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	<title>Lukas Arenas, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<description>Sportmedizin für Ärzte, Therapeuten &#38; Trainer</description>
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	<title>Lukas Arenas, Autor bei sportärztezeitung</title>
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	<item>
		<title>Nachwuchsfußball</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/9771/nachwuchsfussball/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lukas Arenas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2021 12:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[Bildunterschrift: Zehn Charakteristiken für gutes interdisziplinäres Arbeiten nach Nancarrow et al. 2013 &#160; Das vorrangige Ziel von Nachwuchsleistungszentren ist die Entwicklung von Spielern für die erste Mannschaft oder zumindest das [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bildunterschrift: Zehn Charakteristiken für gutes interdisziplinäres Arbeiten nach Nancarrow et al. 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das vorrangige Ziel von Nachwuchsleistungszentren ist die Entwicklung von Spielern für die erste Mannschaft oder zumindest das Erzielen von Einnahmen durch den Transfer von marktfähigen Jugendspielern [13]. Die Investition in die Ausbildung von Akademiespieler entwickelt sich daher zu einer zentralen strategischen Komponente für Lizenzvereine. Auf dieser Grundlage führte die UEFA offizielle Richtlinien für europäische Fußballvereine ein, die Mindestanforderungen an die Vereinsinfrastruktur festlegt [2, 3].</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führt zu ähnlichen Organisationsstrukturen und struktureller Einheitlichkeit unter den Profivereinen in ganz Europa, was den Bedarf unterstreicht, ihr operatives Verhalten zu analysieren, anstatt weitere strukturelle Analysen durchzuführen [1, 4]. Mehre Forschungsgruppen beschreiben die Notwendigkeit einer intensivierten interdisziplinären Arbeit zwischen der medizinischen und der sportwissenschaftlichen Abteilung, anstatt in einzelnen Bereichen zu arbeiten [4, 10]. Dies fördert das interdisziplinäre Engagement für die Entwicklung des heranwachsenden Sportlers und kann zu einer Weiterentwicklung der Jugendausbildung führen und dessen Effizienz steigern. Forschungsergebnisse aus verschiedenen Geschäftsbereichen deuten auf eine Zusammenhang zwischen guter interdisziplinärer Teamarbeit und interner Kommunikation hinsichtlich des Erfolges eines Unternehmens hin [5, 12, 14]. Der aktuelle Stand der Literatur im Bereich des Fußballs weist auf geringe verfügbare Evidenz hin, welche die interdisziplinäre Arbeit innerhalb Nachwuchsleistungszentren untersucht. Die vorliegende Arbeit erweist sich somit als Einstieg in diese Thematik. Basierend auf Erkenntnissen aus dem Gesundheitsweisen wurde untersucht, ob die dort identifizierten Themen und Charakteristiken für eine gute interdisziplinäre Arbeit auch in Nachwuchsleistungszentren auffindbar sind [2].</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beschreibung Charakteristik – Appropriate resources and procedures:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sicherstellung, dass geeignete Prozesse und Infrastrukturen vorhanden sind, um die Vision der Dienstleistung aufrechtzuerhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beschreibung Charakteristik – Communication:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anwendung von Kommunikationsstrategien, welche die Kommunikation innerhalb des Teams, die gemeinsame Entscheidungsfindung und effektive Teamprozesse fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine genaue Beschreibung der Merkmale zur jeweiligen Charakteristik finden sich an einer anderen Stelle [11].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorliegende Untersuchung hat durch qualitative Untersuchungsmethoden reichhaltige, beschreibende Daten erhoben. Hierfür wurden halbstrukturierte Interviews geführt mit Leitern der medizinischen und oder der sportwissenschaftlichen Abteilung eines Nachwuchsleistungszentrums in Deutschland und England. Die Stichprobe bestand aus sechs derzeitigen Leitern (6 Männer, 0 Frauen) die in der englischen Premiere League, der deutschen Bundesliga sowie der zweiten deutschen Bundesliga spielten. Für die Auswertung der Interviews wurde die Methode Direct Content Analysis gewählt. Eine der Stärken dieses Ansatzes besteht darin, dass bereits bestehende Theorien unterstützt, erweitert oder in einem anderen Kontext getestet werden können [6]. Die aus dem Datenanalyseverfahren abgeleiteten Ergebnisse repräsentieren die zusammengetragenen Antworten der Teilnehmer. Die Interview-Rohdaten sind in die entsprechenden zehn Charakteristiken höherer Ordnung kodiert und abstrahiert wurden. Resultierende Themen und Charakteristiken niedrigerer Ordnung beschreiben weitere Antworten der Teilnehmer und geben weitere Einblicke in ihr operatives Verhalten. Fasst man die Ergebnisse der Untersuchung nach den definierten Charakteristiken nach Nancarrow zusammen, so waren sechs von zehn Charakteristiken auffindbar, siehe Abbildung 2.</p>



