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	<title>Ulrike Gonder, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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		<title>Deutliche Kritik an neuen Ernährungsempfehlungen</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/18941/deutliche-kritik-an-neuen-ernaehrungsempfehlungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ulrike Gonder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2025 09:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[01/25]]></category>
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					<description><![CDATA[Im März 2024 gab die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) neue „Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen für Deutschland“ heraus [1]. Dazu haben Mediziner und Ernährungsexperten einen kritischen Kommentar verfasst [2]. Die Hauptkritikpunkte betreffen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Im März 2024 gab die <a href="https://www.dge.de/">Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)</a> neue „Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen für Deutschland“ heraus [1]. Dazu haben Mediziner und Ernährungsexperten einen kritischen Kommentar verfasst [2]. Die Hauptkritikpunkte betreffen die Methodik und die Missachtung wichtiger medizinischer Erkenntnisse zur Ernährung.</b></p>
<h2><b>Warum neue Empfehlungen?</b></h2>
<p>Die DGE hat ihre Empfehlungen überarbeitet, um neben einer bedarfsdeckenden Nährstoffversorgung nun auch die Risikoreduzierung ernährungsmitbedingter Erkrankungen und Umweltauswirkungen der Ernährung zu berücksichtigen [1]. Das dazu benutzte mathematische Optimierungsmodell vergab als Gewichtung nur 30 % für die Minimierung von Gesundheitsrisiken, 30 % für die Umweltlast, aber 40 % für die „Nähe zum bisherigen Verzehr“. Auf Basis eines dieser Modelle wurden die neuen Ernährungsempfehlungen (FBDG = Food Based Dietary Guidelines) für gesunde, sich omnivor ernährende Erwachsene (18 – 65 Jahre) mit ca. 2.000 kcal Energiebedarf täglich formuliert.</p>
<h2><b>Die wichtigsten Kritikpunkte</b></h2>
<h3><b>Methodik</b></h3>
<p>Die Kritiker bezweifeln, dass sich per Computeroptimierung individuell sinnvolle Ernährungsempfehlungen formulieren lassen und stellen die höhere Gewichtung „üblicher Verzehrmengen“ sowie die Gleichstellung von Umwelt- und Gesundheitsaspekten infrage, da keine wissenschaftliche Evidenz dafür vorliege. Die von der DGE gewünschte Steigerung des Anteils pflanzlicher Nahrung von derzeit 68 % auf 75 % bedinge nicht automatisch eine bessere Öko­bilanz. Die Empfehlungen zum halbierten Fleischverzehr (max. 300 g/Woche) basierten auf methodisch fragwürdigen Studien und ignorierten dessen hohen Nährwert. Es irritiere auch die neuerliche Reduktion des Eierkonsums auf 1 Ei / Woche, da eine nachhaltige Eierproduktion möglich sei und Eier bei geringer Energiedichte nährstoffdicht seien, Proteine höchster biologischer Wertigkeit lieferten und zum Frühstück anstelle von Backwaren verzehrt zu metabolischen Vorteilen führten.</p>
<h3><b>Zu viele Kohlenhydrate</b></h3>
<p>Die Empfehlung von 300 g Getreideprodukten führt zusammen mit den empfohlenen Kartoffel-, Hülsenfrüchte-, Obst- und Saftmengen zum mehr als 60 %-igen Anteil von Kohlenhydraten an der Energiezufuhr. Dies sei besorgniserregend wegen der großen Verbreitung von Übergewicht, Adipositas und Insulinresistenz hierzulande. Hohe Kohlenhydratzufuhren seien mit einer gesteigerten Gesamtmortalität assoziiert [12] und hohe glykämische Indizes mit erhöhter kardiovaskulärer Mortalität [13].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dagegen hätten sich kohlenhy­dratredu­zierte Kostformen präventiv und therapeutisch als effektiv erwiesen, z. T. sogar ohne begleitende Gewichtsreduktion [17, 18]. In Deutschland leben ca. 20 Millionen Prädiabetiker, etwa jeder vierter Erwachsene hat eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung. Beides spreche gut auf Kohlenhydratreduktion an [22]. Das vorgegebene Ziel der DGE, die Krankheitslast zu reduzieren, ließe sich mit den nun noch höheren Kohlenhydratzufuhren nicht erreichen. Dafür fehle nicht nur die Evidenz – diese Kohlenhydratmengen seien für viele Bürger ungesund.</p>
