobehavioral reviews</em>, <em>138</em>, 104711. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2022.104711<u></u></p>
<p>Pathan, F. K. M., Pandian, J. S., Shaikh, A. I., Ahsan, M., Nuhmani, S., Iqbal, A., &amp; Alghadir, A. H. (2023). Effect of slow breathing exercise and progressive muscle relaxation technique in the individual with essential hypertension: A randomized controlled trial. <em>Medicine</em>, <em>102</em>(47), e35792. https://doi.org/10.1097/MD.0000000000035792<u></u></p>
<p>Turankar, A. V., Jain, S., Patel, S. B., Sinha, S. R., Joshi, A. D., Vallish, B. N., Mane, P. R., &amp; Turankar, S. A. (2013). Effects of slow breathing exercise on cardiovascular functions, pulmonary functions &amp; galvanic skin resistance in healthy human volunteers &#8211; a pilot study. <em>The Indian journal of medical research</em>, <em>137</em>(5), 916–921.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zou, Y., Zhao, X., Hou, Y. Y., Liu, T., Wu, Q., Huang, Y. H., &amp; Wang, X. H. (2017). Meta-Analysis of Effects of Voluntary Slow Breathing Exercises for Control of Heart Rate and Blood Pressure in Patients With Cardiovascular Diseases. <em>The American journal of cardiology</em>, <em>120</em>(1), 148–153. <a href="https://doi.org/10.1016/j.amjcard.2017.03.247">https://doi.org/10.1016/j.amjcard.2017.03.247</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Prehabilitation of the anterior cruciate ligament</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/19338/prehabilitation-of-the-anterior-cruciate-ligament/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christina Valle,&#160;Dr. med. Robert Percy Marshall&#160;,&#160;Dr. med. Natalie Mengis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 08:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT 25]]></category>
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					<description><![CDATA[Prehabilitation is becoming increasingly important in the rehabilitation of orthopaedic injuries. It involves targeted physical, psychological and socio-medical preparation to promote rapid and full recovery. In addition to special training, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Prehabilitation is becoming increasingly important in the rehabilitation of orthopaedic injuries. It involves targeted physical, psychological and socio-medical preparation to promote rapid and full recovery. In addition to special training, it includes the optimisation of risk factors such as secondary diseases, nutrition, socio-medical planning and psychological preparation.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>A frequently cited argument against prehabilitation is the delay in surgical treatment of a fresh ACL injury. However, studies show that delayed reconstruction, compared to early reconstruction, has no negative effects on secondary knee pathologies or self-assessed knee function after two years [8]. Instead, delaying the reconstruction allows for the identi­fication of compensatory mechanisms and the targeted promotion of the patient&#8217;s functional abilities preope­ratively [9].</p>
<h2><b>Phases of prehabilitation</b></h2>
<p>Prehabilitation can be divided into two phases: Phase 1 aims to restore the knee to homeostasis by reducing inflammation, pain and swelling [7, 11]. After about two weeks, phase 2 begins, in which muscle strength and neuromuscular control are to be restored or maintained [11]. Training should include exercises to strengthen the lower extremity, with a focus on knee joint extensors and flexors, neuromuscular training, stretching, and ROM exercises [3, 5]. Single-leg jumps and perturbation training can also be incorporated [10]. Although specific evidence-based guidelines for the early phase are lacking, protocols from Eitzen and Wilk provide orien­tation [5, 7, 11]. The intensity of the exercises depends on the patient&#8217;s pre-­traumatic performance, training options, compliance and the condition of the knee. The literature recommends training 2 – 4 times a week for 75 – 120 minutes, including a 10 – 20 minute warm-up [4, 12–15].</p>
<h2></h2>
<figure id="attachment_19339" aria-describedby="caption-attachment-19339" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-19339" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-943x1024.jpg" alt="" width="755" height="820" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-943x1024.jpg 943w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-276x300.jpg 276w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-768x834.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-1414x1536.jpg 1414w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-150x163.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-450x489.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25-1200x1304.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle1_saezINT25.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19339" class="wp-caption-text">Pillars of prehabilitation before anterior cruciate ligament surgery</figcaption></figure>
<h2><b>Phase 1: Improvement<span class="Apple-converted-space"> </span></b><b>range of motion, pain and swelling reduction</b></h2>
<p>The most common complication after ACLR is loss of mobility, especially in full knee extension, leading to abnormal joint arthrokinematics and increased patellofemoral/tibiofemoral pressure [16 – 19]. To improve extension and fle­xion, passive and active ROM exercises with the help of elastic bands are helpful [15, 19]. Mobility exercises should be held for at least 30 seconds and performed several times a day. Wilk et al. recommend 60 minutes of daily stretching time at low intensity [7]. Immediately after the injury, the focus is on reducing swelling and pain [20]. Pain can inhibit muscle activity and impair quadriceps function. Preoperative cooling improves the postoperative pain situation in the short term and reduces the need for medication [21]. As part of the trend towards more outpatient treatment, cruciate ligament surgery requires a standardised procedure that also includes preoperative optimisation and pain management. Enhanced recovery programmes play a central role here.</p>
<h2><b>Phase 2:<span class="Apple-converted-space"> </span></b><b>progressive strength training</b></h2>
<p>Targeted exercises as part of prehabi­litation can improve functional and muscular performance as well as lower limb symmetry index (LSI) six months postoperatively compared to patients without prehabilitation [1 – 3]. Studies also show positive effects on return to sport (RTS) and subjectively perceived knee function up to two years after reconstruction [4, 5]. Progressive strength training is a central component of prehabilitation. Eitzen et al. showed that preoperative quadriceps strength is a crucial predictor of knee function two years after ACL reconstruction, although preoperative deficits can persist in the long term [25]. In addition to maintai­ning the trunk and leg muscles, the focus is on improving muscular control. Patients who had undergone preoperative training showed less loss of extension strength postoperatively [15], while hamstring peak torque increased in both groups [14]. Both open- and closed-kinetic-chain exercises and concentric, eccentric, and isometric strength exercises are suitable. Open-chain exercises significantly improve quadriceps strength and are less problematic in terms of anterior translation than previously assumed [27, 28]. A progressive training programme, for example, involves 3 – 4 sets of 6 – 8 repetitions and a gradual increase in load according to the ‘+2’ principle [4, 12, 25]. Alternatively, a weekly increase in load of 10–15 % can be applied [14].</p>
<h2><b>Plyometrics, balance and perturbation training</b></h2>
<p>Single-leg jumping tests, in particular the Single Leg Hop for Distance (SDH), are reliable tools for assessing the rehabilitation process and knee joint stabi­lity in ACL injuries and after reconstructions [30].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>The SDH combines leg strength and neuromuscular control and reflects the confidence of patients in the injured /operated knee. It also allows conclusions to be drawn about the resilience of sport-specific requirements and, in combination with quadriceps strength, has a predictive significance for recurrent ACL injuries [31]. Prehabilitation can improve SDH performance of the injured limb by 13.5 % compared to 9 % in a control group. At 12 weeks post-surgery, the prehabilitation group showed significantly less loss of performance in SDH [14]. In addition to the SDH, ­recommended exercises include stepper hops with a soft landing and controlled lateral jumps (3 – 5 repetitions) [11, 14, 15, 19].</p>
<p>Eitzen et al. recommend plyometric exercises that emphasise soft landings in the knee-over-toe position to avoid harmful stresses [11]. The Sideways Single-Leg Hop is recommended in 3 sets of 15 jumps, while the Stepper Hop can be incorporated as a single set of 15 repetitions [11]. Balance training can be incorporated early in prehabilitation. Studies have shown significant improvements in balance exercises, both with eyes open and closed, in the prehabilitation group [19]. This can include, for example, single-leg squats and standing on balance pads or boards [11, 19]. Standing on one leg is recommended for 30 seconds to 3 minutes with eyes open and 5 – 10 seconds with eyes closed. For single-leg squats on balance pads, 2 sets of 20 repetitions are suitable, depending on the quality of execution [11].</p>
<p>Perturbation training requires a largely restored control of the quadriceps and hamstring muscles and should be increased gradually over several weeks [11]. Patients who completed a prehabilitation programme consisting of neuromuscular training, strength training and perturbation training showed better functional results and higher RTS rates than the control group two years after ACL reconstruction. In addition, the rate of giving-way events in ACL insufficiency was reduced [4, 11]. The training includes, among other things, single- and two-legged standing exercises on rolling or rocking boards in anterior-posterior or medial-lateral alignment. To increase the difficulty, diagonal movements, rotations, arm movements and self-initiated pertur­bations were integrated. In later phases, exercises with balls were added, such as throwing, catching or blocking [11, 19]. Neuromuscular training combines plyo­metric training, balance training and pertur­bation training. Studies show improvements in mobility and balance in training groups. Exercises should be performed at the end of the session to promote neuromuscular control under fatigue [7, 29].</p>
<p>Important: Despite the recommendations and guidelines given, prehabili­tation training should always be adapted to the specific needs and abilities of each patient.</p>
<figure id="attachment_19340" aria-describedby="caption-attachment-19340" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-19340" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-1024x447.jpg" alt="" width="755" height="330" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-1024x447.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-300x131.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-768x335.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-1536x670.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-150x65.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-450x196.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25-1200x524.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle2_saezINT25.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19340" class="wp-caption-text">Molenaar, Charlotte JL, et al. &#8222;Prehabilitation, making patients fit for surgery–a new frontier in perioperative care.<br />&#8222;Innovative surgical sciences 4.4 (2019): 132-138. © Dr. med. Robert Percy Marshall (adapted)</figcaption></figure>
<h2><b>Addressing other risk factors as part of<span class="Apple-converted-space">  </span>prehabilitation:</b></h2>
<h3><b>Nutrition</b></h3>
<p>The nutritional status of the patient before and after surgery is a crucial factor for the outcome of musculoskeletal diseases. A high-protein, high-carbohydrate diet is recommended 7 – 10 days before surgery to promote wound healing, graft healing, and to prevent muscular atrophy [33, 34]. The increased caloric requirement due to the injury (20 % – 100 % more) requires a caloric balance, whereby both over- and undersupply must be avoided. A minimum intake of 2.0 g / kg body weight of amino acids (e.g., lysine, leucine, glutamine, arginine) is recommended [35]. Micronutrients such as zinc, boron, selenium and silicon play a central role in wound healing [34, 36]. In addition, creatine monohydrate, omega-3 fatty acids and vitamins C, D3 and E can be useful, as established in competitive sports [34, 37]. However, comprehensive RCT studies that clearly demonstrate their effectiveness are still lacking [39].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_19341" aria-describedby="caption-attachment-19341" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-19341" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-1024x612.jpg" alt="" width="755" height="451" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-1024x612.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-300x179.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-768x459.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-1536x918.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-150x90.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-450x269.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25-1200x717.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Valle3_saezINT25.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19341" class="wp-caption-text">Example of preoperative nutrition based on the Smith-Ryan et al. and Hirsch et al. [33, 34]. KG body weight, CHO carbohydrate.</figcaption></figure>