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<figcaption>Abb. 2 Auffindbare Charakteristiken für gute interdisziplinäre Arbeit (Arenas &amp; Blessing 2021)</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorliegenden Ergebnisse stehen in Einklang mit vorherigen Untersuchungen, die ähnliche Organisationsstrukturen bei Profiklubs in ganz Europa beschreiben, was unter anderem durch die übergeordnete Charakteristik Appropirate resources and procedures dargestellt wird. Die von der UEFA und nationalen Verbänden eingeführten offiziellen Richtlinien führen zu einer personellen und strukturellen Einheitlichkeit in den untersuchten Nachwuchsleistungszentren. Dies wird ebenfalls durch die Charakteristik Appropriate Skill mix dargestellt, welche sich wie folgt definiert [11]:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausreichende Teambesetzung, um eine angemessene Mischung von Fähigkeiten, Kompetenzen und Persönlichkeiten zu integrieren, um den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die auffindbaren Charakteristiken unterstützen die These, das weitere strukturelle Analysen von Nachwuchsleistungszentren nicht notwendig sind, sondern ihr operatives Verhalten untersucht werden muss, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Die unzureichend erfassbaren Charakteristiken sind in Abbildung 3. dargestellt und weisen Einstiegsstellen auf, um das interdisziplinäre Arbeiten zwischen der medizinischen und sportwissenschaftlichen Abteilung zu optimieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="216" class="wp-image-9773" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1.jpeg" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1-300x63.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1-768x162.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1-150x32.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_3-1024x216-1-450x95.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />
<figcaption>Abb. 3 Unzureichend auffindbare Charakteristiken für gute interdisziplinäre Arbeit (Arenas &amp; Blessing 2021)</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hierbei weisen die Mängel im Bereich Clarity of Vision, Communication und Quality and outcome of care auf Defizite im strategischen Managementprozess der untersuchten Teilnehmer hin [3]. Dieser Prozess lässt sich als ganzheitlicher Leistungsansatz zusammenfassen, der zahlreiche Dimensionen umfasst, welche für die effektive Umsetzung der Zielsetzung einer Organisation von grundlegender Bedeutung sind [3]. Um den Prozess des strategischen Managements effektiv zu gestalten, werden drei allgemeine und integrale Stufen identifiziert. Die erste Stufe ist die Strategieformulierung, die zweite Stufe betrifft die Strategieimplementierung und die letzte Stufe bezieht sich auf die Strategiebewertung [8]. In der Phase der Strategieformulierung werden die Kultur, die Werte, die Vision, und die langfristige Ziele bestimmt, welche die strategische Haltung einer Organisation prägen. Um einen Einstieg in dieses facettenreiche Themenfeld und in einen Veränderungsprozess zu finden, wird die Entwicklung eines Mission Statement als Ausgangspunkt für die Gestaltung und Steuerung der gesamten Organisation verstanden [1]. Es wirkt vor allem als Kommunikationsinstrument gegenüber der Öffentlichkeit, aber auch in der internen Kommunikation, indem es organisatorische Ziele manifestiert. Ein Mission Statement ist daher eine umfassende, prägnante Erklärung, die definiert, was die Organisation für <strong>wen</strong>, <strong>wie</strong> und <strong>warum</strong> tut. Auf der Grundlage des Mission Statements werden Ziele/Goals definiert, welche die Leistung weiter beschreiben. Ein Ziel/Goal ist daher eine themenorientierte Aussage über die gewünschte zukünftige Ausrichtung einer Organisation [9]. In diesem Zusammenhang sollte betont werden, dass Ziele/Goals nicht messbar sind, sondern lediglich Parolen darstellen [9]. Eine Kennzahl/Key Performance Indicator (KPI) hingegen wird von einem Ziel/Goal dadurch abgegrenzt, dass es messbar ist und bestimmte Endergebnisse beschreibt [9]. Diese sollten spezifisch, messbar, zeitbasiert, realistisch und ergebnisorientiert sein. KPIs können als eine Möglichkeit angesehen werden die Vision einer Sportorganisationen in messbare Ziele zu übersetzen und den Fortschritt der Zielerreichung zu überwachen, sowie den organisatorischen Erfolg zu bewerten. Nach der Formulierung und Implementierung des strategischen Managementprozesses ist die letzte Stufe die Bewertung der Strategie und des strategischen Planungsprozesses hinsichtlich ihrer Effektivität [8]. Der strategische Managementprozess ist daher als dynamisch System zu betrachten und sollte mindestens einmal im Jahr überprüft werden, sodass die Erfüllung der Ziele/Goals sichergestellt werden. Eine konsequente Berücksichtigung und Umsetzung der Phasen des strategischen Managements und ihrer Inhalte könnte zu einer Weiterentwicklung des operativen Verhaltens der untersuchten Nachwuchsleistungszentren führen und die interdisziplinäre Arbeit zwischen medizinischer und sportwissenschaftlicher Abteilung verbessern. Die Frage die es zu stellen gilt in der Zusammenarbeit ist: Was ist unsere Mission?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beispiel für ein Mission Statement – UFC Performance Institute:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Supporting MMA fighters to deliver winning performances is the central mission of the UFC Performance Institute. By advocating an individualized approach to performance enhancement, we implement world-leading science, innovation and technology that is unmatched in global combat sports.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiel für die Beschreibung von Performance Goals und Ableitung von Key Performance Indicators im Mannschaftssport, siehe Abbildung 4.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="220" class="wp-image-9772" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1.jpeg" alt="" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1.jpeg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1-300x64.jpeg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1-768x165.jpeg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1-150x32.jpeg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/12/Arenas_4-1024x220-1-450x97.jpeg 450w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />
<figcaption>Abb. 4 Bspl. zur Quantifizierung der Zielsetzungen im Bereich Spielerverfügbarkeit</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Literatur</p>



<p class="wp-block-paragraph">1.        Alawneh AA (2015) The Impact of Mission Statement on Performance : An Exploratory Study in the Jordanian Banking Industry. J Manag Policy Pract 16:73–87</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.        Arenas L, Blessing A (2021) Working relationship between medical and sport science departments in football – An explorative study into English and German elite youth academies. Sport Perform Sci Reports 1:1–3</p>



<p class="wp-block-paragraph">3.        Boyle I (2015) Developing a performance management framework for a national sport organisation. Sport Manag Rev 18:308–316. doi: 10.1016/j.smr.2014.06.006</p>



<p class="wp-block-paragraph">4.        Ekstrand J (2016) Preventing injuries in professional football: Thinking bigger and working together. Br. J. Sports Med. 50:709–710</p>



<p class="wp-block-paragraph">5.        Ekstrand J, Lundqvist D, Davison M, D’Hooghe M, Pensgaard AM (2019) Communication quality between the medical team and the head coach/manager is associated with injury burden and player availability in elite football clubs. Br J Sports Med 53:304–308. doi: 10.1136/bjsports-2018-099411</p>



<p class="wp-block-paragraph">6.        Erlingsson C, Brysiewicz P (2017) A hands-on guide to doing content analysis. African J Emerg Med 7:93–99. doi: 10.1016/j.afjem.2017.08.001</p>



<p class="wp-block-paragraph">7.        Van Hoecke J (2011) The classification of youth academies in German professional football clubs</p>



<p class="wp-block-paragraph">8.        Kriemadis A (1997) Strategic planning in higher education athletic departments. Int J Educ Manag 11:238–247. doi: 10.1108/09513549710186803</p>



<p class="wp-block-paragraph">9.        Lichiello P, Bernard JT (1999) Guidebook for Performance Measurement. Turning Point</p>



<p class="wp-block-paragraph">10.      Matheson GO, Klügl M, Dvorak J, Engebretsen L, Meeuwisse WH, Schwellnus M, Blair SN, Mechelen W Van, Derman W, Börjesson M, Bendiksen F, Weiler R (2011) Responsibility of sport and exercise medicine in preventing and managing chronic disease: applying our knowledge and skill is overdue. Br J Sport Med 45:1272–1282. doi: 10.1136/bjsports-2011-090328</p>



<p class="wp-block-paragraph">11.      Nancarrow SA, Booth A, Ariss S, Smith T, Enderby P, Roots A (2013) Ten principles of good interdisciplinary team work. Hum Resour Health 11:1–11. doi: 10.1186/1478-4491-11-19</p>



<p class="wp-block-paragraph">12.      Nordvang AD, Rolland D, Simpson K (2008) Organisational change management through effective internal communication. Int J Inf Syst Change Manag 3:220–245. doi: 10.1504/IJISCM.2008.023947</p>



<p class="wp-block-paragraph">13.      Relvas H, Littlewood M, Nesti M, Gilbourne D, Richardson D (2010) Organizational structures and working practices in elite European professional football clubs: Understanding the relationship between youth and professional domains. Eur Sport Manag Q 10:165–187. doi: 10.1080/16184740903559891</p>



<p class="wp-block-paragraph">14.      Tkalac Verčič A, Verčič D, Sriramesh K (2012) Internal communication: Definition, parameters, and the future. Public Relat Rev 38:223–230. doi: 10.1016/j.pubrev.2011.12.019</p>



<p class="wp-block-paragraph">15.      UEFA (2005) Vision europe: The direction and development of European football over the next decade</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Veröffentlicht 11.08.2021</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bio-Banding</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/6265/bio-banding/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julian Braun&#160;,&#160;Lukas Arenas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Mar 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[01/21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=6265</guid>

