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	<title>Dr. med. Werner Klingelhöffer, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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		<title>Myofascialer Bewegungsablauf</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/3895/myofascialer-bewegungsablauf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Werner Klingelhöffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2020 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[04/19]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. med. Benjamin Stracke, Klinik Bad Aibling; Alexander Linner, GC Beuerberg Warum spielen (ehemalige) Leistungssportler so schnell gut Golf? Wo sich Hobbysportler abmühen, den schwierigen Ablauf des Golfschwunges zu erlernen, [...]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. med. Benjamin Stracke, <strong>Klinik Bad Aibling</strong></strong>;<strong> Alexander Linner</strong>, <strong>GC Beuerberg</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum spielen (ehemalige) Leistungssportler so schnell gut Golf? Wo sich Hobbysportler abmühen, den schwierigen Ablauf des Golfschwunges zu erlernen, scheint es bei Profisportlern, gleich aus welcher Sportart, deutlich schneller zu gehen. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung haben wir den myofascialen Bewegungsablauf im Golfsport – auch speziell unter Berücksichtigung der Funktionallinien nach Th. W. Myers – mit dem Bewegungsablauf anderer Sportarten wie Fußball, Tennis, Handball und Volleyball untersucht und verglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zentrale Punkt (in Abb. 1 blau) ist bei allen Sportarten der Drehpunkt und befindet sich etwas oberhalb des Steißbeines (LWK 3). Dort kommt es bei einer Bewegung zu einer Ventralisierung des Beckens und in Gegenrichtung zu einer Dorsalisierung der darüber liegenden Wirbelsäulenabschnitte. Das gezielte Training dieses Punkts ist Voraussetzung für einen harmonischen muskulären Bewegungsablauf. Dieser zentrale Punkt wird bei Pilates als Powerhouse bezeichnet und hat im Coretraining wie auch in vielen asiatischen Trainingsmethoden ebenfalls eine wichtige Bedeutung. In der Sportkinesiologie sprechen wir vom Schnittpunkt der 3 Ebenen aus links/rechts, oben/unten und vorne/­hinten. Um die einzelnen Ebenen stimmig zueinander zu bekommen, bedarf es eines balancierten Trainings. Profisportler haben diese Balancierung verinnerlicht. Beim Fußball z. B. ist bereits beim Kind das Erlernen der Beidfüßigkeit ein Thema, um die Balancierung zu erreichen. Beim Golf wäre es ebenso notwendig, den Bewegungsablauf beidseitig zu üben, um die körperliche Balance zu verbessern. Da dies üblichweise nicht geschieht, sollte alternativ ein spezielles myofasciales Training zur Vorbereitung angeboten werden (z. B. beidseitiges Training des Stand- und Spielbeins). Das Golftraining beginnt mit dem Erlernen der Technik, allerdings ist die Kombination mit einem gezielten myofascialen Training notwendig. In einem perönlich zugeschnittenen sportkinesiologischen Trainingsprogramm für den Golfschwung, aber auch die Schlagvorbereitung („Pre-Shot-Routine“), lernt der Golfer nicht nur die für ihn passende Technik des Schlages, sondern auch die Körperbalance, die ein Profisportler bereits mitbringt. Diese Übungen müssen in einen Automatismus münden, um daraus eine unumstößliche Fokussierung und Balance für das Platzspiel zu erreichen. Ein&nbsp; Experimentieren technischer Variabilitäten auf dem Platz bringt in keiner Sportart sonderlich viel.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="916" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-916x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3898" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-916x1024.jpg 916w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-268x300.jpg 268w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-768x858.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-150x168.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419-450x503.