<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Dr. med. Gerrit Keferstein, Autor bei sportärztezeitung</title>
	<atom:link href="https://sportaerztezeitung.com/author/keferstein-gerrit/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://sportaerztezeitung.com/author/keferstein-gerrit/</link>
	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
	<lastBuildDate>Tue, 18 Mar 2025 10:14:02 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/08/cropped-s_icon_square@2x-32x32.png</url>
	<title>Dr. med. Gerrit Keferstein, Autor bei sportärztezeitung</title>
	<link>https://sportaerztezeitung.com/author/keferstein-gerrit/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Immunsignatur</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/7071/immunsignatur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Gerrit Keferstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2021 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=7071</guid>

					<description><![CDATA[Die engen Verbindungen zwischen einem erkrankten Energiestoffwechsel im Sinne des metabolischen Syndroms und einer reduzierten Immunfunktion wurden besonders im Kontext der COVID19 Pandemie deutlich [1]. Metabolische Vorerkrankungen und ihre Biomarker [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die engen Verbindungen zwischen einem erkrankten Energiestoffwechsel im Sinne des metabolischen Syndroms und einer reduzierten Immunfunktion wurden besonders im Kontext der COVID19 Pandemie deutlich [1]. Metabolische Vorerkrankungen und ihre Biomarker wie erhöhtes viszerales Körperfett, Dyslipidämie, Hyperglykämie, Hypertonus und Endotoxämie dienen nicht nur zur Risikostratifizierung im Kontext einer chronischen Stoffwechselerkrankung, sondern dienen gleichermaßen auch als Biomarker zur Risikostratifizierung im Kontext der COVID19 Erkrankung [2 – 8].</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel und Immunsystem sind deshalb so eng, weil evolutionär das mensch­liche Fettgewebe, das Immunsystem und die Stoffwechselorgane wie Leber und Pankreas ein und dasselbe Organ waren. Bei der Fruchtfliege heißt dieses Organ „Fettkörper“ und es erfüllt immunologische und metabolische Aufgaben [9]. Das Immunsystem braucht große Mengen Energie für eine frühe, präzise und selbstlimitierende Immunantwort. Steht diese Energie nicht zur Verfügung, dann ist die Immunantwort zu spät, unpräzise und es fehlt mög­licherweise die Fähigkeit zur Selbst­limitierung, was im schlimmsten Fall in einem Zytokinsturm enden kann.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn beim heutigen Homo Sapiens die Organe anatomisch ausdifferenziert sind, sind die gemeinsamen Rezeptoren dieses Stoffwechsel-/Immunkomplexes evolutionär konserviert und finden sich heute noch sowohl in Fettgewebe als auch im Stoffwechsel sowie ebenso im angeborenen Immunsystem. Zu diesen Rezeptorklassen gehören die „Toll Like Rezeptoren (TLR)“, die „TNF Rezeptoren (TNFR)“ („das Inflammosom“) und die Insulinrezeptoren. Eine chronische Aktivierung des Inflammosoms führt zu einer Blockade der Insulinrezeptoren und damit zu einer Insulinresistenz [9]. Der Zusammenhang des Immunsystems und des Stoffwechsels ist im Kontext des Insulinrezeptors sogar so eng, dass es bei genetisch ausgeschalteter Inflammosom-Aktivität nicht möglich ist, bei Mäusen über die Ernährung eine Insulinresistenz auszulösen. Ohne Entzündung keine Insulinresistenz [10]. Die Insulinresistenz liegt am Fundament vieler chronischer Erkrankungen und stellt einen großen Risikofaktor für einen schweren Infektionsverlauf dar, denn besonders die T-Zellen des Immunsystems werden insulinabhängig aktiviert und verlieren unter Insulinresistenz an Funktion [11 – 16].&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Simpler ausgedrückt führt eine solche chronische Aktivierung des angeborenen Immunsystems im Sinne einer „chronic low grade inflammation“ einerseits zu chronischen Stoffwechselerkrankungen und gleichzeitig zu einer herabgesetzten Infektionsabwehr [9, 17].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stoffwechsel und Immunsystem sind eng und untrennbar miteinander verbunden. Daher bezeichnet man Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Neurodegeneration und Asthma auch als Ausprägungen einer chronischen, systemischen „Metaflammation“ (Inflammation des Metabolismus) und somit als immunometabolische Erkrankungen [9, 18]. Diese immunometabolischen Erkrankungen sind nicht rein genetischen Ursprungs. Das wissen wir, weil es zahlreiche Beispiele gibt von nicht-industrialisierten Zivilisation, in denen die Lebenserwartung ähnlich der Lebenserwartung in industrialisierten Nationen ist, jedoch die Prävalenz der immunometabolischen Erkrankungen deutlich niedriger ist [19]. Untersuchungen an Pima Indianern und australischen Aborigines haben gezeigt, dass diese Menschen innerhalb eines industrialisierten Lebensstil sehr schnell immunometabolische Erkrankungen entwickeln [20, 21]. Diese sind allerdings wieder