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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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		<title>Prävention von Muskelverletzungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Eszter Füzéki,&#160;Prof. Dr. med. Florian Pfab&#160;,&#160;Christian Haser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 11:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/22]]></category>
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					<description><![CDATA[Weitere Autoren des Artikels sind Stefanie Kaiser und Prof. Dr. med. Dr. phil. Winfried Banzer Systeme zur klinischen Klassifizierung und Einstufung von Muskelverletzungen gibt es in der Literatur seit über [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Weitere Autoren des Artikels sind <a href="https://www.researchgate.net/profile/Stefanie-Kaiser">Stefanie Kaiser</a> und <a href="https://www.landessportbund-hessen.de/wir-ueber-uns/struktur/prof-dr-winfried-banzer/">Prof. Dr. med. Dr. phil. Winfried Banzer</a></em></p>
<p><b>Systeme zur klinischen Klassifizierung </b><b>und Einstufung von Muskelverletzungen gibt es in der Literatur seit über 100 Jahren, dennoch gibt es momentan kein einheitlich akzeptiertes Klassifikationssystem oder gar eine einheitliche Definition [1]. Zudem finden sich in der Literatur häufig Ergebnisse, die Verletzungen der Muskulatur mit denen der Sehnen zusammengefasst bzw. nur nach Körperteilen differenziert darstellen [2].<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Diese Tatsachen erschweren die Vergleichbarkeit von Studien untereinander und erklären die teilweise diver­gierenden Angaben zur Inzidenz und Schwere der Verletzungen. Des Weiteren bedeuten diese Limitationen eine schwerwiegende Herausforderung bei der Überprüfung der Wirksamkeit präventiver Ansätze. Verglichen mit Prellungen, Gelenk- und Bänderverletzungen, Knochenbrüchen und Hautverletzungen weisen Muskel-/Sehnenverletzungen eine hohe Inzidenz auf [2]. Häufig betroffene Muskeln und Muskelgruppen bei Fußballspielern sind die ischiokrurale Muskulatur, der Quadriceps femoris, die Leistenregion (Adduktoren) und die Wadenmuskulatur [2 – 4]. Die Vorhersage und Prävention von Verletzungen im Sport ist von immenser Bedeutung. Traditionell hat man versucht, mit Hilfe typischer statistischer Verfahren, wie der logistischen Regression, wichtige Prädiktoren für Verletzungen zu identifizieren. Diesem Verfahren liegt eine Linearität voraussetzende reduktionistische Sichtweise zugrunde [5]. Es zeigt sich, dass diese die konsistente Identifizierung von Risikofaktoren häufig verfehlt [5]. Neuere Forschungsansätze betrachten Sportverletzungen nach dem complex systems approach und argumentieren, dass der multifaktorielle, komplexe Charakter von Sportverletzungen sich nicht aus der linearen Interaktion zwischen isolierten und prädiktiven Faktoren, sondern aus der komplexen Wechselwirkung zwischen unterschiedlichen Einflussfaktoren ergebe [5]. Entsprechend müsse auch die Forschung von isolierten Risikofaktoren zur Erkennung von Verletzungsmustern übergehen, indem sie das komplexe Muster der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Faktoren ermittelt [5].</p>
<h2><b>Inzidenz von Muskelverletzungen und Fehlzeiten</b></h2>
<p>Muskelverletzungen im Profifußball stellen für die Mannschaften und Vereine eine ernste Belastung dar, da sie sich durch die Fehlzeiten negativ auf die Leistung und die Wirtschaftlichkeit der Vereine auswirken können und das Risiko für Folgeverletzungen erhöhen. Nach Daten der Verwaltungs- und Berufsgemeinschaft (VGB) hat sich statistisch gesehen jeder Spieler der ersten und der zweiten Bundesliga pro Spielzeit 2,7 Verletzungen zugezogen [6]. Während der drei Saisons (14 /15, 15 /16 und 16 /17) ergab sich eine verletzungsbedingte Gesamtfehlzeit von 77.761 Tagen oder 213 Jahren [6]. Eine aktuelle Studie schätzt die Ausfälle durch Verletzungen in einem durchschnittlichen Premier League Verein auf 45 Millionen Pfund pro Saison [7]. In der <a href="https://www.researchgate.net/publication/323807054_Re-injuries_in_Professional_Football_The_UEFA_Elite_Club_Injury_Study">UEFA Elite Club Injury Study</a> wurden Verletzungsdaten bei insgesamt 116 Mannschaften aus 24 Ländern über eine unterschiedliche Anzahl von Spielzeiten (1–16) zwischen 2001 und 2017 zusammengestellt. Während der 494 Mannschaftsspielzeiten wurden insgesamt 22.942 Verletzungen (19.926 Indexverletzungen und 3016 Wiederverletzungen) gemeldet [4]. Die Auswertung ergab, dass Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur, Verletzungen der Leistenregion, Quadrizeps- und Wadenmuskelverletzung