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	<title>Andreas Gerg, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Andreas Gerg, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Velocity Based Training</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/19306/velocity-based-training/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Gerg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/25]]></category>
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					<description><![CDATA[In den letzten Jahren hat sich das Konzept des Velocity Based Training (VBT) als innovative Methode im Krafttraining etabliert. VBT nutzt die Bewegungsgeschwindigkeit während des Trainings als primären Indikator für [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>In den letzten Jahren hat sich das Konzept des Velocity Based Training (VBT) als innovative Methode im Krafttraining etabliert. VBT nutzt die Bewegungsgeschwindigkeit während des Trainings als primären Indikator für die Belastung und Leistung des Athleten. Anstatt sich ausschließlich auf das Gewicht zu konzentrieren, ermöglicht VBT eine flexible Anpassung<br />
der Trainingsparameter, basierend auf dem individuellen Fortschritt und der aktuellen Leistungsfähigkeit.</b></p>
<p>Diese Trainingsmethode verwendet technologische Geräte zur Messung der Bewegungsgeschwindigkeit, typischerweise bei Langhantelübungen. Obwohl das Konzept des VBT nicht neu ist und auf mehrere Jahrzehnte zurückverfolgt werden kann, haben neue Technologien und der Zugang zu Informationen die Anwendung des VBT in den letzten Jahren stetig vorangetrieben [1 – 3]. Athletik- oder Konditionstrainer, Personal Trainer, Physiotherapeuten und andere im Fitnessbereich tätige Fachleute variieren typischerweise Trainingsvariablen wie Intensität, Volumen, Ruhezeiten, Frequenz und Tempo. Während viele dieser Variablen sehr einfach zu messen sind, gestaltet sich die Bestimmung der Trainingsintensität als komplexer und wird üblicherweise als Prozentsatz des individuellen 1RM festgelegt. Dieser traditionelle oder prozentsatzbasierte Ansatz ist problematisch, wenn man die täglichen Schwankungen der Kraft berücksichtigt, die durch Faktoren wie Schlaf, Müdigkeit, Stress oder Ernährung beeinflusst werden. Solche Schwankungen können bis zu 18 % über oder unter dem zuvor ermittelten 1RM liegen, was einer Gesamtvarianz von 36 % entspricht [4]. VBT löst dieses Problem, indem es die Bewegungsgeschwindigkeit als Maß für die Intensität nutzt. Dadurch können Trainer und Athleten mit gezielten Intensitäten trainieren, um spezifische Leistungsziele zu erreichen und das Training präziser auf ­Faktoren wie Ermüdung, Bereitschaft, ­Motivation, Verletzungen und unterschiedliche Anpassungsraten abzustimmen.Dies trägt zu einer verbesserten Verletzungsprophylaxe bei, da das Risiko von Über- oder Untertraining deutlich reduziert wird.</p>
<h2><b>1RM-Bestimmung und Last-Geschwindigkeitsprofil</b></h2>
<p>Da Intensität und Geschwindigkeit eine nahezu perfekt lineare Beziehung aufweisen – das heißt, wenn die eine Größe zunimmt, verringert sich die andere entsprechend – ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, das 1RM eines Athleten in verschiedenen Übungen durch eine statistische Methode, die als „lineare Regression“ bekannt ist, vorherzusagen [5 – 7]. Diese Methode analysiert die Beziehung zwischen den Variablen und ermöglicht es, anhand der gemessenen Geschwindigkeit bei submaximalen Gewichten Rückschlüsse auf die maximale Kraft des Athleten zu ziehen.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Last-Geschwindigkeitsprofil unter Verwendung von mehreren submaximalen Lasten </strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Um das <a href="https://www.scienceforsport.com/1rm-testing/">1RM </a>eines Athleten vorherzusagen, muss der Trainer zunächst ein &#8222;Last-Geschwindigkeitsprofil&#8220; des Athleten entwickeln. Dabei wird die maximale Geschwindigkeit gegen mehrere submaximale Lasten (mindestens 5 Lasten) bei jeder Last aufzeichnet. Anschließend wird die L-V-Beziehung durch eine lineare Regression modelliert, um das 1RM als die Last zu schätzen, die mit der maximalen Geschwindigkeit (V1RM) des 1RM verbunden ist. Ein möglicher Testablauf könnte aus drei Wiederholungen bei 20 %, 40 % und 60 % des 1RM sowie einer Wiederholung bei 80-90 % bestehen [8-10].</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>Last-Geschwindigkeitsprofil unter Verwendung der 2-Punkt-Methode</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Da die individuelle Last-Geschwindigkeits-Beziehung hochlinear ist, könnte eine Lösung zur Reduzierung der Dauer des Testverfahrens darin bestehen, die individuelle L-V-Beziehung anhand der maximalen Geschwindigkeit zu bestimmen, die nur gegen zwei Lasten aufgezeichnet wurde (2-Punkte-Methode). Diese Methode gilt als eine genaue, schnelle und relativ ermüdungsfreie Methode zur Schätzung des 1RM. Dabei wird die maximale Geschwindigkeit gegen eine leichte Last (ca. 45 % 1RM) und eine schwere Last (ca. 85 % 1RM) aufgezeichnet. Anschließend erfolgt die Modellierung der individuellen Last-Geschwindigkeits-Beziehung und die Bestimmung des 1RM als die Last, die mit dem V1RM verbunden ist [11,12].</p>
<h3 style="font-weight: 400;"><strong>1RM Bestimmung unter Verwendung der minimalen Geschwindigkeitsschwelle</strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Eine weitere Methode zur Messung der 1RM-Geschwindigkeit ist der Repetition to Failure Test (RTF-Test), bei dem der Athlet bis zu seinem minimalen Geschwindigkeitsgrenzwert geführt wird. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie wenig zeitaufwendig ist und kein Last-Geschwindigkeitsprofil erfordert. Der RTF-Test beginnt wie die Erstellung eines Last-Geschwindigkeitsprofils, wird jedoch gestoppt, wenn der Athlet ungefähr 70 % des 1RM erreicht. Anschließend führt der Athlet so viele Wiederholungen wie möglich aus, und die Geschwindigkeit der letzten erfolgreichen Wiederholung wird als 1RM-Geschwindigkeit (V1RM) verwendet. Dieser Wert wird als minimale Geschwindigkeitsschwelle (MVT) bezeichnet [13].</p>
<h2><b>Individualisierung</b></h2>
<p>Ein wesentlicher Vorteil des VBT liegt in der Individualisierung des Trainings. Das VBT-Kontinuum (siehe Abb. 1) ermöglicht es Trainern, das Training präzise an die jeweiligen Fähigkeiten und Ziele der Athleten anzupassen. Durch die Analyse der Bewegungsgeschwindigkeit kann das Training gezielt optimiert werden, um spezifische Leistungsziele zu erreichen. Je nach Trainingsziel, das in einer bestimmten Phase der Periodisierung festgelegt wird, hat der Athlet die Möglichkeit, innerhalb einer VBT-Trainingszone individuell an seinen Kraftfähigkeiten zu arbeiten.</p>
<figure id="attachment_19335" aria-describedby="caption-attachment-19335" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-19335" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-1024x309.jpg" alt="" width="755" height="228" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-1024x309.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-300x91.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-768x232.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-1536x464.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-150x45.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-450x136.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125-1200x362.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg1_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19335" class="wp-caption-text">Abb. 1 VBT-Kontinuum</figcaption></figure>
<h2><b>Belastungssteuerung</b></h2>
<p>Ein weiterer bedeutender Vorteil des VBT ist die präzise Steuerung der Belastung. Die während des Trainings erlebte Ermüdung kann dazu führen, dass eine bestimmte Trainingsintensität nicht mehr aufrechterhalten werden kann, häufig bedingt durch die Ermüdung des zentralen Nervensystems (ZNS). Beim Training ist es wichtig, die Veränderungen in der Bereitschaft (Readiness) zu berücksichtigen, die durch Stress oder Ermüdung entstehen. Dabei spielen sowohl die Trainingsbelastung als auch soziale Stressfaktoren eine Rolle. Ein Rückgang der Bewegungsgeschwindigkeit über mehrere Sätze oder Wiederholungen kann Hinweise auf das Stresslevel geben. Im Rahmen des VBT können Cut-Off-Geschwindigkeiten verwendet werden, um das Gewicht zu reduzieren, die Pausenzeiten zu verlängern oder den Satz bzw. das gesamte Workout zu beenden, wenn die konzentrische Geschwindigkeit einer Wiederholung unter einen festgelegten Wert fällt. So kann der Prozentsatz des Geschwindigkeitsverlusts von Satz zu Satz oder zwischen den Wiederholungen überwacht werden. Der Cut-Off-Wert orientiert sich in der Regel an der ersten oder schnellsten Wiederholung eines Arbeitssatzes. Abhängig von den Trainingszielen, der jeweiligen Phase und individuellen Faktoren können beispielsweise folgende Cut-Off-Werte festgelegt werden: für Hypertrophie 30 – 40 %, für Maximalkraft 10 – 30 % und für Schnellkraft weniger als 10 %. In bestimmten Fällen können auch absolute Geschwindigkeitswerte als Cut-Off verwendet werden. [8]. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Trainingssteuerung<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf den Geschwindigkeitsverlust während des Trainings zu reagieren und Anpassungen in Echtzeit vorzunehmen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine Methode ist die Manipulation der Wiederholungen, die sich besonders gut für das Hypertrophie- oder Kraftausdauertraining eignet. Hierbei wird bei gleichbleibendem Gewicht eine festgelegte Anzahl an Sätzen, beispielsweise acht, durchgeführt. Die Anzahl der Wiederholungen orientiert sich an einer Intensität von 40 bis 70 % des 1RM oder einer Geschwindigkeit zwischen 0,75 und 1,0 m/s. Wird diese Geschwindigkeit um 40 % oder mehr unterschritten, wird der Satz vorzeitig beendet. Eine weitere Möglichkeit ist die Anpassung der Arbeitslast, die besonders im Maximalkrafttraining zum Einsatz kommt. Hierbei wird das Gewicht von Satz zu Satz angepasst, wenn Geschwindigkeitsverluste im Bereich von 10 – 30 % festgestellt werden. Ein Beispiel-Training könnte aus acht Sätzen mit jeweils drei Wiederholungen bestehen, wobei das Gewicht zwischen 60 und 80 % des 1RM oder eine Bewegungsgeschwindigkeit von 0,5 bis 0,75 m/s verwendet wird. Diese Methode dient auch als wertvolles Monitoring-Tool zur Beurteilung der Trainingsbereitschaft eines Athleten. Zusätzlich kann die Satzanzahl verändert werden, was insbesondere im Schnellkrafttraining Anwendung findet. Dabei bleiben das Gewicht und die Wiederholungszahl über alle Arbeitssätze hinweg konstant. Es wird eine bestimmte Anzahl von Sätzen, beispielweise mit jeweils drei Wiederholungen bei 40 – 70 % des 1RM oder einer Geschwindigkeit von 0,75 bis 1,0 m/s, absolviert. Das Training wird beendet, sobald ein durchschnittlicher Geschwindigkeitsverlust für einen Satz von mehr als 10 % festgestellt wird [8 – 10].</p>
<h2><b>Augmented Feedback</b></h2>
<p>Ein weiterer großer Vorteil des VBT ist die Bereitstellung von unmittelbarem Feedback. Dieses direkte Feedback – sei es visuell, verbal oder akustisch – informiert den Athleten über die Ausführung der Bewegung oder das Bewegungs­ergebnis und kann sowohl kurzfristig als auch langfristig zu signifikanten Leistungssteigerungen führen. Die Veränderungen in der Leistungsfähigkeit gehen mit Verbesserungen in psychologischen Merkmalen einher, wobei Anstiege in Motivation und Wettbewerbsfähigkeit auftreten, wenn Rückmeldungen zur Geschwindigkeitsleistung gegeben werden [11, 12]. Das VBT bietet durch sein objektives Feedback spezifische kinematische Ziele, die i.d.R. effektiver sind als einfache verbale Anweisungen, wie „hebe die Stange so schnell wie möglich“. Die Nutzung von Live-Feedback bietet den Athleten nicht nur sofortige Rückmeldungen zur ausgeführten Bewegung, sondern schafft auch ein wettbewerbsorientiertes Umfeld, das das Engagement und die Motivation der Athleten steigert. Das Setzen eines objektiven Ziels, wie z. B. das Erreichen höherer Geschwindigkeiten, fördert die intrinsische Motivation, insbesondere wenn Athleten bestrebt sind, neue Bestwerte zu erzielen oder ihre Leistungen mit denen ihrer Teamkameraden zu vergleichen [13].</p>
<h2><b>Trainingsplanung</b></h2>
<p>Athleten in den meisten Spielsportarten benötigen vor allem Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer. Da Wettkämpfe und Training während der Saison die verfügbare Trainingszeit einschränken, müssen diese Kraftfähigkeiten häufig von Woche zu Woche, Tag zu Tag oder sogar innerhalb eines einzelnen Trainingstags kombiniert trainiert werden. Dabei kommen verschiedene Trainingsmethoden zum Einsatz, um in möglichst wenigen Einheiten optimale Ergebnisse zu erzielen. Mit Hilfe von VBT können sowohl Geschwindigkeits- als auch Kraftverluste in denselben Einheiten überwacht werden. Abbildung 2 zeigt ein Beispiel für ein Trainingsprogramm, das sich während der Saison auf Maximalkraft und Schnellkraft konzentriert. Die festgelegten Bereiche orientieren sich am Kraft-Geschwindigkeitsprofil des jeweiligen Athleten, das vor Beginn des Programms erstellt werden sollte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_19336" aria-describedby="caption-attachment-19336" style="width: 755px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-19336" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-1024x740.jpg" alt="" width="755" height="546" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-1024x740.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-300x217.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-768x555.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-1536x1111.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-150x108.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-450x325.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125-1200x868.jpg 1200w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2025/04/Gerg2_saez0125.jpg 1600w" sizes="(max-width: 755px) 100vw, 755px" /><figcaption id="caption-attachment-19336" class="wp-caption-text">Abb. 2 Beispielhaftes Ganzkörperprogramm während der Saison</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>VBT hat sich als effektives Instrument zur Verbesserung der sportlichen Leistung etabliert, indem es die Bewegungsgeschwindigkeit als zentralen Parameter für das Training nutzt. Diese Methode ermöglicht eine präzise Steuerung des Trainings, die Überwachung der Anstrengung und individuelle Anpassungen basierend auf der Tagesform des Athleten. Durch sofortiges Feedback werden Athleten motiviert, ihre Leistung zu steigern und ihre Fortschritte visuell nachzuvollziehen. Zudem kann VBT helfen, die Ansammlung von Müdigkeit zu reduzieren, indem es ermöglicht, Sätze zu beenden, bevor die Technik leidet. Erfahrene Kraftathleten profitieren besonders von der Integration geschwindigkeitsbasierter Trainingskonzepte, da dies eine größere Präzision bei der Trainingsplanung bietet sowie die Möglichkeit, ihr Training objektiv zu regulieren. Die Integration dieses Konzepts kann auch als hybrid betrachtet werden, indem sowohl traditionelle Ansätze als auch geschwindigkeits­basierte Methoden verwendet werden, die auf die individuellen Bedürfnisse der Athleten abgestimmt sind.</p>
<p>VBT sollte daher als Ergänzung zu traditionellen Trainingsmethoden betrachtet werden. Die ordnungsgemäße Implementierung von VBT in das Training erfordert ein gewisses Maß an Fachwissen und die richtige Interpretation der Daten. Traditionelle Methoden und subjektive Bewertungen bleiben einfach zu handhaben und haben sich bewährt. Daher ist es wichtig, die Vorzüge von VBT im Kontext eines umfassenden Trainingsansatzes zu betrachten, um die besten Ergebnisse zu erzielen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Baker, D., &amp; Nance, S. (1999). The Relation Between Strength and Power in Professional Rugby League Players. <em>The Journal of Strength and Conditioning Research</em>, <em>13</em>(3), 224.</p>
<p style="font-weight: 400;">[2] Häkkinen, K., Komi, P. V., &amp; Alén, M. (1985). Effect of explosive type strength training on isometric force- and relaxation-time, electromyographic and muscle fibre characteristics of leg extensor muscles. <em>Acta Physiologica Scandinavica</em>, <em>125</em>(4), 587–600.</p>
<p style="font-weight: 400;">[3] Rodgers, M. M., &amp; Whipple, R. H. (1990). Specificity of speed of exercise. <em>The Journal of Orthopaedic and Sports Physical Therapy</em>, <em>12</em>(2), 72–78.</p>
<p style="font-weight: 400;">[4] Zhang, X., Feng, S., Peng, R., &amp; Li, H. (2022). The Role of Velocity-Based Training (VBT) in Enhancing Athletic Performance in Trained Individuals: A Meta-Analysis of Controlled Trials. <em>International Journal of Environmental Research and Public Health</em>, <em>19</em>(15), 9252.</p>
<p style="font-weight: 400;">[5] González-Badillo, J. J., &amp; Sánchez-Medina, L. (2010). Movement velocity as a measure of loading intensity in resistance training. <em>International Journal of Sports Medicine</em>, <em>31</em>(5), 347–352.</p>
<p style="font-weight: 400;">[6] Banyard, H. G., Nosaka, K., &amp; Haff, G. G. (2017). Reliability and Validity of the Load-Velocity Relationship to Predict the 1RM Back Squat. <em>Journal of Strength and Conditioning Research</em>, <em>31</em>(7), 1897–1904.</p>
<p style="font-weight: 400;">[7] Wilson, G. J., Elliott, B. C., &amp; Kerr, G. K. (1989). Bar Path and Force Profile Characteristics for Maximal and Submaximal Loads in the Bench Press. <em>International Journal of Sport Biomechanics</em>, <em>5</em>(4), 390–402.</p>
<p style="font-weight: 400;">[8] Signore, N. (2022). <em>Velocity-based training: How to apply science, technology, and data to maximize performance</em>. Human Kinetics Inc.</p>
<p style="font-weight: 400;">[9] Weakley, J., Ramirez-Lopez, C., McLaren, S., Dalton-Barron, N., Weaving, D., Jones, B., Till, K., &amp; Banyard, H. (2020). The Effects of 10%, 20%, and 30% Velocity Loss Thresholds on Kinetic, Kinematic, and Repetition Characteristics During the Barbell Back Squat. <em>International Journal of Sports Physiology and Performance</em>, <em>15</em>(2), 180–188.</p>