rückläufig, sobald sie in ihren traditionellen Lebensstil zurückkehren [22]. Eine „Flucht in die Vergangenheit“ ist für Menschen in industrialisierten Gesellschaften allerdings nicht zwingend notwendig, wie moderne Untersuchungen zeigen. Denn es ist möglich, mit Hilfe einiger weniger Prinzipien eine Metaflammation auch innerhalb einer industrialisierten Gesellschaft zu verhindern und sogar umzukehren [18, 23 – 25]. Wenn wir sowohl die chronischen immunometabolischen Erkrankungen reduzieren wollen als auch das Risiko für schwere Infektionserkrankungen reduzieren möchten, dann müssen wir die lebensstilbedingten Ursachen einer chronischen Aktivierung des angeborenen Inflammosoms adressieren. So können wir innerhalb eines modernen, industrialisierten Lebensstils unseren Stoffwechsel-Immunkomplex (unsere Immunsignatur) gesund halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Intermittent Life</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Forscherteam entdeckte im Jahre 1972 auf der Insel Rapa Nui, auch bekannt als Osterinsel, im Boden eine bakterielle Substanz, die dann Rapa-mycin getauft wurde [26]. Zunächst war nicht klar, ob diese Substanz einen Effekt auf den Säugetierorganismus hat. Dann stellte sich heraus, dass es sehr wohl auch in Säugetieren („mammals“) einen Rezeptor für diese Substanz gibt. Dieser wurde dann „mammalian target of rapamycin (mTOR)“ genannt. Der mTOR Komplex hängt ganz eng mit dem TLR und Insulinrezeptorkomplex zusammen. Eine chronische Gabe von Rapamycin bei Säugetieren, und damit eine chronische Hemmung von mTOR, supprimiert das Immunsystem und kann gleichzeitig zu Stoffwechselstörungen führen [27]. Eine intermittierende Gabe von Rapamycin und damit eine intermittierende Hemmung von mTOR hat jedoch deutliche lebensverlängernde Effekte (im Tiermodell) und verbessert gleichzeitig deutlich die Stoffwechselfunktion [28, 29]. Ähnliche Effekte einer intermittierenden anstatt chronischen Aktivierung sehen wir bei dem Tumorsuppressor-Gen p53. Eine chronische Aktivierung supprimiert Krebs, beschleunigt allerdings die Alterung, eine chronische Inhibierung (z. B. durch chronische Inflammation) fördert jedoch Krebs [30]. Weitere Beispiele sind die intermittierende vs. chronische Gabe von Anti-Oxidantien sowie die Yamanaka Faktoren, für die es 2012 den Medizinnobelpreis gab und anhand derer gezeigt werden konnte, dass durch eine intermittierende Stimulation sogar ausdifferenzierte Zellen wieder zu pluripotenten Stammzellen werden können. Auf Basis dieser Prinzipien entfaltet auch intermittierendes Fasten seine immunregulatorische, stoffwechseloptimierende, therapeutische und (im Tiermodell) lebensverlängernde Wirkung [31]. Aber auch andere Elemente eines „intermittent life“ [32], wie intermittierende Kälte (Kryotherapie) [33], intermittierende Hitze (Sauna) [34], intermittierendes Intervalltraining (HIIT) [35], intermittierende Sauerstoffüberladung [36, 37], intermittierender statt chronischer Stress [38] und sogar intermittierendes Trinken konnten bereits positive Effekte auf den Stoffwechsel-Immunkomplex zeigen [39]. Wir kommen evolutionär aus einem extremen Umfeld mit intermittierender Kälte, intermittierender Hitze, intermittierendem Stress, intermittierendem Nahrungsmangel und intermittierender Wasserverfügbarkeit. Das evolutionäre Argument ist, dass wir uns über Millionen von Jahren an dieses Umfeld angepasst haben und erst die chronische Stabilität des modernen Umfelds unsere Stoffwechsel- und Immunphysiologie in eine Maladaptation geführt hat [40, 41]. Neueste Daten deuten darauf hin, dass eine Implementierung eines „intermittent life“ innerhalb kurzer Zeit zu einer Optimierung des Stoffwechsel-/Immunkomplexes führt und damit zu einem deutlichen Rückgang der Biomarker für chronische Krankheit oder schwere Infektionsverläufe.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>„ALLES WAS WIR CHRONISCH MACHEN,&nbsp;MACHT CHRONISCH KRANK“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gesunde Barrieren, Gesunder Stoffwechsel</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die physiologische akute Stressreaktion ist dafür da, Energiereserven zu mobilisieren und für die Arbeitsmuskulatur (Kämpfen und Fliehen) zur Verfügung zu stellen. Dazu werden die Herzfrequenz und der Blutdruck erhöht und Adrenalin wird aus der Nebenniere freigesetzt, unter dessen Einfluss Glukose aus der Leber mobilisiert wird und insulinunabhängig in die Arbeitsmuskulatur kanalisiert wird. An dieser Stelle sei gesagt, dass – anders als bei der ernährungsbedingten Insulinresistenz – eine chronische Adrenalinaktivierung auch ohne Beteiligung des Inflammosoms direkt zu einer Insulinresistenz führen kann [42]. Ein wichtiger, allerdings meist unbekannter Teil der physiologischen Stressreaktion ist die Öffnung der Darmbarriere durch eine intrazelluläre Relokalisation von Tight Junctions, welche die Schleimhautepithelzellen miteinander verbinden und „abdichten“ [43, 44]. Diese Öffnung der Barrieren geschieht, damit