<h3><b>Sports psychology and education</b></h3>
<p>Good physiological results after a sports injury do not always correlate with long-term satisfaction or quality of life [40]. Psychological processing plays an important role in regeneration after ACL injuries. Psychological factors that influence recovery should be identified as early as the prehabilitation phase [41]. Self-assessment is a central indicator of the physical and psychological state of the patient [12]. For physically active, mostly younger patients, an ACL injury often represents an unexpected burden, particularly due to high expectations of recovery and return to performance, especially in professional athletes. Many patients find it difficult to assess their actual leg axis stability and resilience, which often leads to over- or underestimation [43]. This insecurity, combined with the fear of re-injury and the pressure to return quickly, increases the psychological burden [41, 42, 44]. The data on education and compliance in prehabilitation for ACL injuries and their influence on the treatment outcome is limited. However, self-confidence, optimism and self-motivation certainly have a positive influence on the outcome and compliance and should be encouraged during prehabilitation [44]. Despite optimal training planning, psychological support, patient education and optimisation of the preoperative setting, external factors such as training opportunities, professional and family situation influence the outcome of an ACL injury and require special attention.</p>
<h3><b>Conclusion</b></h3>
<p>Prehabilitation after ACL injury lays the foundation for an optimal postoperative outcome. It includes not only basic measures and targeted training, but also the addressing of further risk factors such as education, psychological support, nutrition and pain management in order to create the best possible conditions for a successful operation and rehabilitation. The planning and implementation of prehabilitation must be individually coordinated with patients, therapists and cost units. In the future, the focus should be on creating structured, quality-assured concepts for prehabilitation in order to enable patients to prepare for the surgical and postoperative phase in an evidence-based and effective way.</p>
<p><i>This article is a highly abbreviated<span class="Apple-converted-space">  </span>of the article published in 2023 Valle, C., Marshall, R. C., &amp; Mengis, N. (2023). Prehabilitation for anterior cruciate ligament injuries. Knee Journal, 5(1), 3–11. https://doi.org/10.1007/s43205-022-00188-2</i></p>
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</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Prähabilitation des vorderen Kreuzbandes</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18993/praehabilitation-des-vorderen-kreuzbandes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Christina Valle,&#160;Dr. med. Robert Percy Marshall&#160;,&#160;Dr. med. Natalie Mengis]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2025 09:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/25]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=18993</guid>

					<description><![CDATA[Die Prähabilitation gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Rehabilitation orthopädischer Verletzungen. Sie umfasst die gezielte körperliche, psychische und sozialmedizinische Vorbereitung, um eine rasche und vollständige Genesung zu fördern. Neben speziellem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Prähabilitation gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Rehabilitation orthopädischer Verletzungen. Sie umfasst die gezielte körperliche, psychische und sozialmedizinische Vorbereitung, um eine rasche und vollständige Genesung zu fördern. Neben speziellem<br />
Training gehört die Optimierung von Risikofaktoren wie Nebenerkrankungen, Ernährung, sozialmedizinischer Planung und psychologischer Vorbereitung dazu.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Ein häufig genanntes Argument gegen die Prähabilitation ist die Verzögerung der operativen Versorgung einer frischen VKB-Verletzung. Studien zeigen jedoch, dass eine spätere Rekonstruktion im Vergleich zur frühzeitigen keine negativen Auswirkungen auf sekundäre Kniepathologien oder die selbst eingeschätzte Kniefunktion nach zwei Jahren hat [8]. Stattdessen ermöglicht die Verzögerung, Kompensationsmechanismen zu erkennen und präoperativ gezielt die funktionellen Fähigkeiten des Patienten zu fördern [9].</p>
<h2><b>Phasen der Prähabilitation</b></h2>
<p>Die Prähabilitation kann in zwei Phasen unterteilt werden: Phase 1 zielt darauf ab, das Knie durch die Reduktion von Entzündungen, Schmerz und Schwellung wieder in die Homöostase zu bringen [7, 11]. Nach etwa zwei Wochen beginnt Phase 2, in der Muskelkraft und neuromuskuläre Ansteuerungsfähigkeit wiederhergestellt oder erhalten werden sollen [11]. Das Training sollte Übungen zur Kräftigung der unteren Extremität, mit Fokus auf Kniegelenksextensoren und -flexoren, neuromuskuläres Training sowie Dehnungs- und ROM-Übungen beinhalten [3, 5]. Auch einbeinige Sprünge und Perturbations­training können integriert werden [10]. Konkrete evidenzbasierte Leitlinien für die Frühphase fehlen zwar, doch Protokolle von Eitzen und Wilk bieten Orientierung [5, 7, 11]. Die Übungsintensität richtet sich nach der prätraumatischen Leistungsfähigkeit, den Trainingsmöglichkeiten, der Compliance und dem Zustand des Knies. In der Literatur wird ein Training von 2 – 4 x pro Woche mit einer Dauer von 75 – 120 Minuten, inklusive 10 – 20 Minuten Aufwärmen, empfohlen [4, 12 – 15].</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-18996" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-1024x528.jpg" alt="" width="755" height="389" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-1024x528.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-300x155.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-768x396.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-1536x792.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-150x77.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-450x232.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125-1200x619.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle1_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Phase 1: Besserung Bewegungsumfang, Reduktion von Schmerz und Schwellung</b></h2>
<p>Die häufigste Komplikation nach einer VKB-Rekonstruktion ist der Beweglichkeitsverlust, insbesondere bei der vollständigen Kniestreckung, was zu abnormaler Gelenksarthrokinematik und erhöhtem Druck im patellofemoralen / tibiofemoralen Bereich führt [16 – 19]. Zur Verbesserung der Streckung und Beugung sind passive und aktive ROM-Übungen unter Zuhilfenahme von elastischen Bändern hilfreich [15, 19]. Beweglichkeitsübungen sollten mindestens 30 Sekunden gehalten und mehrmals täglich durchgeführt werden. Wilk et al. empfehlen 60 Minuten tägliche Dehnungszeit bei niedriger Belastung [7]. Direkt nach der Verletzung liegt der Fokus auf Schwellungs- und Schmerzreduktion [20]. Schmerzen können die Muskelaktivität hemmen und die Quadrizepsfunktion beeinträchtigen. Präoperative Kühlung verbessert die postoperative Schmerzsituation kurzfristig und reduziert den Medikamentenbedarf [21]. Im Zuge der Ambulantisierung erfordern Kreuzbandeingriffe einen standardisierten Ablauf, der auch präoperative Optimierung und Schmerzmanagement umfasst. Enhanced-Recovery-Programme spielen hier eine zentrale Rolle.</p>
<h2><b>Phase 2: Progressives Krafttraining<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Gezielte Übungen im Rahmen der Prähabilitation können die funktionelle und muskuläre Leistung sowie die Körperseitensymmetrie (LSI) sechs Monate postoperativ im Vergleich zu Patienten ohne Prähabilitation verbessern [1 – 3]. Studien zeigen zudem positive Effekte auf die Wiederaufnahme des Sports (RTS) und die subjektiv empfundene Kniefunktion bis zu zwei Jahre nach der Rekonstruktion [4, 5]. Progressives Krafttraining ist ein zentraler Bestandteil der Prähabilitation. Eitzen et al. zeigten, dass die präoperative Quadrizepskraft ein entscheidender Prädiktor für die Kniefunktion zwei Jahre nach einer VKB-Rekonstruktion ist, wobei präoperative Defizite langfristig bestehen können [25]. Neben dem Erhalt der Rumpf- und Beinmuskulatur steht die Verbesserung der muskulären Ansteuerung im Fokus. Patienten mit präoperativem Training wiesen postoperativ geringere Streckkraftverluste auf [15], während auch die Hamstring-Spitzendrehmomente in beiden Gruppen anstiegen [14]. Sowohl offene als auch geschlossene kinetische Kettenübungen sowie konzentrische, exzentrische und isometrische Kraftübungen sind geeignet. Übungen in der offenen Kette verbessern die Quadrizepskraft signifikant und sind weniger problematisch hinsichtlich anteriorer Translation als ­angenommen [27, 28]. Ein progressives Training umfasst z. B. 3 – 4 Sätze mit 6 – 8 Wiederholungen und schrittweiser Belastungssteigerung nach dem „+2-Prinzip“ [4, 12, 25]. Alternativ kann eine wöchentliche Belastungssteigerung um 10 – 15 % erfolgen [14].</p>
<figure id="attachment_18998" aria-describedby="caption-attachment-18998" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-18998" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-945x1024.jpg" alt="" width="755" height="818" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-945x1024.jpg 945w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-277x300.jpg 277w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-768x832.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-1418x1536.jpg 1418w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-150x162.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-450x487.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125-1200x1300.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle3_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-18998" class="wp-caption-text">Säulen der Prähabilitaion vor der Operation am vorderen Kreuzband</figcaption></figure>
<h2><b>Plyometrie, Balance- und Perturbations-Training<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Einbeinige Sprungtests, insbesondere der Single Leg Hop for Distance (SDH), sind zuverlässige Instrumente zur Beurteilung des Rehabilitationsverlaufs und der Kniegelenksstabilität bei VKB-Verletzungen und nach Rekonstruktionen [30].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der SDH kombiniert Beinkraft und neuromuskuläre Kontrolle und spiegelt das Vertrauen der Patienten ins verletzte/operierte Knie wider. Zudem erlaubt er Rückschlüsse auf die Belastbarkeit bei sportartspezifischen Anforderungen und hat in Kombination mit der Quadrizepskraft eine prädiktive Aussagekraft für erneute VKB-Verletzungen [31]. Durch Prähabilita­tion kann die SDH-Leistung der verletzten Extremität um 13,5 % verbessert werden verglichen mit 9 % in einer Kontrollgruppe. 12 Wochen postoperativ zeigte eine Prähabilitationsgruppe signifikant geringere Leistungseinbußen im SDH [14]. Neben dem SDH gehören Stepper-Hops mit sanfter Landung und kontrollierte Seitwärtssprünge (3 – 5 Wiederholungen) zu den empfohlenen Übungen [11, 14, 15, 19].</p>
<p>Eitzen et al. setzten bei plyometrischen Übungen auf Variationen einbeiniger Sprünge, die weiche Landungen in der Knie-über-Zehen-Position betonen, um schädliche Belastungen zu vermeiden [11].<span class="Apple-converted-space">  </span>Der Sideways Single-Leg Hop wird in 3 Sets mit je 15 Sprüngen empfohlen, während der Stepper-Hop als einmaliges Set mit 15 Wiederholungen inte­griert werden kann [11]. Balance-Training kann früh in die Prähabilitation eingebaut werden. Studien zeigten signifikante Verbesserungen bei Balanceübungen, sowohl mit offenen als auch geschlossenen Augen, in der Prähabilitationsgruppe [19]. Dies kann z. B. einbeinige Kniebeugen und das Stehen auf Balancepads oder -boards umfassen [11, 19]. Einbeiniges Stehen wird für 30 Sekunden bis 3 Minuten mit offenen Augen und 5 – 10 Sekunden mit geschlossenen Augen empfohlen. Für einbeinige Kniebeugen auf Balancepads sind 2 Sets mit 20 Wiederholungen je nach Ausführungsqualität geeignet [11].</p>