zu den häufigsten Verletzungen gehören und maßgeblich zu den Fehlzeiten beitragen [4]. Weiterhin zeigte sich, dass die Spieler nach eine Wiederverletzung im Falle von Wadenmuskelverletzungen, Verletzung in der Leistenregion und der ischiokruralen Mus­kulatur und Quadrizepsverletzungen länger pausieren mussten, als nach einer Indexverletzung [4]. Eine aktuelle Studie basierend auf zwei aufeinander folgenden Spielzeiten in der Qatar Stars League gibt die Fehlzeiten aufgrund von Verletzungen der Leistenregion mit 1,0 /1000 Stunden an. Die Verletzungsinzidenz war während Spielen fünfmal so hoch wie während des Trainings. Mehr als jeder fünfte Spieler musste wegen einer Verletzung der Leisten­region pausieren. Pro Saison haben die Mannschaften 85 Tage verloren und 59 % der Verletzungen führten zu einer Pause von einer Woche oder mehr [8]. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse legt auf Basis von 74 Studien nahe, dass die Wahrscheinlichkeit der Verletzung an der dominanten Extremität höher ist und zwar unabhängig von Spielniveau und Geschlecht. Das relative Risiko für eine Verletzung der ischiokruralen Muskulatur wurde mit RR 1,3 [95 % CI 1,1–1,4] und für eine Verletzung im Leisten / Hüften­bereich mit RR 1,9 [95 % CI 1,3 – 2,7]) auf der dominanten Seite beziffert [9].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention von Muskelverletzungen<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Aufgrund der verletzungsbedingten Trainings- und Spielpausen sowie des erhöhten Risikos der Wiederverletzung kommt Präventionsansätzen eine große Bedeutung zu. Bis dato herrschen trainingsbasierte Interventionen vor. Obwohl Aspekte wie Stress, Ernährungszustand, Vitamin D-Status, Körperzusammensetzung und Hydratation auch mit Muskelverletzungen in Verbindung gebracht werden, wurden Ansätze wie die Veränderung der Trainingsbelastung, das Monitoring des Wohlbefindens, Verbesserung des Schlaf- oder Ernährungsverhalten bis jetzt in qualitativ hochwertigen Studien nicht umfassend untersucht [2, 10]. Im Folgenden wird die aktuelle Evidenzlage zu trainingsbasierten Präventionsansätzen zur Prävention von Muskelverletzungen dargestellt. Auch wird einen kurzen Überblick über Regenerationsmaßnahmen gegeben, die indirekt über die Erholung zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit und einem verminderten Verletzungsrisiko führen können.</p>
<h2><b>Bekannte und häufig angewandte trainingsbasierte Präventionsprogramme</b></h2>
<h3><b>FIFA 11 und FIFA 11+</b></h3>
<p>Das FIFA 11+ ist eine leicht modifizierte Version des ursprünglichen Ansatzes und ist ein Aufwärmprogramm zur Verletzungsprävention bei Fußballspielern. Es beinhaltet 15 Übungen (Rumpfstabilisation, exzentrisches Oberschenkelmuskeltraining, propriozeptives Training, dynamische Stabilisierung und plyometrische Übungen) [11].</p>
<h3><b>Nordic Hamstring Exercise</b></h3>
<p>Das Nordic Hamstring Exercise (NHE) ist eine exzentrische Kräftigungsübung und wird aus dem Kniestand mit gestreckter Hüfte ausgeführt. Die Beine werden vom Partner festgehalten oder durch ein Objekt (z. B. Sprossenwand) fixiert. Ziel ist es, mit dem Oberkörper unter Anspannung der ischiokruralen Muskulatur langsam so weit nach vorne zu fallen, bis dies nicht mehr kontrolliert möglich ist und der Oberkörper mit den Händen abgefangen werden muss [12].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention von Verletzungen der Leistenregion</b></h2>
<p>Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit konnte mit sechs Originalarbeiten bei Fußballspielern keinen signifikanten Effekt der Präventionsmaßnahmen für zukünftige Verletzungen der Leistenregion feststellen [13]. Die Interven­tionen beinhalteten Krafttraining für die Rumpf- und Hüftmuskulatur sowie Gleichgewichts- und Koordinationstraining bzw. wandten das ‘The 11’ präventive Programm an [13]. Die Erkenntnisse dieser Übersichtsarbeit werden zudem dadurch eingeschränkt, dass die Leistenverletzung in keiner der eingeschlossenen Studien spezifisch definiert wurde und keine der Studien über die Verwendung eines standardisierten Diagnoseprotokolls berichtete. Zudem ist die Diagnose von Leistenverletzungen aufgrund der möglichen multiplen Pathologien und sich überschneidenden Symptome äußerst schwierig [13]. Crossley und Kollegen haben die Effekte von präventiven Interventionen speziell bei Fußballspielerinnen untersucht und eine nicht signifikante Reduktion der Verletzungen in der Leistenregion festgestellt [10]. Auch diese Autorengruppe weist auf die fehlende klare Definition der Verletzungen hin, was eine bedeutsame Limitation der Evidenz mit sich bringt. Thoborg und Kollegen dahingegen dokumentieren in einer aktuellen systematischen Übersicht und Meta-Analyse zur Wirksamkeit des FIFA 11+ Programms bei Freizeit und sub-elite Spielern eine Risikoreduktion um 41 % [14].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention von Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur</b></h2>