					<description><![CDATA[Julian Braun, Lukas Arenas, Mike Schmidt1, Prof. Dr. med. Rüdiger Reer1 1 Universität Hamburg, Fakultät für Bewegungswissenschaft, Institut für Sport und Bewegungsmedizin Talentierte heranwachsende Nachwuchsfußballer benötigen eine sichere, angepasste und [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julian Braun, Lukas Arenas, Mike Schmidt<sup>1</sup>, Prof. Dr. med. Rüdiger Reer<sup>1</sup></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><sup>1 </sup>Universität Hamburg, Fakultät für Bewegungswissenschaft, Institut für Sport und Bewegungsmedizin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Talentierte heranwachsende Nachwuchsfußballer benötigen eine sichere, angepasste und entwicklungsorientierte Betreuung. In den vorherrschenden Strukturen im deutschen Nachwuchsfußball werden Heranwachsende gemäß ihres Geburtsdatums in Jahrgangsmannschaften eingeteilt [3]. Innerhalb dieser Teams herrscht trotz einer homogenen Altersstruktur oft ein Ungleichgewicht bezüglich der körperlichen Entwicklung der einzelnen Kinder [3, 10]. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies hat zur Folge, dass in den Jugendmannschaften vermehrt Spieler vorzufinden sind, welche innerhalb der ersten Jahreshälfte geboren wurden und somit potenziell einen physischen Entwicklungsvorsprung gegenüber später Geborenen besitzen [25]. Eine alternative Methode zur Kategorisierung von Spielern nach ihrem Reifegrad und nicht nach ihrer chronologischen Alterskategorie bietet das Bio-Banding [4]. Es verfolgt das primäre Ziel, die Ungleichheiten und die daraus resultierenden potenziellen Nachteile für die Spieler zu reduzieren. Diese sind u. a. unterschiedliche anthropometrische Maße (Körpergröße und -gewicht) und Leistungsmerkmale (Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer). Das Bio-Banding soll dadurch die (De-) Selektionsverzerrung bei akzelerierten und/oder retardierten Spielern mildern [17]. Darüber hinaus weist die Einteilung entsprechend der biologischen Reife auf die Berücksichtigung von sensiblen Phasen in der Entwicklung hin. Für Nachwuchsfußballer ist die pubertäre Wachstumsperiode ein besonders empfindlicher Zeitraum und sollte daher von (Athletik-) Trainern differenziert überwacht werden. Bei den meisten Verletzungen im Jugendfußball handelt es sich um kontaktlose Gewebeverletzungen, was darauf hindeutet, dass diese Verletzungen auf eine unzureichende Steuerung der Trainingsbelastung oder auf wachstumsbedingte körperliche und anthropometrische Veränderungen zurückzuführen sind [33]. Ein erheblicher Zeitverlust durch Verletzung kann zudem negative Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung des Spielers haben [30]. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Körperliche Entwicklungsprozesse</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn der körperlichen Entwicklung steht die präpuberale Phase, welche sich zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr vollzieht. In dieser besteht eine hohe Affinität zum Erlernen motorischer Fähigkeiten [22]. Darauf folgt die erste pubertale Phase. In dieser erfahren Jungen wie Mädchen ihren größten Wachstumsschub [21]. Eine solche Veränderung ereignet sich zwischen dem zwölften und 15. Lebensjahr. Abgeschlossen wird der körperliche Entwicklungsprozess durch die zweite puberale Phase, welche in der Adoleszenz endet [21]. Eine genaue Abgrenzung der Phasen anhand des chronologischen Alters sollte aufgrund unterschiedlicher Entwicklungsgeschwindigkeit allerdings kritisch betrachtet werden. Die Spitze der Wachstumsgeschwindigkeit (englisch: Peak Height Velocity (kurz: PHV)) wird als Abschnitt mit dem höchsten Größenwachstum während der Pubertät definiert [26]. Im Schnitt findet diese bei Jungen um das 14. Lebensjahr statt (+/– 1 Jahr) [15]. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Lebensabschnittes wurden in der Vergangenheit vermehrt Anstrengungen unternommen, diese Phase möglichst genau zu bestimmen. Die Erhebungsmöglichkeiten der biologischen Reife werden in radiographische oder anthro­pometrische Herangehensweisen unterteilt. Bei der radiographischen Prädiktion wird das Skelettalter (kurz: SA) ermittelt. Mehrere Untersuchungsgruppen haben versucht, einen kausalen Zusammenhang zwischen dem SA und dem Eintritt in die PHV zu erschließen [9, 24]. Hierbei dienen Röntgenstrahlen als probates Mittel, um die zu untersuchenden Körperpartien besser sichtbar zu machen. Der Fokus liegt häufig auf den Epiphysenfugen, welche sich während der Pubertät verändern und verknöchern [24]. Unter Anwendung eines Punktsystems zur Bestimmung des Verknöcherungs­grades der Apophyse erfolgt die Bewertung hinsichtlich des biologischen Reifegrades. Die genannte Methode hat sich in der Praxis in Nachwuchsleistungszentren nicht bewährt, da sie die Spieler einer beträchtlichen Menge an Strahlung aussetzt und zudem kostspielig und zeitintensiv ist [18]. Darüber hinaus erfordert die Beurteilung in der Regel ein hohes Maß an Fachwissen. Es ist für anwendungsorientierte Trainer zunehmend wichtiger geworden, auf nicht-invasive und feldbasierte Methoden zurückzugreifen, die eine sicherere und effiziente Datenerfassung ermöglichen [30]. Somit finden sich immer mehr Anwendungen von somatischen Gleichungen, die aus anthropometrischen Messungen abgeleitet wurden, um den Reifestatus und den Zeitpunkt des Eintritts der maximalen Wachstumsgeschwindigkeit abzuschätzen. In einer groß angesetzten Befragung von Premier League Akademien konnte aufgezeigt werden, dass zur Bestimmung des biologischen Reifegrades zwei mathematische Berechnungsmethoden am häufigsten angewendet wurden. Diese sind die “maturity offset” Methode nach Mirwald et. al [23] und die “predicted adult height” nach Khamis und Roche [30].</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maturity Offset Method nach Mirwald et al. (2002)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grundlage für die Berechnung der PHV nach Mirwald et al. [23] bilden 200 männliche und 161 weibliche Probanden dreier Längsschnittstudien. Im Mittelpunkt der Arbeit lag die Beinlängendifferenz von Heranwachsenden vor und nach der PHV. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Körpergröße hatte zwischen 13 und 14 Jahren ihren Höhepunkt. Auch die Beinlänge und die Sitzhöhe entwickeln die Spitze ihrer Wachstumsgeschwindigkeit um diesen Zeitraum herum. Diese körperliche Veränderung bildet die Basis für die von Mirwald et al. entwickelte Formel. Genauer gesagt bezieht sich das Forscherteam auf das Verhältnis von Beinlänge zu Körpergröße. Aus den beiden erhobenen anthropometrischen Daten und dem Alter wird durch eine geschlechtsspezifische Berechnung die Zeitspanne in Jahren geschätzt, in der das Individuum in Relation zur PHV steht. Dies ermöglicht eine Kategorisierung in prä-, circa- oder post-PHV. Obwohl die Gleichung häufig verwendet wird, hat sich gezeigt, dass sie zu verfälschten PHV-Ergebnissen führt. Diese sind bei akzelerierten Kindern überschätzt und bei retardierten Kindern unterschätzt. Daraus folgend wird die Nachweisbarkeit bei denjenigen, die sich tatsächlich an den Extrempunkten der Reifung befinden, verringert [33]. Neben der PHV kann die Entwicklung junger Heranwachsender auch durch eine weitere Methode vorausgesagt werden. Die „Predicted Adult Height“ (kurz: PAH; deutsch: erwartete Erwachsenengröße) versucht, anhand körperlicher Merkmale die möglichst genaue Erwachsenengröße zu bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Predicted Adult Height nach Khamis &amp; Roche (1994)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forscherduo Khamis &amp; Roche [14] untersuchte 1994  eine weitere Möglichkeit, die Erwachsenengröße von Kindern und Jugendlichen vorherzusagen. Hierbei verwendeten sie nicht das SA, sondern lediglich die anthropometrischen Daten des Kindes sowie der Eltern. Im Detail bedeutet das die Standhöhe des Kindes, dessen Körpergewicht sowie den Mittelwert der Körpergrößen der leiblichen Mutter und des leiblichen Vaters. Das Probandenfeld setzte sich aus 223 männlichen und 210 weiblichen Teilnehmern zusammen, die im Alter von drei bis 18 Jahren im Halbjahresrhythmus vermessen wurden. Trotz eines möglichen Körperwachstums nach Überschreiten des 18. Lebensjahres wurde die mit der Volljährigkeit erhobene Körpergröße als die Referenzerwachsenengröße verwendet. Anhand der Daten konzipierten sie die Formel zur Berechnung der PAH. Diese lässt sich wie folgt beschreiben:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>PAH = </em>β<sub>0</sub> <em>+ </em>β<em><sub>1</sub> x Größe + </em>β<em><sub>2</sub> x Gewicht + </em>β<sub>3</sub><em> x Mittelwert Elterngröße</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beta-Variablen null bis drei stehen hierbei stellvertretend für einen geschlechtsspezifischen Koeffizienten (siehe Tab. 2), welcher abhängig vom chronologischen Alter variiert. Der Medianfehler für die Khamis-Roche Methode über die Altersspanne von 4,0 &#8211; 17,5 Jahren liegt bei Jungen bei knapp über 2 cm und bei Mädchen bei knapp unter 2 cm. Diese Daten können ebenfalls mit alters- und geschlechtsspezifischen Referenzdaten abgeglichen werden, um den Reifegrad eines Kindes zu bestimmen (siehe Tab. 2). Der Reifegrad wird oft als Z-Score angegeben. Ein Z-Score zwischen minus eins und eins ist gleichbedeutend mit einer Normalentwicklung. Größer eins spiegelt eine Frühentwicklung und kleiner minus eins eine späte Entwicklung wider [15]. Bei der Anwendung der Khamis-Roche-Formel muss eine Umrechnung der vorliegenden Parameter vom metrischen ins angloamerikanische System erfolgen. Im Anschluss kann das Resultat wieder zurück in die metrische Einheit gerechnet werden. Des Weiteren kann aus der errechneten %PAH und der Referenz %PAH und SD von Bayley &amp; Pinneau [2] der Z-Score zur Berechnung der Reifegradeinteilung ermittelt werden. Alle Berechnungen sind anhand eines Beispiels folgend dargestellt:  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Praxis – Rechenbeispiel für einen 12,5-jährigen Jungen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tabelle 1. Beispielwerte eines 12,5-jährigen Jungen</em></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Alter</strong></td><td><strong>Aktuelle Größe</strong></td><td><strong>Gewicht</strong></td><td><strong>Mutter Größe</strong></td><td><strong>Vater Größe</strong></td><td><strong>Mittelwert Elterngröße</strong></td><td><strong>PAH</strong></td><td><strong>PAH</strong></td><td><strong>Z-Score</strong></td><td><strong>Reifegradeinteilung</strong></td></tr><tr><td>14,0 Jahre</td><td>175,5 cm</td><td>63,7 kg</td><td>165 cm</td><td>184 cm</td><td>174,5 cm</td><td>187,9 cm</td><td>93,4 %</td><td>0,6</td><td>Normal</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tabelle 2. Ausschnitt der Regressionskoeffizienten für weiße Männer (nach [2, 14])</em></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Alter</strong></td><td><strong>β0</strong><strong></strong></td><td><strong>β1 </strong><strong>Größe</strong></td><td><strong>β2 </strong><strong>Gewicht</strong></td><td><strong>β3 </strong><strong>Elterngröße</strong></td><td><strong>Referenz %PAH</strong></td><td><strong>Ref SD</strong></td></tr><tr><td>13,5</td><td>-18,1225</td><td>0,59228</td><td>-0,06509</td><td>0,61253</td><td>89,22</td><td>3,57</td></tr><tr><td>14</td><td>-16,3319</td><td>0,59151</td><td>-0,05474</td><td>0,58762</td><td>91</td><td>3,96</td></tr><tr><td>14,5</td><td>-14,6249</td><td>0,60643</td><td>-0,04626</td><td>0,54875</td><td>92,6</td><td>3,85</td></tr><tr><td></td><td></td><td></td><td></td><td></td><td></td><td></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>Berechnung Erwachsenengröße (PAH) nach Khamis und Roche&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp; = β0 + β1 x Größe + β2 x Gewicht + β3 x Mittelwert Elterngröße = -16,3319 + 0,59151 x 175,5 + 0,05474 x 63,7 + 0,58762 x 165 = 187,9 cm&nbsp;<br><br>Berechnung Prozentuale Mature Height (PMH) = Aktuelle Größe/PAH = 175,5/187,9 = 93,4% &nbsp; Berechnung Z-Score: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; = (%PAH &#8211; Referenz %PAH) / Referenz SD = (93,4 &#8211; 91) / 3,96 = 0,6 (normalentwickelt)</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bio-Banding als Chance</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spieler anhand des biologischen Reifegrades zu gruppieren verfolgt das primäre Ziel, die physischen Ungleichheiten und die daraus resultierenden potenziellen Nachteile für die Spieler zu reduzieren. Die vorherrschenden Ungleichgewichte bei einer Gruppierung nach chronologischem Alter können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf „körperliches Selbstbewusstsein, Körperbild, Selbstwertgefühl, Akzeptanz- und/oder Selbstdarstellungsängste sowie Einstellungen und Gefühle in Bezug auf den Körper“ [5] haben. Primärer Gesichtspunkt ist eine Einteilung der Nachwuchsspieler anhand ihrer aktuellen körperlichen Entwicklung in Bezug auf die PAH. Diese prozentuale Angabe des aktuellen Wachstumsstandes wird Prozentual Mature Height genannt (kurz: PMH). Hierfür präferieren Cumming et al. [4] eine Vierteilung der Bio-Banding-Gruppe. Die Kategorisierung richtet sich nach der PMH und stellt sich wie folgt dar: P1: &lt; 85 %; P2: 85 bis &lt; 90 %; P3: 90 bis &lt; 95 %; P4: 95 bis 100 %. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der dritten Phase. Diese beinhaltet den PHV-Abschnitt, dessen Eintreten nach Baxter-Jones [1] um 92 % der PAH prognostiziert wurde. Doch welchen Mehrwert würde eine Umstrukturierung im Nachwuchsbereich mit sich bringen? In der Literatur findet sich eine Unterteilung der Auswirkungen auf den einzelnen Sportler in physiologische und psychologische Effekte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="527" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-1024x527.jpg" alt="" class="wp-image-6267" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-1024x527.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-300x155.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-768x396.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-150x77.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-696x358.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-1068x550.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121-816x420.jpg 816w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/03/Arenas2_saez0121.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Übersicht der Auswirkungen des Bio-Bandings (mod. nach [4])</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bio-Banding – Verletzungsprävention</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Befragung von Nachwuchsleistungszentren in der Premier League konnte aufgezeigt werden, dass der Einschätzung der biologischen Reife hinsichtlich der Verletzungsprävention die höchste Bedeutung zugewiesen wurde [30]. Das Verletzungsrisiko war bei jugendlichen Sportlern im Vergleich zu erwachsenen und jüngeren Sportlern erhöht. Im Durchschnitt erlitt jeder Spieler 1,32 – 1,43 Verletzungen und verlor rund 21,9 Tage pro Saison durch Verletzungen, wobei der Spitzenwert in den Altersklassen U14 und U15 lag [19]. Die generelle Akkumulation von Belastungen hat per se keinen direkten kausalen Zusammenhang zur Verletzungsinzidenz. Jedoch haben Untersuchungen Zusammenhänge aufgedeckt, wenn Nachwuchssportler häufigen intensiven Belastungen während des Zeitraums ihrer maximalen Wachstumsgeschwindigkeit ausgesetzt sind. Diese Verletzungen entstehen häufig aus kontaktlosen Bewegungen oder haben ihre Ursache in der Überlastung von Muskeln und Gelenken [12]. Betroffen sind größtenteils die unteren Extremitäten, primär das Knie. Dieses steht durch das extreme Längenwachstum der Beine besonders im Mittelpunkt. Sowohl der dort ansetzende M. Quadriceps femoris, die ischiocrurale Musku­latur als auch die Adduktoren-Gruppe sind die Hauptregionen für muskuläre Verletzungen. Die in diesem Zusammenhang aufgetretenen Läsionen stellen sich im Jahrgangsbereich der U14 und U15 als besonders langwierig heraus [27, 32, 34].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierbei sollten nicht nur die Verletzungshäufigkeiten betrachtet werden, sondern auch der Zusammenhang von Verletzungsmustern in Abhängigkeit zur körperlichen Entwicklung. So lassen sich differenzierte Verletzungstypen bei Früh-, Normal- und Spätentwicklern feststellen [8]. Knieverletzungen und Osteochondrosen treten demzufolge vermehrt bei Normal- und Spätentwicklern auf. Auf der Gegenseite haben Früh- und Normalentwickler häufiger Leistenverletzungen und Tendopathien. Zudem weisen die Frühentwickler eine größere Häufigkeit in puncto Leistenverletzungen auf, sowie die Chance, erneut die gleiche Verletzung zu bekommen. Im Zusammenhang mit der Ermittlung des biologischen Reifegrades der Spieler steht somit die Belastungssteuerung zur nachhaltigen Entwicklung und Förderung von heranwachsenden Fußballern. Um das individuelle Belastungsempfinden bei jugendlichen Nachwuchsfußballern kosteneffizient erheben zu können, erweist sich die Befragung der subjektiv empfundenen Belastung (englisch: Rate of perceived exertion (kurz: RPE)) als probates Mittel. Auf einer festgelegten Skala (0 – 10) wird die persönlich empfundene Belastung angegeben. Je höher die Zahl, desto höher die Intensität [31]. Um eine Beurteilung der Trainingsbelastung zu erhalten, wird die angegebene RPE mit der Dauer der Trainingseinheit multipliziert (kurz: sRPE) [7]. Impelli­zzeri et al. [11] unterstrichen die praktische Anwendbarkeit sowie die Korrelation zwischen der ermittelten sRPE und  der zurückgelegten Distanz, Anzahl an Sprints etc. im Training. Durch die Überwachung der empfundenen Belastung der Spieler, besonders jener, die sich in ihrer Phase der maximalen Wachstumsgeschwindigkeit befinden, resultiert eine Möglichkeit, um die beschriebenen Verletzungsmuster und Raten zielstrebig anzugehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der dargestellten Möglichkeiten, welche das Bio-Banding durch die Erhebung der PMH und PAH eröffnet, sollte darauf hingewiesen werden, dass die Forschung auf diesem Feld in den Kinderschuhen steckt. So wurden physische und psychische Effekte zwar nachgewiesen [4, 16, 17, 28, 29], diese beruhen aber meist auf einer geringen Anzahl an Studien und sollten in den kommenden Jahren weiter untersucht und bestätigt werden. Auch in puncto Verletzungsprävention lassen sich Zusammenhänge zwischen der PHV und einer erhöhten Verletzungsrate der Heranwachsenden nachweisen [8, 13, 20]. Eine effektive Förderung durch die Anwendung von Bio-Banding wurde hingegen noch nicht untersucht. Weitere Untersuchungen sind auf diesem Feld unabdingbar, um die vielversprechenden Effekte auch quantitativ zu belegen. Gerade auch in der deutschsprachigen Literatur ist das Thema um den biologischen Reifegrad im Fußball ein kaum vorzufindendes <a href="https://www.dfb-akademie.de/studie/mehr-chancengleichheit-durch-bio-banding/-/id-15000096" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thema [35].</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend lässt sich sagen, dass die prak­tische Umsetzung von Bio-Banding auf Ver­einsebene eine innovative Möglichkeit der ­Verletzungsprävention darstellen könnte. Die wissenschaftlichen Nachweise sind zwar noch unzureichend, dennoch stellt sich die Ermittlung von Verletzungsrisikoprofilen rund um den Reifeprozess als logische Schlussfolgerung dar. Die Kommunikation der erhobenen Daten innerhalb und außerhalb des Vereins erweist sich als wichtige und entscheidende Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis und ist für die stetige Weiterentwicklung des Bio-Bandings notwendig. Sollten diese Eindrücke durch folgende Studien nachgewiesen werden, so könnte dies eine wegweisende Veränderung im Bereich des Nachwuchsfußballs darstellen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Literatur</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">1.          Baxter-Jones ADG (2013) Growth, maturation, and training. In: Handbook of Sports Medicine and Science: Gymnastics, 1st ed. International Olympic Committee, p 200</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.           Bayley N, Pinneau SR (1952) Tables for predicting adult height from skeletal age: Revised for use with the greulich-pyle hand standards. J Pediatr 40:423–441. doi: 10.1016/S0022-3476(52)80205-7</p>