<p>Perturbationstraining erfordert eine weitgehend wiederhergestellte Ansteuerung der Quadrizeps- und Hamstring-Muskulatur und sollte über mehrere Wochen schrittweise gesteigert werden [11]. Patienten, die ein Prähabilitationsprogramm aus neuromuskulärem Training, Krafttraining und Perturbationstraining absolvierten, zeigten zwei Jahre nach VKB-Rekonstruktion bessere funktionelle Ergebnisse und höhere RTS-Raten als die Kontrollgruppe. Zudem konnte die Rate von Giving-Way-Ereignissen bei VKB-Insuffizienz reduziert werden [4, 11]. Das Training umfasst u. a. ein- und beidbeinige Standübungen auf Roll- oder Wippbrettern in anterior-posteriorer oder medial-lateraler Ausrichtung. Zur Steigerung des Schwierigkeitsgrads wurden diagonale Bewegungen, Rotationen, Armbewegungen und selbst initiierte Perturbationen integriert. In späteren Phasen kamen Übungen mit Bällen hinzu, wie Werfen, Fangen oder Abwehren [11, 19]. Neuromuskuläres Training kombiniert plyometrisches Training, Balance- und Perturbationstraining. Studien zeigen Verbesserungen der Beweglichkeit und des Gleichgewichts bei Trainingsgruppen. Übungen sollten am Ende der Sitzung durchgeführt werden, um die neuromuskuläre Kontrolle unter Ermüdung zu fördern [7, 29].</p>
<p>Wichtig: Das Prähabilitationstraining sollte trotz der genannten Empfehlungen und Richtwerte stets individuell an die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Patienten angepasst werden.</p>
<h2><b>Adressierung weiterer Risikofaktoren im Rahmen der Prähabilitation:</b></h2>
<h3><b>Die Ernährung<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h3>
<p>Der Ernährungsstatus des Patienten vor und nach der Operation ist ein entscheidender Faktor für das Outcome bei muskuloskelettalen Erkrankungen. Eine protein- und kohlenhydratreiche Ernährung wird 7 – 10 Tage vor der Operation empfohlen, um Wundheilung, Graft-Einheilung und die Vermeidung muskulärer Atrophie zu fördern [33, 34]. Der erhöhte Kalorienbedarf durch die Verletzung (20 – 100 % mehr) erfordert ein kalorisches Gleichgewicht, wobei sowohl Über- als auch Unterversorgung zu vermeiden sind. Eine Mindestaufnahme von 2,0 g/kg Körper­gewicht an Aminosäuren (z. B. Lysin, Leucin, Glutamin, Arginin) wird empfohlen [35]. Für die Wundheilung spielen Mikronährstoffe wie Zink, Bor, Selen und Silicium eine zentrale Rolle [34, 36]. Ergänzend können Kreatinmonohydrat, Omega-3-Fettsäuren sowie die Vitamine C, D3 und E sinnvoll sein, wie im Leistungssport etabliert [34, 37]. Bisher fehlen jedoch umfassende RCT-Studien, die die Wirksamkeit eindeutig belegen [39].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3><b>Sportpsychologie und Edukation</b></h3>
<p>Gute physiologische Ergebnisse nach einer Sportverletzung korrelieren nicht immer mit langfristiger Zufriedenheit oder Lebensqualität [40]. Die psychologische Verarbeitung spielt bei der Regeneration nach VKB-Verletzungen eine wichtige Rolle. Bereits in der Prähabilitation sollten psychologische Faktoren identifiziert werden, die die Genesung beeinflussen [41]. Selbsteinschätzung ist dabei ein zentraler Indikator für den physischen und psychischen Zustand der Patienten [12]. Für sportlich aktive, meist jüngere Patienten stellt eine VKB-Verletzung oft eine unerwartete Belastung dar, insbesondere durch hohe Erwartungen an Heilung und Leistungs­rückkehr, vor allem bei Profisportlern. Viele Patienten können ihre tatsäch­liche Beinachsenstabilität und Belastbarkeit schwer einschätzen, was häufig zu Über- oder Unterschätzungen führt [43]. Diese Unsicherheit, verbunden mit der Angst vor erneuten Verletzungen und dem Druck zur schnellen Rückkehr, erhöht die psychologische Belastung [41, 42, 44]. Die Datenlage zur Edukation und Compliance in der Prähabilitation bei VKB-Verletzungen und deren Einfluss auf das Behandlungs­ergebnis ist begrenzt. Selbstbewusstsein, Optimismus und Eigenmotivation haben jedoch sicher einen positiven Einfluss auf das Outcome und die Compliance und sollten bereits in der Prähabilitation gefördert werden [44]. Trotz optimaler Trainingsplanung, psychologischer Unterstützung, Patientenedukation und Optimierung des präoperativen Settings beeinflussen externe Fak­toren, wie Trainingsmöglichkeiten, berufliche und familiäre Situation, das Outcome einer VKB-Verletzung und erfordern besondere Beachtung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_18997" aria-describedby="caption-attachment-18997" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-18997" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-1024x660.jpg" alt="" width="755" height="487" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-1024x660.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-300x194.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-768x495.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-1536x991.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-150x97.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-450x290.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125-1200x774.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Valle2_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-18997" class="wp-caption-text">Beispiel präoperative Ernährung angelehnt am Smith-Ryan et al. und Hirsch et al. [33, 34]. KG Körpergewicht, CHO Kohlenhydrat</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die Prähabilitation nach einer VKB-Verletzung legt die Grundlage für ein optimales postoperatives Ergebnis. Sie umfasst nicht nur Basismaßnahmen und gezieltes Training, sondern auch die Adressierung weiterer Risikofaktoren wie Edukation, psychologische Unterstützung, Ernährung und Schmerzmanagement, um die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Opera­tion und Rehabilitation zu schaffen. Die Planung und Durchführung der Prähabilitation muss individuell mit Patienten, Therapeuten und Kostenträgern abgestimmt werden. Zukünftig sollte der Fokus auf der Schaffung strukturierter, qualitätsgesicherter Konzepte für die Prähabilitation liegen, um den Patienten eine evidenzbasierte und effektive Vorbereitung auf die operative und postoperative Phase zu ermög­lichen.</p>
<p><i>Dieser Beitrag ist eine stark gekürzte Zusammenfassung des 2023 veröffent</i><i>lichten Artikels Valle, C., Marshall, R. C., &amp; Mengis, N. (2023). Prähabilitation bei</i><i> Verletzungen des vorderen Kreuzbandes. Knie </i><i>Journal, 5(1), 3 – 11. https://doi.org/10.1007/</i><i>s43205-022-00188-2</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe title="Prehab – die Zeit zwischen Verletzung &amp; Intervention" width="755" height="425" src="https://www.youtube.com/embed/BE4wV2J0Ph8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Muskel- und Sehnenverletzungen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18934/muskel-und-sehnenverletzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Tobias Würfel&#160;,&#160;Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Mar 2025 09:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[01/25]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Behandlung von Muskel- und Sehnenverletzungen werden oftmals lokal wirksame Therapiemaßnahmen, wie Infiltrationen oder physikalische Verfahren angewendet, untersucht und in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Meistens wird in diesem Kontext [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>In der Behandlung von Muskel- und Sehnenverletzungen werden oftmals lokal wirksame Therapiemaßnahmen, wie Infiltrationen oder physikalische Verfahren angewendet, untersucht und in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Meistens wird in diesem Kontext auch der Stellenwert der (funktionellen) physiotherapeutischen Mitbehandlung hervorgehoben, die auf die biomechanischen Einflussfaktoren der jeweiligen Verletzung wirken soll. Dabei bleiben jedoch häufig eine genaue Beschreibung und Therapieansätze der potenziellen Einflussfaktoren aus – nicht zuletzt aufgrund fehlenden Wissens- und Erfahrungsschatzes in diesem Bereich.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Zum ärztlichen Aufgabenfeld gehört es, klare Erwartungen und Ziele der Therapie an die Therapeuten zu formulieren, den Therapieverlauf kontinuierlich zu überwachen und den Rehabilitationsprozess selbst aktiv zu unterstützen. Daher soll in diesem Artikel auf den Stellenwert biomechanischer Einflussfaktoren in der Rehabilitation eingegangen werden:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine abgeschlossene strukturelle Heilung impliziert nicht zwingend eine optimale Gewebefunktion (vgl. [1]). Grundsätzlich ist für das längerfristige Ergebnis einer Muskel- bzw. Sehnenverletzung und für die Prävention von Rezidiv-Verletzungen die Beseitigung biomechanischer Störfaktoren relevant. Dieser biomechanische Aspekt der Rehabilitation wird meistens von Physiotherapeuten und / oder Sportwissenschaftlern ausgeführt. Nicht nur zu den biomechanischen Einflussfaktoren von Muskel- / Sehnenverletzungen, sondern auch zu evidenzbasierten Rehabilita­tionsprotokollen in der Physiotherapie fehlen noch immer belastbare evidenzbasierte Daten. Die Generierung von wissenschaftlicher Evidenz wird weiterhin dadurch erschwert, dass sich einerseits die mechanischen Verhältnisse zwischen den betroffenen Muskeln intraindividuell unterscheiden und dadurch meist die individuelle Biomechanik eines Patienten nicht suffizient in verallgemeinernden Studien abgebildet werden kann. Für vereinzelte Arten von Muskelverletzungen existieren mittlerweile evidenzbasierte Rehabilitationsprotokolle, z. B. für Hamstring-Verletzungen [2]. Da sich in der klinischen Praxis allerdings zahlreiche Formen von Muskelverletzungen mit individuellen Einflussfaktoren präsentieren, ist der praktische Nutzen einzelner evidenzbasierter Rehabilitationsprotokolle häufig nicht ausreichend. Die hier dargestellten und diskutierten Hypothesen des biomechanischen Managements während der Rehabilitation von Muskelverletzungen basieren daher ausschließlich auf der klinischen Erfahrung und den Überlegungen der Autoren.</p>
<h2><b>Muskelfunktion bei Muskel- und Sehnenverletzungen</b></h2>
<p>Das übergeordnete Ziel der rehabilitativen Therapie ist die Wiedererlangung der optimalen biomechanischen Funktion der betroffenen Muskulatur-Gruppe. Nach Auffassung der Autoren treten Muskel- und Sehnenverletzungen zumeist dann auf, wenn hohe intramuskuläre Zugbelastungen auf dysfunktionales und / oder hypertones Muskelgewebe treffen und die intrinsische Kapazität zur Energiedistribution vom Muskel- / Sehnengewebe überstiegen wird. Mutmaßlich ist aufgrund degenerativer Veränderungen bei Verletzungen innerhalb der myotendinösen Einheit bei älteren Patienten eher Sehnengewebe betroffen, während bei jüngeren Patienten aufgrund der physiologisch hervorragenden Dehnungsfähigkeit von Sehnengewebe eher Muskelfasern- und bündel betroffen sind [3]. Wenn der verletze Muskel-Sehnen-Komplex nach erfolgreicher biomechanischer Therapie wieder physiologisch arbeitet, löst sich eine wesentliche Ursache der Verletzung. Die Gewebefunktionalität wird trotz Verletzung unmittelbar verbessert. Bei Rezidiv-Verletzungen sind diese Abläufe entscheidend gestört: häufig ist die strukturelle Verletzung zwar ausgeheilt, der betroffene Muskel bleibt allerdings weiterhin dysfunktional und kann daher nicht adäquat auf die vorherrschenden Zugkräfte reagieren, was ihn wiederum anfälliger für eine erneute Muskelverletzung macht. Interessant in diesem Kontext ist die Tatsache, dass eine dysfunktionale Muskulatur ohne strukturelle Verletzung, aber mit akuter klinischer Symptomatik als „funktionelle“ Muskelverletzung klassifiziert wird (vgl. Munich Consensus Classification [4]). Dies unterstreicht die Bedeutung einer ordentlichen biomechanischen Analyse.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-18936" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-1024x805.jpg" alt="" width="755" height="594" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-1024x805.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-300x236.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-768x604.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-1536x1208.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-150x118.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-450x354.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125-1200x944.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel1_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Einflussfaktoren der Muskelfunktion</b></h2>
<p>Es bestehen zahlreiche mechanische Faktoren, die die physiologische Muskelfunktion beeinflussen können. An dieser Stelle werden die nach Meinung der Autoren bedeutendsten Einflussfaktoren auf die Muskelfunktionalität aufgelistet:</p>
<h3><b>Muskuläre Dysbalancen</b></h3>
<ul>
<li>Ungleichmäßige Kräfteverhältnise antagonistischer und synergetischer Muskelgruppen (z. B. Dysbalance des Quadrizeps im Vergleich zu den Hamstring-Muskeln)</li>
<li>Können von Gelenkblockaden oder knöchernen Deformitäten ausgelöst werden</li>
<li>Langfristig (über Jahre) und / oder kurzfristig (über Tage bis Wochen) bestehend</li>