<p style="font-weight: 400;">[10] Wilson, G. J., Elliott, B. C., &amp; Kerr, G. K. (1989). Bar Path and Force Profile Characteristics for Maximal and Submaximal Loads in the Bench Press. <em>International Journal of Sport Biomechanics</em>, <em>5</em>(4), 390–402.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Randell, A. D., Cronin, J. B., Keogh, J. W., Gill, N. D., &amp; Pedersen, M. C. (2011a). Reliability of performance velocity for jump squats under feedback and nonfeedback conditions. <em>Journal of Strength and Conditioning Research</em>, <em>25</em>(12), 3514–3518.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Randell, A. D., Cronin, J. B., Keogh, J. W. L., Gill, N. D., &amp; Pedersen, M. C. (2011b). Effect of instantaneous performance feedback during 6 weeks of velocity-based resistance training on sport-specific performance tests. <em>Journal of Strength and Conditioning Research</em>, <em>25</em>(1), 87–93.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Weakley, J. J. S., Wilson, K. M., Till, K., Read, D. B., Darrall-Jones, J., Roe, G. A. B., Phibbs, P. J., &amp; Jones, B. (2019). Visual Feedback Attenuates Mean Concentric Barbell Velocity Loss and Improves Motivation, Competitiveness, and Perceived Workload in Male Adolescent Athletes. <em>Journal of Strength and Conditioning Research</em>, <em>33</em>(9), 2420–2425.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verletzungsprävention im Fußball</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/15979/verletzungspraevention-im-fussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Gerg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2024 08:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[02/24]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch die Kombination aus Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und technischem Können stellt der Fußball hohe Anforderungen an die physische Leistungs­fähigkeit der Spieler. Diese Anforderungen gehen jedoch meist mit einem erhöhten Verletzungsrisiko [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Durch die Kombination aus Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und technischem Können stellt der Fußball hohe Anforderungen an die physische Leistungs­fähigkeit der Spieler. Diese Anforderungen gehen jedoch meist mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einher, das aufgrund vieler nicht kontrollierbarer Faktoren oft nicht vollständig vermieden werden kann. Dennoch kann das Risiko von Verletzungen durch geeignete präventive Maßnahmen reduziert werden. Dabei ist es wichtig, Strategien zu entwickeln und Maßnahmen anzuwenden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und evidenzbasierten Methoden basieren.</b></p>
<p>In den letzten drei Jahrzehnten wurden erhebliche Fortschritte auf dem Gebiet der Verletzungsprävention im Fußball erzielt. Es wurden zahlreiche Forschungen betrieben, angefangen bei der Reihenfolge von Forschungsschritten und der Untersuchung der Ursachen von Verletzungen, bis hin zur Entwicklung und Implementierung von entsprechenden Präventions-Programmen. Van Mechelen und Kollegen [1] entwickelten 1992 ein grundlegendes konzeptionelles 4-Stufen-Protokoll für die Prävention von Sportverletzungen, welches seitdem weiterentwickelt und für viele Sportarten und Verletzungen angepasst wurde. Finch [2] erweiterte dieses Modell um zwei weitere Schritte und formulierte das TRIPP Modell, das den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis der Verletzungsprävention erleichtern sollte. Padua und Kollegen [3] ergänzten wiederum dieses Modell um zwei weitere Schritte, die sich auf die Entwicklung und Implementierung von Präventionsprogrammen konzentrieren. Meeuwisse [4] entwickelte das dynamische, multifaktorielle Modell der Ätiologie von Sportverletzungen, um eine Vielzahl von externen und internen Faktoren zu berücksichtigen, die das Verletzungsrisiko beeinflussen können. Um das verletzungsauslösende Ereignis sowie die Kombination der Faktoren die zu einer Verletzung führen, zu verstehen, entwickelten Bahr &amp; Krosshaug [5] ein Modell welches diese Ereignisse berücksichtigt.<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p>Unter Verwendung dieser Modelle wurden multimodale Verletzungspräventionsprogramme für die unteren Extremitäten entwickelt. Es gibt umfangreiche Evidenz, welche die Wirksamkeit von Bewegungsinterventionen in Form von neuromuskulärem Training als Aufwärmprogramm belegen, um fußballbedingte Verletzungen bei beiden Geschlechtern sowie allen Altersgruppen und Fähigkeitsniveaus zu reduzieren. Beispiele für wirksame Programme sind das Fifa 11+Programm [6]*, das Knee Control Programme [7] sowie das Prevent Injury and Enhance Performance Programme [8]. Einzelne ausgewählte Übungen wie der Nordic Hamstring Curl (NHC) [9] oder der Copenhagen Plank [10] zeigen ebenfalls einen positiven Effekt auf die Reduzierung der Verletzungen. Trotz der Existenz evidenzbasierter Programme kommt es oft zu einer unzureichenden Umsetzung in der Praxis. Dies liegt häufig an dem erforderlichen Zeitaufwand, den damit verbundenen Kosten oder dem Mangel an Trainerpersonal. Die sorgfältige Einhaltung und konsequente Umsetzung durch das Trainerteam spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Oft werden Programme unregelmäßig durchgeführt oder es werden nur einzelne Teile oder abgewandelte Programme angewendet. Gründe dafür können fehlendes Wissen oder unzureichende Erfahrung bei der Implementierung und korrekten Durchführung dieser Programme sowie die Komplexität der Übungen sein [11].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>*Anmerkung der Redaktion: Siehe dazu aktuelle Studie: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38599679/">Silvers-Granelli H, Silverman R, Bizzini M, et al. The 11+ injury prevention programme decreases rate of hamstring strain injuries in male collegiate soccer players. British Journal of Sports Medicine Published Online First: 10 April 2024. doi: 10.1136/bjsports-2023-107323</a></i></p>
<h2><b>8-Stufen Modell<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>In Abbildung 1 wird ein 8-Stufen-Modell präsentiert, das dabei helfen soll, die verschiedenen Bausteine und Schritte eines erfolgreichen Verletzungspräventions-Systems besser zu verstehen, angefangen bei der Identifikation der sportartspezifischen Anforderungen bis hin zum Wissenstransfer und der Beurteilung der Wirksamkeit des Programms. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_15982" aria-describedby="caption-attachment-15982" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15982" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224.jpg" alt="" width="1600" height="780" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-300x146.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-1024x499.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-768x374.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-1536x749.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-150x73.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-450x219.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg1_saez0224-1200x585.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-15982" class="wp-caption-text">Abb. 1 8 Stufen zur Entwicklung eines Verletzungspräventionsprogramms</figcaption></figure>
<h2><b>Individualisierung</b></h2>
<p>Ein entscheidender Erfolgsfaktor für Verletzungspräventionsprogramme liegt in der individuellen Ausrichtung bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Dabei ist es wichtig, zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention im sportlichen Kontext zu unterscheiden. Primäre Prävention zielt darauf ab, Erstverletzungen zu vermeiden. Sekundäre Prävention beinhaltet die rechtzeitige Diagnose und Behandlung von leichten körperlichen Beschwerden oder Verletzungen mit dem Ziel, den Schweregrad zu reduzieren. Tertiäre Prävention konzentriert sich auf die Rehabilitation von Verletzungen mit längerer Ausfallzeit und die Minimierung des Risikos für erneute Verletzungen [12]. Bei der Gestaltung von Verletzungspräventionsprogrammen ist es daher entscheidend, zwischen gesunden Spielern ohne Verletzungen und Spielern mit Verletzungen oder einer Verletzungshistorie, zu unterscheiden. Bei Athleten mit früheren Verletzungen ist es wichtig, spezifische Risikofaktoren zu identifizieren, die zur erneuten Verletzung führen könnten. Zudem sollten mögliche neuromuskuläre und sensomotorische Defizite, die durch frühere Verletzungen entstanden sein könnten, berücksichtigt werden. Dies kann durch schriftliche Fragebogen, mündliche Befragungen oder durch Assessments und Screenings (z. B. FMS) erfolgen. Gesunde Athleten erfordern einen weniger konservativen und eher progressiven Ansatz. Die prophylaktische Anwendung standardisierter Prehab- /Rehab-Protokolle ist in der Regel nicht ausreichend für sie. Gesunde Athleten passen sich in der Regel schneller an die Anforderungen an und benötigen entsprechende Pro­gres­sionen, um Plateus zu vermeiden. Die Intensitäts-Schwelle und neuromuskuläre Herausforderung, um die gewünschte Adaption zu erreichen, wird bei gesunden Athleten höher sein als bei kürzlich verletzen Spielern. Es kann auch Unterschiede in der Motivation geben, da gesunde Athleten möglicherweise weniger intrinsisch motiviert sind, Schmerzen und weitere Symptome zu reduzieren, im Vergleich zu kürzlich verletzten Spielern. Für die Gewährleistung einer langfristigen Compliance bei gesunden Spielern wird eine größere Variation in den Übungen erforderlich sein, um Monotonie im Training zu vermeiden.</p>