<p class="wp-block-paragraph">3.          Cobley S, Baker J, Wattie N, McKenna J (2009) Annual Age-Grouping and Athlete Development. Sport Med 39:235–256. doi: 10.2165/00007256-200939030-00005</p>



<p class="wp-block-paragraph">4.          Cumming SP, Lloyd RS, Oliver JL, Eisenmann JC, Malina RM (2017) Bio-banding in Sport : Applications to Competition , Talent Identification , and Strength and Conditioning of Youth Athletes. Natl Strength Cond Assoc 39</p>



<p class="wp-block-paragraph">5.          Cumming SP, Sherar LB, Pindus DM, Coelho-e-Silva MJ, Malina RM, Jardine PR (2012) A biocultural model of maturity-associated variance in adolescent physical activity. Int Rev Sport Exerc Psychol 5:23–43. doi: 10.1080/1750984X.2011.630481</p>



<p class="wp-block-paragraph">6.          Ferrauti A (2020) Trainingswissenschaft für die Sportpraxis. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg</p>



<p class="wp-block-paragraph">7.          Gabbett TJ (2016) The training-injury prevention paradox: Should athletes be training smarter and harder? Br J Sports Med 50:273–280. doi: 10.1136/bjsports-2015-095788</p>



<p class="wp-block-paragraph">8.          Le Gall F, Carling C, Reilly T (2007) Biological maturity and injury in elite youth football. Scand J Med Sci Sport 17:564–572. doi: 10.1111/j.1600-0838.2006.00594.x</p>



<p class="wp-block-paragraph">9.          Hans SD, Sanders JO, Cooperman DR (2008) Using the sauvegrain method to predict peak height velocity in boys and girls. J Pediatr Orthop 28:836–839. doi: 10.1097/BPO.0b013e31818ee3c4</p>



<p class="wp-block-paragraph">10.          Van Den Honert R (2012) Evidence of the relative age effect in football in Australia. J Sports Sci 30:1365–1374. doi: 10.1080/02640414.2012.707329</p>



<p class="wp-block-paragraph">11.        Impellizzeri FM, Rampinini E, Coutts AJ, Sassi A, Marcora SM (2004) Use of RPE-based training load in soccer. Med Sci Sports Exerc 36:1042–1047. doi: 10.1249/01.MSS.0000128199.23901.2F</p>



<p class="wp-block-paragraph">12.        Johnson A, Doherty PJ, Freemont A (2009) Investigation of growth, development, and factors associated with injury in elite schoolboy footballers: prospective study. BMJ 338:b490–b490. doi: 10.1136/bmj.b490</p>



<p class="wp-block-paragraph">13.        Kemper GLJ, Van Der Sluis A, Brink MS, Visscher C, Frencken WGP, Elferink-Gemser MT (2015) Anthropometric Injury Risk Factors in Elite-standard Youth Soccer. Int J Sports Med 36:1112–1117. doi: 10.1055/s-0035-1555778</p>



<p class="wp-block-paragraph">14.        Khamis HJ, Roche AF (1994) Predicting adult stature without using skeletal age: The Khamis-Roche method. Pediatrics 94:504–507</p>



<p class="wp-block-paragraph">15.        Malina RM, Bouchard C, Bar-Or O (2004) Maturity-associated variation in growth and performance. In: Growth, Maturation, and Physical Activity, 2nd ed. Human Kinetics, pp 337–365</p>



<p class="wp-block-paragraph">16.        Malina RM, Cumming SP, Morano PJ, Barron M, Miller SJ (2005) Maturity status of youth football players: A noninvasive estimate. Med Sci Sports Exerc 37:1044–1052. doi: 10.1249/01.mss.0000171622.45134.cb</p>



<p class="wp-block-paragraph">17.        Malina RM, Cumming SP, Rogol AD, Coelho MJ, Figueiredo AJ, Konarski JM, Kozieł SM (2019) Bio ‑ Banding in Youth Sports : Background , Concept , and Application. Sport Med 49:1671–1685. doi: 10.1007/s40279-019-01166-x</p>



<p class="wp-block-paragraph">18.        Marshall WA, Tanner JM (1970) Variations in the Pattern of Pubertal Changes in Boys. Arch Dis Child 45:13–23. doi: 10.1136/adc.45.239.13</p>



<p class="wp-block-paragraph">19.        Materne O, Chamari K, Farooq A, Weir A, Hölmich P, Bahr R, Greig M, McNaughton LR (2020) Injury incidence and burden in a youth elite football academy: a four-season prospective study of 551 players aged from under 9 to under 19 years. Br J Sports Med 0:bjsports-2020-102859. doi: 10.1136/bjsports-2020-102859</p>



<p class="wp-block-paragraph">20.        Materne O, Chamari K, Farooq A, Weir A, Hölmich P, Bahr R, Greig M, McNaughton LR (2020) Injury incidence and burden in a youth elite football academy: A four-season prospective studyof 551 players aged from under 9 to under 19 years. Br J Sports Med 1–8. doi: 10.1136/bjsports-2020-102859</p>



<p class="wp-block-paragraph">21.        Mellerowicz H, Matussek J, Wilke S, Asamoah V (2000) Sportverletzungen und Sportschäden im Kindes- und Jugendalter &#8211; eine Übersicht. Dtsch Z Sportmed 51:78–84</p>



<p class="wp-block-paragraph">22.        Mellerowicz H, Wilke S (2008) Orthopädische Aspekte beim Sport von Kindern. Sport im Kindes- und Jugendalter. Monatsschr Kinderheilkd 156:23–32. doi: 10.1007/s00112-007-1659-6</p>



<p class="wp-block-paragraph">23.        Mirwald RL, Baxter-Jones A, Bailey DA, Beunen GP (2002) An assessment of maturity from anthropometric measurements. Med Sci Sport Exerc 8:168–74. doi: 10.1097/00005768-200204000-00020</p>



<p class="wp-block-paragraph">24.        Nicholson AD, Liu RW, Sanders JO, Cooperman DR (2015) Relationship of calcaneal and iliac apophyseal ossification to peak height velocity timing in children. J Bone Jt Surg &#8211; Am Vol 97:147–154. doi: 10.2106/JBJS.N.00671</p>



<p class="wp-block-paragraph">25.        Ostojic SM, Castagna C, Calleja-González J, Jukic I, Idrizovic K, Stojanovic M (2014) The biological age of 14-year-old boys and success in adult soccer: Do early maturers predominate in the top-level game? Res Sport Med 22:398–407. doi: 10.1080/15438627.2014.944303</p>



<p class="wp-block-paragraph">26.        Pitlović V, Šarić G, Pitlović H, Jovanović S, Jurišić D (2013) A correlation of peak height velocity and olecranon apophysis ossification assessed by Ultrasound. Coll Antropol 37:1285–1289</p>



<p class="wp-block-paragraph">27.        Read PJ, Oliver JL, De Ste Croix MBA, Myer GD, Lloyd RS (2018) An audit of injuries in six english professional soccer academies. J Sports Sci 36:1542–1548. doi: 10.1080/02640414.2017.1402535</p>



<p class="wp-block-paragraph">28.        Rogol AD, Cumming SP, Malina RM (2018) Biobanding: A new paradigm for youth sports and training. Pediatrics 142. doi: 10.1542/peds.2018-0423</p>



<p class="wp-block-paragraph">29.        Romann M, Lüdin D, Born DP (2020) Bio-banding in junior soccer players: A pilot study. BMC Res Notes 13:1–5. doi: 10.1186/s13104-020-05083-5</p>



<p class="wp-block-paragraph">30.        Salter J, de Ste Coix M, Hughes J, Weston M, Towlson C (2020) Monitoring practices of training load and biological maturity in UK soccer academies. Int J Sports Physiol Perform</p>



<p class="wp-block-paragraph">31.        Scherr J, Wolfarth B, Christle JW, Pressler A, Wagenpfeil S, Halle M (2013) Associations between Borg’s rating of perceived exertion and physiological measures of exercise intensity. Eur J Appl Physiol 113:147–155. doi: 10.1007/s00421-012-2421-x</p>



<p class="wp-block-paragraph">32.        Van Der Sluis A, Elferink-Gemser MT, Brink MS, Visscher C (2015) Importance of peak height velocity timing in terms of injuries in talented soccer players. Int J Sports Med 36:327–332. doi: 10.1055/s-0034-1385879</p>