der Transport von Wasser, Natrium und Glukose aus dem Darm schneller parazellulär erfolgen kann und so der Arbeitsmuskulatur zur Verfügung steht. Im Rahmen einer akuten Stressreaktion bleibt diese physiologische intestinale Permeabilität für etwa 45 Minuten bestehen. Eine chronische Aktivierung der Stressachsen führt allerdings zu einer chronischen intestinalen Permeabilität, was zu einer chronischen Translokation von bakteriellen Endotoxinen führt, die zu einer chronischen Aktivierung des Immunsystems und damit zu einer chronischen Metaflammation mit all ihrer Folgen führen können [45 – 47]. Weitere lebensnahe Einflüsse, die zu einer Schädigung der Tight Junctions und damit einer chronischen intestinalen Permeabilität mit chronischer Endotoxämie führen können, sind:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Getreidegliadine, die direkt das Inflammosom aktivieren und Tight Junctions schädigen. Das passiert<br>in allen Menschen. Nicht nur bei Zöliakie [48, 49].</li><li>Schnell verfügbare Zucker, die zu einer direkten Entzündung der intestinalen Lymphknoten und damit zu viszeraler Adipositas und Metaflammation führen</li><li>Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, welches inzwischen in Deutschland auf 38 % der gesamten Landwirtschaftsfläche und etwa 80 % aller Nutzpflanzen genutzt wird [50 – 53].</li><li>Schlafmangel (besonders wenn kombiniert mit später Bildschirmzeit -&gt; Melatoninmangel) [54, 55]</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit und Ausblick</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits diese wenigen Zusammenhänge über Lebensstil, Stoffwechsel und Immunsystem lösen bei vielen Menschen deutliche „AHA Effekte“ aus, da sie ­lebensnah, praktikabel, evolutionär schlüssig, evidenzbasiert und wenig imperativ sind. Im Sinne einer verbesserten Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit ist es unserer Erfahrung nach ein elementarer Teil einer jeden Therapie von Stoffwechsel- und/oder Immunerkrankungen, über diese Zusammenhänge aufzuklären, sie mit praktischen Übungen erlebbar zu machen und die relevanten Biomarker zu beobachten und lebensnah zu diskutieren. Die Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Immunsystem und Stoffwechsel im Sinne der Immunsignatur und Metaflammation haben sehr lebensnahe Konsequenzen, weil sie direkt an der Schnittstelle zwischen Lebensstil, chronischer Krankheit und Immunkompetenz liegen. Mit den Kenntnissen der Immunsignatur sind wir in der Lage, klassische Stoffwechselerkrankungen (wie Adipositas) über immunologische Strategien zu behandeln und immunologische Erkrankungen (wie Autoimmunerkrankungen) über Stoffwechselstrategien zu behandeln. Der Blick auf die evolutionären Grundlagen der engen Vernetzung von Stoffwechsel, Immunsystem und unserem modernen Lebensstil ermöglicht einen Perspektivwechsel, der Prävention zu einem konkreten und greifbaren Anliegen macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser aktuelles medizinisches Paradigma ist noch sehr darauf basiert, eine Erkrankung erst bei Ausbruch zu iden­tifizieren und dann isoliert zu behandeln. Ein modernes, medizinisches Paradigma der Zukunft adressiert allerdings die gemeinsamen, funktionellen Veränderungen auf Ebene der Metaflammation, bevor sie für uns zu einer beschreibbaren und diagnostizierbaren Enderkrankung werden. Denn diese funktionellen Veränderungen des Stoffwechsel-Immunkomplexes zeigen sich in Form von Insulinresistenz, Dysli­pi­dämie, Endotoxämie, viszeraler Adipositas, und/oder chronischer Inflammation bereits viele Jahre vor Erreichen der Diagnosekriterien einer Erkrankung. Diese immunometabolischen Veränderungen sind als Biomarker der Immunsignatur bereits früh zur Risikostratifizierung und Therapie einsetzbar. Mich persönlich freut es daher sehr zu sehen, wie sich deutschlandweit immer mehr Forschungszentren auf die lebensstilbedingte immunometabolische Aspekte von Gesundheit und Krankheit fokussieren. Das ist in meinen Augen der wichtigste Forschungs- und Handlungsbereich, um eine gesunde Symbiose zwischen uraltem, organischem Leben und der rapiden Zukunft möglich zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir entwickelten in unserem Institut dazu einen Immunsignatur Algorhythmus basierend auf den Biomarkern: Triglyzerid-Glukose-Index (TyG-Index), ein validierter Marker für Insulinresistenz und Metaflammation, Gesamt­cholesterin/HDL Verhältnis, HbA1c%, sowie dem Taille-Grössen-Verhältnis und dem BMI. Der Algorhythmus nimmt eine Risikostratifizierung vor und ermittelt eine individualisierte Lebensstilstrategie um die Metaflammation zu reduzieren und somit das Immunsystem zu stärken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Juli bieten wir eine Online-Weiterbildung an, die den Zugang zur Immunsignatursoftware, bestehend aus Algorhythmus und Lebensstilprotokollen, ermöglicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PRAKTISCHER TAKEAWAY </strong>Das Immunsystem ist notorisch schwer zu greifen und zu optimieren. Über die engen, evolutionären Verbindungen zwischen Energiestoffwechsel und Immunsystem hat jedoch jeder Sportmediziner einen direkten Zugriff auf die Immunfunktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">LITERATUR<br>1. Stefan, N., Birkenfeld, A. L. &amp; Schulze, M. B. Global pandemics interconnected —<br>obesity, impaired metabolic health and COVID-19. Nat. Rev. Endocrinol. (2021).