<p>Ebenso nimmt die Ernährung eine wichtige Rolle im Prozess der Verletzungsprävention ein und sollte dementsprechend individuell angepasst werden. Eine angemessene Ernährung hilft nicht nur, die Energiespeicher des Körpers zu versorgen und auf die Anforderungen des Sports einzustellen, sondern unterstützt auch die natürlichen Heilungs- und Erholungsprozesse des Körpers. Die physiologischen Anforderungen an Athleten variieren nicht nur zwischen verschiedenen Sportarten, sondern auch innerhalb einer Sportart je nach Position (z. B. Torwart vs. Stürmer). Bei der Berücksichtigung der individuellen Gewichtsziele der Athleten wird deutlich, dass pauschale Ernährungsstrategien unzureichend sind. Diese sollten basierend auf der tatsächlichen Trainingsintensität, dem Trainingsvolumen und dem Trainingsniveau individuell angepasst werden, um eine präzise Abstimmung von Energiezufuhr und Energiebedarf zu ermöglichen. Zudem ist es wichtig, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Training oder Spiel zu achten. Ein Flüssigkeitsdefizit zu Beginn eines Spiels kann die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen und das Risiko einer Hyperthermie erhöhen [13].</p>
<h2><b>Planung und Durchführung eines Verletzungspräventions-Programms</b></h2>
<p>Die Auswahl der Übungen, die Häufigkeit des Trainings, das Timing sowie die Intensität und das Volumen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung und der anschließenden Umsetzung von Verletzungspräventionsprogrammen. Die Programme sollten verschiedene Übungen aus den Bereichen Ausdauer, Kraft, Plyometrie, Schnelligkeit und Agilität sowie Beweglichkeit enthalten. Zusätzlich zu diesen Bereichen können Präventionsprogramme Übungen zur Verbesserung der Core-Stabilität, des Gleichgewichts und der Propriozeption, beinhalten [14, 15]. Ein generell schützender Effekt des Ausdauertrainings besteht darin, dass die Athleten widerstandsfähiger gegenüber neuromuskulärer Ermüdung werden. Dies ist besonders wichtig, da Verletzungen oft in der Schlussphase eines Spiels auftreten, wenn die Athleten bereits ermüdet sind. Ein angemessenes Krafttraining erhöht die Belastungstoleranz des muskuloskelettalen Systems gegenüber den Mikrotraumata, die im Training oder Spiel auftreten und führt zu einer schnelleren Regeneration. Bei der Auswahl geeigneter Übungen im Krafttraining sollten Faktoren wie Bewegungsumfang, Bewegungsgeschwindigkeit und Kontraktionsform berücksichtigt werden, basierend auf den jeweiligen Verletzungsmechanismen. Eine häufig verwendete Übung ist beispielsweise der Nordic Hamstring Curl (NHC). Durch das exzentrische Training wird die Fähigkeit der Muskulatur verbessert, mehr Energie aufzunehmen, bevor es zum Muskelversagen kommt [16]. Allerdings bleibt bei dieser Übung die proximal beanspruchte Muskulatur in einer relativ konstanten Position. Relevante Verletzungen im Bereich der Hamstrings treten hauptsächlich während der terminalen Schwung- und der frühen Stützphase des Laufens auf. Eine geeignete Ergänzung könnte das Kreuzheben mit gestreckten Beinen sein, da hierbei auch der proximale Anteil der Ham­strings beansprucht wird. Plyometrisches Training dient nicht nur der Verbesserung der Schnellkraft, sondern hat auch einen präventiven Charakter.<span class="Apple-converted-space">  </span>Dabei sollte der Fokus auf eine korrekte Technik und Mechanik bei Lande-, Sprung-, und Richtungswechselbewegungen, gelegt werden [17]. Um Verletzungen vorzubeugen, ist jedoch auch ein sport­artspezifisches und geschwindigkeitsorientiertes Training erforderlich. Ein Großteil der Hamstring-Verletzungen tritt beim Sprinten auf, daher sollte dem Training von maximalen Geschwindigkeiten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es wird empfohlen, mindestens einmal pro Woche ein Sprinttraining zu integrieren, bei dem &lt; 90 % der individuellen maximalen Geschwindigkeit erreicht werden [18].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Rahmen des Trainingsprogramms sollten Athleten geeignete Regenera­tionsstrategien anwenden. Aktive Regenerationsmaßnahmen bestehen in der Regel aus aerobem Training, das durch verschiedene Methoden wie Radfahren, Joggen, Aquajogging oder Schwimmen durchgeführt werden kann. Aktive Erholung wird oft als vorteilhafter im Vergleich zur passiven Erholung angesehen, aufgrund des verbesserten Blutflusses und der Beseitigung von Stoffwechselabfallprodukten durch eine erhöhte Sauerstoffzufuhr. Unter den passiven Regenerationsmethoden wird Schlaf in der Regel als der wichtigste Faktor betrachtet. Zu wenig Schlaf oder eine schlechte Schlafqualität beeinträchtigen nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern erhöhen auch das Verletzungsrisiko und wirken sich negativ auf die Erholung nach dem Training oder Spiel aus. Athleten, die über einen längeren Zeitraum ≤ 7 Stunden pro Nacht schlafen, haben bereits ein 1,7-fach höheres Risiko, eine Verletzung zu erleiden, im Vergleich zu Athleten mit einer Schlafdauer von ≥ 8 Stunden pro Nacht [19, 20].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2><b>Periodisierung</b></h2>
<p>Die Integration eines Verletzungspräventionsprogramms in den wöchentlichen und täglichen Trainingszyklus kann eine große Herausforderung darstellen, bietet jedoch auch viele Möglichkeiten. Abbildung 2 veranschaulicht eine mögliche Integration von Verletzungspräventions-Maßnahmen in einen Mikrozyklus von einer Woche. Maßnahmen zur Prävention können sowohl in das Warm Up als auch in das Cool Down integriert werden, abhängig vom Fokus der Übungen oder der Trainingseinheit [21]. Ein Vorteil der Integration in das Warm Up oder Cool Down mit dem Team ist, dass die Übungen unter der Aufsicht eines Trainers durchgeführt werden und somit eine höhere Qualität bei der Ausführung gewährleistet ist. Zudem findet das Training im Gruppensetting statt und fördert in der Regel die Motivation der Athleten. Ebenso können entsprechende Präventionsübungen in das individuelle Krafttraining der Athleten integriert werden, wobei der Trainer dabei keine Korrekturen während der Ausführung vornehmen kann. Die Integration von Präventivübungen in das vom Trainer beauf­-sichtige Krafttraining könnte eine zusätzliche Möglichkeit bieten, die notwendige Individualisierung sicher­zustellen und gleichzeitig eine hohe Qualität zu gewährleisten. Verletzungspräventionstraining sollte idealerweise 2 – 3 mal pro Woche durchgeführt werden, vorzugsweise zu Beginn und in der Mitte der Woche. Die Durchführung eines isoliert exzentrischen Trainings am Ende der Woche könnte sich aufgrund der Regenerationszeit von bis zu 72 Stunden negativ auf die Spielleistung auswirken. Exzentrisches Training am Tag nach dem Spiel führt zu deutlich geringeren Mikrotraumata als eine Durchführung am dritten Tag nach dem Spiel [22].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<figure id="attachment_15983" aria-describedby="caption-attachment-15983" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-15983" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224.jpg" alt="" width="1600" height="714" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-300x134.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-1024x457.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-768x343.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-1536x685.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-150x67.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-450x201.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/05/Gerg2_saez0224-1200x536.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-15983" class="wp-caption-text">Abb. 2 Beispiel-Mikrozyklus mit Strategien zur Verletzungsprävention</figcaption></figure>
<h2><b>Fazit</b></h2>
<p>In den letzten 30 Jahren wurden große Fortschritte in der Verletzungspräventionsforschung und -anwendung erzielt. Die Umsetzung von theoretischem Wissen in die Praxis bleibt jedoch eine große Herausforderung für alle Beteiligten, bietet aber gleichzeitig eine der vielversprechendsten Zukunftschancen für die Fußballmedizin. Um Verletzungsprävention erfolgreich in Vereinen und Teams zu integrieren, ist ein systema­tischer Ansatz und ein umfassendes Verständnis der einzelnen Schritte erforderlich. Weitere Forschung ist insbesondere zu den Parametern Übungsauswahl, Volumen, Intensität und Periodisierung notwendig, um Programme an verschiedene Kontexte anzupassen. Bewährte Programme, die bereits existieren und erfolgreich erprobt sind, können von Amateurteams mit begrenzter Trainingszeit problemlos umgesetzt werden. Professionelle Teams hingegen benötigen eine Vielzahl an evidenzbasierten Übungen mit entsprechenden Progressionen und Variationen. Die Verletzungsprävention sollte nicht isoliert von der Leistungssteigerung betrachtet werden, da beide eng miteinander verknüpft sind. Grundlage dafür sollte die Individualisierung sein, also die Unterscheidung zwischen Athleten mit oder ohne Verletzungshistorie. Für den Erfolg von Verletzungspräventionsprogrammen ist die regelmäßige Durchführung entscheidend. Daher sollten die Maßnahmen zur Verletzungsreduktion fester Bestandteil des Fußballtrainings sein. Dies erfordert wiederum ein hohes Maß an Bereitschaft zur Umsetzung seitens der Spieler, des Trainer-Teams und des Vereins.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literatur</p>