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer1_saez0419.jpg 1200w" sizes="(max-width: 916px) 100vw, 916px" /><figcaption>Abb. 1 Linien n. Th.W. Myers und zentraler Punkt</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bilateralität der Gehirnhälften</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sportkinesiologie sind den beiden Gehirnhälften verschiedene Parameter zugeordnet. Kurz gesagt übernimmt die linke Gehirnhälfte die Bereitstellung der Aktion, also die aktive Muskelarbeit. Die rechte hat als übergeordneten Parameter die Emotion. Hier spielen auch emotionale Dinge wie Wahrnehmung, Gerüche und Lautstärke eine Rolle, erlerntes Wissen wird abgespeichert. Dieses Areal, manchmal auch Software des Gehirns genannt, speist bei Bedarf die linke Seite. Damit erreicht man eine ausgeglichene gleichbleibende Leistung, weil beide Gehirnhälften sich im Austausch befinden (Shunt). Die Faszienforschung hat uns gelehrt, dass das Bindegewebe als zweites Gehirn fungiert. Das heißt, automatisierte Bewegungsabläufe werden auch hier gespeichert. Die Bilateralität seiner Gehirnhälften ruft der quereinsteigende Leistungssportler ab. Er stellt damit 100 % seines Körpers bereit. Nach Aussagen von Golfern spielt diese Beidseitigkeit eine untergeordnete Rolle. Die Hauptanforderung im Golfsport wird eher in der kinesiologisch definierten rechten Gehirnhälfte gesehen (emotionale Kompetenz). Damit nimmt die linke Gehirnhälfte (analytische Kompetenz) nicht die gleiche Rolle wie beim Leistungssportler-Sportler ein. Der Golfer sieht seine bereitgestellte 80 % selbst als seine 100 % an. Sobald es jedoch zu einer muskulären Anforderung kommt (z. B. sehr hügeliges Gelände) kompensiert er dieses Defizit mit Hilfsmitteln (Caddy), weil er selbst über emotionale Wege seine 100 % nicht steigern kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="823" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-1024x823.jpg" alt="" class="wp-image-3897" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-1024x823.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-300x241.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-768x618.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-150x121.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419-450x362.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer2_saez0419.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Bilateralität der Gehirnhälften</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Training, Konzentration &amp; Koordination</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um in Balance zu bleiben, müssen muskuläre Trainings und Dehnungen durchgeführt werden. Damit schafft man es, balanciert den nächsten Golfschwung auszuüben, was regelmäßig zu einem besseren Erfolg führt. Das sportkinesiologische Training kann nach persönlicher Konstitution erfolgen, so dass es nicht zu einer Überforderung kommt. Golf auf dem Platz kann unter sportkinesiologischen Aspekten in zwei verschiedene Phasen eingeteilt werden: 1. der Schwung 2. die Gehstrecke zwischen zwei Schlägen. Zum einen spielt beim Golfschwung die vorausgegangene Konzentration eine sehr wichtige Rolle. Zum anderen ist die Ausführung des Schwungs nur exakt möglich, wenn eine physikalisch-mentale Balance besteht. Die Koordination des Geistes ist die Konzentration, die Konzentration des Körpers ist die Koordination. Die Konzentration besteht aus der notwendigen Fokussierung, die Koordination aus dem Bewegungsablauf. Wenn beide Parameter zusammenspielen, kommt es zur Verbesserung des Spiels. Das Erlernen des Golfschwungs und das Etablieren einer festen Pre-Shot-Routine kann mit sportkinesiologischen Trainingstechniken im myofascialen und psychologischen Bereich ergänzt werden. Wir kennen dies in vielen Sportarten: In der Mitte der zweiten Fußballhalbzeit gibt es die meisten Verwarnungen. Durch Ermüdungserscheinungen kommt es zur Reduktion der emotionalen Kompetenz, die aber zur Kontrolle der analytischen Kompetenz zur Verfügung stehen sollte. Nur hochemotionale Unterstützung wie die Laola-Welle oder die Sprechchöre (der 12. Mann) treibt die linke Gehirnhälfte an. Diese „rettet“ kurzfristig den erforderlichen myofas­cialen Bewegungsablauf. Beim Golfen wird der Athletic-Sportler nicht so weit gefordert, dass es zu einer Verminderung der muskulären Leistungsfähigkeit kommt, so dass er nicht auf diesen Mechanismus zurückgreifen muss. Der Golfer