<br>doi:10.1038/s41574-020-00462-1<br>2. Petersen, A. et al. The role of visceral adiposity in the severity of COVID-19: Highlights<br>from a unicenter cross-sectional pilot study in Germany. Metab. &#8211; Clin. Exp. 110,<br>(2020).<br>3. Du, Y., Lv, Y., Zha, W., Zhou, N. &amp; Hong, X. Association of body mass index (BMI) with<br>critical COVID-19 and in-hospital mortality: A dose-response meta-analysis.<br>Metabolism 117, (Elsevier Inc, 2021).<br>4. Chandarana, H. et al. Visceral adipose tissue in patients with COVID-19: risk<br>stratification for severity. Abdom. Radiol. (2020). doi:10.1007/s00261-020-02693-2<br>5. Lemieux, I. et al. Total Cholesterol/HDL Cholesterol Ratio vs LDL Cholesterol/HDL<br>Cholesterol Ratio as Indices of Ischemic Heart Disease Risk in Men: The Quebec<br>Cardiovascular Study. Arch. Intern. Med. 161, 2685–2692 (2001).<br>6. Pal, R. &amp; Bhadada, S. K. COVID-19 and diabetes mellitus: An unholy interaction of two<br>pandemics. Diabetes Metab. Syndr. Clin. Res. Rev. 14, 513–517 (2020).<br>7. Clark, C. E., McDonagh, S. T. J., McManus, R. J. &amp; Martin, U. COVID-19 and<br>hypertension: risks and management. A scientific statement on behalf of the British<br>and Irish Hypertension Society. J. Hum. Hypertens. 20–23 (2021). doi:10.1038/s41371-<br>020-00451-x<br>8. Ren, H. et al. Association of the insulin resistance marker TyG index with the severity<br>and mortality of COVID-19. Cardiovasc. Diabetol. 19, 58 (2020).<br>9. Hotamisligil, G. S. Inflammation, metaflammation and immunometabolic disorders.<br>Nature 542, 177–185 (2017).<br>10. Stienstra, R. et al. The inflammasome-mediated caspase-1 activation controls<br>adipocyte differentiation and insulin sensitivity. Cell Metab. 12, 593–605 (2010).<br>11. Reaven, G. M. Pathophysiology of insulin resistance in human disease. Physiol. Rev.<br>75, 473–486 (1995).<br>12. Tsai, S. et al. Insulin Receptor-Mediated Stimulation Boosts T Cell Immunity during<br>Inflammation and Infection. Cell Metab. 28, 922-934.e4 (2018).<br>13. Daryabor, G., Kabelitz, D. &amp; Kalantar, K. An update on immune dysregulation in<br>obesity-related insulin resistance. Scand. J. Immunol. 89, 1–16 (2019).<br>14. Fischer, H. J. et al. The Insulin Receptor Plays a Critical Role in T Cell Function and<br>Adaptive Immunity. J. Immunol. 198, 1910–1920 (2017).<br>15. Sbierski-Kind, J. et al. T cell phenotypes associated with insulin resistance: results from<br>the Berlin Aging Study II. Immun. Ageing 17, 1–11 (2020).<br>16. Kolb, H., Stumvoll, M., Kramer, W., Kempf, K. &amp; Martin, S. Insulin translates<br>unfavourable lifestyle into obesity. BMC Med. 16, 1–10 (2018).<br>17. Caputo, T., Gilardi, F. &amp; Desvergne, B. From chronic overnutrition to metaflammation<br>and insulin resistance: adipose tissue and liver contributions. FEBS Lett. 591, 3061–<br>3088 (2017).<br>18. Christ, A. &amp; Latz, E. The Western lifestyle has lasting effects on metaflammation. Nat.<br>Rev. Immunol. (2019). doi:10.1038/s41577-019-0156-1<br>19. Pontzer, H., Wood, B. M. &amp; Raichlen, D. A. Hunter-gatherers as models in public<br>health. Obes. Rev. 19 Suppl 1, 24–35 (2018).<br>20. O’DEA, K. Diabetes in Australian Aborigines: impact of the western diet and life style.<br>J. Intern. Med. 232, 103–117 (1992).<br>21. Ravussin, E., Valencia, M. E., Esparza, J., Bennett, P. H. &amp; Schulz, L. O. Effects of a<br>Traditional Lifestyle on Obesity in Pima Indians. Diabetes Care 17, 1067 LP – 1074<br>(1994).<br>22. O’Dea, K. Marked improvement in carbohydrate and lipid metabolism in diabetic<br>Australian aborigines after temporary reversion to traditional lifestyle. Diabetes 33,<br>596–603 (1984).<br>23. Kuryłowicz, A. &amp; Kózniewski, K. Anti-inflammatory strategies targeting<br>metaflammation in type 2 diabetes. Molecules 25, (2020).<br>24. Ertunc, M. E. &amp; Hotamisligil, G. S. Lipid signaling and lipotoxicity in metaflammation:<br>Indications for metabolic disease pathogenesis and treatment. J. Lipid Res. 57, 2099–<br>2114 (2016).<br>25. Charles-Messance, H., Mitchelson, K. A. J., De Marco Castro, E., Sheedy, F. J. &amp; Roche,<br>H. M. Regulating metabolic inflammation by nutritional modulation. J. Allergy Clin.<br>Immunol. 146, 706–720 (2020).<br>26. Seto, B. Rapamycin and mTOR: a serendipitous discovery and implications for breast<br>cancer. Clin. Transl. Med. 1, 1 (2012).<br>27. Kim, E. K. et al. Metformin rescues rapamycin-induced mitochondrial dysfunction and<br>attenuates rheumatoid arthritis with metabolic syndrome. Arthritis Res. Ther. 22, 1–<br>11 (2020).