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<p style="font-weight: 400;">[3] Padua, D. A., Frank, B., Donaldson, A., De La Motte, S., Cameron, K. L., Beutler, A. I., DiStefano, L. J., &amp; Marshall, S. W. (2014). Seven Steps for Developing and Implementing a Preventive Training Program. Clinics in Sports Medicine, 33(4), 615–632.</p>
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<p style="font-weight: 400;">[11] Minnig, M. C., Hawkinson, L., Root, H. J., Driban, J., DiStefano, L. J., Callahan, L., Ambrose, K. R., Spang, J. T., &amp; Golightly, Y. M. (2022). Barriers and facilitators to the adoption and implementation of evidence-based injury prevention training programmes: A narrative review. BMJ Open Sport &amp; Exercise Medicine, 8(3), e001374.</p>
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<p style="font-weight: 400;">[18] Edouard, P., Mendiguchia, J., Guex, K., Lahti, J., Prince, C., Samozino, P., &amp; Morin, J.-B. (2023). Sprinting: A key piece of the hamstring injury risk management puzzle. British Journal of Sports Medicine, 57(1), 4–6.</p>
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<p><span style="font-weight: 400;">[22] Lovell, R., Whalan, M., Marshall, P. W. M., Sampson, J. A., Siegler, J. C., &amp; Buchheit, M. (2018). Scheduling of eccentric lower limb injury prevention exercises during the soccer micro</span><span style="font-weight: 400;">‐</span><span style="font-weight: 400;">cycle: Which day of the week? Scandinavian Journal of Medicine &amp; Science in Sports, 28(10), 2216–2225.</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Injury prevention in football</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/therapie/15851/injury-prevention-in-football/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Gerg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Apr 2024 08:01:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[INT 24]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=15851</guid>

					<description><![CDATA[The combination of speed, strength, endurance, and technical skill places high demands on the physical performance of football players. However, these demands often come with an increased risk of injury, [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>The combination of speed, strength, endurance, and technical skill places high demands on the<br />
physical performance of football players. However, these demands often come with an increased risk of injury, which cannot always be completely avoided due to many uncontrollable factors. Nevertheless, the risk of injuries can be reduced through appropriate preventive measures. It is important to develop strategies and implement measures based on scientific knowledge and evidence-based methods.</b></p>
<p>Significant progress has been made in the field of injury prevention in football over the past three decades. Numerous research studies have been conducted, ranging from the sequence of research steps and the investigation of injury causes to the development and implementation of corresponding prevention programs. Van Mechelen et al. [1] developed a fundamental conceptual 4-step protocol for the prevention of sports injuries in 1992, which has since been further developed and adapted for many sports and injuries. Finch [2] expanded this model with two additional steps and formulated the TRIPP model, which aims to facilitate the transfer of research findings into injury prevention practice. Padua et al. [3] further supplemented this model with two additional steps focusing on the development and implementation of prevention programs. Meeuwisse [4] developed the dynamic, multifactorial model of the etiology of sports injuries to consider a variety of external and internal factors that can influence the risk of injury. To under­stand the injury-triggering event and the combination of factors that lead to an injury, Bahr &amp; Krosshaug [5] developed a model that takes these events into account.</p>
<p>Using these models, multimodal injury prevention programs for the lower extremities have been developed. There is extensive evidence supporting the effectiveness of movement interventions in the form of neuromuscular training as a warm-up program to reduce football-related injuries in both genders, all age groups, and different skill levels. Examples of effective programs include the FIFA 11+ program [6], the Knee Control Program [7], and the Prevent Injury and Enhance Performance Program [8]. Specific selected exercises such as the Nordic Hamstring Curl (NHC) [9] or the Copenhagen Plank [10] also show a positive effect on reducing injuries. Despite the existence of evidence-based programs, there is often inadequate implementation in practice. This is often due to the required time commitment, associated costs, or lack of coaching staff. Careful adherence and consistent implementation by the coaching team also play a crucial role. Programs are often irregularly carried out or only parts or modified programs are applied. Reasons for this may include a lack of knowledge or insufficient experience in implementing and correctly executing these programs, as well as the complexity of the exercises [11].</p>
<h2><b>8-Step Model<span class="Apple-converted-space"> </span></b></h2>
<p>In Figure 1, an 8-step model is presented that is intended to help better under­stand the various components and steps of a successful injury prevention system, starting from the identification of sport-specific requirements to knowledge transfer and program effectiveness assessment.</p>
<figure id="attachment_15854" aria-describedby="caption-attachment-15854" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-15854" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24.jpg" alt="" width="1600" height="617" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-300x116.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-1024x395.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-768x296.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-1536x592.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-150x58.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-450x174.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg1_saezINT24-1200x463.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-15854" class="wp-caption-text">Fig. 1 8 steps to developing an injury prevention program</figcaption></figure>
<h2><b>Individualization</b></h2>
<p>A crucial factor for the success of injury prevention programs lies in the individual alignment during the development and implementation of corresponding measures. It is important to differentiate between primary, secondary, and tertiary prevention in the sports context. Primary prevention aims to prevent initial injuries. Secondary prevention involves the timely diagnosis and treatment of minor physical complaints or injuries with the goal of reducing severity. Tertiary prevention focuses on the rehabilitation of injuries with longer absence from training or competition and minimizing the risk of recurrent injuries [12].</p>
<p>When designing injury prevention programs, it is essential to differentiate between healthy players without injuries and players with injuries or a history of injuries. For athletes with previous injuries, it is important to identify specific risk factors that could lead to a recurrent injury. Additionally, potential neuromuscular and sensorimotor deficits that may have resulted from previous injuries should be considered. This can be done through written questionnaires, verbal interviews, or through assessments and screenings (e.g., FMS). Healthy athletes require a less conservative and more progressive approach. The prophylactic application of standardized prehab/­rehab protocols is usually not sufficient for them. Healthy athletes typically adapt more quickly to demands and require appropriate progressions to avoid plateaus. The intensity threshold and neuro­muscular challenge to achieve the desired adaptation will be higher in healthy athletes than in recently injured players. There may also be differences in motivation, as healthy athletes may be less intrinsically motivated to reduce pain and other symptoms compared to recently injured players. To ensure long-term compliance in healthy players, greater variation in exercises will be required to avoid training monotony.</p>