<p>Trainingsbasierte Präventionsprogramme führen bei Fußballerinnen zu einer signifikanten Reduktion um 60 % der Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur [10]. Allerdings waren nur Interventionen, die ausschließlich ein Element beinhaltet haben (Gleichgewicht, exzentrische Kräftigungsübungen für der ischiokruralen Muskulatur), nicht aber multikomponente neuromuskuläre Trainingsprogramme wirksam [10]. Eine aktuelle systematische Übersicht und Meta-Analyse kommt zum Schluss, dass das FIFA 11+ Programm bei Freizeit- und sub-elite Spielern Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur um bis zu 60 % reduzieren kann [14].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention von Wadenverletzungen</b></h2>
<p>Aktuell gibt es keine speziell für diese Verletzungen ausgerichteten Präven­tionsprogramme [15, 16]. In einer prospektiven Kohortenstudie mit jungen Spielerinnen zeigte sich ein fußball­spezifisches Gleichgewichtsprogramm wirksam bei der Verringerung von Wadenverletzungen [17].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Prävention von Quadrizepsverletzungen</b></h2>
<p>Auf Basis der fünf eingeschlossenen Originalarbeiten, konstatiert eine aktuelle systematische Übersicht, dass die FIFA 11+ Interventionen einen kleinen, nicht signifikanten Effekt hatten. Die Evidenz wurde insgesamt als niedrig eingestuft. Darüber hinaus untersuchte keine der einbezogenen Studien die präventive Wirkung auf Verletzungen des Rectus femoris / Quadrizeps als primäre Ergebnisgröße [16].</p>
<h2><b>Erholung und Regeneration</b></h2>
<p>Erholung und Regeneration wird eine große Bedeutung bei der Trainingssteuerung beigemessen [18], auch wenn der Zusammenhang zwischen Belastung bzw. Erholung und Verletzungen nicht eindeutig ist [19]. Eine weitere Herausforderung stellt die valide und ökonomische Diagnostik von Erholung und Regenerationsbedarf dar [18], was wiederum die Vergleichbarkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse und die Überprüfung der Wirksamkeit einzelner Verfahren erschwert. Potenziell regenerationsfördernde Maßnahmen umfassen u. a. Ernährung, Nahrungssupplemente und Flüssigkeitszufuhr, aktive Erholung und Nachdehnen, Hydrotherapie, Kälteapplikation, Kompressionskleidung, Wärmeapplikationen, Sportmassage und Ausrollen (z. B. Foam-Rolling), niederfrequente geräteunterstützte Vibrationsmassage, Schlafmanagement, psychologische Regenerationsverfahren, Akupressur und Akupunktur, geräteunterstützte Unterdruckbehandlungen, Laser- bzw. LED-Bestrahlung [20]. Es zeigt sich insgesamt keine klaren Vorteile einzelner Regenerationsverfahren [20]. Zudem sollte man bei der Wahl der Maßnahmen die Sportartspezifizität beachten, d. h. Erkenntnisse aus einer Sportart nicht ohne weiteres auf andere übertragen [20]. Eine aktuelle systematische Übersicht, die Wirksamkeit von Erholungsstrategien und -maßnahmen nach dem Spiel bei männlichen Profi- oder Halbprofifußballern auf die Leistungsfähigkeit, physiologische Marker und Indikatoren für das Wohlbefinden untersucht hat, fand heraus, dass Kompressionskleidung, Kaltwasserbäder und Schlafhygienestrategien im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nur bei einem der Leistungstests (Counter Movement Jump) positive Effekte hat, aber auch Parameter der Muskelschädigung günstig beeinflussen kann [21].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Zusammenfassung und Ausblick</b></h2>
<p>Obwohl Muskelverletzungen im Fußball eine große Belastung für den einzelnen Sportler, die Mannschaft und den Verein darstellen, muss die wissenschaftliche Evidenz zu Präventionsinterventionen als eingeschränkt eingestuft werden [10, 13, 22, 23]. Auffallend ist, dass die Verletzungen der verschiedenen Muskeln und Muskelgruppen unterschiedlich stark Gegenstand gezielter Maßnahmen sind. So finden sich verhältnismäßig viele Studien zu Verletzungen der Leistenregion und der ischiokruralen Muskulatur, aber deutlich weniger zu Verletzungen des Quadrizeps und der Wadenmuskulatur. Des Weiteren ist es häufig unklar, welche Trainingsinhalte in den Kontrollgruppen durchgeführt werden, in anderen Worten, wie weit die Präventionsprogramme andere oder zusätzliche Trainingselemente beinhalten im Vergleich zu der „normalen“ Trainingsgestaltung. Fanchini und Kollegen haben die durch ihre systematische Literaturübersicht identifizierten