<br>28. Apelo, S. I. A., Pumper, C. P., Baar, E. L., Cummings, N. E. &amp; Lamming, D. W.<br>Intermittent administration of rapamycin extends the life span of female C57BL/6J<br>Mice. Journals Gerontol. &#8211; Ser. A Biol. Sci. Med. Sci. 71, 876–881 (2016).<br>29. Blagosklonny, M. V. Fasting and rapamycin: diabetes versus benevolent glucose<br>intolerance. Cell Death Dis. 10, (2019).<br>30. Gudkov, A. V &amp; Komarova, E. A. p53 and the Carcinogenicity of Chronic Inflammation.<br>Cold Spring Harb. Perspect. Med. 6, a026161 (2016).<br>31. de Cabo, R. &amp; Mattson, M. P. Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and<br>Disease. N. Engl. J. Med. 381, 2541–2551 (2019).<br>32. Pruimboom, L. &amp; Muskiet, F. A. J. Intermittent living; the use of ancient challenges as a<br>vaccine against the deleterious effects of modern life – A hypothesis. Med.<br>Hypotheses 120, 28–42 (2018).<br>33. Wiecek, M., Szymura, J., Sproull, J. &amp; Szygula, Z. Whole-Body Cryotherapy Is an<br>Effective Method of Reducing Abdominal Obesity in Menopausal Women with<br>Metabolic Syndrome. J. Clin. Med. 9, 2797 (2020).<br>34. Henderson, K. N., Killen, L. G., O’neal, E. K. &amp; Waldman, H. S. The cardiometabolic<br>health benefits of sauna exposure in individuals with high-stress occupations. A<br>mechanistic review. Int. J. Environ. Res. Public Health 18, 1–13 (2021).<br>35. Jelleyman, C. et al. The effects of high-intensity interval training on glucose regulation<br>and insulin resistance: a meta-analysis. Obes. Rev. 16, 942–961 (2015).<br>36. Harabin, A. L., Braisted, J. C. &amp; Flynn, E. T. Response of antioxidant enzymes to<br>intermittent and continuous hyperbaric oxygen. J. Appl. Physiol. 69, 328–335 (1990).<br>37. Wilkinson, D., Chapman, I. M. &amp; Heilbronn, L. K. Hyperbaric oxygen therapy improves<br>peripheral insulin sensitivity in humans. Diabet. Med. 29, 986–989 (2012).<br>38. DHABHAR, F. S. Acute Stress Enhances While Chronic Stress Suppresses Skin<br>Immunity: The Role of Stress Hormones and Leukocyte Trafficking. Ann. N. Y. Acad.<br>Sci. 917, 876–893 (2000).<br>39. Pruimboom, L. &amp; Reheis, D. Intermittent drinking, oxytocin and human health. Med.<br>Hypotheses 92, 80–83 (2016).<br>40. Freese, J., Klement, R. J., Ruiz-Núñez, B., Schwarz, S. &amp; Lötzerich, H. The sedentary<br>(r)evolution: Have we lost our metabolic flexibility? F1000Research 6, (2017).<br>41. Wilkin, T. J. &amp; Voss, L. D. Metabolic syndrome: Maladaptation to a modern world. J. R.<br>Soc. Med. 97, 511–520 (2004).<br>42. Deibert, D. C. &amp; DeFronzo, R. A. Epinephrine-induced insulin resistance in man. J. Clin.<br>Invest. 65, 717–721 (1980).<br>43. Ilchmann-Diounou, H. &amp; Menard, S. Psychological Stress, Intestinal Barrier<br>Dysfunctions, and Autoimmune Disorders: An Overview. Front. Immunol. 11, 1–12<br>(2020).<br>44. Zheng, G. et al. Chronic stress and intestinal barrier dysfunction: Glucocorticoid<br>receptor and transcription repressor HES1 regulate tight junction protein Claudin-1<br>promoter. Sci. Rep. 7, 1–12 (2017).<br>45. Kelly, J. R. et al. Breaking down the barriers: The gut microbiome, intestinal<br>permeability and stress-related psychiatric disorders. Front. Cell. Neurosci. 9, (2015).<br>46. Ghosh, S. S., Wang, J., Yannie, P. J. &amp; Ghosh, S. Intestinal Barrier Dysfunction, LPS<br>Translocation, and Disease Development. J. Endocr. Soc. 4, (2020).<br>47. Hollander, D. &amp; Kaunitz, J. D. The “Leaky Gut”: Tight Junctions but Loose Associations?<br>Dig. Dis. Sci. 65, 1277–1287 (2020).<br>48. Lammers, K. M. et al. Gliadin Induces an Increase in Intestinal Permeability and<br>Zonulin Release by Binding to the Chemokine Receptor CXCR3. Gastroenterology 135,<br>194-204.e3 (2008).<br>49. Hollon, J. et al. Effect of gliadin on permeability of intestinal biopsy explants from<br>celiac disease patients and patients with Non-Celiac gluten sensitivity. Nutrients 7,<br>1565–1576 (2015).<br>50. Samsel, A. &amp; Seneff, S. Glyphosate, pathways to modern diseases II: Celiac sprue and<br>gluten intolerance. Interdiscip. Toxicol. 6, 159–184 (2013).<br>51. Torretta, V., Katsoyiannis, I. A., Viotti, P. &amp; Rada, E. C. Critical review of the effects of<br>glyphosate exposure to the environment and humans through the food supply chain.<br>Sustain. 10, 1–20 (2018).<br>52. Qiu, S. et al. Toxic effects of glyphosate on intestinal morphology, antioxidant capacity<br>and barrier function in weaned piglets. Ecotoxicol. Environ. Saf. 187, 109846 (2020).<br>53. Dickeduisberg, M., Steinmann, H.-H. &amp; Theuvsen, L. Erhebungen zum Einsatz von<br>Glyphosat im deutschen Ackerbau. 25 th Ger. Conf. Weed Biol. Weed Control. March<br>13-15, 2012, Braunschweig, Ger. 2010–2013 (2012). doi:10.5073/jka.2012.434.056<br>54. Gao, T. et al. Role of melatonin in sleep deprivation-induced intestinal barrier<br>dysfunction in mice. J. Pineal Res. 67, e12574 (2019).<br>55. Poroyko, V. A. et al. Chronic Sleep Disruption Alters Gut Microbiota, Induces Systemic<br>and Adipose Tissue Inflammation and Insulin Resistance in Mice. Sci. Rep. 6, 1–11<br>(2016).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leaky Gut</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/4945/leaky-gut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. med. Gerrit Keferstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[01/19]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://sportaerztezeitung.com/?p=4945</guid>