<li>Können zu Gelenkblockaden und langfristig dysfunktionaler skelettaler Adaptation führen</li>
<li>Führt zur gleichzeitigen Dysfunktionalität des muskulären Antagonisten</li>
</ul>
<h3><b>Gelenkblockaden</b></h3>
<ul>
<li>Ausgelöst durch teils simple Traumata oder konstante muskuläre Fehlbelastung</li>
<li>Können zu muskulärer Dysbalance führen</li>
<li>Langfristig (über Jahre) und / oder kurzfristig (über Tage bis Wochen) bestehend</li>
</ul>
<h3><b><br />
Belastungs- und Regenerations­zustand der Muskulatur</b></h3>
<ul>
<li>Zu starke muskuläre Belastung durch z. B. übermäßige sportliche Betätigung kann eine Dysfunktionalität auslösen</li>
</ul>
<h3><b>Innervation der Muskulatur</b></h3>
<ul>
<li>Fehlerhafte nervale Ansteuerung führt zu muskulärer Fehlbelastung (z. B. Reizungen an der Nerven­wurzel, Bandscheibenvorfälle)</li>
</ul>
<h3><b>Nährstoffversorgung der Muskulatur</b></h3>
<h3><b>Statische Fehlstellungen – Kette von unten am Fuß (Knick-Senk-Spreizfuß, Hohlfuß, Sichelfuß; etc.) oder oben (Craniomandibuläre </b><b>Dys­balance, Atlasfehlstellungen, etc.)</b></h3>
<ul>
<li>Führen konsekutiv zu muskulärer Dysbalance der unteren Extremitäten und des Rumpfes</li>
</ul>
<h3><b>Knöcherne Deformitäten</b></h3>
<ul>
<li>Z. B. Wirbelsäulendeformitäten (Skoliose, M. Scheuermann), Coxa vara / valga, Genu varum / valgum</li>
<li>Können zu muskulärer Dysbalance führen oder von langfristiger muskulärer Dysbalance ausgelöst werden</li>
<li>Nicht der primäre therapeutische Ansatz, sondern erstes therapeu­tisches Ziel ist die Stärkung der körpereigenen Kompensationsmechanismen!</li>
</ul>
<p>Es können bei einem Individuum mehrere mechanische Faktoren gleichzeitig zu einer Muskeldysfunktion beitragen, die sich teils gegenseitig bedingen und /oder aufrechterhalten. Selbst in klinisch gesunden Menschen ohne Beschwerden können solche mechanischen Risikofaktoren oftmals identifiziert werden (Kompensierte Dysfunktion). Eine Intervention bei Symptomfreiheit sollte zumindest kritisch diskutiert werden.<span class="Apple-converted-space">  </span>Der zentrale Unterschied ist jedoch die Kompensationsfähigkeit: während beschwerdefreie Personen ihre biomechanischen Verhältnisse durch verschiedenste Anpassungsmaßnahmen kompensieren können, ist die Kompen­sa­tionsfähigkeit der Patienten mit klinischen Symptomen zumindest auf lokaler Ebene erschöpft. Der therapeutische Ansatz sollte daher auch die bestmögliche Wiederherstellung der physiologischen Biomechanik sein, damit der Körper die Zugbelastungen wieder besser verarbeiten kann. Die Analyse der Einflussfaktoren ist komplex und eine ausführliche Beschreibung sprengt den Rahmen dieses Artikels. Dennoch soll ein Bewusstsein für die Komplexität der Muskelfunktion geschaffen und Aspekte zur biomechanischen Behandlung vorgestellt werden.</p>
<h2><b>Diagnostik der Muskelfunktion</b></h2>
<p>Bislang erfolgte die Einschätzung des funktionellen Zustands der Muskulatur zumeist auf Basis einer klinischen Untersuchung. Bei der Palpation eines dysfunktionalen Muskels liegt häufig ein verhärtetes Gewebe mit veränderter muskulärer Spannung vor. Bei sorgfältiger Untersuchung kann ein so genannter „taud band“, ein lokal begrenzter Muskelstrang mit höchster hypertoner Spannung und ein darin liegender, etwa erbsengroßer verhärteter Punkt, ein so genannter „Triggerpunkt“ ertastet werden. Die Palpation von Triggerpunkten kann oft ein Schmerzgefühl beim Patienten auslösen, während muskuläre Are­ale ohne Triggerpunkte selten Schmerzen durch Palpation verursachen. Diese Palpation erschwert sich bei gleichzeitig vorliegender Muskelverletzung, da durch ein intramuskuläres Hämatom und Ödem kein strukturell intaktes Muskelgewebe palpiert werden kann. Ein dysfunktionaler Muskel kann auch klinisch als Hypton identifiziert werden: Eine Muskulatur mit weniger Spannung kann ebenfalls vorliegen. Die palpatorische Einschätzung der Muskelfunktion kann von einer Krafttestung des untersuchten Muskels begleitet werden. Dabei sollte der Patient so gelagert werden, dass der Großteil der Kraft während des manuellen Tests von dem untersuchten Muskel aufgewendet werden muss. Zu beachten hierbei ist, dass der Kraftverlust bei dysfunktionaler Muskulatur meist gering ist und sich erst bei der der exzentrischen Prüfung zeigt. Leider ist die klinische Untersuchung sehr subjektiv und abhängig von der Erfahrung des Untersuchers, sodass Ergebnisse häufig nicht eindeutig reproduzierbar sind. In den letzten Jahren haben sich wenige apparative Verfahren etabliert, mit derer die Muskelfunktion objektivierbar ist:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Das ist zum einen die auf der Ultraschalltechnologie beruhenden Scherwellen-Elastographie, bei dem die Gewebeelastizität optisch dargestellt werden kann. Somit kann auch der Muskeltonus über die Elastizität des Muskels objektiviert werden. In der Scherwellen-Elastographie fallen tonisch dysfunktionale Muskeln durch eine deutlich verringerte Elastizität auf [5, 6].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Das andere Verfahren zur Evaluation der neurogenen Muskelfunktion ist die Elektromyografie (EMG): mittels Klebeelektroden kann das Aktivierungsmuster von Muskeln dargestellt und sogar mittels Biofeedback-Verfahren gezielt beübt werden [7].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schlussendlich bietet die Isokinetische Testung die Möglichkeit, die Muskelfunktion über ihre gesamte Bewegungsamplitude<span class="Apple-converted-space">  </span>in puncto Kraft-Quantität, -Aufbringung (konzentrisch, exzentrisch) und Kraftentwicklung (Winkelgeschwindigkeit) zu testen. Dysfunktionale Muskeln können zwei Aktivierungszustände besitzen: entweder eine Hyperaktivierung oder eine Hypo­a­ktivierung. Die Kombination dieser Verfahren bringt neue diagnostische Möglichkeiten zur bestmöglichen Einschätzung der Muskelfunktion.</p>
<p>Zu erwähnen ist, dass bei der Untersuchung der Muskelfunktion nicht nur der verletzte Muskel untersucht werden sollte, sondern alle assoziierten Muskelgruppen sowie die myofasziale Funktionskette inkl. der angrenzenden Gelenke. Nur eine solch umfassende Diagnostik erlaubt in dem komplex vernetzten Bewegungsapparat eine möglichst genaue Ursachensuche. Teil dieser Diag­nostik können Bewegungsanalysen sein, die das Zusammenspiel mehrerer Muskeln während einer mehr oder weniger komplexen Bewegung untersuchen. Aus einem auffälligen Testergebnis kann jedoch nicht unmittelbar auf einen bestimmten dysfunktionalen Muskel geschlossen werden. Die Bewegungsanalyse ist oftmals von muskulären Kom­-<br />
pensationsmechanismen beeinflusst und sollte daher erstnach Kenntnis funktioneller Fehlfunktionen durchgeführt werden. Erfolgt nämlich die Beübung eines patholo­gischen Bewegungsmusters ohne tiefergehende Untersuchung einzelner dysfunktionaler Muskeln, kann zwar durch die Therapie wieder ein verbessertes Bewegungsmuster auftreten, allerdings nicht durch Behebung der ursprünglichen Dysfunktion, sondern eher durch Stärkung der muskulären Kompen­sationsmechanismen. Die Bewegungsanalyse ist jedoch ein wichtiger Baustein in der biomechanischen Diag­nostik, insbesondere um übergeordnete Bewegungsstörungen zu erkennen und zu visualisieren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-18937" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-1024x675.jpg" alt="" width="755" height="498" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-1024x675.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-300x198.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-768x506.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-1536x1013.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-150x99.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-450x297.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125-1200x791.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/03/Wuerfel2_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /></p>
<h2><b>Biomechanische Therapie von Muskelfunktionsstörungen bei Muskelverletzungen</b></h2>
<p>Die biomechanische Therapie umfasst im Wesentlichen zwei Säulen, kurz- und langfristige Behandlung der Muskelfunktion:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Kurzfristige Maßnahmen umfassen die Lokalbehandlung von Muskelfunktionsstörungen in der Funktionskette durch Gelenkmobilisation oder den Lokalbefund.</p>
<p>Die besten wissenschaftlichen Evidenzen besitzen Therapien die direkt physikalisch die Muskelfunktionsstörung adressieren wie Druck (detonisierende Massagen, Triggerpunktbehandlungen, Extrakorporale Stoßwellentherapie) oder Nadelung (Dry Needling / Akupunktur, Neuraltherapie – Injektionen mit Lokalanästhetika).</p>
<p>Weitere Maßnahmen, die sich in der klinischen Praxis der Behandlung lokaler Muskelkfunktionsstörungen bewährt haben, aber bisher kaum wissenschaftliche Evidenz besitzen, sind die lokale Thermoapplikation (Wärme – Laser, Fango, Kälte – Neuroreflektorische Cryo­therapie) sowie die hochernergietisch Therapie mit Magnetfeldtherapie.</p>
<p>Entscheidend hierbei ist, dass Therapeuten eine den vorhandenen therapeutischen Möglichkeiten und individuellen Bedürfnissen angepassten Plan verfolgen.</p>
<p>Werden jedoch keine langfristigen Maßnahmen zur biomechanischen Stabilisierung des funktionellen Gesamtsystems unternommen, können die konstanten mechanischen Einflussfaktoren über längere Zeit wieder Muskelfunktionsstörungen hervorrufen und Rezidiv-Verletzung auslösen. Daher ist eine langfristige Behandlung und aktive Konsolidierung des Behandlungsergebnis zur konstanten Änderung der biostatischen Verhältnisse für die Rezidivprophylaxe entscheidend. Zu diesen Verfahren gehören gezielte Kräftigungs-, Koordinations- und Bewegungsübungen zur Änderung der muskulären Kräfteverhältnisse und pathologischer Bewegungsmuster sowie die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Einlagesohlen oder Orthesen / Bandagen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Planung eines optimalen therapeutischen Vorgehens ist kompliziert und sollte die individuellen Verhältnisse und Ansprüche des Patienten berücksichtigen. Bei Muskel- / Sehnenverletzungen sollte die biomechanische Therapie in Abhängigkeit der Verletzungsphase erfolgen. In der frühen Destruktionsphase, Stunden bis wenige Tage nach der Verletzung hat die biomechanische Therapie keine vordergründige Relevanz.<span class="Apple-converted-space">  </span>Hier stehen lokal wirkende Maßnahmen im Vordergrund. In der Regenerationsphase bietet es sich an, mit kurzfristig wirksamen biomechanischen Therapieformen zu starten und lokale Muskelfunktionsstörungen zu therapieren. Von der Erfahrung der behandelnden Personen und der Therapieverfügbarkeit sollte die passende Therapieform gewählt werden. Die Autoren empfehlen, bei Muskel- / Sehnenverletzungen der unteren Extremität immer das Sakroiliakalgelenk sowie die Lendenwirbelsäule (chirotherapeutisch) mitzubehandeln [7, 8] und haben sehr gute Erfahrungen in der kombinierten Behandlung der myofaszialen Funktionskette und assoziierter Muskulatur mittels radialer Extrakorporaler Stoßwellentherapie. In der späten Rehabilitationsphase sollte eine kontinuierliche Behandlung der Muskelfunktionsstörungen stattfinden. Ein individualisiertes, structured &amp; supervised Übungsprogramm zur Kräftigung, Stabilisierung der Core-Muskulatur, Koordination und Bewegungsoptimierung sollte erfolgen, um die individuellen mechanischen Verhältnisse zu verbessern. Gegebenenfalls sollte eine Einlagenversorgung erwogen werden.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Eine gute Umsetzung des biomechanischen Therapieprogramms kann dazu beitragen, langfristig (Re-)Verletzungen aller Art zu reduzieren und den Sportlern sogar eine höhere Leistungsfähigkeit nach der Verletzung zu verschaffen, durch die nun optimierten biostatischen Verhältnisse. Daher ist dieser Therapiebaustein nach Auffassung der Autoren unabdingbar und sollte von den behandelnden Ärzten berücksichtigt werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
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<p style="font-weight: 400;">[6] Carrero V, Schilling J, Hennecke N Scherwellenelastographie. sportärztezeitung. 2024;4</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Effektivität von Prähabilitationsinterventionen vor Operationen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/18823/effektivitaet-von-praehabilitationsinterventionen-vor-operationen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 11:16:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=18823</guid>

					<description><![CDATA[Für Sie gefunden von unserem wiss. Beirat Dr. med. Robert Percy Marshall: &#8222;Diese systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Meta-Analysen untersucht die Wirksamkeit von Prähabilitationskomponenten wie Bewegung, Ernährung und psychosoziale Unterstützung bei Erwachsenen, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für Sie gefunden von unserem wiss. Beirat Dr. med. Robert Percy Marshall:</strong></p>