Studien (sowohl Original- als auch Übersichtsarbeiten) zu trainingsbasierten Strategien zur Prävention von Muskelverletzungen bei Elite-Fußballern nach den strengen Kriterien der Oxford Centre for Evidence-Based Medicine 2011 Evidenzstufen (OCEBM) bewertet [23]. Die Autorengruppe kommt zur Schlussfolgerung, dass aufgrund erheblicher methodischer Limitation es keine stichhaltigen wissenschaftlichen Beweise für die Annahme gibt, dass trainingsbasierte Strategien zur Vorbeugung von Muskelverletzungen bei Elite-Fußballspielern wirksam sind [23]. Entsprechend geben sie auch keine praktische Empfehlung für einzelne Ansätze ab. Im Sinne der Argumentation von Bittencourt und Kollegen, sollte man Sportverletzungen und deren Prävention durch die Brille des Ansatzes von komplexen Systemen betrachten [5]. Somit sollte die Prävention von Sportverletzungen auf die Ermittlung von Risikoprofilen beruhen, d. h., dass man von der Identifikation von isolierten Risikofaktoren zur Erkennung von Risikomustern übergeht. Dieser Ansatz berücksichtigt eine vernetzte und multidirektionale Interaktion zwischen allen Faktoren, die der komplexen Natur von Sportverletzungen Rechnung tragen [5]. Auch sind hochwertige wissenschaftliche Studien notwendig, um das vermutete Potenzial einer optimierten Ernährung, präventiver therapeutischer Maßnahmen, Stressregulation sowie Schlafverhalten zu untermauern oder zu widerlegen.</p>
<p><em>Literatur</em></p>
<p><em>[1] Hamilton, Bruce; Valle, Xavier; Rodas, Gil; Til, Luis; Grive, Ricard Pruna; Rincon, Josep Antoni Gutierrez; Tol, Johannes L. (2015): Classification and grading of muscle injuries: a narrative review. In:</em><em> British journal of sports medicine 49 (5), S. 306. DOI: 10.1136/bjsports-2014-093551.</em></p>
<p><em>[2] López-Valenciano, Alejandro; Ruiz-Pérez, Iñaki; Garcia-Gómez, Alberto; Vera-Garcia, Francisco J.; Ste Croix, Mark de; Myer, Gregory D.; Ayala, Francisco (2020): Epidemiology of injuries in professional football: a systematic review and meta-analysis. In:</em><em> British journal of sports medicine 54 (12), S. 711–718. DOI: 10.1136/bjsports-2018-099577.</em></p>
<p><em>[3] Bisciotti, Gian Nicola; Volpi, Piero; Alberti, Giampietro; Aprato, Alessandro; Artina, Matteo; Auci, Alessio et al. (2019): Italian consensus statement (2020) on return to play after lower limb muscle injury in football (soccer). In:</em><em> BMJ open sport &amp; exercise medicine 5 (1), e000505. DOI: 10.1136/bmjsem-2018-000505.</em></p>
<p><em>[4] Ekstrand, Jan; Krutsch, Werner; Spreco, Armin; van Zoest, Wart; Roberts, Craig; Meyer, Tim; Bengtsson, Håkan (2020): Time before return to play for the most common injuries in professional football: a 16-year follow-up of the UEFA Elite Club Injury Study. In:</em><em> British journal of sports medicine 54 (7), S. 421–426. DOI: 10.1136/bjsports-2019-100666.</em></p>
<p><em>[5] Bittencourt, N. F. N.; Meeuwisse, W. H.; Mendonça, L. D.; Nettel-Aguirre, A.; Ocarino, J. M.; Fonseca, S. T. (2016): Complex systems approach for sports injuries: moving from risk factor identification to injury pattern recognition-narrative review and new concept. In:</em><em> British journal of sports medicine 50 (21), S. 1309–1314. DOI: 10.1136/bjsports-2015-095850.</em></p>
<p><em>[6] Klein, Christian; Luig, Patrick; Henke, Thomas; Platen, Petra (2020): Injury burden differs considerably between single teams from German professional male football (soccer): surveillance of three consecutive seasons. In:</em><em> Knee surgery, sports traumatology, arthroscopy : official journal of the ESSKA 28 (5), S. 1656–1664. DOI: 10.1007/s00167-019-05623-y.</em></p>
<p><em>[7] Eliakim, Eyal; Morgulev, Elia; Lidor, Ronnie; Meckel, Yoav (2020): Estimation of injury costs: financial damage of English Premier League teams&#8216; underachievement due to injuries. In:</em><em> BMJ open sport &amp; exercise medicine 6 (1), e000675. DOI: 10.1136/bmjsem-2019-000675.</em></p>
<p><em>[8] Mosler, Andrea B.; Weir, Adam; Eirale, Cristiano; Farooq, Abdulaziz; Thorborg, Kristian; Whiteley, Rod J. et al. (2018): Epidemiology of time loss groin injuries in a men&#8217;s professional football league: a 2-year prospective study of 17 clubs and 606 players. In:</em><em> British journal of sports medicine 52 (5), S. 292–297. DOI: 10.1136/bjsports-2016-097277.</em></p>
<p><em>[9] DeLang, Matthew D.; Salamh, Paul A.; Farooq, Abdulaziz; Tabben, Montassar; Whiteley, Rodney; van Dyk, Nicol; Chamari, Karim (2021): The dominant leg is more likely to get injured in soccer players: systematic review and meta-analysis. In:</em><em> Biology of sport 38 (3), S. 397–435. DOI: 10.5114/biolsport.2021.100265.</em></p>