					<description><![CDATA[Wir betreuen seit acht Jahren Profisportteams aus verschiedenen Sportarten. Dabei geht es um die Verbesserung der Bereiche Spielerverfügbarkeit, Optimierung der Anpassungsfähigkeit und Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit. Um diese Ziele zu [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir betreuen seit acht Jahren Profisportteams aus verschiedenen Sportarten. Dabei geht es um die Verbesserung der Bereiche Spielerverfügbarkeit, Optimierung der Anpassungsfähigkeit und Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit. Um diese Ziele zu erreichen graben wir immer tiefer und gerade in den letzten fünf Jahren wird uns die Rolle der Darmgesundheit immer ersichtlicher. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Analyse der Verletzungsstatistik der letzten drei Jahre hat z.B. gezeigt, dass zwar nur etwa 20 % aller Spieler Symptome einer Funktionsstörung im Magen-Darm-Trakt haben, diese allerdings für etwa 75 % aller Ausfalltage verantwortlich sind. Der Bereich der Anpassungsfähigkeit und der sportlichen Leistungsfähigkeit ist statistisch wegen ihrer Komplexität nicht mehr so leicht zu erfassen. Es zeigt sich für uns subjektiv dennoch die Tendenz, dass Spieler mit Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt weniger Fortschritte machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts lassen sich funktionell einteilen in Veränderungen im Bereich der:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Digestion (Mastikation &amp; Peristaltik)</li>
<li>Absorption (enzymatische Spaltung und transzellulärer Transport)</li>
<li>Intestinale Permeabilität (parazellulärer Transport)</li>
<li>Darmflora (Mikrobiom)</li>
<li>Inflammation (Immunaktivierung)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alle fünf Bereiche beeinflussen sich gegenseitig. Es ist daher selten eine isolierte Funktionsstörung in nur einem der Bereiche vorzufinden. In diesem Artikel möchten wir speziell das Thema der intestinalen Permeabilität des Dünndarms beleuchten. Es gibt Hinweise darauf, dass eine erhöhte intestinale Permeabilität die Immunfunktion beeinträchtigen kann, was sich in einer Vielzahl von immunologischen Symptomen äußert und die adaptive Kapazität des Immunsystems reduzieren kann. Der Begriff „Leaky Gut Syndrom“ („durchlässiger Darm“) bezeichnet eine pathologisch erhöhte intestinale Permeabilität und ist ein umstrittener Begriff, an dem viel Spekulation haftet. Daher lohnt sich die Frage: „Was wissen wir denn wirklich darüber?“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leaky Gut – Was wissen wir wirklich?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten 30 Jahren wurden auf PubMed ca. 2.000 Arbeiten zum Thema „Intestinale Permeabilität“ veröffentlicht. Die Tendenz ist linear steigend mit nur etwa 10 Publikationen pro Jahr in den 1980er Jahren und aktuell ca. 100 Publikationen pro Jahr [1]. Eine erhöhte intestinale Permeabilität ist mit vielen Krankheiten assoziiert. Im Kontext des Leistungssports ist hervorzuheben, dass die Inzidenz von Asthma, Allergien, respiratorischen Infekten (URTI) sowie chronischen Entzündungen (IBS /Arthritis) bei Menschen mit erhöhter intestinaler Permeabilität nachweislich stark erhöht ist [1–4]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mechanismus intestinaler Permeabilität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Darmbarriere ist ähnlich zur Hautbarriere prinzipiell in drei Schichten aufgeteilt. Eine äußere modulierende, mikrobiotische Schicht, eine mittlere physikalische Barriere und eine innere immunologische Schicht. Zusammen übernehmen diese drei Schichten die herausfordernde Aufgabe zu filtern, welche Substanzen in den Körper eintreten dürfen und welche Substanzen draußen bleiben müssen. Die mittlere physikalische Barriere besteht aus einer Schicht Epithelgewebe, welches parazellulär durch so genannte Tight Junctions verbunden wird. Diese Tight Junctions, eine Proteinfamilie bestehend aus Okkludinen und Claudinen, stellen eine physiologische parazelluläre Barriere zwischen Darmlumen und dem darunterliegenden Bindegewebe dar. Die semipermeablen Tight Junctions erlauben einen parazellulären Transport von Wasser und kleinen Ionen, blockieren jedoch in physiologischem Zustand die parazelluläre Passage von luminalen Antigenen, Mikroorganismen und Endotoxinen [5]. Die Integrität dieser Tight Junctions kann durch Noxen, oxidativen Stress, Verschiebungen des Mikrobioms und Entzündung gestört werden, was zu einer pathologisch erhöhten parazellulären Permeabilität