<p>&#8222;Diese systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Meta-Analysen untersucht die Wirksamkeit von Prähabilitationskomponenten wie Bewegung, Ernährung und psychosoziale Unterstützung bei Erwachsenen, die sich auf größere Operationen vorbereiten. Insgesamt wurden 186 randomisierte kontrollierte Studien mit 15.684 Teilnehmern einbezogen. Es zeigte sich, dass isolierte und kombinierte Interventionen postoperative Komplikationen verringern und die Krankenhausaufenthaltsdauer verkürzen können. Insbesondere die Kombination aus Bewegung und Ernährung zeigte positive Effekte auf die Lebensqualität und physische Erholung. <span class="Y2IQFc" lang="de">Eine Kombination aus körperlicher Betätigung, Ernährung und psychosozialer Vorbereitung führte am wahrscheinlichsten zu einer Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. </span>Die Evidenzstärke war meist niedrig, doch die Ergebnisse unterstützen den Nutzen von Prähabilitation für geplante Operationen. Weitere großangelegte, qualitativ hochwertige Studien sind nötig, um diese Erkenntnisse zu bestätigen.&#8220;</p>
<div class="citation-text"><em>McIsaac DI, Kidd G, Gillis C, Branje K, Al-Bayati M, Baxi A, Grudzinski AL, Boland L, Veroniki AA, Wolfe D, Hutton B. Relative efficacy of prehabilitation interventions and their components: systematic review with network and component network meta-analyses of randomised controlled trials. BMJ. 2025 Jan 22;388:e081164. doi: 10.1136/bmj-2024-081164. PMID: 39843215; PMCID: PMC11752451.</em></div>
<div></div>
<div></div>
<div><strong>Erfahren Sie mehr zum Thema Prähabilitation auf unserem &#8222;Kongress für Prähabilitation in der Sportmedizin&#8220; am 1.3.2025 im Elisabethenstift in Darmstadt. Vor Ort erwartet Sie auch ein Vortrag von Dr. med. Robert Percy Marshall zum Thema &#8222;Prähabilitation des vorderen<br />
Kreuzbands unter besonderer Berücksichtigung von Ernährung&#8220;</strong></div>
<div></div>
<div><strong> Infos und Anmeldung <a href="https://sportaerztezeitung.com/event/kongress-praehabilitation-prehab-prepare-your-patients/">HIER</a></strong></div>
<div></div>
<div><em>Veröffentlicht 18.02.2025</em></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prähabilitation bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/17307/praehabilitation-bei-verletzungen-des-vorderen-kreuzbandes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2024 12:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=17307</guid>

					<description><![CDATA[Als Prähabilitation definiert man die rehabilitative Phase zwischen einer Verletzung und vor einer Intervention, z.B. einer operativen Therapie. Besonders bei Sportverletzungen, wie z.B. Rupturen des vorderen Kreuzbandes, rückt sie vermehrt [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Prähabilitation definiert man die rehabilitative Phase zwischen einer Verletzung und vor einer Intervention, z.B. einer operativen Therapie. Besonders bei Sportverletzungen, wie z.B. Rupturen des vorderen Kreuzbandes, rückt sie vermehrt in den Vordergrund. Ziel der Prähabilitation ist eine optimale körperliche, psycho-emotionale und nutritive Vorbereitung auf einen Eingriff und somit ein bestmögliches Therapieergebnis mit möglichst rascher Rückkehr in Alltag und Beruf. In ihrer Publikation aus 2023 erläutern die Autoren am Fall der vorderen Kreuzbandverletzung ein solches prärehabilitatives Konzept strukturiert und evidenzbasiert.</p>
<p>Originalarbeit:</p>
<p>Valle, Christina, Robert Marshall, and Natalie Mengis. &#8222;Prähabilitation bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes.&#8220; <em>Knie Journal</em> 5.1 (2023): 3-11.</p>
<p><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s43205-022-00188-2">https://link.springer.com/article/10.1007/s43205-022-00188-2</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fundamentale Aspekte der Regeneration</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/16952/fundamentale-aspekte-der-regeneration/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 08:24:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=16952</guid>

					<description><![CDATA[Regeneration definiert die Erholung nach entsprechender Belastung. Dabei unterscheiden wir physiologischer von biomechanischer, neurologischer und psychologischer Belastung. Die beiden Autoren, Driller und Leabeater, begutachten in ihrem narrativen Review Strategien und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Regeneration definiert die Erholung nach entsprechender Belastung. Dabei unterscheiden wir physiologischer von biomechanischer, neurologischer und psychologischer Belastung.</p>
<p>Die beiden Autoren, Driller und Leabeater, begutachten in ihrem narrativen Review Strategien und Geräte zur Regeneration im Kontext des Leistungssports.</p>
<p>Die Kernaussage dieser spannenden Arbeit ist, dass die Evidenz für die meisten Geräte oder Techniken nur sehr gering ist. Viele würden vielmehr die fundamentalen Aspekte der Regeneration (ausreichend Schlaf, die richtige Nahrung und Belastungssteuerung) vernachlässigen.</p>
<p>Entscheidend für eine erfolgreiche Regenration wären diese Basis-Aspekte, bevor man sich anderen Unterstützungen zuwendet, da dies lediglich die Glasur auf dem Kuchen sei (Icing of the Cake).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Originalarbeit:</p>
<p><span class="fontstyle0">Fundamentals or Icing on Top of the Cake? A Narrative Review of Recovery Strategies and Devices for Athletes</span> <button id="full-view-journal-trigger" class="journal-actions-trigger trigger" tabindex="0" title="Sports (Basel, Switzerland)" aria-controls="full-view-journal" aria-expanded="false" aria-label="Toggle dropdown menu for journal Sports (Basel, Switzerland)" data-pinger-ignore=""></button></p>
<p><span class="fontstyle0"><a href="https://scholars.latrobe.edu.au/mdriller">Matthew Driller</a> and <a href="https://scholars.latrobe.edu.au/aleabeater">Alana Leabeater</a></span></p>
<p><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37999430/">Sports (Basel). 2023 <span class="cit">Nov 3;11(11):213. </span><span class="citation-doi">doi: 10.3390/sports11110213</span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 25.07.2024</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kältetherapie &#8211; „Die Kraft  aus der Kälte“</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/14996/kaeltetherapie-die-kraft-aus-der-kaelte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Winfried Papenfuß&#160;,&#160;Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 15:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[04/23]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=14996</guid>

					<description><![CDATA[Kältetherapeutische Anwendungen werden bekanntermaßen in mannigfacher Form vorgenommen. Neben lokalen Kälteanwendungen (lokale und / bzw. reflektorische Wirkung) gibt es die systemisch wirkende Anwendung der Kälte auf den menschlichen Organismus, die so genannte [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Kältetherapeutische Anwendungen werden bekanntermaßen in mannigfacher Form vorgenommen. Neben lokalen Kälteanwendungen (lokale und / bzw. reflektorische Wirkung) gibt es die systemisch wirkende Anwendung der Kälte auf den menschlichen Organismus, die so genannte Ganzkörperkältetherapie (GKKT), die in den 1980er Jahren in Europa durch Professor Fricke, damals Chefarzt der Klinik für Rheumatologie (St.-Josef-Stift in Sendenhorst), eingeführt wurde. Auf ihn gehen auch die ersten Studien zu ihrer Wirksamkeit in physiologischer Hinsicht und bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zurück. Professor Papenfuß gilt als einer der führenden deutschsprachigen Experten zur Ganzköperkältetherapie, siehe dazu u. a. sein 2022 in der 5. Auflage erschienenes Buch „Die Kraft aus der Kälte“. Dr. Robert Percy Marshall nahm dies zum Anlass, sich mit ihm über Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten dieser Therapieform zu unterhalten.</b></p>
<h4>Herr Professor Papenfuß, Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der Anwendung der Ganzkörperkältetherapie (GKKT) und haben dazu geforscht. Was hat sie in dieser Zeit am meisten beeindruckt?</h4>
<p>Eindeutig die Wirkung der GKKT bei Kindern mit spastischer Lähmung (Infantile Zerebralparese) und bei Patienten mit einer Multiplen Sklerose (MS). Kälteanwendung bei spastischen Lähmungen ist nicht neu. Die GKKT greift offensichtlich in das Zusammenwirken der α- und γ-Motoneuronen-Funktionen regulierend ein. Entscheidend für den Erfolg ist die Kombination der GKKT mit einer spezifischen Gymnastik sofort nach der Kälteeinwirkung, die lediglich temporär den Spasmus lindern kann. Mit Hilfe der Gymnastik muss versucht werden, normale nervale Schaltungen für die Skelettmuskulatur zu etablieren. Bei einer dreiwöchigen Kältebehandlung (2 x täglich bis zu 1 ½ Minuten) kann nach diesem Muster erreicht werden, dass Kinder, von denen die Eltern sagen mussten, dass sie bisher nie selbständig einen Schritt vor den anderen setzen konnten, bis zu 20 Schritte an einer Hand geführt gehen können. Außerdem werden die Kinder kommunikativer. Soweit mir bekannt, wurde diese Therapie erstmalig im Haus Kulm der Inselklinik Heringsdorf, in den 1990 er Jahren durchgeführt. Noch heute bin ich dem damaligen Oberarzt Dr. Peter dankbar, dass er sich so liebevoll und mit hohem persönlichem Einsatz für diese Kinder engagiert hat.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit den Patienten, die unter einer MS leiden. Auch sie können von der Kombination sorgfältiger kältetherapeutischer und gymnastischer Betreuung erheblich profitieren und sich oft eigenständig „neue Welten erschließen“. Auch hier wurde in der erwähnten Klinik durch den damals Leitenden OA Dr. Sowa Grundlegendes geleistet. Seit langem ist bekannt, dass MS-Patienten die Kälte suchen und unter Wärme leiden. Stichwort – Uhthoff-­Phänomen. Es war also naheliegend, den Betroffenen die GKKT anzubieten. Ich habe über die GKKT dieser beiden Erkrankungen auf Symposien berichtet.</p>
<h4>Sie sprechen in Ihrem Buch „Die Kraft aus der Kälte“ von der besten (systemischen) Wirksamkeit von Ganzkörper-Kälteanwendungen ab – 110 °C. Trotzdem gibt es viele Anbieter von GKKT<span class="Apple-converted-space">  </span>und TKKT mit geringerer Kälte. Für wen sind diese Therapie-Optionen zu empfehlen? Welche Indikationen sehen sie für TKKT und GKKT von weniger als – 110 °C?</h4>
<p>Dr. T. Yamauchi soll 1980 die GKKT mit einer Temperatur um – 170 °C eingesetzt haben. Diese Temperatur kommt heute nur noch selten zur Anwendung. Lange Zeit galt der Temperaturbereich um – 110 °C als optimal (auch technisch bedingt). Mit der Einführung der Kryokabinen (Kältemittel ist verdampfender flüssiger Stickstoff) wurden dann wieder Temperaturen um – 130 °C angeboten. Inzwischen sind auch Kältetherapiekammern mit einer therapeutischen Temperatur um – 85 °C auf dem Markt. Wie ist diese Situation gegenwärtig zu bewerten? Generell sprechen wissenschaftliche Untersuchungen dafür, dass akzeptable Therapieergebnisse im Bereich von – 130 °C bis – 85 °C erreicht werden können. Ich habe das in meinem Buch ausführlich beschrieben und mit Fakten belegt. Aus persönlicher Erfahrung tendiere ich dazu, in der klinischen Anwendung – 110 °C zu bevorzugen, und zwar in Therapiekammern. Die Temperatur um – 130 °C ist m. E. nicht erforderlich, da die Therapieergebnisse im Vergleich zu denen bei – 110 °C nach gegenwärtiger Kenntnislage nicht different sind. Kältetherapiekammern – 85 °C weisen in der Regel kleinere Abmessungen auf (z. B. Ein-Personen-Kammern) und haben ihre Anwendungsvorteile m. E. vorzugsweise im privaten (Fortsetzung einer klinisch eingeleiteten GKKT, Training des Immunsystems, Stimulation des braunen Fettgewebes, Vorbeugung depressiver Stimmungslagen, um einige Beispiele zu nennen) und gesundheitsförderlichen (Wellness) Bereich. Zu beachten ist, dass es sich bei den Stickstoff-betriebenen Kryokabinen streng genommen nicht um eine GKKT handelt, da der Kopf nicht und die Nacken- und oberen Schulterpartien nicht direkt der Kältewirkung ausgesetzt sind. Damit wird wahrscheinlich die parasympathische Wirkkomponente der Kälte auf das Gesicht (besondere Bedeutung für die Auslösung parasympathischer Reaktionen) eingeschränkt. Insgesamt darf aber festgestellt werden, dass die erwiesene Kryostimulation des Autonomen Nervensystems als eine ganz wesentliche Wirkkomponente sich zwischen Kältekammern und Kryokabinen nicht prinzipiell unterscheidet (INSEP-Studie).</p>
<h4>Spielt die zirkadiane Rhythmik der Körperkern-Temperatur eine Rolle in der Planung der Kälte-Intervention? Wird subjektiv Kälte am Morgen weniger intensiv empfunden als zum Nachmittag?</h4>
<p>Untersuchungen zur Beeinflussung der zirkadianen Rhythmik der Körperkerntemperatur durch die GKKT sind mir nicht bekannt. Messungen haben aber ergeben, dass die Tympanaltemperatur bei einer GKKT-Temperatur von – 110 °C und einer Einwirkungsdauer von 2,5 min 0,4 °C beträgt (Ückert, S. Temperatur und sportliche Leistung Meyer &amp; Meyer Sport, 1. Aufl. 2011). Das ist relativ geringfügig. Für eine optimale sportliche Leistungssteigerung scheint eine Kältewirkdauer bei – 110 °C von maximal 2 bis 2,5 min angeraten zu sein, bei der eine sich negativ auswirkende Unterkühlung der Muskulatur ausgeschlossen werden kann. Zirkadiane Schwankungen der Schmerzschwelle und die in der Regel größere Kälteempfindlichkeit von Frauen im Ver­­hältnis zu der von Männern können in der Eigenbeurteilung der Kältewirkung schon eine Rolle spielen, sind in der klinischen Praxis aber von untergeordneter Bedeutung.</p>