<p><em>[10] Crossley, Kay M.; Patterson, Brooke E.; Culvenor, Adam G.; Bruder, Andrea M.; Mosler, Andrea B.; Mentiplay, Benjamin F. (2020): Making football safer for women: a systematic review and meta-analysis of injury prevention programmes in 11 773 female football (soccer) players. In:</em><em> British journal of sports medicine 54 (18), S. 1089–1098. DOI: 10.1136/bjsports-2019-101587.</em></p>
<p><em>[11] Bizzini, Mario; Dvorak, Jiri (2015): FIFA 11+: an effective programme to prevent football injuries in various player groups worldwide-a narrative review. In:</em><em> British journal of sports medicine 49 (9), S. 577–579. DOI: 10.1136/bjsports-2015-094765.</em></p>
<p><em>[12] Mjølsnes, Roald; Arnason, Arni; Østhagen, Tor; Raastad, Truls; Bahr, Roald (2004): A 10-week randomized trial comparing eccentric vs. concentric hamstring strength training in well-trained soccer players. In:</em><em> Scandinavian journal of medicine &amp; science in sports 14 (5), S. 311–317. DOI: 10.1046/j.1600-0838.2003.367.x.</em></p>
<p><em>[13] Esteve, E.; Rathleff, M. S.; Bagur-Calafat, C.; Urrútia, G.; Thorborg, K. (2015): Prevention of groin injuries in sports: a systematic review with meta-analysis of randomised controlled trials. In:</em><em> British journal of sports medicine 49 (12), S. 785–791. DOI: 10.1136/bjsports-2014-094162.</em></p>
<p><em>[14] Thorborg, Kristian; Krommes, Kasper Kühn; Esteve, Ernest; Clausen, Mikkel Bek; Bartels, Else Marie; Rathleff, Michael Skovdal (2017): Effect of specific exercise-based football injury prevention programmes on the overall injury rate in football: a systematic review and meta-analysis of the FIFA 11 and 11+ programmes. In:</em><em> British journal of sports medicine 51 (7), S. 562–571. DOI: 10.1136/bjsports-2016-097066.</em></p>
<p><em>[15] Green, Brady; McClelland, Jodie A.; Semciw, Adam I.; Schache, Anthony G.; McCall, Alan; Pizzari, Tania (2022): The Assessment, Management and Prevention of Calf Muscle Strain Injuries: A Qualitative Study of the Practices and Perspectives of 20 Expert Sports Clinicians. In:</em><em> Sports medicine &#8211; open 8 (1), S. 10. DOI: 10.1186/s40798-021-00364-0.</em></p>
<p><em>[16] Ishøi, Lasse; Krommes, Kasper; Husted, Rasmus Skov; Juhl, Carsten B.; Thorborg, Kristian (2020): Diagnosis, prevention and treatment of common lower extremity muscle injuries in sport &#8211; grading the evidence: a statement paper commissioned by the Danish Society of Sports Physical Therapy (DSSF). In:</em><em>British journal of sports medicine 54 (9), S. 528–537. DOI: 10.1136/bjsports-2019-101228.</em></p>
<p><em>[17] Kraemer, Robert; Knobloch, Karsten (2009): A soccer-specific balance training program for hamstring muscle and patellar and achilles tendon injuries: an intervention study in premier league female soccer. In:</em><em> The American journal of sports medicine 37 (7), S. 1384–1393. DOI: 10.1177/0363546509333012.</em></p>
<p><em>[18] Meyer, T.; Kellmann, M.; Ferrauti, A.; Pfeiffer, M.; Faude, O. (2013): Die Messung von Erholtheit und Regenerationsbedarf im Fußball. </em><em>In:</em><em> Dtsch Z Sportmed 2013 (01), S. 28–34. DOI: 10.5960/dzsm.2012.054.</em></p>
<p><em>[19] Dellal, Alexandre; Lago-Peñas, Carlos; Rey, Ezequiel; Chamari, Karim; Orhant, Emmanuel (2015): The effects of a congested fixture period on physical performance, technical activity and injury rate during matches in a professional soccer team. In:</em><em> British journal of sports medicine 49 (6), S. 390–394. DOI: 10.1136/bjsports-2012-091290.</em></p>
<p><em>[20] Meyer, Tim; Ferrauti, Alexander; Kellmann, Michael; Pfeiffer, Mark (Hg.) (2016): Regenerationsmanagement im Spitzensport. REGman &#8211; Ergebnisse und Handlungsempfehlungen. Bundesinstitut für Sportwissenschaft. 1. Auflage. Köln: Sportverlag Strauß.</em></p>
<p><em>[21] Altarriba-Bartes, Albert; Peña, Javier; Vicens-Bordas, Jordi; Milà-Villaroel, Raimon; Calleja-González, Julio (2020): Post-competition recovery strategies in elite male soccer players. Effects on performance: A systematic review and meta-analysis. In:</em><em> PloS one 15 (10), e0240135. DOI: 10.1371/journal.pone.0240135.</em></p>
<p><em>[22] Lemes, Italo Ribeiro; Pinto, Rafael Zambelli; Lage, Vitor N.; Roch, Bárbara A. B.; Verhagen, Evert; Bolling, Caroline et al. (2021): Do exercise-based prevention programmes reduce non-contact musculoskeletal injuries in football (soccer)? A systematic review and meta-analysis with 13 355 athletes and more than 1 million exposure hours. In:</em><em> British journal of sports medicine 55 (20), S. 1170–1178. DOI: 10.1136/bjsports-2020-103683.</em></p>