führt, bei der luminale Antigene, Mikroorganismen und Endotoxine den Weg in das immunologisch durchwanderte submuköse Bindegewebe und in die Blutbahn finden können. Das führt zu einer Immunaktivierung mit resultierender lokaler, wie auch systemischer Entzündung [3, 5]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Intestinale Permeabilität und sportliche Leistungsfähigkeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenhänge zwischen intestinaler Permeabilität und immunologischen Symptomen wie Asthma, respiratorischen Infekten, chronischer Entzündung (z. B. Arthritis) und Allergien werden aktuell über den durch die parazelluläre Permeabilität erhöhten Antigenkontakt der submukösen Immunzellen mit resultierende chronischer Entzündung erklärt [5, 6]. In der Tat zeigen in einigen Subpopulationen die Marker für erhöhte intestinale Permeabilität eine hohe Korrelation mit Entzündungsmarkern wie hs-CRP auf [7]. Eine gute Trainingssteuerung ist fast synonym mit einem adäquaten Entzündungsmanagement, daher sollten unspezifische Reize, die zu einer chronischen Entzündung führen, aus dem Lebensstil und Trainingsprozess eliminiert werden [8]. Trainingsbelastungen führen an sich schon zu einer erhöhten intestinalen Permeabilität. Diese belastungsinduzierte intestinale Permeabilität bildet sich aber in kurzer Zeit wieder zurück. Hier scheint es ähnlich zu sein wie mit der belastungsinduzierten Entzündung, der belastungsinduzierten sympathischen Aktivierung und der belastungsinduzierten Cortisolsezernierung: Akute Spitzen scheinen ein Teil der spezifischen Anpassung unseres Organismus zu sein, während chronische Erhöhungen ungezielte Anpassungen zur Folge haben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mechanismen, die zu einer Leaky Gut-­assoziierten chronischen Immunaktivierung mit chronischer Entzündung führen, könnten im Kontext des negativen Einflusses einer chronischen Entzündung auf Geweberegeneration [9–11] sowie sportlicher Leistungsfähigkeit [12] die anekdotischen Berichte über den Zusammenhang von Leaky Gut Syndrom und Ausfalltagen, Anpassungsdefiziten und reduzierter Leistungsfähigkeit bei Sportlern erklären. Daher sollte im Rahmen des sportlichen Anpassungsprozesses darauf geachtet werden, dass die intestinale Integrität so gut wie möglich erhalten bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klinische Symptomatik und Diagnostik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die klinische Präsentation bei möglichem Leaky Gut Syndrom beinhaltet aufgrund der Immunaktivierung eine diffuse Konstellation aus dermatologischen, allergischen, neuropsychiatrischen, entzündlichen Symptomen. Um den Verdacht auf ein Leaky Gut zu erhärten, bieten sich einige Labordiagnostiken an. Es besteht noch kein Konsens über das optimale Verfahren zur klinischen Diagnostik von intestinaler Permeabilität. Die Diagnostik der intestinalen Permeabilität findet ihre Ursprünge und ihren Goldstandard bereits seit 1946 in elektrophysiologischen ex vivo Untersuchungen von Mukosagewebe mit Hilfe der Ussing Kammer. Daraus konnten einige in vivo Verfahren abgeleitet werden [1]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laktulose/Mannitol Test</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach oraler Gabe von der Zucker – Laktulose /Mannitol – kann im Urin das Laktulose /Mannitol-Verhältnis erhoben werden. Das kleine Mannitol Molekül mit einer spezifischen Masse von 400 kD kann transzellulär transportiert werden und wird daher luminal fast vollständig resorbiert. Das große Laktulose Molekül mit einer spezifischen Masse von 1.500 kD kann jedoch nicht transzellulär transportiert werden und findet seinen Weg daher nur in die Blutbahn und damit in den Urin, wenn die parazelluläre Barriere eine erhöhte Permeabilität aufweist. Damit ist das Laktulose / Mannitol-Verhältnis im Urin nach definierter oraler Gabe ein wertvoller Marker für die intestinale Permeabilität. Dieser funktionelle Test gilt als aktueller klinischer Goldstandard, ist jedoch zeitaufwändig und unhandlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zonulin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zonulin ist ein Protein, welches von der Darmschleimhaut als Reaktion auf bestimmte Antigene sezerniert wird. Es erhöht die intestinale Permeabilität und gilt daher, im Blutserum oder Stuhl gemessen, nur als indirekter Nachweis einer erhöhten intestinalen Permeabilität. Bisher konnte nur die bakteriell- und gliadinbedingte Sezernierung von Zonulin nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass durch einen Zonulintest nur eine intestinale Permeabilität, die aufgrund eines Dünndarmschleimhautkontaktes mit dem Weizenprotein Gliadin und /oder einer bakteriellen Fehlbesiedlung auftritt, nachgewiesen werden kann [13]. Da der Zonulintest nur einen Ausschnitt der Gründe für eine intestinale Permeabilität abbildet, findet sich auch keine hohe Korrelation zwischen Zonulintest und Laktulose / Mannitol Test [14]. Bei erhöhtem Zonulin