bedarf vielmehr der ”koordinativen“ Konzentration (Fokussierung). Voraussetzung ist dabei allerdings der im Pre-Shot trainierte balancierte Muskelzustand, so dass er bei Bedarf diese Fokussierung abrufen kann. Die Sportkinesiologie hat hier einige Übungen, um die physikalisch-mentale Balance zu erreichen. Hier zeigt sich der Unterschied zum Profisportler – auch aus anderen Sportarten. Er besitzt bereits oftmals die myofasciale Symmetrie, um schnell die Kunst des Golfspiels zu erlernen. Auch hat er gelernt, mit emotionalen Belastungssituationen umzugehen. Der Golfschlag mit konzentrierter muskulärer Ausführung über den Mittelpunkt des Körpers, ist der eine Teil. Der andere ist die mentale regenerative Phase zwischen den Schlägen, bei der der vergangene Schlag richtig eingeordnet werden muss und aufbauend den nächsten Schlag vorbereitet. Auch dafür hat die Sportkinesiologie zahlreiche Übungen, die mit der jeweiligen Sportart abgestimmt werden können. Natürlich geht man hier auf die Bedürfnisse der Person ein. Eine Zieldefinition des Sportlers ist aber Voraussetzung. Kinesiologisch wird damit der shunt über die Synapsenbrücke der beiden Gehirnhälfte verbessert. Eine Unterbrechung dieses Austausches führt unweigerlich zu einer Verschmälerung des eigenen Könnens und häufig genug zur Frustation.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-3896" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-1024x682.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-300x200.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-768x511.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-150x100.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419-450x300.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/12/Klingelhoeffer3_saez0419.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Dynamisches Stretching Rückenstrecker/Iliopsoas</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf defizitäre Körperareale zugeschnittene myofasciale Trainingseinheiten sind für den Bewegungsablauf beim Golfschwung ein Vorteil. Zusätzlich positiv auswirken können sich spezifische, die Balance fördernde kurze Übungen, welche man zwischen zwei Golfschwüngen durchführen kann. Dies kann schlussendlich zu einer Verbesserung des Handicaps führen. Es ist aber nur dann möglich, die körperliche und mentale Balance eines quereinsteigenden Profisportlers zu erreichen, wenn der Golfer bestrebt ist, auch die myofascialen Voraussetzungen zu schaffen. Dies bedeutet, dass auch das Training der Pre-Shot-Routine und der Rundenvorbereitung beim Amateurgolfer mehr Raum einnehmen sollte.&nbsp;</p>
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		<title>Achtsamkeit</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/psychologie/1156/achtsamkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Werner Klingelhöffer&#160;,&#160;Dr. rer. medic. Florian Wiedemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2020 14:46:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[03/20]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „im Hier und Jetzt“ wird mittlerweile fast inflationär verwendet. Die Vergangenheit ist passé und die Zukunft nicht vorhersehbar. Also wird das „Hier und jetzt“ als selbstverständlich dahingesagt, aufgrund [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Begriff „im Hier und Jetzt“ wird mittlerweile fast inflationär verwendet. Die Vergangenheit ist passé und die Zukunft nicht vorhersehbar. Also wird das „Hier und jetzt“ als selbstverständlich dahingesagt, aufgrund der Corona-Pandemie und des erfolgten Lockdowns wurde es uns unvorbereitet aufgezwängt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sportkinesiologie teilt die geistigen Kompetenzen in die analytische linke Gehirnhälfte und in die emotional/ soziale rechte Gehirnhälfte. Unser gesellschaftliches Wertesystem ist stark linkslastig (ca.70 %). Der Sportler lässt sich frenetisch feiern mit seinen Erfolgen, er genießt die Anerkennung und die jubelnden Zuschauer. Der Bühnenkünstler, mit einigen Strahlern auf der Bühne herausgestellt, der Unternehmer mit einem hervorragenden Geschäftsabschluss oder der sportive Jugendliche, der es gewohnt ist, jeden Tag mit seinen Freunden etwas anderes zu unternehmen, viele verlieren in dem stattgefundenen Lockdown plötzlich ihren Halt, ihr Gefühl für ihren Eigenwert. Das trifft umso mehr zu, wenn sich das normale Leben ohne eigenes Verschulden durch Arbeitslosigkeit, Insolvenz, Krankheit usw. nicht mehr gestalten lässt. Die Symptomatik der einzelnen Professionen ist sehr ähnlich, trifft sie doch immer den emotionalen Bereich des Gehirns.