<p class="wp-block-paragraph">33.        Towlson C, Salter J, Ade JD, Enright K, Harper LD, Page RM, Malone JJ (2020) Maturity-associated considerations for training load, injury risk, and physical performance in youth soccer: One size does not fit all. J Sport Heal Sci 00. doi: 10.1016/j.jshs.2020.09.003</p>



<p class="wp-block-paragraph">34.        Viru A, Loko J, Laaneots L, Karelson K, Viru M (1998) Age Periods of Acceleratred Improvment of Muscle Strenght, Power, Speed and Endurance in the Age Interval 6 &#8211; 18 Years. Biol Sport 15:12</p>



<p class="wp-block-paragraph">35.        (2020) Mehr Chancengleichheit durch Bio-Banding. In: <a href="http://www.dfb-akademie.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.dfb-akademie.de </a><a href="https://www.dfb-akademie.de/studie/mehr-chancengleichheit-durch-bio-banding/-/id-15000096" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.dfb-akademie.de/studie/mehr-chancengleichheit-durch-bio-banding/-/id-15000096</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verletzungsprävention</title>
		<link>https://sportaerztezeitung.com/rubriken/training/5895/verletzungspraevention-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lukas Arenas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Training]]></category>
		<category><![CDATA[04/18]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://sportaerztezeitung.com/?p=5895</guid>