<p><em>[23] Fanchini, Maurizio; Steendahl, Ida Bo; Impellizzeri, Franco M.; Pruna, Ricard; Dupont, Gregory; Coutts, Aaron J. et al. (2020): Exercise-Based Strategies to Prevent Muscle Injury in Elite Footballers: A Systematic Review and Best Evidence Synthesis. In:</em><em> Sports medicine (Auckland, N.Z.) 50 (9), S. 1653–1666. DOI: 10.1007/s40279-020-01282-z.</em></p>
<p><strong>Lesen Sie mehr zu der Thematik in der großen <a href="https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/8869/teamaerzte-umfrage-muskelverletzung/">TEAMÄRZTE-UMFRAGE ZU MUSKELVERLETZUNGEN</a> der sportärztezeitung.</strong></p>
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		<item>
		<title>Prävention von Muskelverletzungen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/2911/praevention-von-muskelverletzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. Dr. med. Florian Pfab,&#160;Christian Haser&#160;,&#160;Dr. James O´Brian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 09:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Muskelverletzungen sind die häufigsten Verletzungen im Breiten- sowie Profisport und sind in einem Drittel der Fälle der Grund für eine Vorstellung beim Sportmediziner [1, 6, 33]. Im europäischen Profifußball sind [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Muskelverletzungen sind die häufigsten Verletzungen im Breiten- sowie Profisport und sind in einem Drittel der Fälle der Grund für eine Vorstellung beim Sportmediziner</strong> <strong>[1, 6, 33]. Im europäischen Profifußball sind Muskelverletzungen für ein Drittel aller Verletzungsbedingten Ausfallstage verantwortlich und zudem der häufigste Grund am Training bzw. Spielbetrieb nicht teilnehmen zu können [14, 15]. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><br />Sie verursachen dort ein Drittel der gesamten Verletzungsbedingten Ausfälle. Im gesamten professionellen wie auch Breitensport stellen Muskelverletzungen somit ein substantielles Problem für Sportler und Vereine dar [15]. Am häufigsten ist die ischiocrurale Muskulatur betroffen [1, 19]. Muskelverletzungen sind assoziiert mit Sportarten, die schnelle Be- und Entschleunigung, Sprünge, Dreh- und Kickbewegungen enthalten und bedingen sowohl eine entsprechende Verletzungspause, sowie eine reduzierte Leistungsfähigkeit bei Rückkehr ins Training [15]. Präventionsprogramme gewinnen deshalb im Hochleistungssport immer mehr an Bedeutung [35, 37]. Intrinsische Risikofakto­ren für Muskelverletzungen sind vorhergehende Muskelverletzung, höheres Alter, erhöhte muskuläre Spannung, muskuläre Dysbalancen, reduzierte Beweglichkeit bzw. Dehnbarkeit, Müdigkeit, erhöhter Body-­Mass-Index und vorhergehende Oste­itis pubis bzw. Knieverletzungen [34, 38, 48]. Durch Reduzierung der muskulären Dehnfähigkeit und Flexibilität indirekt mit Muskelverletzungen assoziiert ist das Vorhandensein myofascialer Triggerpunkte [21]. Diese stellen hyperreagible Zonen innerhalb eines “taut band” des Skelettmuskels oder der Faszie dar und verursachen auf Druck typischerweise Schmerzausstrahlung, lokale Spannung und autonome Veränderungen [8, 45]. Risikofaktoren für die Entwicklung myofascialer Triggerpunkte stellen Trauma und muskuläre Überbeanspruchung dar [8]. Extrinsische Risikofaktoren stellen z. B. erhöhtes Ausmaß an Belastung und ­verkürzte Regeneration dar; im Profisport scheinen Muskelverletzungen auch mit der Anzahl bzw. der Intensität von Wettkämpfen zu korrelieren [6, 19]. In dieser Übersicht werden gängige Optionen zu Prävention von Muskelverletzungen Evidenz-basiert kurz dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Akupunktur</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zunehmend interessante therapeutische Möglichkeit innerhalb der Sportmedizin stellt die Akupunktur dar. Während z. B. zum chronischen Schmerz oder Sprunggelenksdistorsionen bereits eine Vielzahl von Studien vorliegen und systematische Übersichtsarbeiten eine Punkt-­spezifische Wirksamkeit der Akupunktur zeigen [49], gibt es bisher noch keine größeren Placebo-kontrollierten Studien zu Prävention oder Therapie von muskulären Verletzungen durch Akupunktur. Kleinere experimentelle Studien liefern lediglich Hinweise für einen möglicherweise präventiven Effekt von Akupunktur bezüglich Muskelverletzungen: so zeigten Studien an Sportstudenten eine Reduzierung der Boden-Kontaktzeit beim Sprung, Verkürzung der Dauer eines experimentell induzierten Muskelkaters, sowie Erhöhung der Maximalkraft in der isokinetischen Kraftmessung durch Akupunktur im Vergleich zu Placebo [23, 24, 4].