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Klingelhoeffer_Abb1_saez0320-1024x440.jpg" alt="" class="wp-image-889" width="500" height="207"/><figcaption>Abb. 1 Aufgaben der beiden Gehirnhälften mit ihren Intelligenzen</figcaption></figure></div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Training, welches die Verbindung beider Gehirnhälften anspricht</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Der Neurowissenschaftler Richard Davidson postuliert sechs voneinander unabhängige Schaltkreise, wobei einer die Fähigkeit der Konzentration und des sich Lösens störender Gedanken abbildet. Hier setzt die Meditation ein. Alle diese Schaltkreise befinden sich kinesiologisch gesehen in der rechten Gehirnhälfte. Diese zu trainieren und damit den Selbstwert zu erkennen und darauf aufzubauen, zeigt die Sportkinesiologie und das Achtsamkeitstraining (Jon Kabat Zinn). Für beste Ergebnisse idealerweise in Kombination. Wir präferieren deshalb ein Training, welches die Verbindung beider Gehirnhälften anspricht. Zusätzlich kommen Aufgaben hinzu, welche die rechte Gehirnhälfte zusätzlich fordert. Der aktuellen Lage geschuldet, wurden die Übungen mit dem geforderten Abstand durchgeführt. Dies geschieht im Mannschaftstraining durch das Nennen des Namens des Mitspielers, im Einzeltraining durch das Nennen von emotionalen Begriffen, die Übungen können mit dem geforderten Abstand durchgeführt werden. Abb. 2 zeigt Spieler, die mittels Schwimmnudeln eine liegende Acht laufen. Dabei bekommen sie Pässe von der Seite. Zum einen ist es für viele problematisch, einmal links und einmal rechts rum zu laufen. Genauso schwierig ist es, den Namen im Vorhinein von dem zu rufen, der den Ball danach bekommt, bevor man ihn selbst hat (siehe dazu auch www.kinsporth.com/Galerie – Film 3). Die Nennung des Namens ist eine tiefe Emotion. Der Einzelsportler kann z. B. Übungen wie auf Abb. 3 durchführen (Hand/Fuß-Matte) und nach jeder Zeile einen vorgegeben emotionalen Begriff laut nennen (Film 2). Dabei ist es günstig, wenn der Trainer die emotionalen Begriffe vorgibt, die er gerne bei seinem Sportler verankert sehen möchte. Danach kann man den Sportler das Gelesene nochmals abfragen. Natürlich ist das auch in Gruppen möglich.</p>



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<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Klingelhoeffer_Abb2_saez0320-1024x916.jpg" alt="" class="wp-image-890" width="337" height="285"/><figcaption>Abb. 2 Achterlauf mit Passzuspiel für beide Gehirnhälften
</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Klingelhoeffer_Abb3_saez0320-1024x992.jpg" alt="" class="wp-image-891" width="337" height="285"/><figcaption>Abb. 3 Hüpfen mit wechselnder Hand/ Fußbelastungen</figcaption></figure></div>
</div></div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu bekommt aber das Achtsamkeitstraining eine besondere Bedeutung, das zugegebener Maße schon in der Grundschule gezeigt werden sollte und nicht erst, wenn wegen psychischer Probleme ein Einschreiten erforderlich ist. Im Kindergarten wird der Grundstock dieses mentalen Trainings wie selbstverständlich praktiziert: dort gibt es Sitzkreise für bestimmte Anlässe, gemeinsames Singen und das Erlernen der Empathie, Wertschätzung und Geduld. Mit Eintritt in die Schule wird durch Konkurrenzkampf und familiären Forderungsansprüchen vieles vergessen und die analytische Kompetenz entwickelt sich stärker als die emotional/soziale. Die emotionalen Grundstrukturen sind aber vorhanden, sie können durch Fokussierung, Wahrnehmung, Intuition und Visualisierung gepflegt werden. Allerdings kommen wir nur allzu schnell in das Schema des Bewertens. Dies zu bemerken oder zu benennen reicht aber völlig aus. Die ungenügende Leistung beim Sport, wo Wetter, Gegner oder falsche Trainingsanleitung als Ursache angeführt wird, ist Bewertung. Nie ist es die