<h4>Wie stehen Sie zu der Theorie der löslichen und gebundenen IL-6 Rezeptoren und ihre unterschiedliche pro- und anti-inflammatorische Wirkung im Zusammenhang mit der GKKT ?</h4>
<p>Die Reduzierung entzündungsfördernder Zytokine durch die GKKT, darunter die des IL-6, z. B. bei der Rheumatoiden Arthritis, ist durch hochwertige universitäre Studien hinreichend belegt. Rezeptorbezogene Untersuchungen über das Verhalten von IL-6 unter GKKT sind mir nicht bekannt. Da das Rezeptorpotenzial der Trans-Signalübertragung (lösliche Rezeptoren) größer ist, als das der membrangebundenen, könnte ich mir aber die Sinnhaftigkeit entsprechender Studien vorstellen.</p>
<h4>Burnout und PostCoVid Syndrom sind in unserer Gesellschaft immer häufiger gestellte Diagnose- und Symptom-Komplexe. Welchen Stellenwert räumen Sie der Kältetherapie in diesem Rahmen ein?</h4>
<p>Die GKKT wird beim Burnout vielfach eingesetzt und das durchaus mit Erfolg. Leider fehlen gegenwärtig noch entsprechende Studien. Vorsichtig beurteilt, lassen die erwiesenen systemischen Wirkkomponenten der GKKT m. E. aber einen positiven Einfluss erwarten. Bei langandauernden gesundheitlichen Einschränkungen nach SARS-CoV-2-­Infektion sind die Symptome bekannt, die ursächlichen Zusammenhänge nicht. Das erschwert die Therapie grundlegend. Viele Studien, z. T. sehr „großflächig“ angelegt, ringen um Klarheit. Wie so häufig, scheint auch hier die Suche nach einer medikamentösen Therapie im Vordergrund zu stehen, so jedenfalls mein Eindruck. Ich habe in diese Suche folgenden hypothetischen kältetherapeutischen Ansatz eingebracht: Aus­gehend von der Wirkung der GKKT auf die T-Zellen, die Zytokine und auf die Neurotransmitter wäre es denkbar, dass die erwiesene Senkung der T-Helfer-Zellen und des TNF-α Einfluss auf den IFN-γ-Spiegel sowie auf die Atmungsfunktion haben kann. Eine weitere Rolle spielen in diesem Zusammenhang folgende Wirkungen der GKKT: Beschleunigte Regeneration der Skelettmuskulatur, Schmerzlinderung, Ökonomisierung im Herz-Kreislaufsystem, Besserung des Schlafverhaltens, Reduzierung depressiver Episoden. Wie gesagt, das ist hypothetisch. Eine Beobachtungsstudie läuft z. Zt. in Tirol. Teilergebnisse finden Sie bereits<span class="Apple-converted-space">  </span>in „Power from the Cold“, 7. Auflage.</p>
<h4>Kälteanwendungen in der Sportmedizin sind nicht unumstritten. Neueste Studien legen nahe, dass 1. Kältetherapie direkt nach Kraftsport die Superkompensation hemmen könnte und 2. Eis-Packs den Heilungsprozess von Muskelverletzungen verzögern könnten. Wie stehen Sie zu diesen Punkten?</h4>
<p>GKKA (Ganzkörperkälteanwendung) im Leistungssport werden seit vielen Jahren untersucht (Universitäten Münster, Dortmund, Milano, St. Petersburg, Szczecin, Krakow und besonders auch im INSEP Paris, um nur einige Einrichtungen zu nennen). Zu ihrem Einfluss auf kardiale, pulmonale und hormonale Parameter liegen hinreichend begründete Erkenntnisse vor, und das sowohl zum „Pre-, Per- als auch zum Post-­cooling“. Die Faktenlage zu möglichen entzündlichen Prozessen in der Muskulatur und zur Infektanfälligkeit (Stichwort Leistungssport und Immunsystem) und deren Beeinflussung durch GKKA ist leider nicht so gut, aber immerhin weisen einige Studien zum Verhalten entzündungsfördernder­ Zytokine darauf hin, dass in der Muskulatur nach hoher Belastung/Beanspruchung komplexe entzündliche Vorgänge ablaufen, die sehr wohl durch GKKA reduziert werden können, wobei sich GKKA als vorzüglicher Regenerationsbeschleuniger erweisen. Zu möglichen Nachteilen von Kälteanwendungen im Leistungssport: Lokal angewendete Kälte (z. B. in Form von Eis-Packs) im Mehr-Minuten-­Bereich (bis 20 Minuten) hat neben der positiven Wirkung eine Reihe von Nachteilen (u. a. zeitlich kürzere Schmerzlinderung als bei GKKA, Lähmung der Kaltsensoren mit Beeinträchtigung der Rückkopplung zur Muskulatur, lokale Stoffwechselstörung und Beeinträchtigung der Sauerstoffzufuhr). Zum Problem GKKA und Superkompensation. Mir sind hierzu keine hinreichend aussagefähigen Studien bekannt. Sie dürften in Anbetracht des möglichen komplexen trainingsbedingten Einflusses auf den angestrebten Effekt auch schwierig zu machen sein. Es wäre aber trotzdem sicher eine lohnende Angelegenheit für interdisziplinäre Studien (Sportmedizin und Trainingswissenschaft). Ein Hinweis sei gestattet. Wie in der Welt der deutschen Leichtathletik bestens bekannt, gibt es im Brandenburgischen Kienbaum das „Olympische und Paralympische Trainingszentrum für Deutschland e. V.“. Dort steht seit 2009 eine Ganz­köperkältetherapie-Kammer, die – wie ich mich vor etwa einem Jahr selbst überzeugen konnte – von den Athleten unterschiedlicher Disziplinen fleißig genutzt wird, vorwiegend zu regenerativen Zwecken. Wie wäre es, wenn man dieses Potenzial – wenn es nicht schon geschieht – für sportmedizinische Studien, wie eben der Einfluss von GKKA auf die Superkompensation oder auch auf das dringliche Problem möglicher muskulär-entzündlicher Prozesse heranzieht. Die Kammer wurde dort übrigens knapp ein Jahr nach dem Bundestrainerforum „DLV-Kältekonferenz“ an der DLV-Trainerschule in Mainz (unter der Leitung der Herren Wolfgang Killing und Helmar Hommel) installiert. Frau Ückert, Herr Joch (Universitäten Münster und Dortmund) und ich durften dort die Forschungsergebnisse bzw. die physiologischen Grundlagen von GKKA darlegen.</p>
<h4>Ein Exkurs zum Abschluss: Eisbaden ist aktuell ein Trend. Wie gesund ist das wirklich und kann es auch gefährlich sein?<span class="Apple-converted-space"> </span></h4>
<p>Ich sehe das Eisbaden nicht als etwas Besonderes im menschlichen Leben an und zwar aus folgenden Gründen: Ein Organismus funktioniert auf der Basis von Regelkreisen – Stoffwechsel, Immunfunktionen, nervale und hormonelle Regelkreise, um nur diese Beispiele zu nennen. Angenehm ist es, wenn sich diese Regelkreise im homöostatischen Zustand befinden, sprich: Wir sind gesund. Auf diesen Zustand müssen adäquate Reize einwirken, die Anforderungen darstellen, die die Regelkreise gewissermaßen aus dem Gleichgewicht bringen und sie zwingen, den optimalen Zustand wieder herzustellen. Werden die Reize gesteigert, dann stellt sich zunehmend das Gleichgewicht auf ­höhe­rem Niveau ein. Sportler kennen das Prinzip und ihre Erfolge leben davon. Das „moderne Leben“ verlockt leider nicht gerade zur Auseinandersetzung z. B. mit natürlichen Umweltreizen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Folge: Die Regelkreise befinden sich häufig in einem „Schlummerzustand“ mit dem Endergebnis, dass sie ihre normale Funktion reduzieren, „vergessen“ oder gar unwiderruflich einstellen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Fatal, nicht wahr?! Der Mensch musste sich im Verlaufe der Evolution ständig mit Umweltreizen auseinandersetzen, darunter auch mit Kälte, mit extremer Kälte. Warum sollten wir das jetzt nicht mehr tun, unser Organismus wartet darauf. So ordne ich mein Eisbaden ein, dem ich seit mehreren Jahrzehnten nachgehe, etwa fünf sind es, denke ich. Ich freue mich immer außerordentlich, wenn es der Mecklenburgische Winter mal wieder zu einer Eisdecke auf unseren schönen Seen geschafft hat. Gefahren des Eisbadens? Natürlich gibt es die. Vor dem Entschluss, mal ins kalte Wasser zu gehen, steht die gründliche ärztliche Untersuchung! Meine Regeln: Leichte körperliche Aktivität unmittelbar vorher, immer mindestens eine Begleitperson, Handy vor Ort, maximal eine Minute im Wasser (dosiere ich so, dass kein Muskelzittern und kein unangenehmes Kältegefühl im weiteren Tagesverlauf auftreten. Die Wärmeleitfähigkeit des Wassers ist bedeutend größer als die der Luft; m. W. liegt der Faktor etwa bei 30), frottieren, dann kurze Gymnastik vor dem Ankleiden. Den Rest besorgt der Organismus. – Überraschend muss ich feststellen, dass ich mich seit exakt einem Monat im 91. Lebensjahr befinde.</p>
<h4>Hat Kälte dementsprechend vielleicht sogar ein Potenzial / Kraft zur Selbstheilung bzw. kann Kälte integriert werden in ein „System der Selbstheilung“ mit Vorstellungen, Sinneseindrücke, Emotionen und Gefühle? Und wenn ja, wie könnte dies aussehen?</h4>
<p>Ich vertrete den Standpunkt, dass auch die/der bestausgebildete und als Spitzenkraft geltende Ärztin/Arzt nicht die Fähigkeit besitzt, zu heilen. Sie/er kann maximal die Voraussetzungen dafür schaffen, den „kleinen Rest“ muss der Organismus selbst besorgen. Oft hängt die Heilung davon ab, ob rechtzeitig genügend Potenzial geschaffen wurde. Leider begeben sich Erkrankte manchmal mit dem Arztbesuch in die Passi­vität: Mein Doktor macht das schon. Damit können dann aber auch Mitwirkungshandlungen stillgelegt werden, Potenzial wird verschenkt. Ich komme an dieser Stelle auf die GKKT zurück. Sie kann besonders in Anbetracht ihrer oft sehr guten Wirkung zur Passivität führen. Beispiel: Kältebehandlung einer Arthrose. Diese Therapie lindert bzw. beseitigt temporär die Schmerzen und lindert die Begleitentzündung, sie kann aber nicht für optimale Druckverhältnisse im Gelenk sorgen, die bekanntermaßen für die Nährstoffversorgung des Knorpels erforderlich sind (der Gelenkknorpel hat keine eigene Durchblutung, er wird aus der Gelenkflüssigkeit versorgt). Für den Gelenkinnendruck ist der Patient zuständig, den muss er durch Bewegung in angeratenem Umfang erzeugen, mindestens so lange, wie die Schmerzminderung anhält. Der Begriff der Selbstheilung ist äußerst komplex, eine ganze Reihe einzelner Komponenten müssen zusammenwirken:</p>
<ul>
<li>Der Wille, körpereigen Kräfte mobilisieren zu wollen, die persönliche Verfügbarkeit eines entsprechenden Methodeninventars und die notwendige Ausdauer zur Etablierung von gesundheitsförderlichen physiologischen/psychischen Abläufen</li>
<li>Die fachliche Beratung zur Gestaltung der Mitwirkung und die Vermittlung notwendiger Kenntnisse über die physiologischen/psychischen Voraussetzungen und Abläufe</li>
<li>Erkennen der Bedeutung der körperlichen Aktivität, von Emotionen und Gefühlen und des gesprochenen Wortes (Bedeutung des 1. und des 2. Signalsystems) für den Ablauf von Heilprozessen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Kann die GKKT hier stimulierend eingreifen? Ich darf daran erinnern: Die GKKT entfaltet eine systemische Wirkung. Im Vordergrund stehen dabei häufig die Schmerzbekämpfung und die Entzündungshemmung. Leider werden andere Kältewirkungen oft vergessen oder wenig beachtet, die aber von durchaus gleichrangiger Bedeutung sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dazu möchte ich zählen: Die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, die Reduzierung depressiver Stimmungslagen, den regulierender Eingriff in das allgemeine Aktivitätsniveau, die Besserung des Schlafverhaltens oder ihr positiver Eingriff in so komplexe Geschehen wie wir es z. B. beim Burn-out-Syndrom antreffen. Bezüglich der ausführlichen Belegung der in diesem Gespräch getroffenen Aussagen und zur zugrunde liegenden Literatur sei auf die Bücher „Die Kraft aus der Kälte“, 5. Aufl. bzw. 7. engl. Aufl., Verlag edition k und auf „Die Kraft der Selbstheilung“, Verlag C. H. Beck verwiesen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich danke für die Möglichkeit, dass ich in der sportärztezeitung einige Gedanken zur Ganzkörperkältetherapie darlegen durfte.</p>
<p><b>Im Namen der sportärztezeitung dürfen wir uns bei Ihnen für das interessante Gespräch bedanken.</b></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Präzisionsatmung</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/14853/praezisionsatmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall,&#160;Nick Bolhuis&#160;,&#160;Rochelle Fintelman]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2023 09:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[04/23]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=14853</guid>

					<description><![CDATA[Die Atmung stellt einen wesentlichen Bestandteil eines jeden lebenden Organismus dar. Ohne Atmung wäre kein Wachstum und keine Fortpflanzung der Spezies möglich. Im menschlichen Körper wird sie fast durchgehend unbewusst [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Die Atmung stellt einen wesentlichen Bestandteil eines jeden lebenden Organismus dar. Ohne Atmung wäre kein Wachstum und keine Fortpflanzung der Spezies möglich. Im menschlichen Körper wird sie fast durchgehend unbewusst durch das autonome Nervensystem gesteuert. Im Gegensatz zu vielen anderen autonomen Körperfunktionen können wir unsere Atmung jedoch auch bewusst kontrollieren. Man kann daher von einer gemischt unbewusst-kontrollierten Organ-Aktivität sprechen. </b></p>