</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufwärmprogramme</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige größere randomisierte kontrollierte Studien untersuchten die Effekte von Verletzungspräventiven Übungsprogrammen. Das Präventionsprogramm FIFA 11+ ist ein ca. 20 minütiges Aufwärmprogramm zur Verletzungsprophylaxe mit Fokus Rumpfstabilisation, exzentrisches, pylometrisches und propriozeptives Training sowie Laufübungen. Es sollte mindestens zweimal pro Woche absolviert werden; vor einem Spiel jeweils nur die Laufübungen. In einer systematischen Übersichtsarbeit, die u.a. 7 randomisierte kontrollierte Studien (n=3733) und 4 Kohorten (n=1106) inkludierte, zeigten Barnego et al. [5] einen signifikanten Rückgang von Verletzungen (zwischen 30 % und 70 %) bei Durchführung des Aufwärmprogrammes FIFA 11+ (www.FIFA.com). Spieler mit hoher Compliance (1,5 x/Woche) zeigten eine 35 % Verletzungsrisikoreduktion sowie signifikant verbesserte neuromuskuläre und motorische Fähigkeiten. Entsprechende Compliance scheint ein Schlüsselfaktor zur erfolgreichen Reduzierung von Verletzungen durch entsprechende athletische Präventionsprogramme zu sein: Mannschaften mit guter Compliance zeigten weniger Verletzungen [44]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dry Needling</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dry Needling ist ein spezieller Akupunkturstil, bei dem eine Akupunkturnadel in einen myofaszialen Triggerpunkt gestochen wird (Abb. 1). Dies führt zum Hervorrufen einer „Twitch Response“ (unfreiwilliger Rückenmarksreflex, bei denen die Muskelfasern des „taut band“ kontrahieren). Dry Needling ist als effektive Art Triggerpunkte zu eliminieren beschrieben [10] und zeigte in einer Meta-Analyse [24] einen spezifischen Effekt bezüglich Schmerzreduktion beim myofascialem Schmerzsyndrom (direkt sowie vier Wochen nach Behandlung). In einer experimentellen Studie an 30 hochklassigen Fußballern [21] zeigte sich im Vergleich zu Kontrollgruppen eine signifikante Verbesserung des Risikofaktors für Muskelverletzungen „Dehnfähigkeit“ und der Maximalkraft (jeweils direkt und vier Wochen nach Behandlung). </p>



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<figcaption>Abb. 1 Dry Needling: Auslösen einer Zuckungsreaktion eines myofascialen Triggerpunktes mit der Akupunkturnadel</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eiskammer</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer kürzlich erschienenen kleinen Meta-­Analyse [12, 13] (4 RCT, n=64) gibt es derzeit nur unzureichende Hinweise für einen spezifischen Effekt von Kältekammerexposi­tion (&lt;-100 Grad Celsius; zwei bis vier Minuten Dauer) bezüglich subjektiver muskulärer Müdigkeit und Regeneration.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Exzentrisches Krafttraining </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Goode et al [17] zeigten in einer kürzlich erschienenen Meta-Analyse, dass exzentrisches Krafttraining („Nordic Hamstring Exercise“, Abb. 2) bei guter Compliance Verletzungen an der ischiocruralen Muskulatur vorzubeugen scheint. Eine erst danach publizierte randomisierte kontrollierte Studie an 579 Amateurfußballern aus den Niederlanden bestätigte diese Aussage [47]. 25 mal exzentrisches Krafttraining der ischiocruralen Muskulatur innerhalb von 13 Wochen führte im Vergleich zur Kon­trollgruppe ohne Intervention zu einem signi­fikant erniedrigtem Auftreten von Muskelverletzungen; es bestand allerdings kein Unterschied hinsichtlich Verletzungsschwere. Trotz der wachsenden Evidenz für eine spezifische präventive Wirksamkeit des exzentrischen Krafttrainings in Bezug auf Muskelverletzungen ist der Einsatz im Profifußball überraschend gering [3].</p>



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<figcaption>Abb. 2 Nordic Hamstring Exercise</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kältebad </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu passiver Regeneration führt laut Meta-Analyse von Bieuzen et al [7] ein Kältebad (&lt;15 Grad) innerhalb einer Stunde nach Belastung zu erniedrigtem Muskelkatergefühl, Serum-Creatininkinase- und erhöhten Maximalkraft-, sowie Sprungkraftwerten. Im Vergleich zu Kompression weisen Sportler nach entsprechender Kältebadtherapie nach der Belastung erniedrigte Creatininkinasewerte im Serum auf. Die Effekte von Kältebad und Stretching sind vergleichbar. Interessanterweise unterscheiden sich die Effekte von 6 min, 12 min und 18 min Kältebad nicht signifikant voneinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kinesiotaping</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Morris et al [31] untersuchten den Effekt von Kinesiotape bei muskuloskelettalen Beschwerden in einer systematischen Übersichtsarbeit (8 RCTs, n=253): Es zeigte sich moderate Evidenz für keine Überlegenheit im Vergleich mit Placebo oder klassischem Tape bzw. Bandage.