<p>Nutrition also plays an important role in the injury prevention process and should be adjusted accordingly. Proper nutrition not only helps supply the body’s energy stores and adjust to the demands of the sport but also supports the body’s natural healing and recovery processes. The physiological demands on athletes vary not only between different sports but also within a sport depending on position (e. g., goalkeeper vs. forward). Considering the individual weight goals of athletes, it is clear that generalized nutrition strategies are inadequate. These should be individually tailored based on actual training intensity, volume, and level to allow for precise alignment of energy intake and energy needs. Additionally, it is impor­tant to ensure adequate fluid intake before, during, and after training or a game. A fluid deficit at the start of a game can significantly impair performance and increase the risk of hyper­thermia [13].</p>
<h2><b>Planning the Implementation of an Injury Prevention Program</b></h2>
<p>The selection of exercises, training frequency, timing, intensity, and volume play a crucial role in the design and subsequent implementation of injury prevention programs. The programs should include various exercises in the areas of endurance, strength, plyometrics, speed, agility, and flexibility. In addition to these areas, prevention programs may include exercises to improve core stability, balance, and proprioception [14, 15]. An overall protective effect of endurance training is that athletes become more resilient to neuromuscular fatigue. This is particularly important as injuries often occur in the final phase of a game when athletes are already fatigued. Adequate strength training increases the load tolerance of the musculoskeletal system to the microtraumas that occur in training or games, leading to faster recovery. When selecting appropriate exercises in strength training, factors such as range of motion, speed of movement, and contraction form should be considered based on the respective injury mechanisms. A commonly used exercise, for example, is the Nordic Hamstring Curl (NHC). Eccentric training improves the muscle’s ability to absorb more energy before reaching muscle failure [16].<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>However, in this exercise, the proximally stressed muscles remain in a relatively constant position. Relevant hamstring injuries mainly occur during the terminal swing and early support phases of running. A suitable complement could be the Romanian Deadlift, as it also engages the proximal part of the hamstrings. Plyometric training not only improves explosive power but also has a preventive character. The focus should be on correct technique and mechanics in landing, jumping, and change of direction movements [17]. However, to prevent injuries, sport-specific and speed-oriented training is also required. A large portion of hamstring injuries occur during sprinting, so training at maximum speed should be given more attention. It is recommended to integrate sprint training at least once a week, reaching &lt; 90 % of individual maximum speed [18].</p>
<p>As part of the training program, athletes should apply appropriate recovery strategies. Active recovery measures usually consist of aerobic training, which can be performed through various me­thods such as cycling, jogging, aqua jogging, or swimming. Active recovery is often seen as more beneficial compared to passive recovery due to improved blood flow and the elimination of metabolic waste products through increased oxygen supply. Among passive recovery methods, sleep is generally considered the most important factor. Inadequate sleep or poor sleep quality not only affect performance but also increase the risk of injury and negatively impact recovery after training or games. Athletes who sleep ≤ 7 hours per night over an extended period already have a 1.7 times higher risk of experiencing an injury compared to athletes who sleep ≥ 8 hours per night [19, 20].</p>
<h2><b>Periodization</b></h2>
<p>The integration of an injury prevention program into the weekly and daily training cycle can be a significant challenge but also offers many opportunities. Figure 2 illustrates a possible integration of injury prevention measures into a microcycle of one week. Prevention measures can be integrated into both the warm-up and cool-down, depending on the focus of the exercises or the training session [21]. An advantage of integrating into the warm-up or cool-down with the team is that the exercises are performed under the supervision of a coach, ensuring a higher quality of execution. Additionally, training takes place in a group setting and generally enhances athletes’ motivation. Likewise, appropriate prevention exercises can be integrated into the athletes’ individual strength training, where the coach may not be able to make corrections during execution. Integrating preventive exercises into the coach-supervised strength training could provide an additional opportunity to ensure the necessary individualization while maintaining high quality. Injury prevention training should ideally be conducted 2 – 3 times per week, preferably at the beginning and middle of the week. Performing isolated eccentric training at the end of the week could negatively impact game performance due to the regeneration time of up to 72 hours. Eccentric training on the day after the game results in significantly fewer microtraumas than performing it on the third day after the game [22].</p>
<figure id="attachment_15853" aria-describedby="caption-attachment-15853" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-15853" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24.jpg" alt="" width="1600" height="680" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24.jpg 1600w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-300x128.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-1024x435.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-768x326.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-1536x653.jpg 1536w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-150x64.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-450x191.jpg 450w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2024/04/Gerg2_saezINT24-1200x510.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-15853" class="wp-caption-text">Fig. 2 Example microcycle with injury prevention strategies.</figcaption></figure>
<h2><b>Conclusion</b></h2>
<p>Significant progress has been made in injury prevention research and application over the past 30 years. However, translating theoretical knowledge into practice remains a major challenge for all involved, yet it also presents one of the most promising opportunities for the future of football medicine. To successfully integrate injury prevention into clubs and teams, a systematic approach and a comprehensive understanding of each step are required. Further research, particularly on parameters such as exercise selection, volume, intensity, and periodization, is necessary to adapt programs to different contexts. Established programs that already exist and have been successfully tested can be easily implemented by amateur teams with limited training time. Professional teams, on the other hand, require a variety of evidence-based exercises with appropriate progressions and variations. Injury prevention should not be viewed in isolation from performance enhancement, as they are closely linked. The foundation for this should be individualization, distinguishing between athletes with or without a history of injury. The success of injury prevention programs depends on regular implemen­tation. Therefore, measures to reduce injuries should be an integral part of football training. This, in turn, requires a high level of willingness to implement on the part of the players, coaching staff, and the club.</p>
<p style="font-weight: 400;">Literature</p>
<p style="font-weight: 400;">[1] Van Mechelen, W., Hlobil, H., &amp; Kemper, H. C. G. (1992). Incidence, Severity, Aetiology and Prevention of Sports Injuries: A Review of Concepts. Sports Medicine, 14(2), 82–99.</p>
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<p style="font-weight: 400;">[3] Padua, D. A., Frank, B., Donaldson, A., De La Motte, S., Cameron, K. L., Beutler, A. I., DiStefano, L. J., &amp; Marshall, S. W. (2014). Seven Steps for Developing and Implementing a Preventive Training Program. Clinics in Sports Medicine, 33(4), 615–632.</p>
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<p style="font-weight: 400;">[10] Harøy, J., Clarsen, B., Wiger, E. G., Øyen, M. G., Serner, A., Thorborg, K., Hölmich, P., Andersen, T. E., &amp; Bahr, R. (2019). The Adductor Strengthening Programme prevents groin problems among male football players: A cluster-randomised controlled trial. British Journal of Sports Medicine, 53(3), 150–157.</p>
<p style="font-weight: 400;">[11] Minnig, M. C., Hawkinson, L., Root, H. J., Driban, J., DiStefano, L. J., Callahan, L., Ambrose, K. R., Spang, J. T., &amp; Golightly, Y. M. (2022). Barriers and facilitators to the adoption and implementation of evidence-based injury prevention training programmes: A narrative review. BMJ Open Sport &amp; Exercise Medicine, 8(3), e001374.</p>
<p style="font-weight: 400;">[12] Kisner, C., &amp; Colby, L. A. (2012). Therapeutic exercise: Foundations and techniques (6th ed). F.A. Davis.</p>