<p>Die Fähigkeit zur Atmung ist mit der Geburt vorhanden, aber die richtige Atemstruktur ist es nicht immer. Unsere Gesellschaft ist geprägt von Leistungsoptimierung. Jeder, ob Geschäftsführer, Sportler, Trainer, Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, kann von der Regulierung seiner Atmung profitieren, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Präzisionsatmung kann der Schlüssel hierzu sein [1 – 3]. Um eine optimale Leistung zu erbringen, ist unser Körper um den Erhalt der Homöostase bemüht. Ein gesundes Autonomes Nervensystem (ANS) ist dabei die Grundvoraussetzung für eine flexible Adaptionsfähigkeit. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es dem ANS, durch Aktivierung des Parasympathikus oder Sympathikus eine pathologische Dominanz des Gegenspielers zu vermeiden. Der physiologische Begriff „Homöostase“ beschreibt die Fähigkeit, ein dynamisches physiologisches Gleichgewicht als Anpassung auf Einflüsse der Umgebung aufrechtzuerhalten. Dieses grundlegende Prinzip wurde mit dem Wissen der Sympathikus-Aktivierungs-Reaktion kombiniert und bildet die Grundlage der Stressforschung [4].</p>
<h2><b>Faktor Stress</b></h2>
<p>Stress wird als eine unspezifische biologische Reaktion auf jede Art von Anforderung an den menschlichen Organismus verstanden. Unabhängig von seinem Ursprung (physisch oder psychosozial) löst Stress eine quantifizierbare physiologische Stressreaktion aus. Allerdings werden Stressoren unterschiedlich verarbeitet, wobei physischer Stress hauptsächlich autonome Stressreaktionen auslöst und (unkontrollierbarer) psychosozialer Stress scheinbar direkt proinflammatorische Reaktionen aktiviert [5]. Momente hohen Drucks aktivieren den Sympathikus und versetzen uns in einen Fight-or-Flight-­Zustand. Veränderungen in der Ernährung, im Schlaf und sozialer gesell­schaftlicher Druck führen zu einer sympathischen Dominanz im Alltag, was in vielen ungewollten und krank machenden Prozessen resultiert [5 – 7]. Wenn akute Stressoren in einen chronischen Zustand übergehen, wird unser ANS umprogrammiert und die Physiologie unseres Körpers verändert sich. Langfristig kommt es zu einem Anstieg von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol [5]. Es kommt zu einer allostatischen (Über-)Adaption mit Anstieg der Herzfrequenz, des Blutdrucks und des Glukosegehaltes, um nur einige zu nennen. Diese Veränderungen beginnen, sich auf die organischen Systeme in unserem Körper auszuwirken, einschließlich Verdauung, Wachstum und Fortpflanzung. Sie beschränken sich nicht nur auf unsere physische Gesundheit, sondern können auch das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen.</p>
<p>Es wurde festgestellt, dass chronischer Stress u. a. die Symptome von Depressionen, Angst, Konzentration und Schlaf verstärkt [7, 8].</p>
<p>Zusätzlich zu direkten hormonellen, chronischen Reaktionen verändert Stress unsere Atemmuster. Es kommt zu einer Zunahme der Atemfrequenz (Hyperventilation, „Überatmung“), was im chronischen Zustand zu einer häufig (klinisch) unbemerkten Abnahme des Kohlen­dioxid-Gehaltes im Blut führen kann. Diese Hypokapnie führt jedoch reaktiv zu einer Vasokonstriktion der Gefäße, einer beeinträchtigten zellu­lären Sauerstoffversorgung und einem veränderten pH-Wert des Blutes [9, 10]. Die Kombination dieser Faktoren führt zu einer direkten Beeinträchtigung der Körperfunktionen und der individuellen Regeneration- und Leistungsfähigkeit. In der manuellen körperlichen Untersuchung weisen daher chronisch gestresste Menschen folgende klinische Muster auf, die indirekt auf eine chronische Hyperventilation hindeuten:</p>
<p>Mund- und/oder hohe Brustkorbatmung sowie thorakolumbale Blockaden und ein schmerzhaftes hypertones Zwerchfell.</p>
<h2><b>Atemtraining als Stressintervention</b></h2>
<p>Atemübungen haben sich als ein geeignetes Mittel zur Stressintervention erwiesen [11]. Seit Jahren werden kontrollierte Atemübungen wie Yoga und Tai-Chi eingesetzt, um Emotionen auszugleichen und Stress langfristig zu reduzieren [12, 13]. Bewusste, kontrollierte Atmung wurde daher intensiv erforscht und wird mittlerweile gezielt in der Therapie eingesetzt. Es ist erwiesen, dass es gesundheitsfördernd ist, wenn Patienten durch kontrollierte Veränderung der Geschwindigkeit und Tiefe ihre Atmung trainieren. Durch die Erhöhung der vagalen Herzaktivierung konnten langsame Atemmuster (Slow-Breathing-Pattern (SBP) oder Präzi­sionsatmung) in Verbindung mit Biofeedback erfolgreich die sportliche und kognitive Leistung verbessern sowie den emotionalen Zustand verschiedener Personengruppen stabilisieren. SBP reduziert Angst, Stress und Schmerzen, senkt Entzündungsbiomarker und optimiert die Schlafqualität, die aerobe Ausdauer und die Lungenkapazität [14 – 16]. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Nasen- sowie die Zwerchfellatmung gelegt:<span class="Apple-converted-space">  </span>Die Atmung durch die Nase scheint in vielerlei Hinsicht effektiver zu sein als durch den Mund. Die Nasenatmung ist für eine wirksame immunologische Abwehr gegen Krankheitserreger erforderlich. Während dieser Atemform entsteht in der Nase Nitritoxid (NO), welches die Lungenfunktion und den Blutfluss verbessert. Die Nasenatmung erhöht außerdem den Atemwegswiderstand und ermöglicht so eine tiefere Atmung, einen besseren Sauerstoffaustausch und führt indirekt zu einer Zwerchfellatmung. Die Zwerchfellatmung führt zu langsameren und tieferen Atemmustern. Durch die Dehnung der afferenten Vagus­fasern in der Lunge wird das parasympathische System aktiviert. Die Zwerchfellatmung wirkt sich aktivierend auf den für kognitive Hirnfunktionen verantwortlichen Neokortex und assoziatives Denken aus. Darüber hinaus gibt es die Hypothese, dass die Zwerchfellatmung auch den Stoffwechsel des zentralen Nervensystems beeinflussen kann. Tiefe, forcierte Einatmungs- (kraniale Kraft) und Ausatmungszyklen (kaudale Kraft) könnten eine Bewegung des Liquors hervorrufen und so den Hirndruck regulieren, Nährstofftransport optimieren und zelluläre Abfallprodukte abtransportieren [17].</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14943" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423.png" alt="" width="1200" height="621" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423-300x155.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423-1024x530.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423-768x397.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423-150x78.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall1_saez0423-450x233.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14945" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423.png" alt="" width="1200" height="746" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423-300x187.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423-1024x637.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423-768x477.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423-150x93.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall2_saez0423-450x280.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14944" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423.png" alt="" width="1200" height="1029" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423-300x257.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423-1024x878.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423-768x659.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423-150x129.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall3_saez0423-450x386.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<h2><b>Leistung durch Ausgeglichenheit</b></h2>
<p>Um Spitzenleistungen erbringen zu können, müssen wir ruhig, konzentriert und vorbereitet sein. Wir wollen nicht, dass der Druck unserer Umgebung einen Stress-Zustand erzeugt. Ein ausgeglichenes ANS ermöglicht dem Körper, seine Ressourcen effektiv zu nutzen. Richtig trainiert sind wir in der Lage, aktiv zwischen einem parasympathischen (Ruhe-) und einem sympathischen (Aktivierungs-) Zustand zu wechseln, um Spitzenleistungen zu erbringen. Während unser autonomes System kontinuierlich Einfluss auf unser Atemmuster nimmt, können wir mit der richtigen Atemtechnik das ANS steuern und somit Konzentration, Aufmerksamkeit, Stressbewältigung, Ruhe oder Erholung erreichen. Wir können durch gezielte Atemmanöver unseren Sympathikus absichtlich aktivieren, wenn wir uns müde oder erschöpft fühlen, oder den Parasympathikus aktivieren, wenn wir uns beruhigen wollen.</p>
<p>Einer der wichtigsten Mechanismen zur Regulierung des ANS durch die Atmung besteht in der Erhöhung des Vagustonus.<span class="Apple-converted-space">  </span>Stressbelastungen sind zu einem häufig beklagten Problem der heutigen Gesellschaft geworden. Den chronischen organischen Folgen können daher durch Kräftigung des Parasympathikus entgegengewirkt werden. Der Vagusnerv und seine Aktivität – bekannt als Vagustonus – sind Schlüsselkomponenten unser körpereigenen Regulations- und Adaptionsfähigkeit zum Erhalt der Homöostase. Dieser zehnte Hirnnerv ist ein wichtiges Kommunikationsportal zwischen unserem Gehirn und vielen unserer Organe, der es uns ermöglicht, die Herz-Kreislauf-Aktivität einschließlich Herzfrequenz und Blutdruck, unsere Verdauungstätigkeit, die Hormonaktivität und unser geistiges Wohlbefinden zu regulieren. Indem wir unser Atemmuster durch Biofeedback-Training der Herzfrequenzvariabilität kontrollieren, stärken wir den Vagustonus und regulieren das ANS. Andere Techniken wie Bewegung, Achtsamkeitsübungen, Massagen, bestimmte Arten von Brummen und Kaltwassertauchen können den Vagustonus ebenfalls stärken [18, 19].</p>
<h2><b>Präzisionsatmung und HRV-Biofeedback-Training</b></h2>
<p>Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist eine der wichtigsten Messungen des Vagustonus. Die HRV untersucht die Variationen in den Zeitintervallen zwischen den einzelnen Herzschlägen. Ein gesundes Herz weist von Schlag zu Schlag eine große Variation auf, die es ihm ermöglicht, sich nahtlos innerhalb des ANS zu bewegen, während es die Homöostase innerhalb des Systems aufrechterhält. Dieses Muster wird durch unseren Atmungsrhythmus moduliert. Bei einem gesunden Menschen erhöht sich beim Einatmen die Herzfrequenz und sinkt bei der Ausatmung. Diese physiologischen Reaktionen ändern sich unter Stressbedingungen. Der aktive Erhalt dieser Flexibilität hingegen ermöglicht eine bessere Kontrolle über das ANS.</p>
<p>Die Resonanzfrequenzatmung ist eine der am besten erforschten und bewährten Techniken zur Stärkung unserer HRV [20, 21]. Hierbei wird ein langsames, tiefes Atemtempo zur Aktivierung des Vagus verwendet. Da die Resonanzfrequenz eines jeden Menschen innerhalb eines bestimmten Bereichs einzigartig ist, ist es wichtig, diese Zahlen individuell zu ermitteln. Die regelhafte Anwendung der persönlichen Resonanzfrequenz verringert zusätzlich das Risiko einer Fehl­atmung, die zu Überatmung, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen oder anderen langfristigen Auswirkungen einer schlechten Struktur führen kann, erheblich. Die Kombination aus Präzisionsatmung und HRV-Biofeedback-Training verhilft ­Individuen, die auf eine Optimierung ihrer Leistungsfähigkeit orientiert sind, zu einem einzigartigen Werkzeug in einer wettbewerbsorientierten Welt. Reisen, Schlafmangel, Stress, moderne Kommunikationsmittel und viele andere Umwelteinflüsse sind allgegenwärtige Störfelder und Faktoren, die unsere Leistungen beeinträchtigen. Mit der Möglichkeit, einige dieser Faktoren durch HRV-Biofeedback und Präzisionsatmungstechniken abzuschwächen, können Spitzenkräfte bessere Leis­tungen erbringen, besser schlafen und mit Stressfaktoren im Leben besser umgehen. Darüber hinaus konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Verwendung dieser Techniken zu Verbesserungen des Blutdrucks und der kardiovaskulären Gesundheit, der kog­nitiven Leistung und der Gehirnfunktion sowie einer Reduktion der stressbedingten Probleme führen kann [22 – 32].</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14946" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423.png" alt="" width="1200" height="244" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423.png 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423-300x61.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423-1024x208.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423-768x156.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423-150x31.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall4_saez0423-450x92.png 450w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p>Der Schlüssel zur angemessenen Nutzung der HRV-Analytik liegt in der konsequenten Messung und Anwendung des HRV-geführten Trainings. Die regelhafte Anwendung der Atemübungen macht nicht nur unseren Körper stärker, sondern gibt darüber hinaus auch Aufschluss, wie gestresst unser System ist. Diese regelhaft protokollierten Messwerte können darauf hinweisen, dass wir uns erholen müssen oder dass wir gestärkt einen harten Trainingstag bewältigen können. Sie können uns helfen, Krankheiten zu verstehen. Ein gestärktes System, das durch HRV-gesteuertes Training geführt wird, kann sich zudem schneller erholen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14948" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1.png" alt="" width="2064" height="713" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1.png 1920w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-300x104.png 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-1024x354.png 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-768x265.png 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-1536x531.png 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-2048x707.png 2048w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-150x52.png 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-450x155.png 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/11/Marshall5_saez0423-1-1200x415.png 1200w" sizes="(max-width: 2064px) 100vw, 2064px" /></p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Techniken und Methoden zum Training der strukturierten Atmung überschwemmen den Markt, da die wissenschaftliche Evidenz positiver Auswirkungen der Atmung immer deutlicher wird. Dabei ist es wichtig, leere Versprechen von wissenschaftlich fundierten Techniken zu unterscheiden. Das Biofeedback der HRV in Kombination mit Atemtraining ist eine solche Methode, die von Fachleuten überprüft wurde und nachweislich das Herz-Kreislauf- und das Atmungssystem sowie viele andere Funk­tionen unseres Körpers verbessert.</p>