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kompressionstherapie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Meta-Analyse [16] (32 RCTs, n=494) untersuchte den Effekt von Kompressionssocken bei Läufern: Während der Einfluss hinsichtlich Gesamtleistungsfähigkeit nur marginal war, reduzierte sich das Muskelkatergefühl durch Tragen von Kompressionssocken deutlich. Moderate Effekte zeigten sich hinsichtlich Erschöpfungs­gefühl, Laufökonomie, Serum-Laktatwerte, Maximalkraft, Körpertemperatur und Markern für muskulären Schaden bzw. Entzündung. Eine weitere Meta-­Analyse (12 RCTs, n=205) von Hill et al untersuchte den Effekt von Kompres­sionstherapie nach Belastung bei Freizeitsportlern: Sowohl Muskelkater, Maximalkraft, Kraftausdauer und Creatinkinase zeigten sich durch Kompression im Vergleich zu Kontrollen ohne Therapie erniedrigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neuromuskuläre elektrische Stimulation</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Malone et al evaluierten in ihrer Meta-­Analyse [28] (13 RCTs, n=189) die regenerativen Effekte von niedrig intensiver neuromuskulärer elektrischer Stimulation innerhalb durchschnittlich 30 Minuten nach Belastung hinsichtlich Parameter von Regeneration. Es zeigten sich Hinweise für eine Erniedrigung des Gefühls von Muskelmüdigkeit. Im Vergleich zu aktiver und passiver Regeneration zeigte sich jedoch keine Besserung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach derzeitigem Stand sind hinsichtlich Prävention von Muskelverletzungen nur spezielle Aufwärmprogramme und im Speziellen exzentrisches Krafttraining Evidenz-­basierte Methoden. Indirekt – d. h. durch Reduzierung entsprechender Risikofaktoren, die mit Muskelverletzungen assoziiert sind – stellen Kältebäder, Tragen von Kompressionssocken und Dry Needling potenzielle Optionen als Ergänzung dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br />Literatur <span class="fontstyle0">1. Ahmad CS, Dick RW, Snell E et al. Major and Minor League Baseball Hamstring<br />Injuries: Epidemiologic Findings From the Major League Baseball Injury Surveillance<br />System. </span><span class="fontstyle2">Am J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2014.<br />2. Askling CM, Tengvar M, Tarassova O, Thorstensson A. Acute hamstring injuries in<br />Swedish elite sprinters and jumpers: a prospective randomised controlled clinical trial<br />comparing two rehabilitation protocols. </span><span class="fontstyle2">Br J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2014;48(7):532-9.<br />3. Bahr R, Thorborg K, Ekstrand J. Evidence-based hamstring injury prevention is not<br />adopted by the majority of Champions League or Norwegian Premier League football<br />teams: the Nordic Hamstring survey. </span><span class="fontstyle2">Br J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2015;49(22):1466-71.<br />4. 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Fewer ligament<br />injuries but no preventive effect on muscle injuries and severe injuries: an 11-year<br />follow-up of the UEFA Champions League injury study. </span><span class="fontstyle2">Br J Sports Med</span><span class="fontstyle0">.<br />2013;47(12):732-7.<br />15. Ekstrand J, Hagglund M, Walden M. Epidemiology of muscle injuries in professional<br />football (soccer). </span><span class="fontstyle2">Am J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2011;39(6):1226-32.<br />16. Engel FA, Holmberg HC, Sperlich B. Is There Evidence that Runners can Benefit<br />from Wearing Compression Clothing? </span><span class="fontstyle2">Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2016;46(12):1939-52.<br />17. Goode AP, Reiman MP, Harris L et al. Eccentric training for prevention of hamstring<br />injuries may depend on intervention compliance: a systematic review and metaanalysis. </span><span class="fontstyle2">Br J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2015;49(6):349-56.<br />18. Guillodo Y, Madouas G, Simon T, Le Dauphin H, Saraux A. Platelet-rich plasma<br />(PRP) treatment of sports-related severe acute hamstring injuries. </span><span class="fontstyle2">Muscles<br />Ligaments Tendons J</span><span class="fontstyle0">. 2015;5(4):284-8.<br />19. Hagglund M, Walden M, Ekstrand J. Risk factors for lower extremity muscle injury in<br />professional soccer: the UEFA Injury Study. </span><span class="fontstyle2">Am J Sports Med</span><span class="fontstyle0">. 2013;41(2):327-35.<br />20. Hamilton B, Tol JL, Almusa E et al. 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