<h3><b>Zu wenig Protein, Fett und Mikronährstoffe</b></h3>
<p>Die DGE unterschreitet mit ihren „optimierten“ Empfehlungen sogar die Vorgaben der vielfach wegen möglicher Mängel an hochwertigen Proteinen und Mikronährstoffen kritisierten Planetary Health Diet (PHD). Zudem propagieren die neuen FBDG eine noch fettärmere Ernährung (20 g Fette / Öle täglich). Da fettarme Kostformen zuletzt weltweit zu mehr Kohlenhydratkonsum und Gewichtszunahmen geführt haben, sei nicht nachvollziehbar, warum die DGE entgegen der Evidenz den weitgehenden Verzicht auf sättigende Fette und Proteine will.</p>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>Die neuen Empfehlungen der DGE sind nicht evidenzbasiert und nicht zum gesundheitlichen Nutzen vieler Bürger. Da FBDG auch für andere Altersgruppen geplant sind und in Beratungsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung, für Schulen, Altenheime und bei Krankenkassen einfließen, bestehe dringender Handlungsbedarf, die Empfehlungen der DGE zu überarbeiten.</p>
<p><i>Die Autoren Ulrike Gonder, Helene von Bibra, Thorsten Cramer und Ulrike Kämmerer sind Mitglieder der KetoMed e.V. (Internationale Fachgesellschaft für kohlenhy</i><i>dratreduzierte und ketogene Ernährungsformen, Berlin)</i></p>
<p>Literatur</p>
<p>[1] https://www.dge.de/wissenschaft/fbdg/<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>[2] Gonder, U, von Bibra, H, Cramer, T, Kämmerer, U: Kommentar zu den neuen „Lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen für Deutschland“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)“. Aktuel Ernahrungsmed 2024, doi: 10.1055/a-2459-8599, online am 16.12.2024</p>
<p style="font-weight: 400;">Ausgewählte Quellen aus dem Kommentar finden Sie im Online-Artikel:</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Schäfer AC, Boeing H, Conrad J et al.: Wissenschaftliche Grundlagen der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen für Deutschland. Ernährungs Umschau 2024; 71: M158 &#8211; M166. DOI:10.4455/eu.2024.009</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Dehghan M, Mente A, Zhang X et al.: Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study. Lancet 2017; 390: 2050 – 2062. DOI:10.1016/S0140-6736(17)32252-3</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Jenkins DJA, Dehghan M, Mente A et al.: Glycemic Index, Glycemic Load, and Cardiovascular Disease and Mortality. N Engl J Med 2021; 384: 1312 – 1322. DOI:10.1056/NEJMoa2007123</p>
<p style="font-weight: 400;">[17] Feinman RD, Pogozelski WK, Astrup A et al.: Dietary carbohydrate restriction as the first approach in diabetes management: Critical review and evidence base. Nutrition 2015; 31: 11 – 13. DOI:10.1016/j.nut.2014.06.011</p>
<p style="font-weight: 400;">[18] Skytte MJ, Samkani A, Petersen AD et al.: A carbohydrate-reduced high-protein diet improves HbA1c and liver fat content in weight stable participants with type 2 diabetes: a randomised controlled trial. Diabetologia 2019; 62: 2066 – 2078. DOI:10.1007/s00125-019-4956-4</p>
<p style="font-weight: 400;">[19] Jayedi A, Zeraattalab-Motlagh S, Jabbarzadeh B et al.: Dose-dependent effect of carbohydrate restriction for type 2 diabetes management: a systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Clin Nutr 2022; 116: 40 – 56. DOI:10.1093/ajcn/nqac066</p>
<p style="font-weight: 400;">[26] Beal T. Environmentally protective diets may come with trade-offs for micronutrient adequacy. Am J Clin Nutr 2024; 119: 872 – 873. DOI:10.1016/j.ajcnut.2024.01.028</p>
<p style="font-weight: 400;">[27] Marantz PR, Bird ED, Alderman MH. A call for higher standards of evidence for dietary guidelines. Am J Prev Med 2008; 34: 234 – 240</p>
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