					<description><![CDATA[Die Verletzungsprävention spielt seit Mitte der 1990er Jahren immer eine bedeutsame Rolle im Hochleistungssport. Folglich kamen Gründung zustande wie z. B. das FIFA Medical Assessment and Research Center (F-Marc) mit dem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Verletzungsprävention spielt seit Mitte der 1990er Jahren immer eine bedeutsame Rolle im Hochleistungssport. Folglich kamen Gründung zustande wie z. B. das FIFA Medical Assessment and Research Center (F-Marc) mit dem Ziel, die Häufigkeit von Verletzungen im Fußball zu reduzieren.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz eines hohen Forschungsinteresse an dieser Thematik beschreibt die Analyse der Unfallgeschehnisse bei Männern in den zwei höchsten Ligen in Deutschland in der Saison 2016 / 2017 in den Sportarten Basketball, Eishockey, Fußball und Handball keine Veränderung der Verletzungsraten im Vergleich zur vorherigen Saison 2015 / 2016 [1]. Aus der anhaltenden Problematik wird der Bedarf für eine weitere Auseinandersetzung mit der Verletzungspräven­tion ersichtlich und rechtfertigt die praktische Relevanz dieses Schriftstückes.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hinblick auf die Beschreibung von Verletzungen und ihren Ursachen und Folgeerscheinungen sind in der Präventionsforschung überwiegend reduktionistische&nbsp; Forschungsansätze zu finden. Diese ermöglichen jedoch nur einen eingeschränkten&nbsp; Erklärungsansatz für das multifaktorielle Konstrukt einer Verletzung [2]. Bei einem reduktionistischen Forschungsansatz wird versucht, ein komplexes Phänomen in Einzelteile zu zerlegen, welche unabhängig voneinander betrachtet werden. Durch die gewonnen Erkenntnisse der Einzelteile soll erschlossen werden, wie sich das komplexe Phänomen ereignen konnte [2]. Der beschriebene Forschungsansatz ist stark limitiert, sodass ein Paradigmenwechsel zu antireduktionistischen Betrachtungsweisen propagiert wird, um weitere Erkenntnisse in der Verletzungsprävention zu erzielen [3]. Für eine weitere Untersuchung der Ätiologie von Sportverletzungen werden Modelle benötigt, welche die multifaktoriellen Zusammenhänge einer Verletzung darstellen. Das dynamische Modell nach Meeuwisse und Kollegen [4] beschreibt, wie multiple Faktoren interagieren müssen, um eine Verletzung hervorzubringen (Abb. 1).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="688" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-1024x688.jpg" alt="" class="wp-image-5900" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-1024x688.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-300x202.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-768x516.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-150x101.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-696x467.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-1068x717.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418-625x420.jpg 625w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Riskfactors_saez0418.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 1 Multifakto­rielles Risikofaktorenmodell für das Zustandekommen von Verletzungen, adaptiert nach  Meeuwisse (1994) [4]</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Intrinsische- und extrinsische Risikofaktoren &amp; Testung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Präventionsforschung werden dabei generell Risikofaktoren in die zwei Kategorien intrinsische- und extrinsische Risikofaktoren unterteilt [5]. Dabei können diese Faktoren in modifizierbare und nicht-modifizierbare Faktoren weiter differenziert werden [6]. Hierbei werden die intrinsischen Faktoren, wie unter anderem Alter, Geschlecht, Körperzusammensetzung und vorherige Verletzungen als prädisponierende Faktoren klassifiziert. In Interaktion mit den extrinsischen Faktoren, die als begünstigende Faktoren definiert werden, wird die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Verletzung gefördert [4]. Die Summe der Risikofaktoren und ihre Interaktion leiten dazu hin, dass sich eine Verletzung zu einer gegebenen Situation ereignet. Das auslösende Ereignis wird nach Meeuwisse und Kollegen [4] als notwendige Voraussetzung für den Hergang einer Verletzung beschrieben. Um das komplexe Phänomen einer Verletzung zu erschließen, wird ein Paradigmenwechsel zu einer holistischen Betrach­tungsweise gefordert, dies wird bereits seit den 1990er Jahren von mehrere tschechischen Physiotherapeuten wie Karl&nbsp; Lewit, Vladimir Janda&nbsp; und Vaclav Vojta propagiert. Im engen Zusammenhang mit ihren Betrachtungsweisen und Forschungsergebnissen steht die Regional-Interdependence Theorie (RI), welche besagt, dass jede De-Zentrierung eines Körpersegmentes globale Auswirkungen auf andere Segmente&nbsp; hat [7]. Es findet sich Evidenz, dass eine proximale Instabilität zu distalen Einschränkungen führt [8]. Das Konzept der RI-Theorie stellt dar, dass eine Veränderung im muskuloskelettalen System ständig von neurophysiologischen Veränderungen begleitet wird, da diese und weitere Systeme gemeinsam interagieren, um Aufgaben bzw. Bewegungen zu realisieren [7]. Aus den beschriebenen Zusammenhängen wird ersichtlich, dass eine Einschränkung oder Fehlfunktion in einem Segment zu globalen Einschränkungen führen kann. In Anlehnung daran wird sich dafür eingesetzt, dass fundamentale Bewegungsmuster getestet werden müssen, um Rückschlüsse über ihre Qualität und die statische und dynamische motorische Kontrolle von Bewegungsmustern zu erhalten [9]. Eine qualitative Messung erfolgt anhand von Untersuchungen von Bewegungsmustern, die grundlegende Bewegungsfähigkeiten repräsentieren, welche als Voraussetzung für die Ausführung von komplexeren Bewegungsmustern vorhanden sein müssen [10]. Eine Testung und Einteilung des Rumpfes und der Extremitäten in Form von Quadranten behauptet sich somit als eine umfassende Methode um Leistungs-, Kraft- und / oder Beweglichkeitsdefizite in der getesteten Region aufzuzeigen [10]. Um dies zu realisieren sollten Testverfahren ausgewählt werden, welche die motorische Kontrolle von Bewegungen in unterschiedlichen Ausgangssituationen untersuchen. Die Berücksichtigung von Ergebnissen von funktionellen Tests über fundamentale Bewegungsmuster, das Einbeziehen von demografischen Daten und der Verlet­ztungshistorie, erweist sich als Methode mit hoher Spezifität, um ein Individuum mit einer erhöhten Verletzungswahrscheinlichkeit zu identifizieren [11]. Um eine Einschätzung hinsichtlich der Bewegungseffizienz eines Athleten treffen zu können, wird sich am Manuel „Präventivdiagnostik für den bezahlten Sport – Testmanual zur Präventivdiagnostik“ im Rahmen des VBG Prämienverfahrens (VBG 2015) orientiert. Eine genaue Beschreibung der Testbatterie findet sich online und wird hier nicht weiter ausgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einschnittstellen für gezielte Intervention</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die durch die Testverfahren beobachteten Dysregulationen, Kompensationsbewegungen oder Asymmetrien und vorherige Verletzungen werden als positiver Befund und als Risikofaktor dokumentiert. Daraus resultierend und zusammenfassend ergeben sich Einschnittstellen für eine gezielte Intervention, welche sich an den Schlüsselregionen der propriozeptiven Steuerung des menschlichen Körpers orientieren, die einem Hierarchieprinzip folgen [12]. Durch das Ausführen von individuell korrigierenden Übungen soll eine fehlerhafte Propriozeption in der Peripherie beseitig werden. Durch eine Re-Integration von Sensorik und Motorik sollen die fundamentalen Bewegungsmuster wiederhergestellt werden und somit das Verletzungsrisiko vermindert werden [13]. Die soeben beschrieben korrigierenden Übungen werden dem Athleten als „Rollen-Dehnen-Bewegen“ Sequenz vorgestellt [14]. Durch die beschriebene holistische Herangehensweise kann die bestehende funktionelle diagnostische Lücke von der Identifizierung von individuellen Risikofaktoren, die zu einer Umsetzung in Trainingsinterventionen führen, geschlossen werden. Dies erweist sich als eine ganzheitliche Maßnahme, um das komplexe Phänomen einer Verletzung zu erschließen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="680" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-1024x680.jpg" alt="" class="wp-image-5896" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-1024x680.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-300x199.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-768x510.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-150x100.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-696x462.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-1068x709.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418-632x420.jpg 632w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Training2_saez0418.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Durchführung „Aktives Beinheben“ zur Überprüfung
der Beweglichkeit der Hüftgelenke</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Durchführung der Diagnostik&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Zeit der Testung zu reduzieren und somit die Praktikabilität der Untersuchung zu gewährleisten, werden die Einzeltests 1. bis 14. in vier Stationen aufgeteilt, an denen jeweils bis zu sechs Probanden teilnehmen. Der genaue zeitliche Ablauf und die Einteilung der Stationen kann aus der Tabelle entnommen werden. Die Durchführung dieser ersten Tests beläuft sich somit auf ca. 80 Minuten. Darauf folgt eine zehnminütige Pause, um die progressive „Hop Testung“ und die „Lateral Bound“ Testung vorzubereiten. Für diese Testungen wird ebenfalls die Untersuchungsgruppe auf vier Stationen aufgeteilt, um den zeitlichen Rahmen der Untersuchung zu reduzieren. Die Erhebung der Sprungwerte pro Station beläuft sich auf jeweils zehn Minuten. Somit ist nach ca. zwei Stunden und zehn Minuten die Datenerhebung bei ca. 20 Probanden abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit – Nutzung der Ergebnisse in der Praxis</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das Einpflegen der Ergebnisse in die Exceltabelle der VBG erfolgt eine automatisierte Auswertung (Abb. 2). Diese geschieht unter anderem auf Teamebene und stellt Zusammenfassend dar, ob im oberen oder unteren Quadranten vermehrt eine Range of Motion Problematik, eine Einschränkung in der statischen und oder dynamischen motorischen Kontrolle vorliegt. Als Konsequenz für den Trainingsalltag ergeben sich daraus Schwerpunkte, welche im Teamsetting bearbeitet werden können. Durch gezielten Roll-Dehn-­Bewegen Sequenzen sollen die dominierenden Defizite in einer Mannschaft bearbeitet und gelöst werden. Des Weiteren erstellt die VBG-Exceltabelle eine Auswertung auf Individual-Ebene. Aus dieser kann entnommen werden, wie viele Risikofaktoren /Auffälligkeiten die Diagnostik aufzeigen konnte. Diese werden zusammengefasst, sodass nach einer Bearbeitung der Defizite auf Teamebene ebenfalls eine personalisierte Sequenz folgen kann. Die Übungsauswahl, welche aus Abb. 3 entnommen werden kann, dient rein der Orientierung. Entscheidend für den Trainingsalltag sind die definierten Schwerpunkte. In dem dargestellten Fallbeispiel ist dies eine Einschränkung in der Beweglichkeit der HWS und Oberschenkelrückseite und der contralateralen Stabilität des Rumpfes. Für eine Integration in den Trainingsalltag kann dies auf dem Wege gelöst werden, dass bei Kraftzirkeln oder ähnlichen stationären Arbeiten, eine Übung ein „Individual Filler“ ist, in der jeder Athlet eine Übung ausführt, welche eines seiner Auffälligkeiten bearbeitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="796" height="1024" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-796x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5898" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-796x1024.jpg 796w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-233x300.jpg 233w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-768x988.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-1195x1536.jpg 1195w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-150x193.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-300x386.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-696x895.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-1068x1373.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418-327x420.jpg 327w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Teamauswertung_saez0418.jpg 1200w" sizes="(max-width: 796px) 100vw, 796px" /><figcaption>Abb. 2 Darstellung der Teamauswertung des Testprotokoll der Präventivdiagnostik für den bezahlten Sport [15]</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="798" src="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-1024x798.jpg" alt="" class="wp-image-5897" srcset="https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-1024x798.jpg 1024w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-300x234.jpg 300w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-768x598.jpg 768w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-150x117.jpg 150w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-696x542.jpg 696w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-1068x832.jpg 1068w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell-539x420.jpg 539w, https://sportaerztezeitung.com/wp-content/uploads/2021/02/Arenas_Abbildung_individuell.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Abb. 3 Darstellung der Individualebene des Testprotokoll der Präventivdiagnostik für den bezahlten Sport [15]</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Literatur&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[1] VBG (2017) VBG Sportreport 2017 Analyse des Unfallgeschehens in den zwei höchsten Ligen der Männer: Basketball, Eishockey, Fußball und Handball&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[2] Quatman C.Q. Quatman C. C. &amp; Hewett, T. (2009). Prediction and prevention of musculoskeletal injury: a paradigm shift in methodology. British Journal of Sports Medicine, 43(14), 1100–1107.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[3] Nagel T. (1998). Reductionism and antireductionism. The Limits of Reductionism in Biology Novartis Foundation Symposium. (213), 3–14.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[4] Meeuwisse W. (1994). Assesing Causation in Sport Injury: A Multifactorial Model. Clinical Journal of Sport Medicine,(4)&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[5] Williams J. (1971). Aetiological classification of injuries in sportsmen. British Journal of Sports Medicine, 5(4), 195–196.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>[6] Bahr R. &amp;. Holme I. (2003). Risk factors for sports injuries &#8212; a methodological approach. British Journal of Sports Medicine, 37(5), 384–392.</em></p>
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