fehlende Fokussierung, Einstellung oder Konzentration. Der sportliche Erfolg ist nur mit dem passenden Flow zu erreichen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Vier Ebenen des Achtsamkeitstrainings</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Meditation, hier das Achtsamkeitstraining, hat vier Ebenen, die durchlaufen werden. In Ebene 1 nimmt man die Umwelt, also z. B. den Raum, die Geräusche und Gerüche wahr. Ebene 2 bedeutet zunächst, sich des unablässigen Stroms von Gedanken und Bewertungen bewusst zu werden (Metakognition) und auch emotionale Impulse wahrzunehmen. Darauf aufbauend kann man beobachten, wie sich diese inneren Reaktionsebenen wechselseitig beeinflussen und verstärken. Das führt unmittelbar zu Ebene 3. Gerade Gefühle gehen häufig mit körperlichen Empfindungen einher, die man, genauso wie andere Empfindungen (z. B. Ellbogen auf Knie) bewusst wahrnimmt. Eine Möglichkeit ist, den Körper von oben nach unten durch zu scannen. Ebene 4 schließt sich an mit der Konzentration auf die Atmung, auf das Heben und Senken des Brustkorbs. Der Sympatikus steuert hierbei die Einatmung, der ­Parasympatikus die Ausatmung. In dieser Phase wird die Konzentration durch viele Gedanken gestört, man bemerkt dies und kommt wieder zur Atmung zurück. Das Bemerken der Gedankenstörungen ist die Achtsamkeit. Wesentlich ist dabei eine innere Haltung, die von Wohlwollen und Akzeptanz geprägt ist. Es geht darum, zunächst einmal alles, was man erlebt, genauso anzuerkennen, wie es ist und dabei auch eigene Widerstände und innere Kämpfe zu bemerken. Die Folge ist mehr Klarheit und Gelassenheit, was in der Regel konstruktive und kreative Lösungen ermöglicht. Heinz et al nehmen an, dass eine solche akzeptierende Haltung besonders wichtig ist, um in Wettkampfsituationen gut mit Störungen umgehen zu können. In dieser Phase sind aus sportlicher Sicht Motivation, Konzentration, Visualisierung, Ruhe, Entstressung und Fokussierung angesagt. Eine professionelle Schulung ist aber ratsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Klettern als Beispiel ist eine höchst meditative und kinesiologische Sportart. Jeder Schritt wird bedacht, die Bewegung findet meist überkreuz statt und die physischen Kontaktpunkte werden wahrgenommen. Hinzu kommen das Vertrauen der Sicherungsperson und die Ruhe und der Geruch, die die Natur hergibt. Psychologen arbeiten schon längst mit den ­Regeln der Achtsamkeit. Depression, Angst, Burnout und ähnliche Symptome sind häufig Medikamenten sparend mit diesem Training zu beeinflussen. Dabei ist es egal, ob bei professionellen Sportlern, Unternehmern oder Kontakt-verbietenden Jugendlichen die emotionale Leere entsteht. Wir alle müssen uns plötzlich mit unseren Emotionen selbst beschäftigen, was wir meist nicht gelernt haben. So ist ein Lockdown eine kurzfristige Phase, die wir als Momentum überstehen, die langfristige Folge wird das zu lösende Problem werden. Das Erkennen des verminderten Selbstwertes ist als Trauma zu verstehen. So haben die Jugendlichen beim kontaktlosen Fußballtraining einen Enthusiasmus gezeigt, der letztlich auch als emotionales Überborden einer blockierten Emotionalität zu verstehen ist. Der digitale Gedankenaustausch ist in Zeiten einer Krise richtig, aber ihm sollte nie die Zukunft gehören (ausgenommen streng fachliche Themen). Der Aktionismus der Politik, möglichst viel in die Digitalisierung zu stecken, ist kontraproduktiv für unseren emotionalen Zustand und wird neben dem Virus weitere Krisen forcieren, wie z. B. Kontakt- und Respektlosigkeit, Aggression und soziale Spannungen. Gerade hier spielt der Sport eine große Rolle, um die negative Entwicklung aufzufangen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-medium is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2020/08/Klingelhoeffer_Abb4_saez0320-220x300.jpg" alt="" class="wp-image-892" width="329" height="459"/><figcaption>Abb. 4 Körperscan, Wahrnehmung der Ebenen, Atmung</figcaption></figure></div>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Training der emotionalen Kompetenz mit Sportkinesiologie und Achtsamkeit ist eine Möglichkeit, mit Ruhe und Gelassenheit zur Normalität zurück zu kommen.</p>
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