<p><i>Literatur</i></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ganzkörper- Kältetherapie</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/14709/ganzkoerper-kaeltetherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Robert Percy Marshall]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Sep 2023 08:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[03/23]]></category>
		<category><![CDATA[ELMAKO]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=14709</guid>

					<description><![CDATA[Cryo-Thermo-Therapie oder Kältetherapie umfasst den gezielten Einsatz von Kälte als Therapeutikum. In Abhängigkeit seiner Applikationsform kann Kälte dabei unterschiedlich physiologische Prozesse induzieren.  Dabei muss man zunächst die Behandlungsoberfläche unterscheiden. Die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Cryo-Thermo-Therapie oder Kältetherapie umfasst den gezielten Einsatz von Kälte als Therapeutikum. In Abhängigkeit seiner Applikationsform kann Kälte dabei unterschiedlich physiologische Prozesse induzieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Dabei muss man zunächst die Behandlungsoberfläche unterscheiden. Die <b>lokale Kälteapplikation</b> zielt auf eine punktuelle Beeinflussung eines Lokalbefundes ab:</p>
<ul>
<li>Analgetisch: Lokal führt Kälte zur Hemmung von Schmerzfasern sowie einer veränderten neuronal-synaptischen und zentralen Verarbeitung</li>
<li>Abschwellend: Kälte (meist in der Kombination mit Druck) führt durch die Vaskonstriktion zu einem Rückgang von Schwellungen (cave: reaktive Vasodilatation)</li>
<li>Anti-Pyretisch: Kälte kann bspw. in Form von Waden­wickeln genutzt werden, um bei Infekten aufkommende Überwärmungen einzudämmen</li>
<li>Muskulär entspannend: Über Hemmung der Motoneuronen wirkt Kälte einem (spastischen) muskulärem Hypertonus entgegen, verbessert die Durchblutung und fördert die Regeneration</li>
</ul>
<p>Die <b>systemische Kälteapplikation </b>erweitert dabei das thera­peutische Spektrum um:</p>
<ul>
<li>Immunsystem stärkend und anti-inflammatorisch: Durch Inhibition der Histamin-Sekretion, Aktivierung des Parasympathikus und Modulation von Entzündungs-Zytokinen stärkt die Cryotherapie das Immunsystem und wirkt Entzündungen entgegen</li>
<li>Stress abbauend: Einerseits durch Stärkung des Vagustonus als auch durch Kreuzadaption auf den Stressor „Kälte“ führt die regelhafte Kältetherapie zum Stressabbau</li>
<li>Schlaf und Stimmung fördernd: die entzündungshemmenden, hormonellen und Vagus-aktivierenden Wirkungen sind stimmungsaufhellend und unterstützen einen gesunden Schlaf</li>
<li>Regenerativ: der Einsatz von thermischen Wechsel- und Kältebädern führt zu einem optimierten Abtransport von zellulären Stoffwechselendprodukten<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ul>
<p>Darüber hinaus kann die <b>Kältetherapie zur Beeinflussung des Metabolismus und der allgemeinen Gesundheit</b> genutzt werden: a) Induktion braunen Fettgewebes: Kälte-Therapie führt zur Induktion von beigen und braunem Fettgewebe. Dadurch erhöht und optimiert sich der Energieverbrauch. b) Autophagie induzierend: Durch regelhafte Kältetherapie werden so genannte Cold-Shock-Proteine induziert, die zu zellulären Reparaturprozessen wie Autophagie führt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Kälte kann in unterschiedlichen Aggregatzuständen sowohl in fester Form (Eis, Kompressen oder Peloide), trockener Form (Luft, Gas) oder flüssiger Form (Wasser) mit unter- schiedlichen Temperaturen appliziert werden. Dabei werden unterschiedliche physikalische Prozesse (Konvektion, Konduktion, Radiation und Verdunstung) der thermischen Übertragung genutzt. Mitunter können durch Nutzen von Gasen oder Elektri­zität Temperaturen von weit unter –100 °C erreicht werden. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>In diesem Zusammenhang ist auf den Gebrauch der Kältetherapie als systemisch medizinischer Ansatz durch Expo­sition auf einen Großteil der Körperoberfläche genauer einzugehen. Die <b>Teil- und Ganzkörper-Cryotherapie</b> unterscheidet sich dabei auf die großen Teilbereiche der:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Eis- oder Kältebäder</h3>
<p>Hierbei handelt es sich um 3 – 10 °C kalte Wasser­bäder, in denen ein Großteil des Körpers eingebracht wird. Durch die thermische Konvektion und Konduktion kommt es zu einem schnellen Wärme­abtransport, sodass bereits nach 10 – 15 Minuten ein therapeutischer Nutzen eintritt. Hierbei sind medi­zinische Risiken, wie die kardiovaskuläre Überbelastung und der Kälteschock zu erwähnen. Aufgrund seiner systemischen Belastung ist eine Therapie erst nach ärztlicher Konsul­tation zu empfehlen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Eissauna</h3>
<p>Unter Einsatz von Gasen (zumeist Stickstoff) wird der Großteil des Körpers unter Aussparung der Akren und des Kopfes mit einem Gasgemisch von etwa –150 °C umflutet. Durch Vermischung mit der Umgebungstemperatur wird jedoch selten eine Kühlung von weniger als –80°C erreicht. Durch die inhomogene Kälteverteilung ist eine dauerhafte Bewegung unter lokale Verbrennungsgefahr notwendig. Wir sprechen offiziell von einer Teilkörper-Kälte-Therapie (Partial-Body-Cryo­therapy; PBC). Vorteil der Cryosauna sind die geringeren Energiekosten und das schnelle Abkühlen der Luft (ohne dauerhaften Gebrauch).</p>
<h3>Kryokammer</h3>
<p>Diese Kammersysteme kühlen unter Verwendung von Elektrizität die Luft eines vollständigen Raums auf bis zu –130 °C ab und stellt somit die einzige wirkliche Ganzkörper-Kälte-Therapie (Whole-Body-Cryo-Therapy; WBC) dar. Die Therapiedauer beträgt insgesamt wenige Minuten. Auch hier werden die Akren geschützt. Es kommt aufgrund der homogenen Temperaturverhältnisse zu einem schnellen Absinken der Hautoberfläche sowie der Körper­kerntemperatur, die jedoch aufgrund der Radiation weitaus schonender als bei Eisbädern ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die systemische Ganzkörper-Kälte-Therapie wird dabei vor allem bei lokalen und systemischen Entzündungen wie Rheumatoider Arthritis, Psoriasis/Neurodermitis, Poly-Arthrose oder Schmerzsyndromen/Fibromyalgie verwendet. In den Händen von erfahrenen Therapeuten kann das therapeutische Spektrum umfassend ausgeweitet werden und findet mittlerweile auch in der Prävention eine umfassende Anwendung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ein besonderer Hinweis sollte auf den Einsatz unterschiedlicher Temperaturen in der WBC/PBC gerichtet werden. Um einen systemischen Effekt, der über die anti-inflammatorische Gelenkwirkung hinaus geht, zu erreichen, muss die Hautoberfläche großflächig um 5 °C sinken. Dies wird nur in Systemen mit mindestens –110 °C erreicht. Alle anderen Systeme können keine sichere Veränderung des Organismus auf systemisch-zellulärer Ebene (Hormone, Cytokine, Enzyme) induzieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Einsatz im Sport</b></h2>
<p>Ein regelhafter Einsatz der Kältetherapie im Sport findet ebenfalls statt, wobei eine zielgerichtete Anwendung zwingend notwendig ist:</p>
<ul>
<li>Kälte- und Wechselbäder finden vor allem in der Regeneration weiterhin regelhaft statt und sind wissenschaftlich mit einer relativ hohen Evidenz versehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Cryokammern (PBC, WBC) werden vor allem bei (atraumatischen) Gelenkschwellungen sowie zur Optimierung des ANS und Immunsystems durchgeführt. Hierbei ist von großer Bedeutung, dass der Einsatz von WBC direkt nach Hypertrophie-Training den Trainingseffekt unterdrückt.<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
<li>Die lokale Eisbehandlung von muskulären Verletzungen ist nicht unumstritten. Es gibt experimentelle Hinweise auf Heilungsverzögerungen, sodass hier vor allem die Kompression unter Zuhilfenahme von kaltem Wasser statt Eisbeutel in den Vordergrund der Verletzungsversorgung und Schwellungsprophylaxe gerückt ist.</li>
</ul>
<p>Eine relativ junge Form der Kältetherapie ist die <a href="https://sportaerztezeitung.com/applications/elmako-gmbh-co-kg/"><b>neuroreflektorischen hyperbare Kältetherapie</b></a>. Hierbei handelt es sich um eine lokale Therapieform, bei der auf –78 °C gekühltes CO<sub>2</sub> mit Überdruck auf ein Hautareal gezielt appliziert wird. Die Haut wird dabei innerhalb kürzester Zeit unter thermischer Kontrolle auf 4 °C herabgekühlt. Anders als bei der lokalen Eistherapie kommt es daher nicht zu Schäden auf Zellebene, die den Heilungsprozess verlangsamen (Membranschäden und Dehydratation), sondern man nutzt vielmehr die gewollten Aspekte der Kryotherapie. Es kommt wie oben beschrieben zu einer lokalen Herabregulation neurogener Strukturen, vornehmlich des Schmerzreizes und des Muskeltonus. Anti-phlogistische, regenerative Ergebnisse durch Herabregulation von pro-inflammatorischen Gewebshormonen und Stimulation des Lymphgewebes werden klinisch beschrieben, bedürfen aber noch wissenschaftlicher Evidenz. Interessant ist, dass die Ergebnisse über die lokale Applikation hinaus, möglicherweise aufgrund der neuronalen Wirkung auch auf systemischer Ebene nachweisbar sind. Diese Therapie findet sowohl in der Sportmedizin, postoperativen Versorgung als auch in der Therapie von chronischen Leiden statt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Literatur</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT. Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives. Open Access J Sports Med. 2014 Mar 10;5:25-36. doi: 10.2147/OAJSM.S41655. PMID: 24648779; PMCID: PMC3956737.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Kang JI, Jeong DK, Choi H. Effects of microcurrent and cryotherapy on C-reactive protein levels and muscle tone of patients with rotator cuff reconstruction. J Phys Ther Sci. 2018 Jan;30(1):37-41. doi: 10.1589/jpts.30.37. Epub 2018 Jan 27. PMID: 29410562; PMCID: PMC5788771.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Louis J, Theurot D, Filliard JR, Volondat M, Dugué B, Dupuy O. The use of whole-body cryotherapy: time- and dose-response investigation on circulating blood catecholamines and heart rate variability. Eur J Appl Physiol. 2020 Aug;120(8):1733-1743. doi: 10.1007/s00421-020-04406-5. Epub 2020 May 30. PMID: 32474683; PMCID: PMC7340648.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Patel K, Bakshi N, Freehill MT, Awan TM. Whole-Body Cryotherapy in Sports Medicine. Curr Sports Med Rep. 2019 Apr;18(4):136-140. doi: 10.1249/JSR.0000000000000584. PMID: 30969239.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Tabisz H, Modlinska A, Kujawski S, Słomko J, Zalewski P. Whole-body cryotherapy as a treatment for chronic medical conditions? Br Med Bull. 2023 Jun 21;146(1):43-72. doi: 10.1093/bmb/ldad007. PMID: 37170956.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Worseck, Dr Josephine. </em><em>Die Heilkraft der Kälte: Mit Kälte das Immunsystem stärken, Stress reduzieren und leistungsfähiger werden. riva, 2020.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-14711 size-medium alignnone" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-224x300.jpg 224w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-765x1024.jpg 765w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-768x1029.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-150x201.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292-450x603.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2023/08/Buch_Kaelte_saez0323-e1691663778292.jpg 1117w" sizes="(max-width: 224px) 100vw, 224px" /></p>
<p><b>Die Kraft aus der Kälte<br />
</b>Winfried Papenfuß /Fünfte, überarbeitete<span class="Apple-converted-space"> </span>und erweiterte Auflage / Dezember 2022, edition k,<br />
<b>ISBN 978-3-938912-11-9,<span class="Apple-converted-space"> </span></b><b>EUR 28,00 (DE)</b></p>
<p>&nbsp;</p>
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