<p style="font-weight: 400;">[13] Belval, L. N., Hosokawa, Y., Casa, D. J., Adams, W. M., Armstrong, L. E., Baker, L. B., Burke, L., Cheuvront, S., Chiampas, G., González-Alonso, J., Huggins, R. A., Kavouras, S. A., Lee, E. C., McDermott, B. P., Miller, K., Schlader, Z., Sims, S., Stearns, R. L., Troyanos, C., &amp; Wingo, J. (2019). Practical Hydration Solutions for Sports. <em>Nutrients</em>, <em>11</em>(7), 1550.</p>
<p style="font-weight: 400;">[14] Gallucci, J. (2014). Soccer injury prevention and treatment: A guide to optimal performance for players, parents and coaches. Demos Medical Publishing, LLC.</p>
<p style="font-weight: 400;">[15] Meyer, T., Faude, O., &amp; Funten, K. A. der. (2015). Sports medicine for football: Insight from professional football for all levels of play. Meyer &amp; Meyer Sport.</p>
<p style="font-weight: 400;">[16] LaStayo, P. C., Woolf, J. M., Lewek, M. D., Snyder-Mackler, L., Reich, T., &amp; Lindstedt, S. L. (2003). Eccentric Muscle Contractions: Their Contribution to Injury, Prevention, Rehabilitation, and Sport. Journal of Orthopaedic &amp; Sports Physical Therapy, 33(10), 557–571.</p>
<p style="font-weight: 400;">[17] Bahr, R., &amp; Engebretsen, L. (2009). Sports injury prevention. Wiley-Blackwell.</p>
<p style="font-weight: 400;">[18] Edouard, P., Mendiguchia, J., Guex, K., Lahti, J., Prince, C., Samozino, P., &amp; Morin, J.-B. (2023). Sprinting: A key piece of the hamstring injury risk management puzzle. British Journal of Sports Medicine, 57(1), 4–6.</p>
<p style="font-weight: 400;">[19] Milewski, M. D., Skaggs, D. L., Bishop, G. A., Pace, J. L., Ibrahim, D. A., Wren, T. A. L., &amp; Barzdukas, A. (2014). Chronic Lack of Sleep is Associated With Increased Sports Injuries in Adolescent Athletes. Journal of Pediatric Orthopaedics, 34(2), 129–133.</p>
<p style="font-weight: 400;">[20] Huang, K., &amp; Ihm, J. (2021). Sleep and Injury Risk. Current Sports Medicine Reports, 20(6), 286–290.</p>
<p style="font-weight: 400;">[21] Small, K., McNaughton, L., Greig, M., &amp; Lovell, R. (2009). Effect of Timing of Eccentric Hamstring Strengthening Exercises During Soccer Training: Implications for Muscle Fatigability. Journal of Strength and Conditioning Research, 23(4), 1077–1083.</p>
<p style="font-weight: 400;">[22] Lovell, R., Whalan, M., Marshall, P. W. M., Sampson, J. A., Siegler, J. C., &amp; Buchheit, M. (2018). Scheduling of eccentric lower limb injury prevention exercises during the soccer micro‐cycle: Which day of the week? Scandinavian Journal of Medicine &amp; Science in Sports, 28(10), 2216–2225.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Trainingsperiodisierung im Eishockey</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6552/trainingsperiodisierung-eishockey/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Gerg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Apr 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=6552</guid>

					<description><![CDATA[Die Periodisierung des Gesamtjahresplans und der motorischen Fähigkeiten des Athleten ist die Voraussetzung für eine präzise, progressive und verlässliche Steigerung der sportlichen Leistungs­fähigkeit. Aus physiologischer Sicht wird damit die Optimierung [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Periodisierung des Gesamtjahresplans und der motorischen Fähigkeiten des Athleten ist die Voraussetzung für eine präzise, progressive und verlässliche Steigerung der sportlichen Leistungs­fähigkeit. Aus physiologischer Sicht wird damit die Optimierung der Leistungs­fähigkeit sowie das Abrufen dieser zum richtigen Zeitpunkt (Readiness) während der Hauptwettkampfphase gewährleistet.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeleitet wird der Terminus „Periodisierung“ von dem Begriff „Periode“, was eine zeitliche Unterteilung in Trainingsprozesse bedeutet, innerhalb derer physiologische Adaptionen stattfinden. Diese zeitlichen Abschnitte dienen dem Trainer außerdem dazu, kurz-, mittel- und langfristige Trainingsziele zu definieren. Die kleinste Sequenz der Trainingsperiodisierung ist der Mikrozyklus, der für gewöhnlich einen Zeitraum von einem Tag bis zu zwei Wochen abdeckt. Dieser Abschnitt ist der wichtigste innerhalb der Trainingsplanung und -steuerung und wird in hohem Maße durch die Parameter Volumen, Intensität und die Trainingsmethode der jeweiligen Trainingsphase strukturiert. Während der Wettkampfphase spielen zudem die Regenerationsphasen und die Wettkampfdichte eine wichtige Rolle bei der Planung der Mikrozyklen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inhalte der Trainingswoche</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trainingsinhalte sollten folgende Faktoren beinhalten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Entwicklung/Erhalt der Kraft und Schnellkraft</li><li>Entwicklung/Erhalt der spezifischen Ausdauer</li><li>Entwicklung/Erhalt der Schnelligkeit und Agilität</li><li>Entwicklung/Erhalt der technischen und taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Wettkampfperiode im Eishockey soll mit gezieltem Krafttraining die zuvor erlangte Kraft stabilisiert und möglichst lange aufrechterhalten werden. Je nach Spielplan können ein bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche absolviert werden. Dabei spielt v. a. das Training der Maximal- und Schnellkraft eine wichtige Rolle. Dies sollte ein niedriges bis moderates Volumen (2 – 4 Sätze mit 3 – 6 Wiederholungen) sowie eine moderate bis hohe Intensität (ca. 85 – 93 % 1RM bzw. maximal hohe Bewegungsgeschwindigkeit) und nahezu vollständige Erholung zwischen den Sätzen beinhalten. Bei der Auswahl der Übungen für das Maximalkrafttraining sollte das Hauptaugenmerk auf den großen mehrgelenkigen Hauptübungen oder deren Variationen liegen (z. B. Kniebeuge, Kreuzheben, Bankdrücken, Klimmzug, Core-Übungen). Für das Training der Schnellkraft eignen sich Übungen des olym­pischen Gewichthebens (z. B. Umsetzen und Stoßen), schwere Kettlebell-Swings oder plyometrische Übungen wie Kniebeugen-Sprünge, Hürden-Sprünge oder Medizinball-Würfe.&nbsp; &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausdauertraining während der Saison sollte generell immer auf dem Eis stattfinden. Nur wenn es die logistischen Möglichkeiten nicht zulassen, wenn bewusst eine Pause vom Eistraining eingelegt werden soll oder wenn zusätzliches Training nach einem Spiel geplant ist, kann das Ausdauertraining abseits des Eises durchgeführt werden. Dieses sollte sportartspezifisch und somit in etwa an die Dauer und Intensität eines Wechsels auf dem Eis angelehnt, auf einem Fahrradergometer absolviert werden. Das Training könnte beispielsweise 6 – 8 Intervalle à 30 Sek. Sprint und 60 Sek. einfachem Treten, beinhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eishockey ist geprägt von einem extrem hohen Spieltempo. Dabei finden die meisten Sprints über Distanzen von 10 bis maximal 30 Metern statt. Der Beschleunigung kommt somit eine größere Rolle zu; hohe Endgeschwindigkeiten hingegen werden nur selten erreicht. Zudem kommt es zu einer Vielzahl an Reaktionen auf das Spielgeschehen („Read and React“), was dem Athleten ein hohes Maß an Agilität abverlangt, sowohl in Form des kogni­tiven Reaktionsvermögens als auch in Form des konditionell bedingten Richtungswechsels „Speed, Agility, Quickness“-Übungen (SAQ) eignen sich hervorragend, um diese Fähigkeiten zu verbessern bzw. aufrechtzuerhalten. Diese könnten z. B. durch Sprints aus verschiedenen Positionen (Liegestütz, kniend, halbkniend) und mit Reaktion auf einen auditiven oder visuellen Reiz erfolgen. Mini-Hürden-Läufe und Übungen mit der Koordinationsleiter eignen sich ebenso.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Verbesserung der technischen und taktischen Fertigkeiten auf dem Eis finden länger andauernde Übungen mit anaerob laktazidem Charakter häufig an den Belastungstagen zur Wochenmitte Anwendung. Die Tage vor den Spielen werden meist genutzt, um die eigene Taktik zu wiederholen und zu festigen sowie zur Analyse des Gegners. Diese Übungen sind von kürzerer Dauer und finden im anaerob-alaktaziden Bereich statt. An Tagen nach den Spielen werden meist Fehler analysiert und verbessert. Die Übungen besitzen dabei überwiegend aeroben Charakter. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Grundstruktur eines Mikrozyklus im Eishockey</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Eishockey gehen wir von einer ca. 32-wöchigen Wettkampfperiode aus, die inklusive der Playoffs von September bis April dauert. Bei der Planung eines Mikrozyklus in Form einer ­Wochenübersicht empfiehlt sich, ausgehend von zwei Wettkämpfen pro Woche, eine Grundstruktur, wie in der Abbildung dargestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="740" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-1024x740.jpg" alt="" class="wp-image-6553" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-1024x740.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-300x217.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-768x555.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-150x108.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-696x503.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-1068x772.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-581x420.jpg 581w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121-324x235.jpg 324w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/04/Gerg_Abb_saez0121.