ist eine intestinale Permeabilität sehr wahrscheinlich. Ein niedriges Zonulin schließt eine intestinale Permeabilität jedoch nicht aus. Daher ist der Zonulintest allenfalls als Screening-Parameter einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Praxiseinblick</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis handhaben wir es so, dass Athleten, die eine diffuse Konstellation von immunolog der Ussing Kam- merischen Symptomen (eventuell in Kombination mit erhöhten hs-CRP Werten) aufweisen, ohne weitere spezifische Leaky Gut Diagnostik von uns ein individualisiertes Behandlungsprotokoll erhalten. Dieses vierstufige und 8-wöchige „ELIMINATE, EXTINGUISH, REPAIR, REPOPULATE“ Protokoll beinhaltet:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>ELIMINATE: Managementstrategien zur Reduktion von potenziellen Auslösern einer intestinalen Permeabilität wie Gluten, Zucker, Alkohol, individuellen Nahrungsmittelantigenen (Diagnostik über Eliminationsdiät), psychosozialer Stress, und Tabak (z. B. Oraltabak) </li>
<li>EXTINGUISH: Entzündungsmoderierende Strategien wie Optimierung des Omega-3 / Omega-6 Verhältnisses, Kurkuma, Weihrauch, Pfefferminz, Ingwer  </li>
<li>REPAIR: Strategien, die zu einer physiologischen Darmbarriere beitragen können. Glutamin, Zink, Vitamin D, Zeolith</li>
<li>REPOPULATE: Strategien zur Balancierung des Mikrobioms. Präbiotika (grünes Gemüse, Ballaststoffreiche Ernährung), Probiotika (Kefir, griech. Joghurt) – naturnahe Produkte ohne Zusatzstoffe </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere subjektive Erfahrung zeigt, dass sich viele Symptome innerhalb von acht Wochen maßgeblich reduziert haben, was sich regelmäßig in einer verbesserten Leistungsfähigkeit zeigt. Symptome, die danach noch vorhanden sind, werden bei klinischer Relevanz mit den entsprechenden Spezialisten gegebenenfalls abgeklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Literatur</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[1] Bischoff, Stephan C. et al. 2014. “Intestinal Permeability &#8211; a New Target for Disease Prevention and Therapy.” BMC Gastroenterology 14(1):1–25</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[2] Benard, A. et al. 1996. “Increased Intestinal Permeability in Bronchial Asthma.” The Journal of Allergy and Clinical Immunology 97(6):1173–78</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[3] Fasano, A. 2011. “Zonulin and Its Regulation of Intestinal Barrier Function: The Biological Door to Inflammation, Autoimmunity, and Cancer.” Physiological Reviews 91(1):151–75</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[4] Hijazi, Z. et al. 2004. “Intestinal Permeability Is Increased in Bronchial Asthma.” Archives of Disease in Childhood 89(3):227–29</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[5] Groschwitz, Katherine. 2014. “Intestinal Barrier Function: Molcular Regeneration and Disease Pathogenesis.” J Allergy Clin Immunol 124(1):3–22</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[6] Lambert, G. P. 2009. “Stress-Induced Gastrointestinal Barrier Dysfunction and Its Inflammatory Effects.” Journal of Animal Science 87(14 Suppl):101–8</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[7] Mokkala, Kati et al. 2017. “Increased Intestinal Permeability, Measured by Serum Zonulin, Is Associated with Metabolic Risk Markers in Overweight Pregnant Women.” Metabolism: Clinical and Experimental 69:43–50</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[8] Keferstein, Gerrit, Robert Mager, Daniel Müller, Pierre Houben, and Stefan Adler. 2014. Eishockey Performance</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[9] Bastian, Okan et al. 2011. “Systemic Inflammation and Fracture Healing.” Journal of Leukocyte Biology 89(5):669–73</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[10] Diegelmann, Robert and Melissa Evans. 2004. “WOUND HEALING: AN OVERVIEW OF ACUTE, FIBROTIC AND DELAYED HEALING.” Frontiers in Bioscience 9(4):283–89</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[11] Majno, G. 1998. “Chronic Inflammation: Links with Angiogenesis and Wound Healing.” American Journal of Pathology 153(4):1035–39</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[12] Robson-Ansley, Paula J., Liesl de Milander, Malcolm Collins, and Timothy D. Noakes. 2004. “Acute Interleukin-6 Administration Impairs Athletic Performance in Healthy, Trained Male Runners.” Canadian Journal of Applied Physiology 29(4):411–18</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[13] Fasano, Alessio. 2012. “Intestinal Permeability and Its Regulation by Zonulin: Diagnostic and Therapeutic Implications.” Clinical Gastroenterology Heptology 10(10):1096–1100</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">[14] Sapone, Anna et al. 2006. “Zonulin Upregulation Is Associated with Increased Gut<br />Permeability in Subjects with Type 1 Diabetes and Their Relatives.” Diabetes<br />55(5):1443–49</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