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. Darstellung eines Mikrozyklus während der Wettkampfperiode im Eishockey</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Planungsstrategie der Mini-Blöcke</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Gestaltung der Mini-Blöcke ist es empfehlenswert, den Mikrozyklus anhand der Rele­vanz der Mini-Blöcke zusammenzustellen. Verbesserungen der Leistungsfähigkeit ergeben sich, wenn die periphere und zentralnervale Ermüdung reduziert werden. Findet der Prozess der Regeneration frühzeitig und vollständig Anwendung, kommt es zur Superkompensation und somit zu einem Anstieg der Leistungsfähigkeit. Während der Wettkampfperiode ist der Körper des Athleten hohen Belastungen auf Muskeln, Sehnen, Bänder und das zentrale Nervensystem ausgesetzt, wodurch der Regeneration die bedeutendste Rolle zukommt. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Regeneration</strong> Dabei geht man vom letzten Spiel aus und legt zunächst einen freien Tag oder einen Tag der aktiven Erholung fest. Hierbei existieren verschiedene Planungsstrategien. Der Vorteil der Regenerationsstrategie #1 mit einem freien Tag unmittelbar nach einem Wettkampf mit hohen physischen und psychischen Anforderungen liegt darin, dass der Athlet seinen Kopf komplett frei bekommt. Zudem kann die erste Trainingseinheit der Woche am Dienstag der Anfang eines stufenförmigen Anstiegs sein, der am Mittwoch die höchste Stufe der Belastung erreicht. Oftmals wird jedoch Regenerationsstrategie #2 favorisiert, bei welcher montags ein Training der aktiven Erholung und dienstags ein freier Tag stattfinden. Diese Regenerationsstrategie hat mehrere Vorteile. Zum einen zeigt das Stress- und Entzündungslevel des Athleten am zweiten Tag nach einer intensiven Spielbelastung die höchsten Werte, sodass an diesem Tag auch der größte Regenerationsbedarf besteht. Zum anderen können die Entzündungsmarker (z. B. Laktat), die durch das Spiel entstanden sind, bereits am Montag durch leichtes Training auf dem Fahrrad, Beweglichkeitstraining oder Massagen um ein Vielfaches reduziert werden. Hinzu kommt, dass am Tag nach dem Spiel ein Statusbericht über die Verletzten abgegeben und besprochen sowie die Behandlung akut verletzter Spieler vom Vortag durchgeführt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tapering</strong> Im nächsten Schritt der Planung folgt die Tapering-Phase. Dabei geht man rückwärts, ausgehend vom nächsten Spiel. Das Ziel des Tapering-Mini-Blocks ist es, den Athleten bestmöglich auf das nächste Spiel vorzubereiten und somit für ein hohes Maß an „Readiness“ zu sorgen. Dies wird v.a. durch eine Reduzierung des Trainingsvolumens erreicht, was zu einem Rückgang der physiologischen und psychologischen Ermüdung führt, während die sportartspezifische Fitness aufrechterhalten wird. Je nachdem, wie lange die Tapering-Phase dauert, sollte das Volumen um 40 – 80 % reduziert werden, während die Intensität mittel bis hoch bleibt, um ein Untertraining zu vermeiden. In Folge des Taperings kann es zu Leistungssteigerungen von bis zu 3 % kommen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Belastung</strong> Die dritte Teilphase der Woche bildet der Belastungs-Mini-Block, mit dem Ziel des Erhalts bzw. der Verbesserung der konditionellen Fähigkeiten. Bei der Planung geht man sowohl vorwärts in Richtung der Tapering-Phase als auch rückwärts in Richtung der Regenerationsphase und füllt die verbleibenden Tage mit Trainingseinheiten. Dieser Mini-Block besteht normalerweise aus 2 – 4 Tagen. Einer Besonderheit des Belastungs-Mini-Blocks stellt das Training nach einem Spiel dar. Je nach Spielverlauf und zeitlicher Wochenstruktur kann nach einem Spiel gezielt ein Kraft- oder Ausdauerreiz gesetzt werden. Hierbei würde es Sinn machen, nach dem Spiel einen Kraftreiz, v. a. des Oberkörpers, zu setzen. Dabei empfiehlt sich ein geringes Volumen von 2 – 3 Sätzen mit mittlerer Wiederholungszahl von 8 – 12 Wiederholungen. Spieler, die deutlich weniger On-Ice Zeit als andere bekommen (z. B. 15 min.), sollten mit einem zusätzlichem Bike-Programm eine adäquate Belastung erhalten. Dabei ist es hilfreich, sich an der On-Ice Zeit des Top-Stürmers zu orientieren. Lag dessen On-Ice Zeit z. B. bei 25 min, so könnte das Bike-Programm des Spielers mit wenig Eiszeit die Differenz der beiden On-Ice Zeiten (25 – 15 min.), also 10 min in Form von Intervall-Training, betragen. Dafür eignen sich beispielsweise 4 – 6 Sprints á 30 sek mit einer Pause von jeweils 1min.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Belastungssteuerung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Belastungssteuerung während des Mikrozyklus kann durch diverse Parameter kontrolliert werden. Ein objektives System, das sich bewährt hat, ist das Verhältnis von akuter zu chronischer Trainings-/Spielbelastung („acute to chronic workload ratio“). Dabei wird die Summe der akuten Trainingsbelastungen eines Athleten (in der Regel 7 Tage) ins Verhältnis zur Summe der chronischen Belastung (in der Regel bis zu 30 Tage) gesetzt. Liegt dieser Wert zwischen 0,8 und 1,3, so wird der sogenannte „Sweet Spot“ erreicht, ein Bereich innerhalb dessen die Verletzungsgefahr des Athleten am geringsten ist. Liegt der Wert jedoch über 1,3, so erhöht sich die Verletzungsgefahr signifikant. Liegt die wöchentliche Steigerung der Trainingsbelastung zur Vorwoche bei 5 – 10 %, so liegt die Verletzungsrate bei weniger als 10 %. Erfolgt jedoch eine Steigerung um mehr als 15 %, so erhöht sich die Verletzungsrate auf bis zu 49 %. Liegt der ACWR-Wert unterhalb des Sweet Spots, besteht die Gefahr, dass sich der Athlet im Untertraining befindet und womöglich unterfordert ist, was zu einer verminderten Belastungsverträglichkeit führen könnte. Eine weitere Möglichkeit, die Trainingsbelastung zu quantifizieren, ist das Erfassen des subjektiven Belastungsempfindens. Dies kann mittels Kurzabfragen/Interviews oder auch über eine Fragebogen-App erfolgen. Die Abfrage per App ermöglicht es dem Athleten, direkt nach dem Aufstehen bzw. während der Morgenroutine bereits eine erste Info an den Athletiktrainer zu senden, bevor der Athlet am Trainingsort eintrifft. Dies erleichtert dem Trainerteam die Planung und Steuerung des Trainings um ein Vielfaches.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kleinste Einheit im Planungsprozess des Trainings ist der Mikrozyklus, dessen Inhalte die Qualität des gesamten Trainingsprozesses bestimmen. Der Mikrozyklus sorgt für ein ausgeglichenes Verhältnis von Beanspruchung und Erholung, damit der Athlet seine bestmögliche Leistung im Wettkampf abrufen kann. Die Grundstruktur des Mikrozyklus kann auf nahezu alle Teamsportarten (z. B. Fußball, Basketball, Handball etc.) und auf nahezu alle Leistungsklassen angewandt werden. Entscheidend ist dabei jeweils die Wettkampfdichte. Die Planung der Mini-Blöcke gestaltet sich bei Teams mit 2 – 4 Wettkampftagen pro Woche deutlich komplexer als bei Teams mit einem Wettkampftag pro Woche. So erlaubt die grundlegende Wettkampfdichte z. B. im Fußball eine jeweils zwei-tätige Regenerations-, Belastungs-, und Tapering-Struktur. Dies ist jedoch nicht möglich während stark erhöhter Belastungsphasen, wie z. B. innerhalb der Playoffs im Eishockey oder während englischer Wochen im Fußball. In diesen Zeitabschnitten besteht ein erhöhter Bedarf an Regenerations-Blöcken, wodurch die Grundstruktur flexibel verändert werden muss. Die Planung der Regenerations-Mini-Blöcke steht dabei jedoch stets an erster Stelle. Voraussetzung dafür ist die sorgfältige Erfassung von Belastungs- und Beanspruchungsdaten. Gibt es keine Möglichkeit zur Aufnahme objektiver Daten, so kann sich jede Mannschaft zumindest mittels Fragebogen einen Überblick über das aktuelle subjektive Beanspruchungs-Level der Athleten verschaffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Literatur</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Bompa, T. O., &amp; Buzzichelli, C. (2015). </em><em>Periodization training for sports (Third Edition). Human Kinetics.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Bompa, T. O., &amp; Buzzichelli, C. (2019). Periodization: Theory and methodology of training (Sixth edition). Human Kinetics.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gabbett, T. J. (2016). The training—injury prevention paradox: Should athletes be training smarter and harder? British Journal of Sports Medicine, 50(5), 273–280.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hedrick, A. (2002). Training for High-Performance Collegiate Ice Hockey: Strength and Conditioning Journal, 24(2), 42–52.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>McGuigan, M. (2017). Monitoring training and performance in athletes. Human Kinetics.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mujika, I., &amp; Padilla, S. (2003). Scientific Bases for Precompetition Tapering Strategies: Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, 35(7), 1182–1187.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Skahan, S. (2016). Total hockey training. Human Kinetics.</em></p>
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